Gauland verteidigt umstrittenen Pressesprecher

Als Chef des Nachwuchses musste er nach rassistischen Äußerungen gehen, aus der Partei trat er aus – nun arbeitet Marvin Neumann für die AfD-Fraktion in Brandenburg. Kein Problem, findet der Ehrenvorsitzende. Auf der Internetseite der brandenburgischen AfD-Fraktion wird der Pressesprecher bislang nicht einmal aufgeführt. Es gibt eine mobile Telefonnummer, Festnetzanschluss und E-Mail-Adresse, aber der Name des Ansprechpartners taucht nicht auf. Dabei arbeitet Marvin Neumann bereit seit geraumer Zeit für die Fraktion. Bemerkenswert an der Personalie: Neumann war erst vor sechs Wochen bundesweit in die Schlagzeilen geraten und trat nach rassistischen Äußerungen in sozialen Medien als frisch gewählter Co-Bundesvorsitzender der »Jungen Alternative« (JA), des AfD-Parteinachwuchses zurück. Zugleich verließ er auch die AfD selbst. Dass er nun als Pressesprecher für die brandenburgische Landtagsfraktion arbeitet, wurde erst diese Woche durch einen Bericht des TV-Senders rbb bekannt. Zu Neumanns politischem Aus als JA-Chef hatte ein Bericht der internen AfD-Arbeitsgruppe »Verfassungsschutz« geführt, der dem AfD-Bundesvorstand im April eine Sammlung von Screenshots mit Äußerungen Neumanns auf Twitter und Facebook übermittelte. Darin fanden sich reihenweise Äußerungen, die die Arbeitsgruppe monierte. »Andere weiße Europäer bzw. ihre Nachfahren könn(t)en Deutsche werden, Schwarzafrikaner aber nicht«, hatte Neumann im Dezember 2020 geschrieben. An einer anderen Stelle hieß es, keine »Schwarze Deutsche und Europäer«, diese seien »bestenfalls Teil der Gesellschaft und besitzen bestimmte Staatsbürgerschaften, aber sie sind nicht Teil einer tradierten, authentischen, ›europäische (n) Identität‹«.

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