Gegendemo in Ludwigsburg: Mit Schals und Maske gegen die Querdenker

Unter dem Motto „Unsere Stadt hat Querdenken satt“ gehen Verbände, Parteien und privat Engagierte am Samstag auf die Straße. Sie wollen gegen die andauernde Kritik ein Zeichen setzen. Wie auch in anderen Städten regt sich in Ludwigsburg Widerstand, und zwar gegen die Montagsspaziergänge und gegen die dumpfen Vorwürfe der Querdenker gegen den Staat. Mit einer Menschenkette, die korrekt Abstand hält und Masken trägt, soll auf dem Marktplatz ein Zeichen gesetzt werden. „Jeder kann sich da anschließen“, wirbt die Landtagsabgeordnete Silke Gericke dafür, die den Anstoß für die Aktion gab und überall auf offene Ohren stieß. „Viele haben geradezu darauf gewartet“, stellt sie auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung fest. Es beteiligen sich verschiedenste Gruppierungen, auch Einzelpersonen. Mit dabei sind bislang der Jugendgemeinderat Ludwigsburg, der Gesamtelternbeirat Remseck, die SPD, die Grünen und die Linken ebenso wie deren Jugendorganisationen, Klimaschutzgruppen und Teachers for Future. „Wir wollen zeigen, dass es in Ludwigsburg viele Menschen gibt, die sehr gut mit den Coronaregeln umgehen können“, so Gericke zur Kundgebung, die korrekt angemeldet ist. Man beabsichtige dabei nicht, zu polarisieren, man möchte „sachlich und positiv“ herangehen. „Wir werden mit der Kundgebung deutlich machen, dass es eben auch die andere Seite gibt“, sagte sie – und das sei die stille Mehrheit in der Bevölkerung.

via lkz: Gegendemo in Ludwigsburg: Mit Schals und Maske gegen die Querdenker

#Hamburg: Tausende #Impfgegner trotz #Verbots auf der Straße – #Gegendemo mit mehr Teilnehmern als erwartet – #covidioten #hh1501

Seit Wochen ziehen samstags Tausende Impfgegner und Corona-Leugner durch Hamburg. An diesem Wochenende ist die Demo verboten. Tausende wollen sich nicht daran halten. Und es gibt erstmals größeren Gegenprotest. Trotz Verbots haben sich am Samstag mehrere Tausend Gegner der Corona-Politik von Bund und Ländern vor der Hamburger Kunsthalle und auf umliegenden Straßen versammelt. Die Polizei sprach von rund 3000 Teilnehmern. Beamte forderten sie auf, sich zu entfernen. Lautsprecherdurchsagen wurden mit Pfiffen und Sprechchören quittiert. Als die Demonstranten sich nicht entfernten, wurden sie von der Polizei abgedrängt. Auch die Reiterstaffel war im Einsatz. Es kam zu einzelnen Handgreiflichkeiten. Die allermeisten Teilnehmer trugen keine Masken. Auch andernorts in der Stadt gingen Gegner der Corona-Maßnahmen auf die Straße. Demonstrationen starteten in St. Pauli, Barmbek und Uhlenhorst. (…) Erstmals kam es an diesem Samstag zu einem größeren Gegenprotest: Unter dem Motto „Solidarität und Aufklärung statt Verschwörungsideologien“ zogen laut Polizei etwa 2900 Menschen durch die Innenstadt. An der Abschlusskundgebung hätten sich dann 3500 Menschen beteiligt – die Veranstalter sprachen von über 5000. Dazu aufgerufen hatte das Hamburger Bündnis gegen Rechts, das von mehr als 100 Organisationen und Gruppen unterstützt wurde, darunter die Bürgerschaftsfraktionen von Grünen und Linken, der GEW-Landesverband Hamburg und Fridays for Future. Auf Plakaten waren Sprüche zu lesen wie „Impfen statt schimpfen“, „Wer mit Nazis spaziert, hat gar nichts kapiert“ oder „Querdenken über die Klippe lenken“.

via rnd: Hamburg: Tausende Impfgegner trotz Verbots auf der Straße – Gegendemo mit mehr Teilnehmern als erwartet

siehe auch: Hamburg: Rund 2.900 Menschen bei Demo gegen Corona-Leugner. In Hamburg sind am Sonnabend mehrere Tausend Menschen gegen Corona-Leugner und Verschwörungsideologien auf die Straße gegangen. Nach Polizeiangaben zogen etwa 2.900 Menschen bei einem Protestzug unter dem Motto “Solidarität und Aufklärung statt Verschwörungsideologien” durch die Innenstadt. An der Abschlusskundgebung hätten sich dann 3.500 Menschen beteiligt – die Veranstalter sprachen von über 5.000. Die Demonstration hatte größeren Zulauf als erwartet. Ursprünglich waren 1.000 Teilnehmende angemeldet worden.

#Racist, beer-throwing attack on Long Island train leads to firing of car dealership employees – #kickthemout

A viral video showing a racist attack aboard a Long Island Rail Road train has led to the firing of two employees by a Toyota dealership. The incident reportedly occurred Monday night when an immigrant family, including a 10-year-old, were returning home from a New York Knicks game. The video appears to show beer being thrown toward the family, before a man can be seen yelling at them, “Look straight! Don’t f*cking look at me! I’m going to get arrested tonight!” After another passenger tells the man that the argument is not worth getting arrested over, he responds, “I know it’s not worth it, but these fcking foreigners ain’t taking over my fcking country!” Osman Canales, the founder of Long Island Immigrant Student Advocates, posted video of the incident on Facebook on Wednesday.
“The family are pressing charges and they asked for us to share this to expose these people. I am in contact with the family and they really need our support,” Canales wrote. “They are very concerned and traumatized by this aggression. They confirmed what happened to them.” According to Canales, the victim said: “Please help me catch this couple that harassed me because I’m an immigrant.They also threw beer at us (my friend also has an accent). My 10-year-old witnessed this. They ruined my son’s first basketball game experience. Someone else recorded this but, by the time the officers showed up, they left the station. I’m too nervous to talk right now and the footage is bad. If you hear anything, please let me know so that I can add it to the police report.” Canales identified the attackers as a boyfriend and girlfriend who worked a Toyota dealership in Huntington, New York, and encouraged people to contact the business. On Thursday, Empire Toyota of Huntington announced that the two employees had been fired.

via rawstory: Racist, beer-throwing attack on Long Island train leads to firing of car dealership employees

»Buchenwald war überall«

Eine neue Webseite informiert über die Außenlager des Konzentrationslagers bei Weimar. Eine neue Webseite informiert über die Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Unter dem Leitthema »Buchenwald war überall« werde über das weitverzweigte Lagersystem informiert, erklärte die Geschäftsführerin des Fördervereins Buchenwald, Anke Klüßendorf, am Mittwoch in der Klassikerstadt. Damit solle das dezentralisierte Gedenken gefördert und unterstützt werden. Die Existenz des Lagersystems widerspreche dem verbreiteten Bild, die Verbrechen und Grausamkeiten hätten stets nur anderswo stattgefunden. Dazu sind laut Klüßendorf auf der Webseite die Standorte aller 140 Außenlager verzeichnet. Über eine Karte könnten per Klick Informationen zu Zahl und Herkunft der dorthin verschleppten Häftlinge sowie zu den Firmen, die KZ-Insassen bei der SS angefordert hätten, abgerufen werden.

via jüdische allgemeine: »Buchenwald war überall«

website Buchenwald war überall. Projekt “Netzwerk der Außenlager”. Das Konzentrationslager Buchenwald war umgeben von einem System von Außenlagern. An über 140 Orten wurden insgesamt etwa 280.000 männliche und weibliche Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt. Zehntausende wurden ermordet, starben an Hunger, Erschöpfung, Kälte, Krankheiten oder Misshandlungen. (…) Die Häftlinge, ab Herbst 1944 auch Frauen, wurden aus den besetzten Gebieten nach Buchenwald verschleppt und von dort auf die Außenlager weiterverteilt. Unter ihnen waren Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, politische Gefangene, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Arbeits- und Obdachlose sowie angebliche „Berufsverbrecher“. Die Existenz des dichten und weitreichenden Außenlagersystems widerspricht dem verbreiteten Bild, die Verbrechen und Grausamkeiten hätten stets anderswo stattgefundenen. Buchenwald war überall dort, wo die Buchenwaldhäftlinge waren.

#CORONA – #Unterricht auf #Schulhof: Jugendamt #Hagen will eingreifen – @heinereal

Schülerin Yasmin T. will erreichen, dass sich alle Schüler und Lehrer impfen lassen. Darf Yasmin T. aus Hagen ihre Aktion vor der Realschule Boelerheide fortsetzen? Die Behörden sorgen sich um die Gesundheit des Mädchens. Yasmin T. (13) saß auch am Mittwoch wieder allein in der Kälte auf dem Schulhof der Realschule Boelerheide und nahm per Laptop am Unterricht teil. Mit ihrer Aufsehen erregenden Aktion will die Schülerin aus Hagen erreichen, dass sich alle Schüler und Lehrer gegen Corona impfen lassen: „Es gibt Kinder, die sind nicht geimpft und halten sich nicht an die Regeln. Und mit denen setze ich mich nicht mehr zusammen in einen Raum.“ Doch ihre Handlungsweise hat die Behörden auf den Plan gerufen. Das Hagener Jugendamt sieht das Wohlergehen des Mädchens gefährdet und will mit einem schulpsychologischen Gutachten erreichen, dass Yasmin – isoliert von ihren Mitschülern aus der 7. Klasse – in einem eigenen Raum unterrichtet wird: „Der Protest ist vielleicht gut gemeint, aber es handelt sich um ein 13-jähriges Kind, das bei Wind und Wetter draußen sitzt und das Ganze nicht überblickt“, sagte Reinhard Goldbach, Leiter des städtischen Fachbereichs Jugend und Soziales, zu dem das Jugendamt gehört. Sollte die Schülerin die Aktion auf dem Schulhof dennoch fortsetzen, werde er eventuell ihre Inobhutnahme anordnen, so Goldbach.
Auch die Bezirksregierung sorgt sich um die Gesundheit der Schülerin. „Es kann nicht sinnvoll sein, in der Kälte zu bleiben, auch wenn man ein Zeichen setzen will“, so Christoph Söbbeler, Sprecher der Behörde in Arnsberg, der die Schulaufsicht obliegt, der aber auch Verständnis für die Protestaktion äußerte: „Die Schülerin kämpft ja für schulische Bildung, und wir versuchen, uns in ihre Position hineinzudenken.“ Der Bezirksregierung schwebe ein Kompromiss vor, der es Yasmin möglich machen soll, in einem separaten Raum oder auch zu Hause online am Unterricht teilzunehmen. Schulleiterin hält zu Yasmin. Die Hagener Schülerin hatte allerdings erklärt, dass sie genau das nicht wolle, sondern bewusst die Öffentlichkeit suche, um Mitstreiter für ihr Anliegen zu finden. Corinna Osman, Leiterin der Realschule Boelerheide, will ihr zwar einen eigenen Raum im Schulgebäude zur Verfügung stellen: „Wenn Yasmin aber darauf besteht, auf dem Schulhof zu bleiben, dann werden wir sie nicht daran hindern.“ Die Schule nehme sehr wohl ihre Fürsorgepflicht wahr: „Wir versorgen sie mit Tee, und sie wärmt sich regelmäßig im Gebäude auf.“ Wenn es das Wetter nicht zulasse, werde die Schülerin sich auch nicht auf dem Schulhof aufhalten: „Wir sorgen dafür, dass sie nicht auskühlt.“ Schulleiterin will Schülerin nicht zwingen. Grundsätzlich befürwortet die Schulleiterin das couragierte Auftreten ihrer Schülerin: „Yasmin möchte auf Missstände hinweisen, und das finde ich gut. Sie ist kein Kleinkind mehr, sondern ein sehr reflektierter Mensch. Sie will kämpfen.“

via wp: CORONA – Unterricht auf Schulhof: Jugendamt Hagen will eingreifen

siehe auch: CORONA – Angst vor Corona – 13-Jährige wird draußen unterrichtet. Yasmin T. (13) aus Hagen hat Angst, sich mit Corona anzustecken. Sie weigert sich, die Schule zu betreten. Sie wird draußen unterrichtet. Dick vermummt sitzt Yasmin T. (13) an ihrem Pult auf dem Schulhof. Sie trägt Mütze, Jacke und gefütterte Schuhe, ihre Handschuhe rutschen über den Touchscreen ihres Laptops. Es ist 0 Grad, ihr Atem dampft. Die Kälte kriecht an ihr hoch, sie sagt, dass sie friere: „Aber ich halte hier so lange durch, wie es sein muss.“ (…) Aus Gründen der Fürsorgepflicht bittet die Schulleiterin Yasmin aber hin und wieder ins Gebäude, damit sie sich aufwärmen kann. Dazu darf das Mädchen das leerstehende Büro einer Vertrauenslehrerin aufsuchen. Dort verbringt sie auch die Unterrichtspausen, in denen sich ihre Mitschüler auf dem Schulhof aufhalten. „Yasmin ist ein Mensch, der weiß, was er will“, berichtet Cornelia Weber, ihre Pflegemutter: „Ich stehe voll hinter dem, was sie tut.“ Yasmin verfolgt die Corona-Politik und die Schutzmaßnahmen sehr genau. Überall würden Ungeimpfte „rausgeschmissen“, sagt sie: „Nur in den Schulen nicht, und das finde ich doof.“ Viele junge Leute hätten in der Pandemie super mitgearbeitet und ihre Jugend verloren: „Alles ohne zu murren. Nun allerdings werden wir wie ein Lamm zur Schlachtung in die Schule geschleift, damit wir alle durchseucht werden.“

Rosen auf den Weg gestreut (Theobald Tiger) – #remember #tucholsky #geburtstag

Ihr müßt sie lieb und nett behandeln, erschreckt sie nicht – sie sind so zart!
Ihr müßt mit Palmen sie umwandeln, getreulich ihrer Eigenart!
Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –: Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft!

Wenn sie in ihren Sälen hetzen, sagt: „Ja und Amen – aber gern!
Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!“ Und prügeln sie, so lobt den Herrn.
Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft! Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft!

Und schießen sie –: du lieber Himmel, schätzt ihr das Leben so hoch ein?
Das ist ein Pazifisten-Fimmel! Wer möchte nicht gern Opfer sein?
 Nennt sie: die süßen Schnuckerchen, gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen …

Und verspürt ihr auch in eurem Bauch den Hitler Dolch, tief, bis zum Heft –:
 Küßt die Faschisten, küßt die Faschisten,  küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft –!

wikisource: Rosen auf den Weg gestreut

Kurt Tucholsky: geboren 9. Januar 1890