Nur zwei wollten mit aufs Podium – Streit um AfD-Teilnahme: IHK sagt Diskussionsrunde ab

Das Kaisersaalgespräch der IHK Regensburg mit den Direktkandidatinnen zur Bundestagswahl wird nicht stattfinden. Grüne, SPD und Linkspartei hatten ihre Teilnahme abgesagt. Auslöser war die Einladung des AfD-Direktkandidaten. Es sollte ein erster Schlagabtausch vor der bevorstehenden Bundestagswahl Ende September werden. Wie schon bei vorangegangenen Wahlen wollte die IHK Regensburg im Rahmen ihrer Kaisersaalgespräche am 13. Juli den Regensburger Direktkandidaten auf den Zahn fühlen. Doch am Montag gab der Verband bekannt, man werde den Termin leider absagen müssen. Mehrere Gäste hatten sich an der Personalie Dieter Arnold von der AfD gestört. „Aus Gründen der parteipolitischen Neutralität spricht die IHK grundsätzlich mit allen Parteien, die im Bundestag vertreten sind oder denen aufgrund aktueller Umfragen ein Wahlergebnis von über fünf Prozent prognostiziert wird.“ So lautet am Montag die Antwort der IHK Regensburg auf Anfrage unserer Redaktion. Diese Haltung stieß bei Carolin Wagner, Direktkandidatin der Regensburger SPD und der Bundestagsabgeordneten Eva-Maria Schreiber hingegen auf Unverständnis. Beide sagten bereits vor mehreren Tagen ihre Teilnahme ab. Die von der IHK angegebene politische Neutralität ist laut Wagner bereits erfüllt, „wenn alle Vertreterinnen von der CSU bis zur Linkspartei dabei sind“. Stefan Schmidt von den Grünen war zuletzt noch offiziell als Podiumsgast geführt, zog seine Teilnahme am Wochenende nach Rücksprache mit seinem Kreisverband aber ebenfalls zurück. Damit wären neben dem Sicherheitsunternehmer Arnold lediglich noch MdB Peter Aumer (CSU) und der FDP-Abgeordnete Ulrich Lechte übrig geblieben. Die IHK zog am Montag die Reißleine und erklärte, die mit den Wirtschaftsjunioren Regensburg gemeinsam geplante Veranstaltung werde abgesagt. Wagner und Schreiber erklärten gegenüber regensburg-digital, die AfD sei eine „rassistische, frauenfeindliche und homophobe Partei“, deren Ziele mit einem demokratischen und liberalen Rechtsstaat nicht vereinbar seien. Deren „kruden, gefährlichen und oft menschenverachtenden Thesen“ dürfe keine Bühne geboten werden, so Wagner.

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