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Nazi-Propaganda aus dem Allgäu beschäftigt Landgericht Memmingen

Das Verfahren wegen vielfacher Verbreitung von Neonazi-Propaganda durch Oldschool Records wird im Juli vor dem Landgericht Memmingen neu verhandelt. Vor über einem Jahr hatte der Angeklagte trotz des äußerst milden Urteils Berufung eingelegt – und seither sein braunes Geschäft weiter betrieben. In dem Strafverfahren gegen Benjamin Einsiedler wegen des Verbreitens von Propagandamitteln verfassungsfeindlicher Organisationen und Volksverhetzung hat das Landgericht Memmingen nun vorerst vier Verhandlungstermine ab dem 17. April festgelegt. Dann werden beinahe anderthalb Jahre vergangen sein, seit sich der Betreiber des Neonaziunternehmens Oldschool Records für den Verkauf von Tonträgern mit gewaltverherrlichendem und neofaschistischem Inhalt vor dem Amtsgericht Memmingen verantworten musste. Einsiedler, der als Führungsfigur der extrem rechten Skinheadkameradschaft Voice of Anger gilt, wurde am 15. Dezember 2016 zur Zahlung von 4.800 Euro Geldstrafe (120 Tagessätze) und einem Bußgeld wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. 1.600 Euro seines durch die Straftaten erzielten Gewinns sollten nach dem Willen des Amtsrichters eingezogen werden. Durch die Berufung konnte der rechte Szeneunternehmer die Strafe vorerst abwenden, sein offenbar lukratives Propagandageschäft wurde nicht beeinträchtigt. 900 Straftaten und 88 Anklagepunkte 2014 durchsuchte die Polizei Privaträume und Produktionsstätten des Betreibers von Oldschool Records. Anhand der umfangreichen Sicherstellungen ermittelte die Polizei über 900 Einzelstraftaten etwa durch Verkäufe von Musik, die teils zum Mord an Juden, Kommunisten oder Schwulen aufruft oder bei der die Verpackungen mit verbotenen Kennzeichen von Naziorganisationen »geschmückt« waren. Schließlich wurde in genau 88 Punkten wegen des Verkaufs von Tonträgern und in einem Fall wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz Anklage erhoben. Doch zur Verurteilung kam es neben dem waffenrechtlichen Verstoß in nur sieben der 88 Fälle.

via allgäu rechtsaußen:Nazi-Propaganda aus dem Allgäu beschäftigt Landgericht Memmingen

siehe auch: Harte Klänge, mildes Urteil – und doch kein Ende (2017). Das Verfahren wegen der Verbreitung von Neonazi-Propaganda durch Oldschool Records kommt nach über fünf Jahren und einem äußerst milden vorläufigen Urteil noch immer nicht zu einem Ende. Ein Termin zur Neuverhandlung auf Grund der eingelegten Berufung wird nicht vor Anfang des nächsten Jahres festgelegt werden. Das teilte ein Behördensprecher heute auf Anfrage mit. Für den Verkauf von Tonträgern mit gewaltverherrlichendem, neofaschistischem Inhalt musste sich Benjamin Einsiedler bereits Ende letzten Jahres als Betreiber des Neonaziunternehmens verantworten. 900 Straftaten und 88 Anklagepunkte Ein Berliner Politiker hatte 2012 Anzeige wegen eines SS-Pullovers erstattet. Erst im Jahr 2014 durchsuchte die Polizei Privaträume und Produktionsstätten des Betreibers. Anhand der umfangreichen Sicherstellungen – insgesamt 23.500 Tonträger mit 2.100 verschiedenen Werken, fünf Gigabyte Daten und Gegenstände wie Hakenkreuzfahnen, Taser und Schlagstöcke – ermittelte die Polizei über 900 Einzelstraftaten durch Verkäufe von Musik, die teils zum Mord an Juden, Kommunisten oder Schwulen aufruft oder bei der die Verpackungen mit verbotenen Kennzeichen von Naziorganisationen »geschmückt« waren. Zudem wurden die Adressen der Käufer, darunter auch Anschriften aus dem Ausland, ermittelt. Andere Szenehändler nahmen teils große Mengen einzelner Produktionen ab. (…) Rechtsanwalt Alexander Heinig forderte bereits zur Eröffnung der Gerichtsverhandlung eine Einstellung. Damals gaben sich die Vertreter der Staatsanwaltschaft noch überzeugt von ihrer Arbeit und forderten die Zurückweisung des Antrages, das Gericht folgte dem. Im Laufe der acht Verhandlungstage drängte Heinig die Anklagebehörde allerdings zunehmend in die Defensive. Das ging soweit, dass die Staatsanwaltschaft einzelne Anklagepunkte bereits vorauseilend relativierte, ohne dass ein Angriff Heinigs nötig war. In Teilen ihrer eigenen Anklage war für die Behörde plötzlich doch »keine Strafbarkeit erkennbar«, wodurch sich einige Vorwürfe formaljuristisch erledigten. Im Gegensatz zur schlecht vorbereiteten Staatsanwaltschaft kann Heinig eine gewisse Expertise in Sachen rechte Musik und dazugehöriger Ideologie nachgesagt werden. Er stand selbst einst mit seiner Band Ultima Ratio auf der Bühne und spielte vor Neonazis. Als er in Waiblingen auftrat, gröhlte Heinig »Nigger, nigger, out, out« von der Bühne.

Rechtsstreit um Domain: 50.000 Euro Spenden für AfD-kritischen Blogger – #venceremos

Eine Welle der Solidarität ermöglicht dem Betreiber der Seite wir-sind-afd.de, gegen das umstrittene Urteil des Landgerichts Köln in Berufung zu gehen. Das Gericht war der Ansicht der AfD gefolgt, es handele sich bei der Domain um eine Namensverletzung. Der Blogger Nathan Mattes sammelt auf der Webseite wir-sind-afd.de Äußerungen von AfD-Politikern, die belegen, dass die Partei rechtsextrem, rassistisch und menschenverachtend ist. Er entlarvt die Partei mit ihren eigenen Worten. Das passte den Rechtsradikalen nicht, sie schickten Mattes eine Unterlassungserklärung. Die unterschrieb der Blogger nicht, ließ es auf eine Klage ankommen – und verlor vor dem Landgericht Köln. Das Landgericht Köln begründet im Urteil (PDF), die Domain verletze die Namensrechte der Partei und Mattes müsse die Domain abgeben. Kommt er dem nicht nach, droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Laut den Richtern erfolge eine Zuordnungsverwirrung, da die Betrachter davon ausgehen müssen, die AfD betreibe die Seite selbst. Miriam Vollmer, die Anwältin von Mattes, sagt: „Herr Mattes hat sich nicht als AfD ausgegeben.“ Er habe den Namen eben nicht „namensmäßig gebraucht“. Die Interessen der Partei würden nicht verletzt. Und tatsächlich ist auf den zweiten Blick klar erkennbar, dass die Seite nicht von der AfD stammen kann: Statt des Parteilogos prangt ein nach unten gerichteter Daumen auf dem Kopf der Seite, auch wird durch den Kontext klar, dass es sich um eine Seite gegen die AfD handelt. Solidaritätswelle mit Blogger Für Mattes war die Klage auch ein finanzielles Risiko. Knapp 10.000 Euro hat ihn das bisherige Verfahren gekostet. Eine Freundin startete deshalb für ihn ein Crowdfunding im Netz. Schon nach ein paar Tagen sind nun die anvisierten 50.000 Euro erreicht. Der Blogger hat damit alle Möglichkeiten, auf das Urteil zu reagieren: „Wir sind total überrascht von der Solidarität“, sagt er gegenüber netzpolitik.org. „Wir haben uns noch nicht entschieden, ob wir in Berufung gehen. Doch nach Gesprächen mit Freunden und Anwälten bin ich durchaus optimistisch, dass eine Berufung reelle Chancen hat“, so Mattes weiter. Egal, wie es nun weitergeht: Geld, das nicht für den Rechtsstreit benötigt wird, fließt jeweils zur Hälfte an den Flüchtlingspaten Syrien e. V. und an Sea-Watch. Beides Projekte, die der AfD nicht in den Kram passen dürften.

via netzpolitik: Rechtsstreit um Domain: 50.000 Euro Spenden für AfD-kritischen Blogger

Die neue rechte Szene in Zwickau

2011 flog der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) auf. Nach dem Suizid von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatte Beate Zschäpe ihre letzte Wohnung in Zwickau in Brand gesteckt und sich der Polizei gestellt. Seit 2013 läuft der Prozess. Aber der NSU bestand keineswegs nur aus drei Köpfen, sondern hatte viele Unterstützer. Auch in Zwickau und Umgebung. Und während der Prozess in München seinem Ende entgegengeht, hat sich die rechte Szene in der Region um Zwickau neu aufgestellt. (…) Der Verfassungsschutz rechnet der rechtsextremistischen Szene im Landkreis Zwickau bis zu 250 Personen zu. Ein kleiner Kern, der aber gut vernetzt sei, erklärt Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen, das sich gegen Rechtsextremismus einsetzt. Die Netzwerke aus Zwickau würden bis ins Erzgebirge reichen – und auch in die nächstgrößere Stadt nach Chemnitz und auch ins Thüringische. “Wenn man sich das alles ansieht, dann muss man sagen, dass sich seit 2015 neuerlich alte Kameraden aus ganz alten Zeiten wieder zeigen und eine jüngere Generation ihre Formen auch offen und ohne jede Scham präsentieren.” Starosta nennt Namen – von rechten Bands, Organisationen und mehr oder minder bekannten Neonazis. Einer sitzt als mutmaßlicher Unterstützer des NSU auf der Münchner Anklagebank: André E. Neonazi-Partei gründet Tafeln und sammelt Spenden Die Asylproteste hätten der Szene – wie überall in Deutschland – neuen Auftrieb gegeben. Das bestätigt Oberbürgermeisterin Findeiß, die selbst bedroht und verleumdet wurde

via mdr:Die neue rechte Szene in Zwickau

Ein Kuss geht um die Welt

Bevor der US-Freestyler Gus Kenworthy am Sonntag bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Slopestyle-Wettbewerb an den Start ging, küsste er seinen Lebenspartner Matthew Wilkas auf den Mund – NBC sendete die Szene live in aller Welt. “Wow”, sagte Kenworthy nach dem Knutscher. “Das tun zu können, ihn zu küssen, dass unsere Zuneigung um die Welt geht, ist unglaublich!” Der Liebesbeweis sei “der einzige Weg, Vorurteile einzustampfen, Mauern einzureißen, die Homophobie zu bekämpfen”, so der 26-jährige schwule Spitzensportler. In Sotschi sei er vor vier Jahren noch nicht so weit gewesen: “Ich wollte es 2014 schon im Zielraum tun. Aber damals habe ich mich nicht getraut.”

via queer: Ein Kuss geht um die Welt

Neo-Nazis Are Planning A Concert In Poland For Hitler’s Birthday

The event was reported as Poland is under fire for a new law making it a crime to say the country has responsibility for the Holocaust. A multinational neo-Nazi music festival called a “Night of Identity” is being planned in Poland to coincide with Hitler’s birthday in April, the news outlet Gazeta Wyborcza reported this week, with participation of bands from countries including the United States and Germany. The report comes as Poland is under fire from historians and Jewish organizations for a new law that criminalizes saying Poland has responsibility for the Holocaust. Lawmakers want Poland, which lost 6 million people during World War II, to be remembered as solely a victim of the Nazi troops that occupied the country. But some Poles were complicit in the deaths of some of the 3 million Jews who were among the dead. Gazeta Wyborcza reported that the April concert is being organized by a group called Club 28, which has ties to the international neo-Nazi organization Blood & Honor. The event is to include international white power bands including the US’s H8 Machine and Germany’s Heiliger Krieg. In December, a flyer for a “Night of Identity” concert was posted on a Facebook page for H8 Machine, but only listed the location as “somewhere in Europe.”

via buzzfeed: Neo-Nazis Are Planning A Concert In Poland For Hitler’s Birthday

Zehntausende demonstrieren gegen Rassismus

In Macerata haben 30.000 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit protestiert. Vergangene Woche hatte ein Mann in der Stadt auf Migranten geschossen. Nachdem ein Mann vor einer Woche auf Migranten geschossen hatte, sind in der italienischen Stadt Macerata zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren.  Berichten italienischer Medien zufolge schätzten die Veranstalter die Teilnehmerzahl auf rund 30.000. Unter den Demonstrierenden seien Mitglieder antifaschistischer Organisationen, Anhänger linker Parteien, Gewerkschafterinnen und Mitarbeiter sozialer Einrichtungen gewesen. Auch in anderen Städten, etwa in Mailand, fanden Demonstrationen gegen Rassismus statt. Teile der Stadt waren abgesperrt und der öffentliche Nahverkehr eingestellt worden. Nach Informationen des Innenministeriums verlief die Demonstration friedlich und ohne Ausschreitungen. Der Bürgermeister von Macerata hatte sich zuvor gegen eine antifaschistische Demonstration ausgesprochen.  Zur Kundgebung kam es, nachdem ein 28-jähriger Italiener am 3. Februar in Macerata aus einem fahrenden Auto auf Migranten geschossen hatte. Sechs Menschen wurden verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Der Schütze war bei den Gemeindewahlen im vergangenen Jahr als Kandidat der rechtspopulistischen Lega Nord angetreten.

via zeit: Zehntausende demonstrieren gegen Rassismus

Rechtsrock in Thüringen: Abgeordnete werfen Polizei und Behörden Versagen vor

Wie umgehen mit Rechtsrock-Konzerten? Diese Debatte wird derzeit durch neue Zahlen befeuert, wie häufig solche Veranstaltungen in Thüringen inzwischen stattfinden. Aus der Regierungskoalition kommt in dieser Diskussion nun ungewöhnlich scharfe Kritik an der Polizei und anderen Behörden. In der Debatte um den Umgang mit Rechtsrock-Konzerten haben zwei Landtagsabgeordnete aus dem Regierungslager massive Kritik an Thüringer Behörden geübt. Viele Verantwortliche in den Thüringer Sicherheits- und Versammlungsbehörden wüssten noch immer nicht, mit wem sie es zu tun hätten, wenn ihnen zentrale Figuren der rechtsextremen Szene gegenüber stünden, sagte Katharina König-Preuss (Linke) am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Erfurt. Unter diesen Umständen sei sie nicht mehr bereit, mit Behörden im Freistaat zusammenzuarbeiten. „Ich arbeite gerne auf Augenhöhe, aber ich komme nicht runter“, sagte sie. Ähnlich äußerte sich auch die Grünen-Abgeordnete Madeleine Henfling. Während des großen Rechtsrock-Konzerts in Themar im Sommer 2017 hätten Staatsschutzbeamte aus mehreren Bundesländern die aus ganz Deutschland und Europa anreisenden rund 6000 Neonazis beobachtet, sagten die beiden Politikerinnen, die als intime Kenner der rechten Szene gelten. Viele dieser Polizisten ebenso wie die Polizeiführer vor Ort hätten zentrale Rechtsextreme nicht richtig zuordnen können. Die Erfahrung der gesamten vergangenen Jahre zeige, dass es in den deutschen Behörden kaum Kenntnisse über rechtsextreme Netzwerke gebe, sagte Henfling. 2017 gab es mehr Rechtsrock-Konzerte in Thüringen als im Vorjahr Sowohl König-Preuss als auch Henfling kritisierten zudem das Agieren der Polizei während Neonazi-Konzerten, aber auch bei Demonstrationen von Rechtsextremen. Während die Polizei gegen Menschen, die gegen Neonazis demonstrieren, beispielsweise regelmäßig Pfefferspray einsetze, kämen solche Mittel fast nie gegen Rechtsextreme zum Einsatz. „In Jena kommen sie mit Wasserwerfen, wenn Thügida mit 100 Leuten marschieren will, da ist alles abgegittert“, sagte König-Preuss. Rechtsextreme Veranstaltungen würden von der Polizei in Thüringen noch immer mit allen Mitteln durchgedrückt. Thügida ist ein rechtsextremer Pegida-Ableger.

via tlz: Rechtsrock in Thüringen: Abgeordnete werfen Polizei und Behörden Versagen vor

„Hass und Kommerz“ – Thüringen als Hotspot des Rechtsrock

Spätestens seit vergangenen Sommer 6.000 Personen zum Rechtsrock-Festival ins thüringische Themar reisten, ist die sprunghafte Relevanz von Neonazi-Großevents in aller Munde. Thüringen hat eine Vorreiterrolle eingenommen – die dortige Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus hat nun eine Broschüre veröffentlicht und sieht dringenden Handlungsbedarf. Unter dem Titel „Hass und Kommerz – RechtsRock in Thüringen“ hat die Mobile Beratung in Thüringen, kurz MOBIT, eine 44-seitige Publikation veröffentlicht, in der aktuelle Zustände in dem Bereich dargestellt und die Entwicklungen der letzten zehn Jahre erläutert werden.„Im Schnitt jedes Wochenende“ lautet der Titel der Einleitung des MOBIT-Vorsitzenden Sandro Witt und verdeutlicht so, welche Ausmaße der Bereich Rechtsrock in dem Bundesland angenommen hat. „Damit nimmt der Freistaat den traurigen Spitzenplatz der deutschen RechtsRock-Szene ein“, so Witt. Auf solchen Konzerten würde vor allem Hass, Gewalt und Verachtung gegen alle verbreitet werden, die nicht in das Weltbild der extrem rechten Szene passen. „Soziale Stabilisierung“ Seit 2007 erfasst die mobile Beratung mittlerweile Informationen zu einschlägigen Musikveranstaltungen und veröffentlicht diese in jährlichen Chroniken. Die vorliegende Publikation soll das vorliegende Datenmaterial aufbereiten und die Entwicklung Thüringens als zentrales Festival- und Erlebnisland der bundesdeutschen neonazistischen Musikszene nachzeichnen. Dabei kommen auch mehrere Experten zu Wort. Anfangs erläutert der Mainzer Musikwissenschaftler Thorsten Hindrichs die Funktionen von Musik für die Szene: „Die entsprechenden Prozesse der Selbstverständigung und Selbstvergewisserung werden primär auf zwei musikalischen Handlungsfeldern verhandelt: Tonträgern und Konzerten.“ In Zusammenhang mit Konzerten spricht Hindrichs von einer „sozialen Stabilisierung“, diese würde den Zusammenhalt der Szene fördern.
Jan Raabe, der die Musikszene seit etlichen Jahren beobachtet, stellt Strukturen und Kader in Thüringen dar, die die Grundlage für Großkonzerte wie in Themar bilden. Neben Tommy Frenck, Organisator mehrerer Szene-Events in Themar und Kloster Veßra, geht Raabe auch auf die NPD-Funktionäre Thorsten Heise und Patrick Weber ein. Viele der zentralen Akteure in Thüringen seien seit etlichen Jahren aktiv, teilweise seit über 20 Jahren und konnten so ein weit verzweigtes Netzwerk aufbauen. Zu den „Polit-Profis“ zähle auch der NSU-Angeklagte Ralf Wohlleben, der jahrelang als Organisator auftrat. „Spezialität“ Großveranstaltungen Szene-Immobilien würden ebenso in Thüringen eine immer bestimmendere Rolle einnehmen. Die neonazistische Szene in Thüringen könne aktuell auf 15 Immobilien zurückgreifen. Im Zehn-Jahres-Mittel hätten demnach 31 Prozent der Rechtsrock-Konzerte in Szene-Objekten stattgefunden, 2016 waren es bereits 78 Prozent. Während der Durchschnitt des jährlichen Konzertaufkommens in den Jahren bis 2014 noch 25 Konzerte pro Jahr darstellte, steige die Anzahl seitdem deutlich. Im Jahr 2015 wurden 46, im Jahr 2016 54 Livemusik-Veranstaltungen der extrem rechten Szene gezählt, heißt es in der Broschüre. Thüringen „Spezialität“ seien jedoch die Großveranstaltungen, die Rede ist von einer Vorreiterrolle des Freistaates. Kein anderes Bundesland könne eine vergleichbare Anzahl, Vielfalt und Konstanz aufweisen. Im Schnitt würden 750 Personen zu den Szene-Events anreisen.

via endstation rechts: „Hass und Kommerz“ – Thüringen als Hotspot des Rechtsrock

Übermalte Nazi-Symbole “Aus einem Hakenkreuz wird einfach eine Eule”

Berliner Graffitikünstler haben rassistischen Schmierereien den Kampf angesagt. Sie nehmen die Hassbotschaften persönlich – und antworten einfallsreich. An die erste Verschönerung erinnert sich Ibo Omari noch genau. Vor mehr als zwei Jahren stand ein Mann in seinem Laden, der wollte zwei Spraydosen kaufen, sah aber so gar nicht aus wie ein Graffitikünstler. Anliegen und Absicht des Mannes, stellte sich auf Nachfrage heraus, unterschieden sich deutlich von denen der meisten Kunden. Jemand habe ein großes Hakenkreuz auf eine Spielplatzmauer im Kiez gemalt, sagte der Mann, ein Anwohner und Vater. Er wolle es übersprühen. “Ich habe ihm zuerst nicht geglaubt”, sagt Omari heute. Er steht im “Legacy”, seinem Fachgeschäft für Graffitizubehör in Berlin-Schöneberg, hinter dem Tresen und vor einer großen Wand von Spraydosen. Damals schloss Ibo Omari seinen Laden ab und begleitete den Mann zum Kinderspielplatz. Dort sah er an einer Wand ein Hakenkreuz. Es wurde zum ersten Nazi-Symbol, das sie hier übermalten – oder wie Omari sagt: verschönerten. Aus dem Hakenkreuz wurde ein Moskito, der vor einem Köcher davonfliegt. “Wir haben das persönlich genommen, es war bei uns im Kiez lange nicht vorgekommen”, sagt Omari. Mit seinem Hip-Hop-Kulturverein “Die kulturellen Erben” startete er daraufhin “Paint Back” – ein Projekt mit Workshops für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren. “Wir zeigen ihnen Fotos von Hakenkreuzen, die in der Stadt gesichtet werden”, sagt Omari. “Die Kinder entwickeln dann Symbole, mit denen sie diese übermalen.” Inzwischen haben sie in Berlin knapp 20 Hakenkreuze übermalt. Bekannte Graffitikünstler arbeiten dabei mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Die Aktionen seien stets legal, betont Ibo Omari. Sie würden immer beim Hauseigentümer, bei der Bahn oder dem Land Berlin anfragen und eine Erlaubnis einholen. Eine Werbeagentur unterstützte das Projekt. Ein Video, das die Sprayer beim Übermalen von Hakenkreuzen zeigt, wurde auf YouTube fast 200.000-mal angeschaut. Sprayer in anderen deutschen Städten zogen ebenso nach wie Menschen in Spanien, Italien und Griechenland.

via spon: Übermalte Nazi-Symbole “Aus einem Hakenkreuz wird einfach eine Eule”

#remember – Rosa Parks Pioneer for Civil Rights – #rosaparksday

“Portraits of Character” were created as a newspaper feature in partnership with the Washington Times. This biographical feature includes a portrait from the permanent collection and a related story about the sitter.
“The only tired I was, was tired of giving in,” Rosa Parks explains when asked why she refused to give up her seat on the bus to a white passenger and move to the back as she was returning home from work as a seamstress in Montgomery, Alabama. Her quiet act of defiance on December 1, 1955, and her subsequent arrest triggered a boycott of the city’s bus lines by its black citizens. Martin Luther King Jr., then a young clergyman in Montgomery with little experience in the techniques of mass protest, organized some seventeen thousand black Americans to take action. The success of the boycott so enraged local authorities that they sued immediately to have it declared illegal. A little more than a year later, the United States Supreme flatness of the piece, help to communicate this message of determined resistance ruled that Alabama laws requiring segregated seating on public conveyances were unconstitutional.

via smithsonian: Rosa Parks Pioneer for Civil Rights

105 years ago Rosa Parks was born

People always said that I didn’t give up my seat because I was tired, but that isn’t true. I was not tired physically, or no more tired than I usually was at the end of a working day. I was not old, although some people have an image of me as being old then. I was forty-two. No, the only tired I was, was tired of giving in.

siehe auch: “Mutter der Bürgerrechtsbewegung”. An ihrem Geburtstag erinnern die USA an Rosa Parks – die “Mutter der Bürgerrechtsbewegung”. Parks setzte sich für Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde ein.

Rosaparks.jpg
Von UnbekanntUSIA / National Archives and Records Administration Records of the U.S. Information Agency Record Group 306, Gemeinfrei, Link