Ein Tummelplatz für Neonazis von beiden Seiten des Rheins

Im Elsass nutzen Rechtsextreme großzügiges Versammlungsrecht
Mehr als 400 geschändete jüdische und moslemische Gräber, Hakenkreuzschmierereien an arabischen Geschäften oder jüdischen Einrichtungen – immer wieder machte das Elsass in den vergangenen Monaten mit solchen Negativ-Schlagzeilen von sich reden. Die bisher beispiellose Welle rassistisch motivierter Anschläge zeigt nach Überzeugung der Fahnder, dass die Region zwischen Schwarzwald und Vogesen ein beliebter Tummelplatz für Rechtsradikale und Neonazis ist. 60 bis 80 rechtsextreme Grüppchen, so schätzt die Polizei, treiben in der Grenzregion ihr Unwesen – allein 50 von ihnen gelten als “potenziell gewalttätig”.
Viele dieser Gruppierungen haben offenbar enge Kontakte zu einschlägigen Organisationen auf der deutschen Rheinseite. Darauf weisen nicht zuletzt gemeinsame Treffen hin, die unter dem Deckmäntelchen von Familienfeiern in elsässischen Dörfern gefeiert werden – oft sogar in kommunalen Festsälen, die in Frankreich ohne große Formalitäten von Bürgern gemietet werden können.
Für Proteste sorgte im Juli ein Treffen von rund 300 zumeist deutschen Neonazis in Hipsheim nahe Straßburg. Dort hatte die Gemeinde den örtlichen Fußballplatz für ein “privates Kameradschaftsfest” zur Verfügung gestellt. Die wahre Natur der feucht-fröhlichen Feier entpuppte sich, als die Teilnehmer anfingen, Nazilieder zu grölen und den Hitlergruß zu zeigen. Bereits im April 2003 hatten sich in Ringendorf bei Haguenau fast tausend Skinheads versammelt, um Hitlers Geburtstag zu feiern; Monate später trafen sich rund 800 Neonazis im nahen Hinsbourg. Den kommunalen Festsaal hatten sie für eine “Verlobung” angemietet.

Lübecker Nachrichten: Staatsschutzkammer eröffnet Hauptverfahren gegen Neonazi-Gruppe

Die für Schleswig-Holstein zuständige Staatsschutzkammer in Flensburg hat das Hauptverfahren gegen eine Neonazi-Gruppe eröffnet. Die Anklageschrift beschuldigt fünf Männer aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, teilte Oberstaatsanwalt Rüdiger Meienburg am Dienstag mit. Anklagepunkt seien Rädelsführerschaft, Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische Erpressung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Bieler Tagblatt Schweiz-BE: «Nazi- Konzert» vereitelt

Diesen Donnerstag wollte die Rockband «Indiziert» in Thunstetten ihre CD taufen. Der Anlass wurde verboten.
Hektik gestern auf der Thunstetter Gemeindeverwaltung. Die Berner Organisation Antifa hatte publik gemacht, dass das gemeindeeigene Schützenhaus Schauplatz eines anrüchigen Events zu werden drohe: Die Burgdorfer «Indiziert», gemäss Antifa eine «Nazi-Rockband», werde dort am 30. Dezember ihre erste CD taufen – Titel: «Eidgenössischer Widerstand». Tatsächlich besteht die dreiköpfige Band nach Informationen dieser Zeitung aus einschlägig bekannten Leuten: die Burgdorfer Brüder Alex und Cédric Rohrbach, beide Anfang 20, sowie Dominic Lüthard (21) aus Glashütten AG, Bruder von Pascal Lüthard, Stützpunktleiter der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (Pnos).

Bieler Tagblatt Schweiz-BE: «Nazi- Konzert» vereitelt

Diesen Donnerstag wollte die Rockband «Indiziert» in Thunstetten ihre CD taufen. Der Anlass wurde verboten.
Hektik gestern auf der Thunstetter Gemeindeverwaltung. Die Berner Organisation Antifa hatte publik gemacht, dass das gemeindeeigene Schützenhaus Schauplatz eines anrüchigen Events zu werden drohe: Die Burgdorfer «Indiziert», gemäss Antifa eine «Nazi-Rockband», werde dort am 30. Dezember ihre erste CD taufen – Titel: «Eidgenössischer Widerstand». Tatsächlich besteht die dreiköpfige Band nach Informationen dieser Zeitung aus einschlägig bekannten Leuten: die Burgdorfer Brüder Alex und Cédric Rohrbach, beide Anfang 20, sowie Dominic Lüthard (21) aus Glashütten AG, Bruder von Pascal Lüthard, Stützpunktleiter der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (Pnos).

Frankfurter Neue Presse Online: Burschenschaften im Zwielicht

Studentenverbindungen zwischen Nazi-Schwärmereien und Tradition
Die Nachricht hat alten Vorurteilen neue Nahrung gegeben: Ausgerechnet den Rechtsextremisten Jürgen Rieger hatte sich die Kasseler Burschenschaft Germania im November als Gastredner eingeladen. Der Anwalt und Organisator eines alljährlichen Gedenkmarsches für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß sprach vor den Studenten über den «Germanischen Glauben», leugnete die Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus und rief seine Zuhörer dann auch noch dazu auf, Ausländer zu verprügeln.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen Rieger wegen Volksverhetzung. Der Studentenverbindung drohen keine juristischen Konsequenzen. Aber der Fall ließ viele aufhorchen: Sind Burschenschaften ein Hort für Rechtsextremisten? In dem Ruch, eine erzkonservative, völkisch-nationale Gesinnung zu haben, stehen sie ohnehin.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Kasseler «Germania» oder andere Burschenschaften im Zusammenhang mit rechtsextremen Protagonisten auftaucht. So ist dem hessischen Verfassungsschutz aufgefallen, dass die Kasseler regelmäßig in rechtsextremen Publikationen wie «Nation und Europa» um neue Mitglieder werben.

Frankfurter Neue Presse Online: Burschenschaften im Zwielicht

Studentenverbindungen zwischen Nazi-Schwärmereien und Tradition
Die Nachricht hat alten Vorurteilen neue Nahrung gegeben: Ausgerechnet den Rechtsextremisten Jürgen Rieger hatte sich die Kasseler Burschenschaft Germania im November als Gastredner eingeladen. Der Anwalt und Organisator eines alljährlichen Gedenkmarsches für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß sprach vor den Studenten über den «Germanischen Glauben», leugnete die Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus und rief seine Zuhörer dann auch noch dazu auf, Ausländer zu verprügeln.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen Rieger wegen Volksverhetzung. Der Studentenverbindung drohen keine juristischen Konsequenzen. Aber der Fall ließ viele aufhorchen: Sind Burschenschaften ein Hort für Rechtsextremisten? In dem Ruch, eine erzkonservative, völkisch-nationale Gesinnung zu haben, stehen sie ohnehin.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Kasseler «Germania» oder andere Burschenschaften im Zusammenhang mit rechtsextremen Protagonisten auftaucht. So ist dem hessischen Verfassungsschutz aufgefallen, dass die Kasseler regelmäßig in rechtsextremen Publikationen wie «Nation und Europa» um neue Mitglieder werben.

taz 27.12.04 NPD holt geschasste Neonazis heim

Beim Werben um Mitkämpfer für ihre neue Strategie einer rechtsextremen “Volksfront” kennt die NPD keine Berührungsängste mehr. Erst wählten die Nationalisten mit Torsten Heise einen vorbestraften Aktivisten aus der Kameradschaftsszene in den Parteivorstand. Jetzt reicht die NPD-Spitze mit Christian Worch und Steffen Hupka zwei Personen wieder die Hand, die seinerzeit wegen ihrer Radikalität verstoßen worden waren. Die beiden sind prominenten Strippenziehern aus dem militanten Neonazi-Lager.
Keine drei Jahre ist es her, dass der Parteivorstand ein Auftritts- und Redeverbot gegen Worch und Hupka verhängt hatte. Von der Distanzierung will man in der Berliner NPD-Zentrale nun nichts mehr wissen. Die Abgrenzungsbeschlüsse seien nicht mehr gültig, versicherte NPD-Sprecher Klaus Beier der taz. Und nicht nur das: “Die NPD kann sich vorstellen, mit Worch im neuen Jahr auch Gespräche zu führen.”

taz 27.12.04 NPD holt geschasste Neonazis heim

Beim Werben um Mitkämpfer für ihre neue Strategie einer rechtsextremen “Volksfront” kennt die NPD keine Berührungsängste mehr. Erst wählten die Nationalisten mit Torsten Heise einen vorbestraften Aktivisten aus der Kameradschaftsszene in den Parteivorstand. Jetzt reicht die NPD-Spitze mit Christian Worch und Steffen Hupka zwei Personen wieder die Hand, die seinerzeit wegen ihrer Radikalität verstoßen worden waren. Die beiden sind prominenten Strippenziehern aus dem militanten Neonazi-Lager.
Keine drei Jahre ist es her, dass der Parteivorstand ein Auftritts- und Redeverbot gegen Worch und Hupka verhängt hatte. Von der Distanzierung will man in der Berliner NPD-Zentrale nun nichts mehr wissen. Die Abgrenzungsbeschlüsse seien nicht mehr gültig, versicherte NPD-Sprecher Klaus Beier der taz. Und nicht nur das: “Die NPD kann sich vorstellen, mit Worch im neuen Jahr auch Gespräche zu führen.”

Jungle World 53/2004 – National befreite Studis

Die Bielefelder Burschenschaft Normannia Nibelungen versucht, sich mit einer Anti-Antifa-Kampagne zu profilieren
Erst kommt mein Volk, dann all die andern vielen, erst meine Heimat, dann die Welt.« Für die lyrisch Gesinnten unter den Nationaldemokraten hat der NPD-Kreisverband Lahn-Dill ein Gedicht von Bogislav von Selchow auf seine Homepage gestellt. Selchow, ein völkischer Gegner der Weimarer Republik, gilt in der Szene als Geheimtipp. Seine Verse werden vorgetragen bei Kranzniederlegungen der Freien Nationalisten Mannheim, finden sich wieder auf der Internetseite heimatschutz.org, die Pommersche Aktionsfront zitiert den »Dichter« neben Baldur von Schirach.
»Erst kommt mein Volk, dann all die andern vielen«: Als »Sinnspruch des Semesters« hat die Burschenschaft Normannia Nibelungen zu Bielefeld Selchows Vers ihrem aktuellen Semesterprogramm vorangestellt. Derzeit kämpfen die Bielefelder Burschen mit einer Anti-Antifa-Kampagne für ihr »Volk«. Einen kritischen Journalisten und die AStA-Vorsitzende mit türkischem Namen griffen sie kürzlich auf Flugblättern an. Der Journalist treibe sein »Unwesen (…) in der vom Verfassungsschutz beobachteten anti-deutschen Zeitung Jungle World«, hieß es in einem der Pamphlete.

Marktplatz Oberbayern: Neonazis drohen mit Kalaschnikow

Zeuge im Wiese-Prozess soll wegen Lohnstreitereien eingeschüchtert worden sein
Der Neonazi Martin Wiese soll vermummte Gefolgsleute mit Pistole und Kalaschnikow zu einem Mann geschickt haben, dem er Geld schuldete, um ihn einzuschüchtern. “Damit wollte er seine Macht demonstrieren”, sagte der betroffene Robert H. im Prozess um die Anschlagspläne auf das neue Jüdische Gemeindezentrum.
Der damalige Anführer der neonazistischen “Kameradschaft Süd” soll demnach seine Führungsrolle für private Interessen ausgenutzt haben.
H., der sich als “streng gläubiger Heide” und “unpolitisch” bezeichnet, erschien, wie andere Zeugen auch, kahl rasiert und in für die rechte Szene typischer Kleidung (siehe Kasten). Besonders fiel ein Tatoo an H.s Hals auf mit dem Schriftzug: “Befürwortung der Rassentrennung”.