„Blood&Honour“-Event in Rom

An Samstag findet ein international besetztes braunes Gedenk-Konzert für verstorbene Gesinnungskameraden statt – mit von der Partie ist auch „Die Lunikoff Verschwörung“. Zu einem seit mehreren Jahren stattfindenden Memorial-Konzert für vier bei einem Autounfall verstorbene Aktivisten der rechtsextremen Szene wird mit „Die Lunikoff Verschwörung“ auch eine deutsche Rechtsrock-Band in Rom aufspielen. Terminiert wird der Auftritt der Berliner um Sänger Michael Regener für den 26. Mai. Organisiert wird das braune Spektakel von der römischen Gruppierung „SPQR“, die dem italienischen Ableger des „Blood&Honour“-Netzwerks zuzurechnen ist. Zuletzt wurde beim NPD-Festival „Schild und Schwert“ in Ostritz ein Teilnehmer mit einem „Blood C 18 Honour Italia“ –Kapuzenpullover gesichtet, wobei „C 1“ für „Combat 18“ steht, dem gewaltbereiten, bewaffneten Arm der rechtsextremen Bewegung.

via bnr: „Blood&Honour“-Event in Rom

Margaret Court named homophobe of the year

Former tennis player Margaret Court has won an award for making the worst homophobic comment of the year.
The Australian tennis player came under sustained fire last year over a string of homophobic comments. Rating to the media she likened gay people to Hitler, claimed that homosexuality is an ungodly “lust for the flesh”, insisted that LGBT tendencies in young people were “all the devil”, and allege that older lesbian tennis stars have ‘converted’ younger players. Her comments were rebuked by LGBT activists at the 9th annual GLORIAs (Gay & Lesbian Outrageous, Ridiculous and Ignorant comment Awards) in Sydney.

via pinknews: Margaret Court named homophobe of the year

‘Prince & Knight’ Puts A Gay-Inclusive Twist On Traditional Fairy Tales

Daniel Haack’s picture book is the first release in a major GLAAD effort for kids. In Daniel Haack’s new picture book, a handsome prince’s search for happily ever after ends, as many fairy tales do, with a wedding. In this case, however, the prince’s heart isn’t won over by a beautiful maiden, but rather a knight in shining armor.  Haack, who resides in Los Angeles, said an overall lack of LGBTQ representation in children’s media inspired him to write Prince & Knight, released May 1. The book features stunning, full-color illustrations by Stevie Lewis that depict the prince’s stuggles in finding a bride, a battle with a ferocious, fire-breathing dragon and, finally, true love’s kiss. “Kids deserve to see their own lives and their families represented,” the first-time author, head of marketing and communications at JibJab for the children’s educational media brand StoryBots, told HuffPost. “I thought it’d be cool to take these classic fairy tale tropes of Prince Charming and the knight in shining armor and tell a story in which not only do they save the day, but they find true love in each other, too.”  Prince & Knight arrives days ahead of Prince Harry and Meghan Markle’s real-life royal wedding on Saturday. Haack insists he didn’t time his book’s release deliberately, calling it a “total and wonderful coincidence.”

via huff: ‘Prince & Knight’ Puts A Gay-Inclusive Twist On Traditional Fairy Tales

Braune Events mit Thorsten Heise

Auch in diesem Jahr will der NPD-Landesvorsitzende in Thüringen Thorsten Heise offenbar das Rechtsrock-Festival „Eichsfeldtag“ durchführen. Im November steht dann der zweite Teil des neonazistischen „Schild- und Schwert-Festivals“ an. Im thüringischen Leinefelde soll wohl auch 2018 das jährliche Rechtsrock-Open Air „Eichsfeldtag“ stattfinden. Auf einer rudimentären Homepage, die offenbar noch im Aufbau begriffen ist, wird als Termin dafür der 1. September dieses Jahres angegeben. Unter der entsprechenden Internetadresse wurde bereits in den vergangenen Jahren für den „Eichsfeldtag“ geworben. Das Copyright lag im vergangenen Jahr beim NPD-Kreisverband Eichsfeld, dessen Vorsitzender Thorsten Heise ist. Damit organisiert der NPD-Funktionär Heise 2018 gleich drei Rechtsrock-Konzerte unter freiem Himmel, neben dem geplanten „Eichsfeldtag“ in Leinefelde Anfang September soll am ersten Novemberwochenende auch der zweite Teil seines zweitägigen „Schild und Schwert“-Festivals anstehen (…) Gegen den NPD-Funktionär wurde ein Strafverfahren wegen Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet, die zuständige Polizeiinspektion Nordhausen ermittelt gegen Heise. Auch beim „Eichsfeldtag“ in Leinefelde ist spätestens seit 2012 der Ordnerdienst der „Arischen Bruderschaft“ tätig, Heises Ordner trugen auch hier stets Kleidung mit dem in Sachsen inkriminierten Symbol.

via bnr: Braune Events mit Thorsten Heise

Über 70 Berliner Clubs haben sich zusammengetan, um die #AfD wegzubassen

Die rechtspopulistische AfD plant am 27. Mai einen Aufmarsch durch Berlin. Dagegen formiert sich Widerstand. Die Clubszene etwa ruft zu einer riesigen Party in Mitte auf. „Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner”, schreiben die Clubs in einer gemeinsamen Mitteilung über die Partyszene der Stadt. Die Clubdichte in Berlin ist riesig, Tausende feiern hier jede Woche ausgelassen. Nun haben sich über 70 Clubs zusammengeschlossen, um am 27. Mai einmal nicht um Besucher*innen zu konkurrieren – sondern sich gemeinsam der AfD in den Weg zu stellen. Die rechtspopulistische Partei plant an diesem Tag gemeinsam mit der sogenannten Pegida einen großen Aufmarsch durch die Stadt. Dagegen formiert sich derzeit ein breiter Widerstand. Verschiedene Organisationen etwa rufen zu großen Gegendemonstrationen auf. Der Plan hat sich mittlerweile aus den politisch linken Kreisen heraus auch in die Feierszene durchgesprochen. Für eine tolerante Gesellschaft Dort möchte man seinen Teil zum Protest beitragen und unter dem Titel Afd wegbassen – Reclaim Club Culture against Nazis eine gigantische Party in Berlin-Mitte veranstalten, wo die AfD voraussichtlich durchmarschieren wird. In einer gemeinsamen Mitteilung schreiben die Clubbesitzer*innen: „Wir sind alles, was die Nazis nicht sind: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner.“ Der Plan der AfD sei hingegen, alle zu stigmatisieren, die nicht dazugehören sollen. Dieser Zustand, so die Meinung der Clubs, sei nicht tanzbar. Die Aktion ist vor allem als ein großes gemeinsames Fest für Menschenrechte und Offenheit gedacht.

via ze.tt: Über 70 Berliner Clubs haben sich zusammengetan, um die AfD wegzubassen

#EIL / UPDATE: #AfD #Erding – gesetzeswidriger Ausschluß von Pressevertretenden – #schauhin #rechtsbeuger

Die AfD Erding hatte die Pressefreiheit mit Füßen getreten und wollte wegen kritischer Bereichterstattung VertreterInnen der Süddeutsche Zeitung von all ihren Veranstaltungen im Landkreis aussperren – gegen geltendes Recht! Der Bereich Kommunalaufsicht am Landratsamt Erding hat daher in einer Pressemitteilung festgehalten, dass dieses Vorgehen (der Ausschluß der Presse) ein klarer Verstoß gegen das Bayerische Versammlungsrecht ist und eine mit 3.000 Euro zu ahndende Ordnunbgswidrigkeit darstellt.

siehe auch: Hausverbot für die SZ in Bayern: Landratsamt mahnt AfD zur Gesetzestreue und stellt Bußgeld von 3.000 Euro in Aussicht. Die AfD erteilte der SZ im Landkreis Erding in Bayern Hausverbot. Nun drohen der Partei 3.000 Euro Bußgeld. Dass der AfD Kreisverband Erding der Süddeutschen Zeitung wegen angeblich hetzerischer Berichterstattung Hausverbot erteilte, hat ein disziplinarisches Nachspiel. Das Landratsamt Erding weist nun öffentlich darauf hin, das dies gegen das Bayerische Versammlungsgesetz verstößt. Eine Zuwiderhandlung kann mit einem Bußgeld von bis zu 3.000 Euro geahndet werden;

#AfD sperrt SZ aus, Erdinger Anzeiger zeigt sich solidarisch – #pack #pressefreiheit #zensur. Die AfD Erding greift die Pressefreiheit an. Sie will die Süddeutsche Zeitung von all ihren Veranstaltungen aussperren – weil sie der AfD zu kritisch ist. Der Erdinger/Dorfener Anzeiger zeigt Solidarität mit den Kollegen und verurteilt den Angriff auf die Pressefreiheit aufs Schärfste Dieser Vorgang ist unerträglich und nicht zu akzeptieren: Der Kreisverband Erding der Alternative für Deutschland (AfD) ist mit der Berichterstattung der Erdinger Lokalausgabe der Süddeutschen Zeitung unzufrieden und will sie ab sofort von der Berichterstattung ausschließen.

Leave no LGBT person behind – #IDAHOT2018 #LGBT #may17IDAHOTB

On the eve of the International Day against Homophobia, Transphobia and Biphobia on 17 May, a group of United Nations and international human rights experts*, celebrating the 70th year of the of the Universal Declaration of Human Rights and the 70th year of the American Declaration of the Rights and Duties of Man, urge States and other stakeholders to adopt all necessary measures to ensure that the obligation of all States to address violence and discrimination based on sexual orientation and gender identity remains firmly included in the 2030 agenda, and to include lesbian, gay, bisexual and trans (LGBT) persons, communities and populations in the design, implementation and evaluation of all related policies.  Significant progress is being made in the protection of lesbian, gay, bisexual, trans and gender non-conforming persons from violence and discrimination. Implementation remains nonetheless partial and uneven: reports of violence and harassment are still the norm in all regions of the world, LGBT people face laws criminalising same-sex relations and gender expression in 72 countries, only one third of States of the world have laws to protect from discrimination based on sexual orientation, and only around 10% of nations have laws that protect from discrimination based on gender identity. As a result, trans, gender non-conforming, and LGB persons affected by multiple and intersecting forms of discrimination (including based on age, gender, ethnicity, disability and social status), are suffering from the lack of access to their economic, social, and cultural rights, and are being effectively left behind. Discrimination against LGBT persons fuels the spiral of violence to which they are subjected daily and creates an environment conducive to their exclusion from opportunity in all facets of life, including education and political and civic participation, and contributing to economic instability, homelessness, and ill health. The development commitments of the international community, placed in the frame of the Sustainable Development Goals, demands that immediate attention be given to ensuring that the systematic exclusion of these groups, communities and populations be addressed: to make sure that no one is left behind, actions must be taken to tear down the systematic barriers that exclude LGBT persons from the benefits of the development agenda. (…) Laws criminalising homosexuality, the pathologisation of trans and non-binary people and other forms of violence and discrimination based on sexual orientation and gender identity shape the attitudes, policies and practices of health-care institutions and personnel, and therefore perpetuate stigma and deter individuals from seeking services and may lead to denial of proper access to their right to health.  Branding LGBT persons as ill based on their sexual orientation or gender identity has been, and continues to be, one of the root causes of the human rights violations that they face, including forced treatments such as so-called “conversion therapies”. Addressing these challenges bears strong relation with several international human rights standards and the furtherance of SDG 3, concerning good health and well-being and the targets of which include “access to quality essential health-care services”. (…) Without urgent measures to address violence and discrimination based on sexual orientation and gender identity, the international community will fail to comply with their international human rights law obligations and deliver on the promise not to leave anyone behind in the implementation of the SDGs. Urgent responses are required from State actors, including legislative, judicial and executive, as well as national human rights institutions, and non-State actors such as civil society, faith-based communities, the media, workers’ organizations, and the private sector. Those responses will rely on the capacity building and international cooperation prescribed by SDG 17, and also the resolution of cross-cutting concerns, among which the availability of “high-quality, timely and reliable data disaggregated by income, gender, age, race, ethnicity, migratory status, disability, geographic location and other characteristics relevant in national contexts” that is one of its targets, and ensuring that disaggregated data collection and management are implemented in strict compliance with human rights standards, as an effective measures to prevent, punish, and eradicate violence against LGBT persons, and for formulating any needed policy changes. States must urgently repeal discriminatory laws, adopt protective legislation, reform institutions and implement policies to combat discrimination and ensure the effective inclusion of LGBT persons, as well as ensure effective access to justice, including remedy, and diligent investigations of killings and other acts of violence and discrimination against LGBT persons who face violence and discrimination.

via ohcr: Leave no LGBT person behind

siehe auch: The rights of LGBTI people in the European Union. The prohibition of discrimination and the protection of human rights are important elements of the EU legal order. Nevertheless, discrimination against lesbian, gay, bisexual, transgender and intersex (LGBTI) persons persists throughout the EU, taking various forms including verbal abuse and physical violence. Sexual orientation is now recognised in EU law as grounds of discrimination. However, the scope of these provisions is limited and does not cover social protection, healthcare, education and access to goods and services, leaving LGBTI people particularly vulnerable in these areas.

Weggeflextes #Hakenkreuz – Beschädigte #NS-Glocke in #Schweringen wird abgehängt – #AntifaIstHandarbeit

Hakenkreuz auf Kirchenglocke wurde entfernt. Da die Kirche die Glocke aus dem Dritten Reich weiter läuten ließ, entfernten Unbekannte das Hakenkreuz mit einem Winkelschleifer. Ihre Aktion hatte Erfolg – offenbar aus rein klangtechnischen Gründen. Auch mit einem Winkelschleifer lassen sich politische Tatsachen schaffen. Das haben die Bewohner von Schweringen festgestellt. In dem niedersächsichen Ort haben Unbekannte den monatelangen Streit um eine Kirchenglocke beendet – und das daran angebrachte 35 mal 35 Zentimeter große Hakenkreuz einfach selbst weggeflext. Nun wird sie abgehängt. (…) Vor Ostern schufen die Unbekannten dann Tatsachen: Sie entfernten das Hakenkreuz und einen Teil der nationalsozialistischen Inschrift mit einem Winkelschleifer. Wie ein Gutachter anschließend feststellte, war die Glocke dadurch unbrauchbar geworden. Deshalb beschloss der Kirchenkreisvorstand des Kirchenkreises Nienburg, sie abzuhängen. Das teilte die evangelisch-lutherische Kirche am Mittwoch in Hannover mit. Im vergangenen Sommer hatte ein ähnlicher Fall bundesweit Aufsehen erregt: die “Hitler-Glocke” von Herxheim am Berg. Gelöst wie in Schweringen ist das Problem aber nicht. Das rheinland-pfälzische Dorf diskutiert immer noch über die Glocke, auf der ein Hakenkreuz und die Inschrift “Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler” zu sehen sind. Herxheims Bürgermeister musste wegen relativierender Aussagen über die NS-Zeit in Zusammenhang mit der Glocke zurücktreten.

via sz: Weggeflextes Hakenkreuz – Beschädigte NS-Glocke in Schweringen wird abgehängt

Polizei verhindert Rechtsrock-Konzert in Reinheim

Der große Polizeieinsatz am Freitagabend in und um Reinheim herum ist auch Tage später noch Gesprächsthema im Ort. Die Polizei hatte laut Sprecher Sebastian Trapmann “genügend Einsatzkräfte” – Zahlen werden nicht genannt – vor Ort, um den erwarteten 80 Besuchern eines rechten Rockkonzerts in der Kuckuckshütte in Spachbrücken entsprechend etwas entgegenzustellen. Das Ziel war klar: “Wir wollten verhindern, dass es zu einem Rechtsrockkonzert kommt”, sagt Trapmann. Die Band “Sleipnir” aus Nordrhein-Westfalen hätte in Spachbrücken auftreten sollen. Wie Irmhild Rittmeyer für das Bündnis “Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun” hinweist, ist der Kopf der Band der neonazistischen Liedermacher Marco Bartsch. Vom Bundesamt für Verfassungsschutz werde die Gruppe zudem als rechtsextremistische Band eingeschätzt. Der Kuckucksverein, der die Hütte vermietet, wusste davon jedoch erst, als die Polizei Kontakt mit dem Vorsitzenden Klaus Ahl aufnahm. Die Veranstaltung war als Geburtstagsfeier deklariert. “Wir können nicht von jedem Mieter ein polizeiliches Führungszeugnis verlangen”, sagt Klaus Ahl. Als klar war, was dort passieren sollte, trat der Verein unverzüglich vom Mietvertrag zurück. Zu einer Schlüsselübergabe kam es nicht. “Wir wollten nicht, dass es ausufert”, sagt Ahl. Der Mieter, der aus Reinheim stammt, wurde von der Polizei darüber informiert. Für ihn gibt es laut Trapmann keinerlei rechtliche Konsequenzen. Stellung zu dem Vorgang wollte der Mieter – der Name ist der Redaktion bekannt – auf ECHO-Anfrage nicht nehmen.

via echo online: Polizei verhindert Rechtsrock-Konzert in Reinheim

Rechtsextreme im Reservistenverband – Ex-Soldaten unter Beobachtung

Es gibt rechtsextreme Verdachtsfälle im Verband der Reservisten – angeblich ohne Austausch mit dem VS. Stimmt das?​ Drei Jahre lang keine Meldung: Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBW) hat seit dem Jahr 2015 keine einzige offizielle Meldung über rechtsextreme Verdachtsfälle in seinen Reihen an das Bundesamt für Verfassungsschutz gemacht. Das jedenfalls geht aus einer noch nicht veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag hervor, die der taz vorliegt. Die Bundestagsabgeordnete Martina Renner (Linksfraktion) wollte wissen, inwiefern der Bundesregierung bekannt ist, ob der Reservistenverband gezielt als Anlaufstelle von mutmaßlichen Rechtsextremen genutzt wird, um etwa unter seinem Dach Schießübungen durchzuführen. Hintergrund ist offenbar die Berichterstattung der taz. Im Februar hatte die taz über die sogenannte „Festplattenaffäre“ berichtet, die den Reservistenverband seit Jahren beschäftigt. Dabei geht es um eine dienstliche Festplatte, auf der Verbandsmitarbeiter hunderte rechtsextremer Dateinamen gefunden hatten – darunter solche wie „Arisches Blut – Hitlers 100. Geburtstag.mp3“, „Zillertaler Türkenjäger – SS-SA-Germania.mp3“ und „Adolf Hitler – DEUTSCHE JUDEN.mp3“. Bereits zuvor hatte die taz berichtet, dass ein Großteil der Betroffenen, die im Rahmen einer Razzia rund um die sogenannte Nordkreuz-Gruppe im Herbst 2017 in Mecklenburg-Vorpommern durchsucht worden waren, Mitglieder des Reservistenverbandes waren. Einer der Durchsuchten hatte zuvor versucht, über den Verband an einen Waffenschein zu gelangen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit wegen des Verdachts eines möglicherweise rechtsterroristischen Hintergrundes. Die Bundesregierung sieht offenbar keine besondere Gefährdung des Verbands. Laut der Antwort sind dem Bundesamt für Verfassungsschutz seit dem Jahr 2015 im Bereich Rechtsextremismus demnach lediglich „Verdachtsfälle im einstelligen Bereich bekanntgeworden“, die einen Bezug zum Reservistenverband gehabt hätten. Diese seien jedoch nicht auf Hinweise aus dem Reservistenverband zurückzuführen, heißt es in der Antwort. Auch hätten sich die Verdachtsfälle allesamt nicht bestätigt. Weiter heißt es: „Dem BfV liegen keine Angaben darüber vor, ob die Betroffenen Zugang zu Waffen haben oder hatten.“
Verband zieht Rechtsextreme an – Dass der Reservistenverband mit seinen rund 115.000 Mitgliedern auch anziehend für Rechtsextreme ist, ist seit langem ein Thema im Verband, der unter anderem militärische Ausbildungstrainings veranstaltet und Schießstände unterhält. Seit 2010 schloss der Verband nach eigenen Angaben insgesamt 40 Mitglieder wegen rechtsextremer Aktivitäten aus, zuletzt in Folge der Nordkreuz-Razzia auch fünf Männer in Mecklenburg-Vorpommern, die von den Durchsuchungen betroffen waren. Zwei davon gehen derzeit gegen diese Kündigungen vor. Kritiker, teils aus den eigenen Reihen, bemängelten wiederholt, dass der Verband nicht entschlossen genug gegen mutmaßliche Rechtsextreme vorgehe. Aus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass im Prinzip kaum ein Austausch zwischen Reservistenverband und dem Bundesamt für Verfassungsschutz stattfinde, wenn es um Rechtsextremisten geht. Dort heißt es etwa, dass aufgrund der „restriktiven Anforderungen zur Übermittlung von Daten an andere Stellen“ eine Übermittlung von unbestätigten Verdachtsfällen an den Reservistenverband nicht zulässig sei. An anderer Stelle heißt es: „Dem Bundesamt für Verfassungsschutz liegen keine Erkenntnisse zu Maßnahmen des Verbands der Reservisten der Bundeswehr vor.“ Auch der Reservistenverband lässt auf Anfrage mitteilen: „Über einen offiziellen Austausch zwischen dem VdRBW und Organisationen wie dem Bundesverfassungsschutz oder anderen Diensten ist uns nichts bekannt.“ Angaben sind „sensibel“ Ob und inwiefern der Verfassungsschutz mit eigenen Quellen im Reservistenverband tätig ist, dazu will die Bundesregierung nichts sagen. Angaben dazu seien „so sensibel“, „dass auch eine Beantwortung unter VS-Einstufung, die in der Geheimschutzstelle des Bundestages einsehbar wäre, ausscheidet.“ In der Praxis gab es dagegen in der Vergangenheit durchaus einen Austausch, von dem in der Antwort jedoch nicht die Rede ist. Der Reservistenverband und das Bundesinnenministerium hatten nach Informationen der taz unter Führung des damaligen Präsidenten und Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (CDU) einen informellen Kanal etabliert, über den Verdachtsfälle und anderes – stets nur inoffiziell – besprochen werden konnten.

via taz: Rechtsextreme im Reservistenverband – Ex-Soldaten unter Beobachtung