Rechtsextremismus

Belarus: Ein Netzwerk namens “Sieg”

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Die exilierte Oppositionsführerin Tichanowskaja baut offenbar mit ehemaligen Sicherheitskräften eine Untergrundorganisation auf. Ziele und Methoden bleiben nebulös. Die Zeit der großen Straßenproteste in Belarus ist vorbei, die weitgehend exilierte Führung der Oppositionsbewegung wendet sich neuen Taktiken zu. Unter dem Label “Peramoga” soll ein geheimes Netzwerk entstehen, dessen geplante Methoden weitgehend unklar sind. Mit einer Radikalisierung ist zu rechnen. In Minsk sind die Möglichkeiten von offenen Straßenprotesten der Opposition gegen Alexander Lukaschenko im großen Maßstab nicht mehr gegeben. Ob nur das harte Eingreifen der Sicherheitskräfte oder daneben auch eine Ermüdung angesichts des fehlenden Erfolgs der Großaktionen die Ursache sind, darüber lässt sich nur spekulieren. Eine Rolle spielt sicher, dass sich nach russischen Quellen etwa 500 Protestteilnehmer in belorussischen Gefängnissen befinden. Viele Führungspersonen der Proteste sind ins westliche Ausland – meist Litauen oder Polen – geflüchtet. Der mysteriöse “Peramoga”-Plan. Die ebenfalls im Exil lebende Oppositionsführerin und Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja greift jetzt deshalb mit ihren Unterstützern offensichtlich zu einer anderen Taktik: Der Gründung einer geheimen Volksmiliz, die im weißrussischen Untergrund operieren soll. Die belorussische Opposition sei noch nicht am Ende, so zitiert die Moskauer Nesawisimaja Gaseta einschlägige Experten zu den Oppositionsplänen.
Die gesamte Aktion firmiert unter dem Namen “Peramoga”, ein Wort, das im Weißrussischen “Sieg” bedeutet. Was im Rahmen von Peramoga geschehen soll, umschreibt Tichanowskaja selbst nur nebulös. Man wolle gemeinsam die Kräfte effektiv einsetzen und jeder solle die Aufgabe erfüllen, von der die Bewegung zur richtigen Zeit profitieren könne. Bei Peramoga können sich nun Interessierte anonym registrieren – auf Servern, die außerhalb des Machtbereichs Lukaschenkos stehen. Dem eigenen privaten Umfeld solle man von dieser Registrierung jedoch nichts erzählen. Die Bereitschaft der “Peramogi”, wie man die Teilnehmer am Untergrundnetz nennt, für Aktionen soll analysiert und bekannt gegeben werden. Im richtigen Moment – dem des möglichen Umsturzes – will man sie dann aktivieren.

via telepolis: Belarus: Ein Netzwerk namens “Sieg”

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