Völkische Siedler unterwandern ländlichen Raum in Meck-Vorp

Seit den Neunzigern entstehen in Mecklenburg-Vorpommern völkische Siedlungsprojekte und nationale Dörfer. Sie wirken mit ihrer Naziideologie in die Zivilgesellschaft und in die Dorfgemeinschaften hinein. Was macht sie so gefährlich? Sie sind nette Nachbarn von nebenan, tragen Trachten, betreiben Gartenbau, pflegen ihren Stammbaum, bunkern Waffen, schicken ihre Kinder in paramilitärische Camps. Sie sind Nazis. Sogenannte völkische Siedler in MV nutzen ländliche Räume mit geringer staatlicher Präsenz, um neue Strukturen zu etablieren. Völkisch-Nationale wirken in freiwillige Feuerwehren, Gemeinderäte und Dorfgemeinschaften hinein. Nun könnte man denken, dass ihre Mitmenschen versuchen, sich von den völkischen Siedlern zu distanzieren. Das tun sie aber nicht immer, denn auf dem Dorf kommen Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft vor politischer Meinung. (…) Expert:innen schätzen die Zahl der völkischen Siedler mit ideologisch geschlossenem Weltbild, die in MV aktiv und vernetzt sind, auf ungefähr 250. Die Familien haben meist viele Kinder, um ihr „reines“ Erbgut weiterzuvererben und das Aussterben der „deutschen Rasse“ zu verhindern. Sie bereiten sich auf einen „Tag X“ vor und versuchen, eine politische Mehrheit aufzubauen. Prepper-Organisation wie „Nordkreuz“ helfen dabei. Kinder und Jugendliche werden streng militant und rassistisch erzogen. Ihnen wird früh beigebracht, dass Deutschland kein souveräner Staat sei, sondern noch immer von den Alliierten kontrolliert werde. Handys gibt es nicht. Der Fernseher wird als „Elektrojude“ bezeichnet und gibt aus Sicht der braunen Aktivisten nur „Feindpropaganda“ wieder. Die völkische Szene erweitert ihre rechten Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern.

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