Stellungnahme der Schulleitung der Ida Ehre Schule zu den Pressemitteilungen der vergangenen Tage

In den vergangenen Tagen Stellungnahme der Schulleitung der Ida Ehre Schule zu den Pressemitteilungen der vergangenen Tage In den vergangenen Tagen wurden auf Basis einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (SKA) der Fraktion der hamburgischen AFD mit dem Betreff „Verfassungsfeindliche linksextremistische Aktivitäten an der Ida Ehre Schule unter Duldung des Lehrerkollegiums und der Schulleitung“1in der Presse diverse Spekulationen vorgenommen, bei denen teilweise die Sichtweise der AFD übernommen worden ist. Die Schulleitung hat sich weder von Seiten der Presse noch von der Politik dazu hinreißen lassen, „ausdem Bauch heraus“ eine Beurteilung der Situation abzugeben. Wir sind an einer faktenbasierten, unaufgeregten Stellungnahme zu dem vorliegenden Thema interessiert und hätten uns dies auch von dritter Seite gewünscht, anstatt sich in Spekulationen zu ergehen. (…) Die in der SKA monierte Aufklebersammlung auf einer Pinnwand entstand im Rahmen einer Projektvorhabens des Oberstufenprofils „Sich Einmischen – Kunst als kulturelle Kompetenz“. Die Klasse hat gemeinsam beschlossen, eine Fläche im Klassenraum für Schülerinnen-Interessen einzurichten. Die Klassenlehrkraft hat darauf bestanden, dass ausschließlich die Korkwand dazu genutzt werden darf. Voraussetzung war, dass niemand gegen einen Aushang von Aufklebern, Bildern oder Texten war. Sexistische oder anderswertige diffamierende Bilder oder Texte waren untersagt. Kontroverse Texte oder Bilder, oder auch politische Statements, die nicht Teil einer inhaltlichen Auseinandersetzung werden sollten, sollten auf Wunsch – auch einzelner Schülerinnen – abgehängt werden. (…) Aus Sicht der Schulleitung ist der Lehrkraft nichts vorzuwerfen. Rückblickend hätte man bei den Aushängen den pädagogisch-didaktischen Kontext transparent machen müssen, damit auch „klassenfremde“ Personen den Zusammenhang hätten erkennen können.Die Schulleitung weist darauf hin, dass ein Klassenraum kein öffentlicher Raum ist, sondern hier im Rahmen von didaktisch-pädagogischen Ansätzen Bildung betrieben wird. Sie stellt fest, dass die Veröffentlichung von Aufnahmen aus geschützten Räumen, insbesondere unter Ignorierung des Datenschutzes durch Nennung von Klasse/Raumnummer hoch problematisch ist. (…) Die Ida Ehre Schule ist stolz auf ihre Schülerinnen, die sich politisch äußern, betätigen und positionieren. Nicht ohne Grund haben unsere Schülerinnen mehrfach den Bertini-Preis gewonnen, einen der renommiertesten Preise, der junge Menschen mit Zivilcourage auszeichnet. (…) Die Ida Ehre Schule versteht sich als Schule ohne Diskriminierung, dies schließt für uns auch explizit Meinungspluralität mit ein, genauso wie wir uns als strikt antifaschistische Schule verstehen. Diesen Grundkonsens teilen Schulleitung, Lehrerschaft, Schülerschaft und Elternschaft. Wir verwahren uns in aller Schärfe dagegen, dass im aktuellen Diskurs eine Verschiebung in die Richtung stattfindet, dass Antifaschismus an Schulen nicht gewünscht sei oder der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung widerspreche

via idaehreschule: Stellungnahme der Schulleitung der Ida Ehre Schule zu den Pressemitteilungen der vergangenen Tage

siehe auch: Ida Ehre Schule wehrt sich gegen Vorwürfe. Nach dem Wirbel um linksextreme Aufkleber und Slogans wehrt sich die Ida Ehre Schule jetzt öffentlich gegen Vorwürfe der AfD. In einer Stellungnahme, die NDR 90,3 vorliegt, nimmt die Schulleitung Lehrkräfte und Schüler in Schutz. Die Ida Ehre Schule verstehe sich als antifaschistische Schule, stellt die Leitung der Stadtteilschule aus dem Hamburger Stadtteil Hoheluft klar. Und sie kritisiert den öffentlichen Umgang mit den AfD-Vorwürfen. Die Partei hatte behauptet, über ihr umstrittenes Internetportal “Neutrale Schulen Hamburg” auf verfassungsfeindliche Aktivitäten gestoßen zu sein. Die Ida Ehre Schule beklagt dagegen, Schüler seien kriminalisiert und Lehrkräfte als naiv oder linksextrem bezeichnet worden. Man sei darüber entsetzt, dass die Sichtweise der AfD von Teilen der Öffentlichkeit übernommen worden sei, ohne der Schule Zeit für eine “faktenbasierte Antwort” zu lassen; AfD-Petze wird zum Bumerang – Schüler solidarisieren sich mit Ida-Ehre-Schule. Die Schüler des Gymnasium Allee machen klar: Antifaschismus wird auch hier großgeschrieben. Das nennt man wohl ein klassisches Eigentor. Die AfD hatte einen vermeintlichen Erfolg mit ihrem Petz-Portal erzielt und von Antifa-Stickern in der Ida-Ehre-Schule (Hoheluft-Ost) erfahren. Über die zugehörige Kleine Schriftliche Anfrage der Partei berichteten die Medien. Jetzt der Bumerang: Schüler des Gymnasium Allee (Altona) solidarisieren sich mit der Ida-Ehre-Schule. Und deren Schulleitung stellt klar: die Sticker waren ganz normaler Teil des Politik-Unterrichts. „Wir, die Schülerinnen des Gymnasium Alllee, solidarisieren uns mit den von der AfD diffamierten Schülerinnen und Lehrer*innen der Ida-Ehre-Schule“, heißt es im Statement der Altonaer Schüler. Dazu gibt es ein Foto, das eine offenbar recht große Zahl von Schülern zeigt. In der Hand Antifa-Sticker, die ja der Stein des Anstoßes waren, im Vordergrund ein großes Banner mit der Aufschrift „Antifa Area überall“. Sich gegen Rassismus und soziale Missstände auszusprechen sei eben kein Linksextremismus, sondern selbstverständlich, heißt es in dem Statement weiter.

C 18: German-British Terrormachine

Angeregt von der umfassenden Recherche von EXIF1 zum internationalen Netzwerk der rechts-terroristischen Gruppe „Combat 18“ (C18) soll der folgende Text die Rolle der an das Netzwerk angebundenen RechtsRock-Bands beleuchten. Um den Einfluss von C18 auf deutsche Neonazi-Zusammenhänge zu erfassen, lohnt sich ein Blick auf das Konzertgeschehen, sowie auf Musikproduktionen, die durch das deutsche und internationale „Blood & Honour“-Netzwerk (B&H) erstellt und vertrieben wurden. Neben der international als C18-Band bekannten englischen Band „No Remorse“ stellte vor allem die ebenfalls englische Band „Warhammer“ enge Bezüge zu dem Netzwerk her. 1996 als „Nordic Warriors“ in Newcastle gegründet, veröffentlichte „Warhammer“ um Sänger Rodney Aikin und Gitarrist Frazer Conrad Robinson drei CDs. Bereits das Frontcover ihres Debut-Albums zeigt die Band bei einem ihrer Auftritte, im Hintergrund eine „C18 England“-Flagge. Blickt man ins Booklet der 2000 auf „ISD Records“ erschienenen CD findet man u.a. Dank­sagungen an William Browning, alias „Wilf the beast“ (sic!), einer der Gründer von C18 und damaliger Betreiber von „ISD Records“. Es folgen Grüße an C18 selbst und „Del & Tic (White Wolves)“. Bei „Del“ handelt es sich um Derek O‘Connor, vormals einer der Köpfe von C18, der später als Strippenzieher der „White Wolves“ bekannt wurde. Im Nachgang der teilweise tödlichen Bombenanschläge in London 1999, die von Dave Copeland ausgeführt wurden, bekannte sich C18 zu zwei der Anschläge, aber auch die „White Wolves“ vereinnahmten die Anschläge. Ein Widerspruch also, dass „Warhammer“ beide bombenden Gruppen grüßt? Nein, denn im Verlauf der Danksagungsliste erwähnt die Band auf verächtliche Weise auch Martin Cross und Charlie Sargent. Beide gehörten einem konkurrierenden C18-Flügel an, die in eine Mord an einem Gefolgsmann von Browning verwickelt waren. (…) Das C18-Netzwerk finanziert sich bis heute u.a. von Einnahmen aus Konzerten. Schilf, Arpe und Browning waren schon 1997 für solche Konzerte in England verantwortlich. Bedeutend für den deutschen C18-Flügel dürfte ein am 26. Juni 1999 von Peruch organisiertes Konzert in der Nähe von Coburg gewesen sein. Neben „Warhammer“, „Hate Society“, „No Remorse“ und „Stahlgewitter“ trat die ebenfalls aus England stammende Band „Razors Edge“ auf. Es dürfte eines der wenigen bekannten Konzerte der 1990er Jahre mit klarem C18-Bezug in Deutschland gewesen sein, denn auch „Razors Edge“ um Sänger Andy Nolan bekennen sich in ihren Liedern zur Neonazi-Terrororganisation. Dazu passt, dass eine Delegation von 14 Mitgliedern des C18-Flügels um William Browning einen Tag später in der Nähe von Bamberg an einem B&H-Treffen teilnahmen. Das Konzept, interne Treffen im Rahmen von Konzerten abzuhalten hat bis heute bestand. Ein Neonazi-Aussteiger aus Schweden fasste dies in Hinblick auf die 1990er Jahre so zusammen: „Personen aus Deutschland kamen uns ständig besuchen (…) wir hatten viele Konzerte (…) und da gab es eben auch Treffen (…) es waren so viele Treffen. Dabei ging es hauptsächlich um Geld und die Planung von Konzerten (…) die wichtigste Person, die zu diesen Treffen nach Schweden kam war Thorsten Heise.“ Uwe Menzel und das „Rollkommando Terrormachine“ Suchte man in Deutschland Kontakt zur sächsischen B&H-Sektion, landete man früher oder später unausweichlich bei den Pots­damer Strukturen um Uwe „Uwocaust“ Menzel und seine Band „Proissenheads“. Denn die Sachsen waren seit Anbeginn von B&H in Deutschland stark mit den Branden­burgern verbandelt, planten gemeinsam Kon­zerte und unterstützten sich strukturell. Ein Gruß im Booklet der Debut-CD von „Warhammer“ an die Potsdamer „Proissenheads“ erscheint demnach nur logisch. Mit ihnen bestritten die Engländer ihr erstes Konzert in Deutschland, organisiert von der sächsischen B&H-Sektion im Mai 1998 im Raum Chemnitz. Wie weit sich die Chemnitzer und die Potsdamer auf den englischen C18-Flügel um Browning bezogen ist unklar. Fest steht, dass das Chemnitzer B&H-Netzwerk eines der bundesweit aktivsten war und man ohnehin im Vertrieb und in der Produktion von RechtsRock nicht an ihnen vorbei kam. Ähnlich wie in Chemnitz war bei den Potsdamer Strukturen schon früh ein Hang zu bewaffneten Gruppen ersichtlich. Etwa 1997, als Menzel – gemeinsam mit Neonazis aus der sächsischen B&H-Sektion, dem später engsten Unterstützernetzwerk des NSU – an einer Reise in die USA teilnahm, um neben Stadtbesichtigungen auch mit Waffen, darunter einer Pumpgun, zu hantieren. Nur ein paar Jahre später im Sommer 2000 fand die Poli­zei bei ihm eine scharfe Waffe.

via aib: C 18: German-British Terrormachine

‘Malay power’ neo-Nazi band festival cancelled in Malaysia’s Ipoh city

‘Malay power’ movement believes Malaysia should be an exclusively Malay nation, immigration should end and non-Malays should be expelled. Another concert featuring many of the same bands was announced days later, but owners of venue deny it is taking place. A festival featuring 10 right-wing “Malay power” bands scheduled to take place in the northern Malaysian city of Ipoh next month has been cancelled amid protests. The Rebellion Fest was due to feature bands from the country’s notorious Malay power scene with names such as Xenophobia, Spiderwar and Total Distrust. The Malay power movement is made up of neo-Nazi bands who want to rid Malaysia of everyone who is not ethnically Malay and stop immigration to the country. But this week, anti-fascist activists in Ipoh said that after applying pressure on Ladyboss Studio, where the Rebellion Fest was due to be held on April 13, the event was cancelled One of the activists told the Hong Kong-based Unite Asia punk and hardcore music website: “I explained to [the venue] the connection between their racist ideologies and the vile human being who attacked the mosques in New Zealand last week
“[The owner] said he never knew about any of this and if I didn’t tell him then he would never have found out. He agreed to cancel the show and return the deposit.”

via scmp: ‘Malay power’ neo-Nazi band festival cancelled in Malaysia’s Ipoh city

Konzert oder Party Rechte nutzen Gartensparten zur Vernetzung

Normalerweise ist die Kleingartenanlage „Neuer Weg“ bei Hettstedt (Mansfeld-Südharz) ein Ort der Ruhe und Entspannung. Doch an diesem Abend steht die Polizei im Garten und im Vereinsheim. Sie löst eine Party auf, die kurz davor ist, zum Rechtsrockkonzert zu mutieren. Angekündigt ist nicht irgendeine Band, sondern Kategorie C: eine Kultband der rechtsextremen Szene und unter Hooligans. 35 Gäste sind gekommen und fiebern dem Auftritt entgegen, als Polizisten die Veranstaltung auflösen. Angemietet wurde das Vereinsheim zuvor von Leuten, die keine Mitglieder im Gartenverein sind – unter einem Vorwand, wie sich herausstellt. 50 Neonazitreffen zwischen 2014 und 2018 in Sachsen So berichtete die MZ im August 2017 über den bisher bekanntesten Vorfall in Sachsen-Anhalt, wenn es um Rechtsextreme in Kleingartenanlagen geht. Seit Jahren nutzen Extremisten beschauliche, abgelegene Sparten für ungestörte Treffen und Vernetzung. Nachgewiesen ist der Trend vor allem in Sachsen, wo das Innenministerium zwischen 2014 und 2018 mehr als 50 Neonazitreffen dokumentierte.

via mz web: Konzert oder Party Rechte nutzen Gartensparten zur Vernetzung

Hetztiraden am Mikrofon

Experten halten die Texte von Gangsta-Rappern für gefährlich. Eigentlich ist Ben Salomo, geboren in Israel und aufgewachsen in Berlin, ein Rapper vor dem Herrn, aber mittlerweile findet er verdammt bittere Worte über die Hip-Hop-Szene in Deutschland: “Der deutsche Gangsta-Rap ist ein Brandbeschleuniger.” Was die Musik und vor allem die Texte befeuern, seien unter anderem Antisemitismus und Rassismus. Das sei umso schlimmer, als der Rap Millionen von Zuhörern erreiche, besonders junge Leute, die das, was sie da hörten, nicht einordnen könnten. Als Beispiel nennt er Verschwörungstheorien, die in Rap-Videos verbreitet werden.Am Donnerstagabend debattiert Ben Salomo mit dem Linguisten Axel Bohmann von der Universität Freiburg und dem Kölner Lehrer und Ex-Rapper Hannes Loh im NS-Dokumentationszentrum, das zur Podiumsdiskussion zum Thema “Wie rassistisch ist der Gangsta-Rap?” geladen hat. In seiner Einführung erinnert SZ-Feuilletonredakteur Jens-Christian Rabe, der die Debatte moderiert, an den Eklat bei der Verleihung des Echo an die Rapper Kollegah und Farid Bang, denen vorgeworfen wird, antisemitische Klischees in Umlauf zu bringen. Mit der Frage, die sich da aufdrängt, leitet Rabe die Diskussion ein: “Sind die anderen Rapper auch so drauf?” Dass Antisemitismus, Rassismus sowie Frauenfeindlichkeit und Hass gegen Schwule im deutschen Gangsta-Rap verbreitet sind, bestreitet keiner der drei Experten. Letztlich halten sie auch das in diesem Kontext oft vorgebrachte, entlastende Argument, die aggressiven Sprüche seien gar nicht so gemeint, sondern nur Teil eines Rollenspiels, für nicht stichhaltig. Genau dieses Argument, erzählt Lehrer Loh, tragen seine Schüler auch immer vor, und er lässt es im Gespräch mit ihnen erst einmal gelten. Anschließend sagt er ihnen, wie er die Sache sieht. Dass das Spiel mit antisemitischen Klischees und dergleichen eben nicht funktioniert, schon gar nicht bei Rappern wie Farid Bang und Kollegah, deren Provokationen und Tabubrüche vor allem dem eigenen kommerziellen Erfolg dienten. “Damit komme ich in eine Diskussion mit den Jugendlichen. Im Grunde bietet die Schule hervorragende Voraussetzungen für den Diskurs.”

via sz: Hetztiraden am Mikrofon

Schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg für Friedensnobelpreis nominiert

Drei norwegische Politiker haben sich dafür ausgesprochen, Greta Thunberg den Friedensnobelpreis zu verleihen. Die Klimaaktivistin fühlt sich geehrt – hat aber viel Konkurrenz. An diesem Freitag sind mehr als 1650 Klimakundgebungen auf der ganzen Welt geplant. Die Bewegung “Fridays for Future”, die von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg ins Leben gerufen worden ist, soll damit ihren Höhepunkt erreichen. In mehr als 100 Staaten werden Demonstrationen erwartet, in Deutschland soll es 200 Proteste geben. Ihr Einsatz für das Klima hat der jungen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg eine Nominierung für den Friedensnobelpreis eingebracht. Drei Abgeordnete der norwegischen Sozialistischen Linkspartei sprachen sich dafür aus, dass der 16-Jährigen die renommierte Auszeichnung überreicht wird, wie die Zeitung “Verdens Gang” berichtete. Thunberg hatte im August 2018 damit begonnen, vor dem Parlamentsgebäude der schwedischen Hauptstadt Stockholm für eine beherztere Klimapolitik ihres Landes zu demonstrieren. Sie und ihr Schulstreik wurden weltbekannt, in zahlreichen Ländern der Erde demonstrieren Schüler und Studierende seitdem nach ihrem Vorbild immer freitags für mehr Klimaschutz.

via spon: Schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg für Friedensnobelpreis nominiert

Was meinen Sie: Sollte die Klima-Aktivistin den Friedensnobelpreis bekommen?

Posted by NDR Kultur on Thursday, March 14, 2019

Gelbe Westen, rechte Parolen

Die erste Demo der Karlsruher Gelbwesten war von rechten Parolen dominiert. Die Organisatoren sagen, man habe das so nicht gewollt. Doch der Veranstaltungsleiter hatte selbst den Kontakt zu Rechtsaußen hergestellt – und Neonazi-Bands gehört. Als am 9. Februar in Karlsruhe rund 170 sogenannte Gelbwesten zum ersten Mal auf die Straße gehen, ist man sich nur über die Route einig. Vom Marktplatz soll es über den Friedrich- und Stephanplatz bis zur Reinhold-Frank-Straße und zurück gehen. Doch mit welchen Inhalten soll spaziert werden? Von allem etwas, Hauptsache gelb. Kaum ist die Demo in Gang, kommt es zum verbalen Schlagabtausch zwischen Linken und Rechten. “Internationale Solidarität” schallt gegen “nationale Solidarität”. Die Polizei schreitet ein: Sie schlägt dem Veranstaltungsleiter vor, das Dutzend linker Aktivisten von der Demo zu trennen. Dieser stimmt zu. Die Rechten haben fortan die Deutungshoheit – und nutzen sie. “Festung Europa – macht die Grenzen dicht!”, ruft es zuerst aus den hinteren Reihen, ehe der halbe Demonstrationszug einstimmt. Man kennt die Parole von der rechtsextremistischen Identitären Bewegung, aber auch von Pegida. “Merkel muss weg!”-Rufe finden ebenfalls breiten Anklang. Eine Handvoll Teilnehmer skandiert mehrmals den Hooligan- und Neonazi-Slogan “Unsere Fahne, unser Land – maximaler Widerstand!”. Die Personen, die leise mit einem Transparent für mehr soziale Gerechtigkeit durch die Innenstadt ziehen, gehen daneben fast unter. Ebenso die Stimme des Veranstalters Pascal Völlinger, der die Demo angemeldet hatte. Mit einem “No Nazis”-Button auf seiner Warnweste wirkt er angesichts der lautstarken rechten Parolen wie verloren. Er bittet mit dem Megafon, man solle die “Festung”-Rufe unterlassen. Vergebens.
So wie Völlinger vor der Demo gegenüber dem SWR beteuert, man sei nicht “rechtsradikal”, sondern “parteineutral”, so räumt er danach gegenüber den “Badischen Neuesten Nachrichten” ein: “Da haben sich zu viele extreme Positionen druntergemischt”. Was der 30-Jährige mit seinem prominenten “No-Nazis”-Button aber unterschlägt: Dass er selbst neonazistische Inhalte im Internet verbreitete und er einige der rechten Lautsprecher selbst eingeladen hatte.
Gelbwesten-Organisator hörte Neonazi-Lieder in sozialem Netzwerk
Denn Recherchen belegen, dass Völlinger auf seinem Profil des sozialen Netzwerks Vk, dem russischen Pendant zu Facebook, Lieder von Neonazi-Bands teilte. Unter dem Reiter “Audiodateien” hatte Völlinger 30 Lieder gespeichert, 17 davon für eingeloggte Nutzer sichtbar. Darunter: “Arisches Kind” von Landser sowie “Ruhm und Ehre der Waffen-SS” von Stahlgewitter. Ersterer Song idealisiert die sogenannte arische Rasse, letzterer glorifiziert Hitlers militärische Parteigruppe. Landser wurde 2003 verboten, die Mitglieder zu Geld- und Haftstrafen verurteilt, unter anderem wegen der Bildung einer kriminelle Vereinigung sowie Volksverhetzung. Gegen Stahlgewitter wurde 2005 ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingestellt. Durmersheim Anfang März, Spielothek am Bahnhof, Völlinger ist nervös. Doch er bestätigt die Authentizität der Inhalte. Offenbar sollten sie jedoch im Verborgenen bleiben. “Mir war nicht bewusst, dass man die Lieder sehen kann”, sagt der Mann, der im Baumarktservice arbeitet. “Die Inhalte der Lieder teile ich nicht. Ich stehe dazu, dass ich mir die Titel angehört habe, aber politisch unterstütze ich das nicht”, so Völlinger weiter. Es sei ihm um den “Sound” gegangen, nicht die Texte – und er kündigt an: “Ich lösche den Scheissdreck später”. Kurz darauf sind die Musiktitel entfernt

via kontextwochenzeitung: Gelbe Westen, rechte Parolen

AKTION ZUM WELTFRAUENTAG – Unbekannte überkleben Straßenschilder mit Frauennamen

„Rosa-Luxemburg-Straße“ statt Bismarckplatz. Unbekannte haben am Freitagmorgen mehrere Straßenschilder am Bismarckplatz überklebt und ihnen neue Namen gegeben. Offensichtlich handelt es sich um eine Aktion zum Weltfrauentag. Die Aufkleber tragen die Namen mehr oder weniger bekannter Mitglieder der Frauenbewegung: „Rosa-Luxemburg-Straße“, „Sookee-Straße“ und „Emma-Goldman-Straße“. Wer und was genau hinter der Aktion steckt, ist noch nicht bekannt. Möglicherweise fordern die Aktivisten damit, dass mehr Straßen und Plätze nach Frauen benannt werden sollen.

via merkurist: AKTION ZUM WELTFRAUENTAG – Unbekannte überkleben Straßenschilder mit Frauennamen

Gute Aktion zum Weltfrauenkampftag! sookee hat definitiv einen Straßennamen in Mainz mehr als verdient und überhaupt…

Posted by Gutmenschliche Aktion Mainz on Sunday, March 10, 2019

Schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zur “Frau des Jahres” gekürt – #F4F

Sie ist die bekannteste junge Klimaaktivistin und hat weltweit Zehntausende Mitstreiter gewonnen. In Schweden wurde Greta Thunberg nun gleich zwei Mal zur wichtigsten Frau des Jahres ernannt. Greta Thunberg bezeichnet sich selbst als stilles Mädchen – ihr Engagement für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen hat ihr nun einen Titel für Erwachsene eingebracht: Die 16 Jahre alte Klimaaktivistin ist in Schweden zur wichtigsten Frau des Jahres gekürt worden.
In einer Umfrage des Instituts Inizio im Auftrag der Zeitung “Aftonbladet” setzte sich die Schülerin knapp gegen die Parteichefin der Christdemokraten, Ebba Busch Thor, durch. Das teilte die Zeitung am Freitag mit. Auch eine weitere schwedische Zeitung, “Expressen”, kürte Thunberg zur “Frau des Jahres”. Dort entschied eine Jury über die Auszeichnung. “Wow, das ist unglaublich! Das ist sehr überwältigend und schwer zu glauben”, wurde Thunberg vom “Aftonbladet” zitiert. “Das ist Bestätigung dafür, dass das, was ich versuche, einen Unterschied macht. Und dass ich so jung bin, ist auch lustig. Ich bin ja weiterhin ein Kind.”

via spon: Schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zur “Frau des Jahres” gekürt

siehe auch: Thunberg ist “Frau des Jahres”. Sie ist erst 16 Jahre alt – aber wohl kaum eine andere Schwedin macht derzeit so viel von sich reden wie die Klimaaktivistin Greta Thunberg. In ihrem Heimatland wurde sie nun zur “Frau des Jahres” gewählt. Die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg ist in ihrem Heimatland Schweden zur wichtigsten Frau des Jahres gewählt worden. In einer Umfrage des Instituts Inizio im Auftrag der Zeitung “Aftonbladet” setzte sich die 16-Jährige knapp gegen die Parteichefin der Christdemokraten, Ebba Busch Thor, durch. Auch eine weitere schwedische Zeitung, “Expressen”, kürte Thunberg zur “Frau des Jahres”. Dort entschied eine Jury über die Auszeichnung. “Aftonbladet” zitiert Thunberg mit den Worten “Wow, das ist unglaublich!” Es sei sehr überwältigend. “Das ist Bestätigung dafür, dass das, was ich versuche, einen Unterschied macht. Und dass ich so jung bin, ist auch lustig, ich bin ja weiterhin ein Kind.” In die Top Ten der Zeitung schafften es auch die Ex-Vorsitzende der Schwedischen Akademie, Sara Danius, sowie Kronprinzessin Victoria.
Thunberg demonstriert seit August 2018 vor dem Parlament in Stockholm für einen stärkeren Kampf fürs Klima. Ihre Aktion hat in vielen anderen Ländern Früchte getragen. Tausende Schüler streiken inzwischen freitags nach ihrem Vorbild für mehr Klimaschutz.

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Von Leonhard LenzEigenes Werk, CC0, Link

ver.di zum Internationalen Frauentag: Frauen halten die Gesellschaft am Laufen – Ohne Frauen stehen die Räder still…

Anlässlich des Internationalen Frauentages macht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) darauf aufmerksam, dass Frauen neben ihrer Erwerbsarbeit täglich 81 Minuten mehr als Männer unbezahlte Sorgearbeit leisten. Mit dieser Arbeit, mit der sie andere Menschen pflegen und umsorgen, übernehmen die Frauen Verantwortung und halten die Gesellschaft am Laufen. „Weder in der Anerkennung der unbezahlten, noch in der Vergütung der bezahlten Sorgearbeit, also der Pflege, Betreuung, Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie der Versorgung anderer, spiegelt sich wider, welche gesellschaftlich wichtige, unverzichtbare Arbeit – zu 80 Prozent von Frauen geleistet wird“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger, zuständig für Handel, Frauen- und Gleichstellungs- sowie Genderpolitik. „Es muss zu einer Umverteilung dieser Aufgaben zwischen den Geschlechtern kommen. Das heißt, Männer müssen mehr in die Verantwortung.“ Zudem sei es notwendig, dass die private Sorgearbeit durch Profis unterstützt werde, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu erreichen.
Eine breite Palette an Unterstützungsangeboten sollte leicht zugänglich und für alle erschwinglich sein und für die Beschäftigten in geregelten, sozialabgesicherten Arbeitsverhältnissen erfolgen.
„Die beruflichen Profis in den Kitas, den Krankenhäusern und in der Altenpflege betteln nicht länger um Wertschätzung und Anerkennung. Erzieherinnen, Kranken- und Altenpflegerinnen sowie Sozialarbeiterinnen organisieren sich zunehmend gewerkschaftlich und verschaffen sich in Tarifauseinandersetzungen Respekt. Das ist eine gute Entwicklung“, betont Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstandsmitglied zuständig für Gesundheit und soziale Dienste. „Den steigenden Fachkräftebedarf im Sozial- und Gesundheitswesen wird man nur decken können, wenn man anständig bezahlt und gesetzliche Vorgaben für eine Personalausstattung macht, damit die Arbeit gut geschafft werden kann.“ ver.di ruft alle Frauen auf, sich am 8. März an gewerkschaftlichen Aktivitäten zu beteiligen

via ver.di_ ver.di zum Internationalen Frauentag: Frauen halten die Gesellschaft am Laufen – Ohne Frauen stehen die Räder still…

siehe auch: “Der Frauentag wird immer ein Kampftag sein”. Die SPD-Politikerin Iris Spranger erklärt, warum die Berliner am 8. März frei haben, was sie von einem Männertag hält und wie sie den Frauentag in der DDR erlebt hat. Als “Agitation für das Frauenwahlrecht” war der Frauentag, wie ihn etwa die Sozialistin Clara Zetkin Anfang des 20. Jahrhunderts forderte, ursprünglich gedacht. Im Jahr 2019 wird am Weltfrauentag in der Bundesrepublik eher gefeiert als agitiert. In Berlin ist der 8. März erstmals ein Feiertag. Der Anstoß dafür kam aus der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Iris Spranger war die Hauptinitiatorin.