Im #Fadenkreuz: #Morddrohungen gegen #Journalisten – #terror #pack

Berichten über die rechte Szene – in Deutschland wird das immer gefährlicher. Für viele Journalisten, die über Rechtsextremisten informieren, sind Drohungen inzwischen an der Tagesordnung. Jüngstes Beispiel ist Georg Restle, Leiter des Politikmagazins “Monitor”: Nach seinem Tagesthemen-Kommentar zur Identitären Bewegung erhielt er Morddrohungen, der WDR stellte Strafanzeige. Auch Arndt Ginzel wird bedroht. Der Journalist arbeitet in Leipzig und berichtet seit Jahren bundesweit über die rechte Szene. Das Gewaltpotenzial der Demonstrierenden sei gestiegen, so Ginzel, und die Journalisten seien immer wieder Zielscheibe der Aggression. “Es ist aus meiner Sicht in den letzten Jahren enthemmter geworden, oftmals auch aus Ermangelung anderer Gegner, greifen sich jetzt Rechte häufiger Journalisten raus. Wir werden offener bedroht, teilweise mit Namen angesprochen.” Doch nicht nur auf Demonstrationen erlebt Ginzel Gewalt. Im letzten Jahr wurde sogar seine Familie bedroht, über soziale Netzwerke. Zwar hätten die Drohungen keinen Einfluss auf seine Arbeit. Spurlos gingen sie aber nicht an ihm vorbei. “Es ist natürlich so, dass man sich oftmals sorgt und sich fragt, wird das auch mal Konsequenzen haben? Aber man verdrängt den Gedanken”, so Ginzel. Längst geht der Hass nicht mehr nur vom harten Kern der Rechtsextremisten aus – Journalisten scheinen vielen Menschen inzwischen ein geeignetes Feindbild zu sein. Auch der Journalist Christian Fuchs wird von Rechts bedroht. Der “Zeit”-Autor hat gerade ein Buch über rechte Strukturen veröffentlicht. “Es gab 2017 mehrere Vorfälle, die gegen mich gerichtet waren, Angriffe auch gegen meine Familie. Daraufhin hat sich die Polizei auch von sich aus bei mir gemeldet, der Staatsschutz hat mich zu einem Gespräch gebeten, dann wurden die Dinge aufgenommen und ermittelt, ich habe keine Information, wie es weitergegangen ist, aber aus Sicht der Sicherheitsbehörden war die Bedrohung wohl so massiv, dass die das Gefühl hatten, mich schützen zu müssen.”

via ndr: Im Fadenkreuz: Morddrohungen gegen Journalisten

Urteil nach Bluttat von Chemnitz Im Namen des zornigen Volkes

Keine Spuren, keine Kratzer, keine DNA – nur eine wacklige Zeugenaussage und der unbedingte Wille zur Verurteilung bringen den Syrer Alaa S. für den Tod des Chemnitzers Daniel Hillig hinter Gitter. Neuneinhalb Jahre will das Landgericht Chemnitz den syrischen Friseur Alaa S. hinter Gitter schicken, weil er letztes Jahr auf dem Stadtfest einen Chemnitzer Bürger getötet und einem anderen in den Rücken gestochen haben soll. Die Oberbürgermeisterin der Stadt kann zufrieden sein: Vor Prozessbeginn sagte sie öffentlich, ein Freispruch in diesem Verfahren wäre schlecht für Chemnitz. Eine Verurteilung wäre also gut, um das aufgewühlte Volk zufriedenzustellen, so das Kalkül der Politikerin. Aber um welchen Preis?Daniel Hillig starb an den Folgen von fünf Messerstichen. Die Täter: mutmaßlich Flüchtlinge. Während in den Tagen darauf der rechte Mob die Macht in der Stadt übernahm, ging der Polizei ein Verdächtiger durch die Lappen, ein Flüchtling aus dem Irak. Man suchte trotz früher Hinweise nicht nach ihm, denn den vermeintlichen Täter hatte man ja schon festgesetzt. Als die Analyse von DNA-Spuren am Messer einige Tage später auf den Iraker deutete, war der längst über alle Berge. Stattdessen saß der Friseur aus Syrien in U-Haft. Verdächtig gemacht hatte ihn, dass er in der Tatnacht vor der Polizei weggelaufen war. Objektive Beweise gegen ihn gab es keine. Kein Blut des Opfers an seiner Kleidung, keine Spur am Tatmesser, kein blauer Fleck, kein Kratzer von der angeblichen Beteiligung an einer Schlägerei. Denkbar, dass der junge Mann einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Doch die Staatsanwaltschaft Chemnitz, mitverantwortlich für die späten Ermittlungen gegen den flüchtigen Iraker, bot einen Hauptbelastungszeugen auf, einen Imbisskoch aus dem Libanon. Der Zeugenbeweis hat vor Gericht traditionell den geringsten Wert, aus gutem Grund. In diesem Fall wollte der Koch als Einziger gesehen haben, wie Alaa S. zustach, aus 50 Metern Entfernung, nachts. Der Koch gab mal diese Version vom Tatgeschehen ab, mal jene. Belastende Aussagen zog er teils zurück. Im Gerichtssaal litt er unter Gedächtnisverlust. (…) Ein junger Mensch wird für lange Zeit seine Freiheit verlieren, und der Eindruck bleibt, als habe das Urteil vom ersten Verfahrenstag an festgestanden. Ein schwarzer Tag für den Rechtsstaat.

via spon: Urteil nach Bluttat von Chemnitz Im Namen des zornigen Volkes

Google News is elevating websites that push white supremacist rhetoric

Google News, a platform that curates the news section of Google search results, is allowing racist and junk news sites to pass as legitimate sources. Media Matters searched for various far-right domains on Google News and found multiple websites appearing on the platform that push white supremacist and otherwise bigoted talking points about immigrants. Google News has limited content policies that restrict hate speech. It does not appear to have any policies prohibiting false news. Google News has come under scrutiny in the past for its vague criteria for reviewing websites and for permitting sites with little credibility and “bottom-tier content” on its platform. Google News’ method for ranking news results has also been questioned as it favors links that get more clicks and as a result, potentially rewards clickbait over legitimate news stories. Domains have to apply and undergo a review process in order to appear on Google News. According to Google, only websites that meet technical specifications and adhere to content policies are accepted into Google News’ aggregation platform. Although Google News’ content policies are few and somewhat nondescript, Google does prohibit any content that “promotes violence or harassment against an individual or group based on ethnic origin, religion, disability, gender, age, veteran status, sexual orientation, or gender identity.” Google News does not appear to have any policies prohibiting websites that push false news or conspiracy theories. Google News has accepted multiple sites that push extremist rhetoric about immigrants of color.

via mediamatters: Google News is elevating websites that push white supremacist rhetoric

Stop using mental illness to explain white supremacy – #terror

White supremacy is not an unfortunate stain on a clean democracy – it’s terrifyingly normal. A few weeks ago, we convened and moderated a “justice and equity” reading group for students, staff, and faculty at a local college. Our inaugural meeting centered on an essay in which the author calls attention to the shortcomings of organizing racial justice interventions in higher education around the sanitized and depoliticized language of “diversity.” While nearly every participant agreed that programs and initiatives captured under the banner of “diversity” would fail to remediate historical and contemporary racial wrongs, we quickly noticed something else: a number of white discussants began describing racism as a “disease,” as a “mental illness,” and as a form of “deviant behavior.” In a private conversation after the gathering, one staff member approached us with the suggestion that we should consider “lobotomizing the racists that hold our country back.” The subtext was palpable: racism is little more than a behavior-based psychopathology that discloses itself in discrete manifestations of bigotry, prejudice, and misunderstanding. According to such a construction, racism can only be treated with medical intervention. Racial inequity, therefore, is simply the sum of the actions of individual bigots and racial justice can be achieved by “curing” those individuals.(…) The “racism as disease” paradigm only seems to make sense if one were also to believe that racism is: 1) a matter of (mis)recognition and (mis)perception meted out in an apolitical and behaviorist colorblind present; 2) an unfortunate holdover from slavery, a past mistake that has yet to be rectified; and 3) an anomaly, a radical deviation from the telos of dominant political institutions and practices. Such a psychopathological paradigm, however, is not an appendage of 19th century scientific racism, but rather 20th century liberal social science. (…) White supremacy, however, is unexplainable by the anomaly thesis. In School Desegregation (1984), scholar Jennifer Hochschild rightly argues that “racism is not simply an excrescence on a fundamentally healthy liberal democratic body…Liberal democracy and racism in the U.S. are historically, even inherently, reinforcing; American society as we know it exists only because of its foundation in racially based slavery, and it thrives only because racial discrimination continues. The apparent anomaly is an actual symbiosis.” White supremacy is not an unfortunate, anomalous stain on an otherwise virginal tapestry of democracy, but rather, to paraphrase Hannah Arendt, it’s terribly, terrifyingly normal.

via opendemocracy: Stop using mental illness to explain white supremacy

Mordfall Walter #Lübcke : Schwere #Vorwürfe gegen Hessischen #Verfassungsschutz – #terror

Hessens Verfassungsschutz hat offenbar Waffenbehörden nicht ausreichend über einen Unterstützer des Lübcke-Mörders informiert. Die Opposition im Landtag ist empört. Die Vorwürfe gegen den Hessischen Verfassungsschutz wiegen schwer. Dieser führte nicht nur über den mutmaßlichen Mörder von Walter Lübcke, Stephan E., eine Akte, sondern auch über den Mann, der E. half, sich Waffen zu beschaffen und gegen den deswegen wegen Beihilfe ermittelt wird: Markus H. Das teilte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags mit. H. war ein bekannter Rechtsextremist, trotzdem gelang es ihm, sich juristisch gegen die Stadt Kassel durchzusetzen und einen Waffenschein zu erhalten. Auch deswegen, weil das Landesamt für Verfassungsschutz mit der Waffenbehörde offenbar nicht alle Informationen teilte, die es über H. besaß.

Die Stadt Kassel hatte H. 2007 einen ersten Antrag für einen Waffenschein verwehrt, 2012 stellte er einen weiteren Antrag und setzte sich damit 2015 in einem Rechtsstreit durch. Wer eine Waffe besitzen will, muss sich laut Waffengesetz einer Zuverlässigkeitsprüfung unterziehen, Informationen von Polizei und Staatsanwaltschaft werden eingeholt. H. war, wie es in dem Urteil von 2015 heißt, 2006 wegen des Verwendens eines Kennzeichens einer verfassungsfeindlichen Organisation verurteilt worden. Bis 2009 hat er an NPD-Veranstaltungen teilgenommen. Laut Landesamt für Verfassungsschutz – so zitiert das Gericht – skandierte er 2006 in einer Gaststätte „Sieg Heil“ und zeigte den Hitlergruß, 2008 nahm er an einer NPD-Demo in Fulda teil. 2009 wurde er unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung nach einer Demonstration von Rechtsextremen in Dortmund festgenommen, die Vorwürfe wurden dann allerdings fallengelassen. Nach 2009 erfolgten offenbar keine weiteren strafrechtlich relevanten Vergehen. Im Gerichtsbeschluss des Verwaltungsgerichts Kassel vom März 2015 heißt es: Das Landesamt für Verfassungsschutz habe mitgeteilt dass seit 2012 „keine weiteren Erkenntnisse zur Person des Klägers“ vorlägen, „die gegen die Zuverlässigkeit im Sinne des (. . .) Waffengesetzes sprächen“. (…) 2015, 2016, 2017 und am 1. Februar dieses Jahres gab es nach Angaben Beuths bei H. „unangekündigte Aufbewahrungskontrollen“ der Waffen, jedoch „ohne Beanstandung“. So häufig werden Waffenbesitzer normalerweise nicht kontrolliert; die Behörden hatten H. also weiterhin auf dem Schirm. Er soll ebenso wie E. Mitglied in der rechtsextremen Kameradschaft „Freier Widerstand Kassel“ gewesen sein. Laut NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“, die zuerst über den Fall berichtet hatten, belegen das Fotos. Unklar ist, wie lange H. dort Mitglied war. Fraglich ist auch, warum der Verfassungsschutz diese Informationen nicht mit der Waffenbehörde teilte.(…) Denn wozu sammelt der Verfassungsschutz Informationen, wenn dies im Falle eines Rechtsextremisten, der sich Waffen beschaffen will, ohne Auswirkung bleibt? Wann, wenn nicht dann? Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Günter Rudolph, sprach von einem „ungeheuerlicher Vorgang“. Wenn es um die Sicherheit und den Schutz von Menschen gehe, sei es „nicht akzeptabel“, dass der Verfassungsschutz wesentliche Informationen als so geheim einstufe, so Rudolph. Wenn die Behörde wichtige Erkenntnisse nur sammle, aber nicht nutze, gefährde sie die eigene Legitimation. Der innenpolitische Sprecher der Fraktion der Linkspartei, Hermann Schaus, nannte den Vorgang „absurd“. Der Verfassungsschutz sei „verpflichtet, entsprechende Informationen weiterzugeben“. Hier werde mit „abwegigen Schutzbehauptungen“ versucht „Fehlleistungen des Landesamts reinzuwaschen“, so Schaus.

via faz: Mordfall Walter Lübcke : Schwere Vorwürfe gegen Hessischen Verfassungsschutz

siehe auch: Mordfall #Lübcke: Rechtsextremist mit #Waffenkarte – #terror #staatsversagen. Einem der Tatverdächtigem war der Besitz von Schusswaffen erlaubt, obwohl seine Gesinnung bekannt war. Der wegen Beihilfe zum Mord an Walter Lübcke in Untersuchungshaft sitzende Markus H. durfte legal Waffen besitzen, obwohl er den Behörden als Rechtsextremist bekannt war. Zudem stellte Markus H. laut einer Zeugenaussage dem mutmaßlichen Mörder Stephan E. Waffen für Schießübungen zur Verfügung. E. sei ein “guter Schütze” gewesen, so der Zeuge aus dem Umfeld von H. Nach Recherchen von SZ, NDR und WDR erlaubte das Verwaltungsgericht Kassel Markus H. 2015, eine Waffenbesitzkarte mit Munitionsberechtigung zu erhalten. Dem Urteil war eine juristische Auseinandersetzung zwischen ihm und der Stadt Kassel vorausgegangen, die Markus H. aufgrund seiner rechtsextremistischen Einstellung und Vorstrafe keine Waffenbesitzkarte ausstellen wollte.

Anja gegen die AfD: Wie Brandenburger Künstler einen Wahlerfolg der Rechten verhindern wollen

Eine junge Frau schlendert in Latzhose durch eine Stadt in Brandenburg. Sie singt von einem bunten Leben, das hier möglich ist. Und vom AfD-Wahlprogramm, das dazu so gar nicht passe. Die Frau heißt Anja Neumann, ist 29 Jahre alt und kommt aus Eberswalde. Gemeinsam mit rund 200 Künstlerinnen, Musikern und Kreativen hat Anja an dem Lied gebastelt. Herausgekommen ist der Song “Wir nich!”, der Menschen davon abhalten soll, bei der Landtagswahl in Brandenburg für die AfD zu stimmen. Am 1. September wird gewählt. Die AfD liegt in aktuellen Umfragen bei 20 Prozent, Landeschef Andreas Kalbitz gehört dem völkischen Flügel um Björn Höcke an. Er hat gute Chancen, seine AfD zur stärksten Kraft im Landtag zu machen.Die “Künstler mit Herz Brandenburg” wollen das verhindern. Ihre Idee haben sie von Kreativen aus Bayern, die vor einem Jahr ein ähnliches Anti-AfD-Lied aufnahmen. Nun wurde “Wir nich!” mehr als 34.000 Mal angesehen.

via bento: Anja gegen die AfD: Wie Brandenburger Künstler einen Wahlerfolg der Rechten verhindern wollen

In #Brandenburg – #AfD beleidigt wieder #Schüler – #prollpartei #pöbelkalbitz

Schon wieder hat Brandenburgs AfD Hunderttausende Kinder und Jugendliche im Land beleidigt. „Wir nennen 90 Prozent aller Schüler an staatlichen Gehirnwäscheanstalten hoffnungslos mental verstaatlicht“, schrieb der AfD-Kreisverband Dahme-Spreewald auf seiner Facebookseite, berichtet die „MAZ“. Vorstandsmitglied im Kreis ist AfD-Chef Andreas Kalbitz (46), der am Montag Hunderte Schüler im Potsdamer Landtag bepöbelt hatte. In einer Rededebatte mit einer 15-Jährigen warf er den Kindern „ökologische Selbstbefriedigung“ vor.

via bild: In Brandenburg AfD beleidigt wieder Schüler

„Ich hatte das Gefühl: Wenn ich jetzt nichts sage, dann ist das wie Wegschauen“

Die 15-jährige Johanna hat mit dem polternden AfD-Spitzenkandidaten Andreas Kalbitz debattiert – und gewonnen. Johanna Liebe ist 15 und geht auf das Evangelische Gymnasium in Neuruppin. Am vergangenen Montag stand sie im Landtag Brandenburg im Rahmen der Veranstaltung „Jugend debattiert mit Spitzenkandidaten“ Andreas Kalbitz, dem AfD-Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl am 1. September, gegenüber. Eigentlich sollte es bei der Debatte um die Frage gehen, ob Windräder zum Schutz der heimischen Vogel- und Insekten-Population abgestellt werden sollten. Kalbitz hatte die Frage vorgeschlagen und bejaht, Johanna sollte die Gegenposition einnehmen. Allerdings driftete die Diskussion bald ab, weil der AfD-Mann mit Verbindungen zu rechtsextremistischen und neonazistischen Vereinigungen, sehr polemisch wurde. Unter anderem beschimpfte er Greta Thunberg als „zopfgesichtiges Mondgesicht-Mädchen“, wetterte bei einem anderen Fragesteller gegen die Verblendung „durch die Dauerrotlichtbestrahlung“ und gegen Windkraft im Allgemeinen und sprach von einer „ökologischen Selbstbefriedigung“, die gerade in Mode sei. Doch davon ließ sich Johanna nicht aus der Ruhe bringen. Sie reagierte souverän und ruhig und schaffte es so, den rhetorisch geschulten Berufspolitiker nicht nur mit Argumenten in die Enge zu treiben, sondern auch seinen polemischen Stil zu kritisieren und am Ende als Siegerin aus der Debatte zu gehen. Wir haben mit ihr über diesen Schlagabtausch gesprochen.
Jetzt: Johanna, ich habe mir Auszüge aus der Debatte angehört und ziemlich Gänsehaut bekommen: Die Sprache von Herrn Kalbitz ging teilweise deutlich unter die Gürtellinie und er wirkte ziemlich aggressiv. Wie hast du die Debatte mit dem AfD-Spitzenkandidaten empfunden als diejenige, die das alles abgekriegt hat? Johanna Liebe: Als Opfer habe ich mich nicht empfunden, weil er mit seinem Auftritt ja andere Menschen viel mehr beleidigt hat. Aber ich habe definitiv nicht erwartet, dass er so ausfallend wird, sondern mir eine konstruktive Debatte erhofft. (…) Was hat dich inhaltlich am meisten geärgert?Eigentlich ist es ja nicht erlaubt, das eigentliche Thema der Diskussion zu verlassen. Aber als er Greta Thunberg beleidigte, war mir klar, dass ich etwas sagen muss. Zum einen finde ich nicht, dass es stimmt, was er gesagt hat, sie ist ein hübsches Mädchen. Zum anderen geht es einfach nicht, Menschen zu beschimpfen oder zu beleidigen. Ich hatte das Gefühl: Wenn ich jetzt nichts sage, dann ist das wie Wegschauen, das hatte etwas mit Pflichtbewusstsein zu tun.

via jetzt: „Ich hatte das Gefühl: Wenn ich jetzt nichts sage, dann ist das wie Wegschauen“

Von Security abgewiesen: Mann erhebt schweren Rassismus-Vorwurf gegen Bayreuther Disco

Nach einem Vorfall im Mia Klub in Bayreuth erhebt ein Afroamerikaner einen schweren Rassismus-Vorwurf gegen die Diskothek. Mit Freunden wollte der dunkelhäutige Mann den Club besuchen. Die beiden schwarzen Männer seien allerdings an der Tür abgewiesen worden, während ihr weißer Freund reingelassen worden sei. Der Afroamerikaner Therde Stimphile bezeichnet auf Facebook die Einlasskontrollen im Bayreuther Nachtclub Mia als rassistisch. inFranken.de hat mit seiner Frau Suraja und ihm gesprochen. In der Nacht auf Sonntag (11. August 2019) ist Therde Stimphile mit drei Freunden in der Bayreuther Innenstadt unterwegs – “Männerabend”, wie er uns sagt. Zuerst sind die Freunde (Stimphile, ein Afrikaner sowie zwei Syrer) in einem Irish Pub. Gegen 1 Uhr morgens beschließen sie, von der Bar in den Club zu wechseln. Vor dem Mia Klub dann die Enttäuschung: kein Einlass. Es handle sich um eine Studentenparty, kein Einlass ohne Studentenausweis, sei den vier Freunden an der Tür gesagt worden. Eigentlich wollen sie schon gehen, bis sie bemerken, dass niemand sonst gebeten wird, einen Studentenausweis vorzuzeigen, schreibt Stimphile auf Facebook. Erneut suchen sie das Gespräch mit den Türstehern, um den Grund zu erfahren. “Keiner von uns dunkelhäutigen Männern erhielt eine Antwort”, erklärt Stimphile. Später habe er herausgefunden, dass einem der beiden Syrer, der hellhäutig ist, der Einlass erlaubt wurde. Im Nachhinein recherchiert seine Frau Suraja, was der tatsächliche Anlass der Party war: “Meine Lieblingslieder” war das Motto des Abends. Reine Studentenparty? Fehlanzeige. (…) Suraja Stimphile versuchte nach dem Vorfall, die Geschäftsführerin des Nachtclubs zu kontaktieren. “Hätte sie auf meine Nachricht reagiert, wäre ich nicht an die Öffentlichkeit gegangen”. Sie habe die Nachricht allerdings gelesen und nicht darauf geantwortet. Erst nachdem der Sachverhalt bereits an die Öffentlichkeit gedrungen war, habe sie sich zurückgemeldet, wollte aber dennoch keine Stellungnahme abgeben. Gegenüber inFranken.de erklärt die Geschäftsführerin ebenfalls, dass sie sich zu dem Vorfall nicht äußern möchte.

via focus: Von Security abgewiesen: Mann erhebt schweren Rassismus-Vorwurf gegen Bayreuther Disco

Bild FB. Whites only im Mia-Klub?

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Nach Abschaltung von Sprengstoff-Internetportal: Rechtsextremer Bezug gefunden

In einer großangelegten Aktion haben Ermittler ein Internetportal für Sprengstoffe und Drogen lahmgelegt. Nun gibt es auch einen rechten Bezug. Bei ihrem bundesweiten Schlag gegen eine Internetplattform zum Bau von Kriegswaffen und Bomben hat die Polizei bei einem Tatverdächtigen im westfälischen Soest einen rechtsextremen Bezug festgestellt. Bei einer Durchsuchung seien bei dem Mann mehrere T-Shirts und Aufkleber mit Aufdrucken rechtsradikaler Netzwerke sowie eine Hakenkreuzfahne sichergestellt worden, teilte die Polizei in Göttingen am Donnerstag mit. (…) Insgesamt wurden in Deutschland fast 400 Kilogramm Grundstoffe zur Herstellung von Sprengstoff entdeckt, 200 Kilogramm davon in Niedersachsen und 127 Kilogramm in Baden-Württemberg, wie die Polizei auflistete. Außerdem entdeckten die Beamten mehrere Langwaffen, Waffenteile, Schießkugelschreiber sowie Labore und Drogenküchen zum Herstellen von Sprengstoff oder Betäubungsmitteln

via heise: Nach Abschaltung von Sprengstoff-Internetportal: Rechtsextremer Bezug gefunden

'Breacher you have control!' 120110-M-WC184-004.jpg
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Symbolbild