Stadt Apolda wird bei Mattstedter Neonazi-Auflauf mit betroffen sein

Info-Veranstaltung im Dorf. Polizei will Rechtsextremisten von Apolda und der B 87 aus nur zu Fuß nach Mattstedt lassen Als der Vertreter der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (Mobit) erwähnt, das Neonazi-Konzert am 25. August werde von vermutlich 5000 Szene-Anhängern besucht, geht ein Raunen durch die Menge. Landgemeinde-Bürgermeister Thomas Gottweiss (CDU) teilt die Besorgnis: „Das letzte August-Wochenende wird kein Spaziergang für Mattstedt“, wird er später sagen. Eben deshalb sind knapp 200 Bürger am Montagabend ins Feuerwehrhaus zur Informationsveranstaltung gekommen. Sogar Innenminister Georg Maier (SPD) ist da. Er versucht noch mal zu erläutern, weshalb sich der Neonazi-Auflauf nicht einfach verbieten lässt. Weder von der zuständigen Ordnungsbehörde im Apoldaer Landratsamt, noch von der Landesregierung. Aber der Minister gibt ein Versprechen ab: Er werde so viel Polizei nach Mattstedt schicken, dass die Dorfbewohner und ihr Hab und Gut geschützt werden können. Ebenso die bis zu 1000 Gegendemonstranten, die sich zu friedlichem Protest angesagt haben. Um das zu bewerkstelligen, muss den Polizeieinheiten vor allem eines gelingen: beide Veranstaltungen strikt voneinander zu trennen. Thomas Quittenbaum, Chef der Landespolizeiinspektion Jena, erläuterte den Plan dafür. Jeder Feldweg nach Mattstedt, jede Zufahrtsstraße werde von Beamten abgeriegelt. Bis auf eine: Der Abzweig von der B 87, der direkt ins Dorf führt, werde die einzige Möglichkeit für die Rechtsextremen sein, zum Veranstaltungsort zu kommen. Da die frühere Kunstharzfabrik, die von den Veranstaltern gemietet worden ist, am Dorfeingang liegt, werde dort auch Schluss sein für die ungebetenen Gäste. Mattstedt selbst sei für sie an diesem Tag tabu.
Aber wo werden sie ihre Autos parken? „Auf jeden Fall jenseits der B 87“, sagt der Polizeiführer. Das heißt, geparkt werde an, nicht auf der Bundesstraße. Und im Stadtgebiet von Apolda. Das sei der Plan. Quittenbaum spricht von „Raumschutzzonen“, von denen aus sich die Rechtsrock-Besucher dann wohl oder übel zu Fuß und in Begleitung von Polizeibeamten nach Mattstedt aufmachen müssen. Sollten welche mit dem Zug ankommen, werde die Polizei auch am Bahnhof Apolda deutlich Präsenz zeigen. Für die Gegendemonstranten, die im Dorf ein friedliches buntes Fest feiern wollen – Konzert ab 18 Uhr inklusive – werden offenbar mehrere Wege offen gehalten. Pastorin Susanne Böhm kündigte eine Sternfahrt auf Mattstedt mit zahlreichen Teilnehmern per Fahrrad an. Für die Fahrräder werde es ausreichend Abstell-Möglichkeiten geben, sagt sie.

via thüringer allgemeine: Stadt Apolda wird bei Mattstedter Neonazi-Auflauf mit betroffen sein

Mutmaßlich rechtsextreme Musik auf Campingplatz in Mirow. “SS”-Runen auf T-Shirt in Wolgast – #schauhin #braunland

Am vergangenen Samstag hat ein Hinweisgeber die Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg über eine Gruppe von etwa 20 Personen auf einem Campingplatz nahe Mirow informiert, die mutmaßlich rechtsextreme Musik lautstark hörten. Beim Eintreffen der Beamten hatte die Gruppe nach Zeugenaussagen den Platz mit ihren Kanus wieder verlassen. Die Verdächtigen konnten durch Polizeikräfte auf dem Wasser gestellt werden. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen wurde eine Musikbox zur weiteren Beweissicherung sichergestellt. Am Samstagmittag (11.08.2018) haben Polizeibeamte nach einem Zeugenhinweis eine männliche Person in einem Restaurant in Wolgast angetroffen, die ein T-Shirt mit “SS”-Runen-Aufdruck trug. Die Beamten forderten den 40-jährigen Mann auf, das Oberteil auf links zu drehen, damit der Schriftzug nicht mehr zu sehen ist.

via svz: Mutmaßlich rechtsextreme Musik auf Campingplatz in Mirow. “SS”-Runen auf T-Shirt in Wolgast

Private „Viking-Party“ am Wochenende

Am kommenden Samstag soll es im „Großraum Oberfranken/Südthüringen“ ein Konzert mit „Nordwind“ und einer weiteren Band geben. Treffpunkt ist vorab im thüringischen Sonneberg. Für den 18. August bewirbt die aus dem Großraum Nürnberg kommende Rechtsrock-Band „Nordwind“ um Ronald H. einen eigenen Unplugged-Auftritt in Südthüringen, wofür in Sonneberg ein Vorab-Treffpunkt bekannt gemacht wird. Neben dem Quartett „Nordwind“ soll noch ein weiterer nicht benannter Act aufspielen. Das Ganze wird als private „Viking-Party“ deklariert, für die ein kleiner Spendenbeitrag zu entrichten ist. Die Auftritts-Location wird offenbar nicht zum ersten Mal bemüht. Bereits für den 26. Mai war für Sonneberg mit identischem Treffpunkt eine „Soli-Veranstaltung für Kameraden aus der Ostmark“ vorgesehen, die aber kurzfristig durch die Behörden verboten wurde. Dadurch fiel das Gastspiel des rechten Liedermachers „Oiram“ aus Sachsen, bürgerlich Mario Albrecht, sowie von der Band „Napola“ aus.

via bnr: Private „Viking-Party“ am Wochenende

131 Neonazi-Konzerte in der ersten Jahreshälfte

2017 hat die rechtsextreme Szene in Deutschland so viele Konzerte organisiert wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Der Trend könnte sich in diesem Jahr fortsetzen. Ende August ist ein großes Rechtsrock-Konzert in einem Dorf in Thüringen geplant. In Deutschland haben in der ersten Jahreshälfte 131 Musikveranstaltungen der Neonazi-Szene stattgefunden. Die Behörden zählten insgesamt mehr als 13.000 Besucher, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Frankfurt am Main vorliegt. Zuerst hatte darüber die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet.
Des Weiteren wurden zwei geplante Konzerte von der Polizei verboten und drei im Vorfeld durch Behörden verhindert, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. Im selben Zeitraum 2017 hätten 148 Konzerte beziehungsweise Liederabende der extremen Rechten stattgefunden. 2017 seien insgesamt 296 Konzerte mit ungefähr 29.700 Teilnehmern veranstaltet worden. Zuletzt waren es 2005 etwa so viele, mit 292 Konzerten und Liederabenden, wie „Spiegel Online“ unter Berufung auf Zahlen des Innenministeriums und des Verfassungsschutzes berichtete. Insgesamt wurden der Bundesregierung zufolge im zweiten Quartal diesen Jahres 95 Straftaten im Vorfeld, bei oder nach den Musikveranstaltungen der extremen Rechten begangen. Zumeist habe es sich um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Volksverhetzung, Verstöße gegen das Waffengesetz oder gegen das Versammlungsgesetz gehandelt.

via faz: 131 Neonazi-Konzerte in der ersten Jahreshälfte

„Oi for Saxony“: Konspiratives Rechtsrock-Konzert

Unter dem Titel „Oi for Saxony“ fand am Samstag ein Konzert in Neukirchen im Landkreis Leipzig statt. Die Bands, die dort vor Skinhead-Publikum spielten, geben sich zwar unpolitisch, nicht wenige von ihnen pflegen jedoch enge Verbindungen in die Rechtsrock-Szene. Zu der konspirativen Veranstaltung reisten knapp 100 Teilnehmer aus dem Umland sowie aus einigen weiteren Bundesländern an. (…) Mit der „Zeche II“ wurde dann schließlich ein Veranstaltungsort in der sächsischen Provinz ausgewählt, in dem sonst Partys stattfinden und der für Hochzeiten und ähnliches gebucht werden kann. Doch auch für das Rechtsrock-Konzert bot sich das abgeschiedene und kaum einsehbare Areal am Rande des Ortes an, da es die nötige Privatsphäre bot. Gerade Sachsen stellt eine Hochburg für rechtsextreme Musikveranstaltungen dar. Die Anzahl solcher Veranstaltungen steigt, auch wenn nur wenige Konzerte Ausmaße wie das Rechtsrock-Festival in Ostritz annehmen. Die meisten einschlägigen Konzerte finden im kleinen Rahmen statt, konspirativ organisiert, oftmals im Schutz von Szeneimmobilien. Durchschnittlich 150 Teilnehmer zählen derartige Musikveranstaltungen laut dem aktuellen sächsischen Verfassungsschutzbericht. (…) Fraglich ist allerdings, inwiefern das „Oi for Saxony“ in der Statistik des Innenministeriums auftauchen wird, schließlich treten die Bands nicht offen rechtsextrem auf, sondern geben sich lieber ein unpolitisches Oi-Image. Dabei bewegen sich einige der Gruppen klar im Umfeld der Rechtsrockszene. Dies zeigt sich beispielsweise bei den vom Verfassungsschutz beobachteten „Prolligans“ aus dem Allgäu. Der Headliner des Abends steht bei Subcultural Records unter Vertrag. Das Label gehört dem Neonazi Benjamin Einsiedler, der wiederum der Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ angehört. So überrascht es nicht, dass die „Prolligans“ im vergangenen Jahr auch bei einer Veranstaltung namens „Oi im Gau“ auftreten wollten. Einsiedler betreibt außerdem ein zweites Label namens Oldschool Records, dass auf der eigenen Website unter anderem den Vertrieb von CDs der Genres „Rock against Communism“ und „National Socialist Black Metal“ anpreist. Beim gleichen Label sind auch die „Angry Bootboys“ unter Vertrag, deren Auftritt beim „Oi for Saxony“ kurzfristig abgesagt wurde. Außerdem traten die Bands „Kotten“ und „Skinfront“ auf.

via endstation rechts: „Oi for Saxony“: Konspiratives Rechtsrock-Konzert

Seenotrettung im Mittelmeer – “Es ist keine Option, Menschen ertrinken zu lassen” – #SpendeMenschlichkeit

Bjarne Mädel unterstützt mit anderen Prominenten eine Kampagne zur Seenotrettung von Flüchtlingen. Im Gespräch erzählt er, warum er die Flüchtlingsdebatte oft als zynisch empfindet. Die “Aquarius” hatte Hunderte Flüchtlinge an Bord, trotzdem verweigerte Italien dem Rettungsschiff vor zwei Monaten das Anlegen an seiner Küste. Seit wenigen Tagen ist das Schiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen wieder auf dem Mittelmeer in Richtung libysche Küste unterwegs. In Deutschland wird seine Mission auch von Prominenten unterstützt. Für die Kampagne #SpendeMenschlichkeit lassen sich Künstler wie Herbert Grönemeyer, Max Herre, Heike Makatsch oder Jan Delay in Rettungswesten fotografieren, um auf die Situation von Bootsflüchtlingen aufmerksam zu machen. Auch Schauspieler Bjarne Mädel ist bei der Aktion dabei, nachdem er von seinem Freund und Kollegen Olli Dittrich davon erfuhr. Schon länger unterstützt der Schauspieler die Hilfsorganisation “Sea-Watch”. Im Interview erzählt Mädel, warum er von seinen Mitbürgern mehr Engagement fordert und wie es sich anfühlt, einen Menschen aus dem Wasser zu ziehen. SPIEGEL ONLINE: Warum liegt Ihnen das Thema Seenotrettung am Herzen? Bjarne Mädel: Ich finde es wahnsinnig zynisch, wenn über Zahlen von Ertrunkenen gesprochen wird, statt die Schicksale dahinter zu sehen. Es ist keine Option, Menschen ertrinken zu lassen. Ich finde es schlimm, dass private Organisationen wie die “Aquarius” vor der libyschen Küste patrouillieren müssen, obwohl die Staaten das Problem lösen sollten.

via spon: Seenotrettung im Mittelmeer “Es ist keine Option, Menschen ertrinken zu lassen”

Blut & Boden-Texte gegen “Gutmenschen”: Was ist eigentlich Grauzonen-Musik?

Selbst für Laien ist es oft recht einfach zu erkennen, wenn Musik rechtsextrem ist. In verschiedenen musikalischen Subkulturen existieren aber Grauzonen, die weniger eindeutig und daher schwieriger zu bewerten sind. Mittlerweile ist diese nationalistische und völkische Grauzonen-Musik sogar im Mainstream angekommen. Für ihre Fans ist die Südtiroler Deutschrock-Band Frei.Wild nur eine Deutschrock-Band, Kritiker halten sie hingegen für „rechtsradikal“ – zumindest sind sie aber wohl die bekannteste Grauzonen-Band. 2016 wurde die Band gar mit einem Echo ausgezeichnet. Frei.Wild sind mit ihren rechtspopulistischen Texten im Mainstream. Was ist Grauzonen-Musik? „Grauzone“ bezeichnet Bands, die nicht der extremen rechten Szene zugeordnet werden können, jedoch Versatzstücken rechter Ideologie aufweisen. Eines der zentralen Inhalte der Texte von Grauzonen-Musik ist eine verkürzte Kapitalismuskritik. Oft geht es um ein „wir hier unten, gegen die da oben“ – das existiert zwar auch in anderen Genres, bei Grauzonenbands wird diese verkürzte Kritik zusammen mit anderen Faktoren aber zum musikgewordenen Populismus. Die meisten Grauzonen-Bands behaupten zwar von sich unpolitisch zu sein, schimpfen jedoch auf “Multikulti”, verachten sogenannte „Gutmenschen“ und klassifizieren alles als links oder als „Antifa“, was in ihren Augen nicht patriotisch genug ist. Oft wiederkehrendes Element in der Grauzonen-Musik ist eine Opfer-Inszenierung. Die, die sich als Opfer darstellen und sehen, sind fast ausnahmslos weiße, deutsche, heterosexuelle Menschen, zumeist Männer. Und natürlich schlachten sie ihre Opfer-Rolle besonders dann genüsslich aus, wenn sie Druck von Seiten der Öffentlichkeit bekommen, weil beispielsweise Konzerte abgesagt werden. Grauzonen-Bands gefallen sich im „Wir-gegen-Euch“-Gestus der angeblich „Unangepassten“ gegen das (politische) System. „Wir müssen fest zusammenstehen im Kampf der Kulturen, für den Erhalt unserer Freiheit, für demokratische Strukturen“ (OHL „Die Invasion“.) Mit der Parole „Kampf der Kulturen“ (gegen den Islam) bedient sich die die deutsche Punk-Band OHL einem Begriff der alten und neuen Rechten. Vor allem Grauzonen-Bands aus der Rock und Punk-Szene verweisen zwar oft darauf, sich sowohl gegen Rechtsextremismus als auch gegen den sogenannten Linksextremismus auszusprechen. Doch oftmals haben solche Bands keine Berührungsängste mit der extrem rechten Szene und so findet in der Regel keine klare Abgrenzung nach rechts statt. Indem solche Bands eine eindeutige politische Positionierung vermeiden, behalten sie ihr wild zusammengemischtes Publikum aus Punks, Skinheads, Hooligans und auch Neonazis. Unter der Oberfläche der vermeintlich unpolitschen Szene sind die Übergänge von „unpolitisch“ zu „patriotisch“ bis hin zu neofaschistisch fließend.
„Die Disko ist der letzte Schrei, die Mucke echt voll cool. Jeder tanzt den Affentanz, doch sind sie alle Schwul. Sie wollen echte Männer sein, mit ihrem dritten Mittelbein. Bei Depression ein kleiner Tipp, ne Pille hilft zum nächsten Trip. Das soll jetzt nicht rassistisch klingen, doch es ist nun einmal so. Irgendwelche Asylanten dealen auf dem Bahnhofsklo. Mit langem Haar und schöner Bräune stehen sie an der Litfaßsäule. Schicken Kinder auf den Strich, doch das interessiert euch nicht“ ( „Die neuen Hippies“ von Gerbenok. Die Band ist auf dem Label der Grauzonen-Band Krawallbrüder) Rock- und Pop-Musik ist auch immer ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung Als Ausgangspunkt für die Entstehung des Genres kann der erste Abschied der bis dahin sehr erfolgreichen deutschsprachigen Deutschrock-Band „Böhse Onkelz“ 2005 gesehen werden. Zwar distanzierten sich die “Onkelz” ab den 90er Jahren von rechtem Gedankengut, doch in den 80ern galten sie als Pioniere des Rechtsrock. Zu Ehren der Band wurde 2006 die G.O.N.D. („Große Onkelz Nacht Deutschland“) ins Leben gerufen. Bereits im ersten Jahr trat damals die noch recht unbekannte Band Frei.Wild auf. Frei.Wild hat es seither erfolgreich geschafft die entstandene Lücke im Musik-Markt, die die „Onkelz“ hinterlassen haben, zu füllen. Einhergehend mit dem wachsenden Nationalismus während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, wurde ab 2006 wieder ein positiver Bezug zu Patriotismus in Deutschland hergestellt. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses aufkommende Nationalgefühl auch in die Musik einzog. Szenebeobachter Aazaadeh Arzu, verweist jedoch gegenüber Belltower.News darauf, dass viele der Bands in der Punk-Szene bereits vor 2006 aktiv waren und schon entsprechende Texte hatten.

vis belltower: Blut & Boden-Texte gegen “Gutmenschen”: Was ist eigentlich Grauzonen-Musik?

Europaweiter Streik gegen Ryanair

Der irische Billigflieger Ryanair bekommt den Zorn seiner Mitarbeiter nun richtig zu spüren: Wegen des größten Pilotenstreiks in der Geschichte der Firma muss Ryanair an diesem Freitag hunderte von Flügen streichen. 250 Flüge fielen allein in Deutschland aus. Hier ist der Schwerpunkt der Streikaktionen. 42.000 Passagiere sind betroffen. Der Streik begann um 3.01 Uhr an allen deutschen Flughäfen. Er soll bis Samstag früh um 2.59 Uhr andauern. Passagiere am Frankfurter Flughafen zeigten größtenteils Verständnis für den Streik der Piloten mitten in der Urlaubszeit. “Natürlich habe ich dafür Verständnis. Wenn sie irgendwann streiken, wo es niemanden betrifft, geht es ja am Ziel vorbei”, sagte Alexander Kusto, der mit Ryanair eigentlich nach Malaga fliegen wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Im Streit um eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen bei Europas größter Billigfluglinie legten auch Piloten in Belgien, Schweden und Irland die Arbeit nieder. Europaweit musste die Airline 400 Flüge streichen. In den Niederlanden können nach Ryanair-Angaben alle Flüge planmäßig stattfinden, obwohl das Unternehmen vor Gericht mit dem Verbot des Streiks scheiterte. Der irische Konzern hat es inzwischen mit Beschäftigten in verschiedenen Ländern zu tun: Vor zwei Wochen hatten Flugbegleiter in Portugal, Spanien und Belgien über zwei Tage zusammen rund 600 Flüge mit knapp 100.000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Unter den europäischen Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ryanair hatte daraufhin den Abzug von sechs Jets samt 300 Arbeitsplätzen nach Polen angekündigt.

via dw:Europaweiter Streik gegen Ryanair

RechtsRock und Hitlergrüße am Ostseestrand

Wie sozialen Netzwerken zu entnehmen ist, fand am vergangenen Samstag, den 4. August 2018, in der Ostseestrandbar „Na’bitte“ in Dahme (Schleswig-Holstein) ein öffentlich beworbenes Neonazikonzert statt. Die Mitglieder der Band sind allesamt bekannte Neonazis, die auch in anderen Rechtsrock-Bands spielen: Marco Eckert, «Combat 18»-Mitglied aus Grube in Ostholstein und Musiker der C18-Band «Oidoxie» spielt an der Gitarre, am Schlagzeug sitzt Falk Pirnke aus Nordkirchen, ehemaliges Bandmitglied von «Oidoxie». Frontmann der Band ist Patrick Janssen aus Potsdam, der als Sänger der neonazistischen Band «Faust» bekannt ist. Am Bass findet sich Dirk Mewis aus Wismar, der zugleich Mitglied der Band «Vidar» ist. Die Band «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» versucht sich in sozialen Medien als unpolitisch darzustellen um so ein größtmögliches Publikum zu erreichen. Für ihre Auftritte greifen sie dennoch gerne auf ihr Neonazinetzwerk zurück. So spielten sie beispielsweise am 28. Oktober 2017 in der „Parkgaststätte“ in Lindenau. Betreiber der Gaststätte ist Sebastian Raack, Inhaber der bedeutenden Neonazilabels «OPOS Records» und «Greifvogel Wear». Die politische Ausrichtung von «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» erschließt sich bereits bei der Wahl des Logos, das den Zahlencode „28“ darstellt, was für «Blood & Honour» steht.

via exif recherche: RechtsRock und Hitlergrüße am Ostseestrand

Dokumentarfilm im Ersten: Kulenkampffs Schuhe

Mit Einschaltquoten von 80 Prozent erlebte das Fernsehen in den 60er und 70er Jahren der Bundesrepublik goldene Zeiten. Die Familie saß am Samstagabend im Wohnzimmer, alle freuten sich auf “Einer wird gewinnen” mit Hans-Joachim Kulenkampff oder die “Peter-Alexander-Show”. Der Dokumentarfilm “Kulenkampffs Schuhe”, der vollständig aus Archivmaterial besteht, zeigt Nachkriegsgeschichte auf überraschende, ungewöhnliche und berührende Art und Weise: Anhand von zahlreichen Showausschnitten von damals, Interviews, privatem Super8-Material, historischen Dokumenten und Fotos eröffnet sich eine ganz neue Sicht auf das Unterhaltungsfernsehen der Bundesrepublik: Es war angetreten, eine ganze Nation von ihren Kriegstraumata zu therapieren, ein unverzichtbarer Ruhepol. (…) Was sahen die Väter der Kinder, die da im Schlafanzug vor dem Fernseher saßen, in den Showmastern? Wussten sie, dass Kulenkampff sich an der Ostfront vier Zehen eigenhändig amputiert hatte? Fragten sie sich, ob Peter Alexander wohl auch bei der Hitlerjugend gewesen war? Bei der Wehrmacht, in Kriegsgefangenschaft? Wie die meisten jungen Männer dieser Generation? Hatten sie davon gehört, dass Hans Rosenthal jüdisch war, sich in den Kriegsjahren als Vollwaise in einer Berliner Laube versteckte und jeden Moment damit rechnen musste, deportiert zu werden? Die Showmaster gehörten wie Regina Schillings Vater einer sehr besonderen Generation an: erst missbraucht vom Nationalsozialismus, dann eingespannt in das Hamsterrad der Nachkriegszeit, die von Traumatisierungen nichts wusste oder nichts wissen wollte.

via daserste: Dokumentarfilm im Ersten: Kulenkampffs Schuhe

Kulenkampffs Schuhe – Mediathek (1:33)