Stadt Apolda wird bei Mattstedter Neonazi-Auflauf mit betroffen sein

Info-Veranstaltung im Dorf. Polizei will Rechtsextremisten von Apolda und der B 87 aus nur zu Fuß nach Mattstedt lassen Als der Vertreter der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (Mobit) erwähnt, das Neonazi-Konzert am 25. August werde von vermutlich 5000 Szene-Anhängern besucht, geht ein Raunen durch die Menge. Landgemeinde-Bürgermeister Thomas Gottweiss (CDU) teilt die Besorgnis: „Das letzte August-Wochenende wird kein Spaziergang für Mattstedt“, wird er später sagen. Eben deshalb sind knapp 200 Bürger am Montagabend ins Feuerwehrhaus zur Informationsveranstaltung gekommen. Sogar Innenminister Georg Maier (SPD) ist da. Er versucht noch mal zu erläutern, weshalb sich der Neonazi-Auflauf nicht einfach verbieten lässt. Weder von der zuständigen Ordnungsbehörde im Apoldaer Landratsamt, noch von der Landesregierung. Aber der Minister gibt ein Versprechen ab: Er werde so viel Polizei nach Mattstedt schicken, dass die Dorfbewohner und ihr Hab und Gut geschützt werden können. Ebenso die bis zu 1000 Gegendemonstranten, die sich zu friedlichem Protest angesagt haben. Um das zu bewerkstelligen, muss den Polizeieinheiten vor allem eines gelingen: beide Veranstaltungen strikt voneinander zu trennen. Thomas Quittenbaum, Chef der Landespolizeiinspektion Jena, erläuterte den Plan dafür. Jeder Feldweg nach Mattstedt, jede Zufahrtsstraße werde von Beamten abgeriegelt. Bis auf eine: Der Abzweig von der B 87, der direkt ins Dorf führt, werde die einzige Möglichkeit für die Rechtsextremen sein, zum Veranstaltungsort zu kommen. Da die frühere Kunstharzfabrik, die von den Veranstaltern gemietet worden ist, am Dorfeingang liegt, werde dort auch Schluss sein für die ungebetenen Gäste. Mattstedt selbst sei für sie an diesem Tag tabu.
Aber wo werden sie ihre Autos parken? „Auf jeden Fall jenseits der B 87“, sagt der Polizeiführer. Das heißt, geparkt werde an, nicht auf der Bundesstraße. Und im Stadtgebiet von Apolda. Das sei der Plan. Quittenbaum spricht von „Raumschutzzonen“, von denen aus sich die Rechtsrock-Besucher dann wohl oder übel zu Fuß und in Begleitung von Polizeibeamten nach Mattstedt aufmachen müssen. Sollten welche mit dem Zug ankommen, werde die Polizei auch am Bahnhof Apolda deutlich Präsenz zeigen. Für die Gegendemonstranten, die im Dorf ein friedliches buntes Fest feiern wollen – Konzert ab 18 Uhr inklusive – werden offenbar mehrere Wege offen gehalten. Pastorin Susanne Böhm kündigte eine Sternfahrt auf Mattstedt mit zahlreichen Teilnehmern per Fahrrad an. Für die Fahrräder werde es ausreichend Abstell-Möglichkeiten geben, sagt sie.

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Mutmaßlich rechtsextreme Musik auf Campingplatz in Mirow. “SS”-Runen auf T-Shirt in Wolgast – #schauhin #braunland

Am vergangenen Samstag hat ein Hinweisgeber die Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg über eine Gruppe von etwa 20 Personen auf einem Campingplatz nahe Mirow informiert, die mutmaßlich rechtsextreme Musik lautstark hörten. Beim Eintreffen der Beamten hatte die Gruppe nach Zeugenaussagen den Platz mit ihren Kanus wieder verlassen. Die Verdächtigen konnten durch Polizeikräfte auf dem Wasser gestellt werden. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen wurde eine Musikbox zur weiteren Beweissicherung sichergestellt. Am Samstagmittag (11.08.2018) haben Polizeibeamte nach einem Zeugenhinweis eine männliche Person in einem Restaurant in Wolgast angetroffen, die ein T-Shirt mit “SS”-Runen-Aufdruck trug. Die Beamten forderten den 40-jährigen Mann auf, das Oberteil auf links zu drehen, damit der Schriftzug nicht mehr zu sehen ist.

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Private „Viking-Party“ am Wochenende

Am kommenden Samstag soll es im „Großraum Oberfranken/Südthüringen“ ein Konzert mit „Nordwind“ und einer weiteren Band geben. Treffpunkt ist vorab im thüringischen Sonneberg. Für den 18. August bewirbt die aus dem Großraum Nürnberg kommende Rechtsrock-Band „Nordwind“ um Ronald H. einen eigenen Unplugged-Auftritt in Südthüringen, wofür in Sonneberg ein Vorab-Treffpunkt bekannt gemacht wird. Neben dem Quartett „Nordwind“ soll noch ein weiterer nicht benannter Act aufspielen. Das Ganze wird als private „Viking-Party“ deklariert, für die ein kleiner Spendenbeitrag zu entrichten ist. Die Auftritts-Location wird offenbar nicht zum ersten Mal bemüht. Bereits für den 26. Mai war für Sonneberg mit identischem Treffpunkt eine „Soli-Veranstaltung für Kameraden aus der Ostmark“ vorgesehen, die aber kurzfristig durch die Behörden verboten wurde. Dadurch fiel das Gastspiel des rechten Liedermachers „Oiram“ aus Sachsen, bürgerlich Mario Albrecht, sowie von der Band „Napola“ aus.

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131 Neonazi-Konzerte in der ersten Jahreshälfte

2017 hat die rechtsextreme Szene in Deutschland so viele Konzerte organisiert wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Der Trend könnte sich in diesem Jahr fortsetzen. Ende August ist ein großes Rechtsrock-Konzert in einem Dorf in Thüringen geplant. In Deutschland haben in der ersten Jahreshälfte 131 Musikveranstaltungen der Neonazi-Szene stattgefunden. Die Behörden zählten insgesamt mehr als 13.000 Besucher, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Frankfurt am Main vorliegt. Zuerst hatte darüber die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet.
Des Weiteren wurden zwei geplante Konzerte von der Polizei verboten und drei im Vorfeld durch Behörden verhindert, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. Im selben Zeitraum 2017 hätten 148 Konzerte beziehungsweise Liederabende der extremen Rechten stattgefunden. 2017 seien insgesamt 296 Konzerte mit ungefähr 29.700 Teilnehmern veranstaltet worden. Zuletzt waren es 2005 etwa so viele, mit 292 Konzerten und Liederabenden, wie „Spiegel Online“ unter Berufung auf Zahlen des Innenministeriums und des Verfassungsschutzes berichtete. Insgesamt wurden der Bundesregierung zufolge im zweiten Quartal diesen Jahres 95 Straftaten im Vorfeld, bei oder nach den Musikveranstaltungen der extremen Rechten begangen. Zumeist habe es sich um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Volksverhetzung, Verstöße gegen das Waffengesetz oder gegen das Versammlungsgesetz gehandelt.

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„Oi for Saxony“: Konspiratives Rechtsrock-Konzert

Unter dem Titel „Oi for Saxony“ fand am Samstag ein Konzert in Neukirchen im Landkreis Leipzig statt. Die Bands, die dort vor Skinhead-Publikum spielten, geben sich zwar unpolitisch, nicht wenige von ihnen pflegen jedoch enge Verbindungen in die Rechtsrock-Szene. Zu der konspirativen Veranstaltung reisten knapp 100 Teilnehmer aus dem Umland sowie aus einigen weiteren Bundesländern an. (…) Mit der „Zeche II“ wurde dann schließlich ein Veranstaltungsort in der sächsischen Provinz ausgewählt, in dem sonst Partys stattfinden und der für Hochzeiten und ähnliches gebucht werden kann. Doch auch für das Rechtsrock-Konzert bot sich das abgeschiedene und kaum einsehbare Areal am Rande des Ortes an, da es die nötige Privatsphäre bot. Gerade Sachsen stellt eine Hochburg für rechtsextreme Musikveranstaltungen dar. Die Anzahl solcher Veranstaltungen steigt, auch wenn nur wenige Konzerte Ausmaße wie das Rechtsrock-Festival in Ostritz annehmen. Die meisten einschlägigen Konzerte finden im kleinen Rahmen statt, konspirativ organisiert, oftmals im Schutz von Szeneimmobilien. Durchschnittlich 150 Teilnehmer zählen derartige Musikveranstaltungen laut dem aktuellen sächsischen Verfassungsschutzbericht. (…) Fraglich ist allerdings, inwiefern das „Oi for Saxony“ in der Statistik des Innenministeriums auftauchen wird, schließlich treten die Bands nicht offen rechtsextrem auf, sondern geben sich lieber ein unpolitisches Oi-Image. Dabei bewegen sich einige der Gruppen klar im Umfeld der Rechtsrockszene. Dies zeigt sich beispielsweise bei den vom Verfassungsschutz beobachteten „Prolligans“ aus dem Allgäu. Der Headliner des Abends steht bei Subcultural Records unter Vertrag. Das Label gehört dem Neonazi Benjamin Einsiedler, der wiederum der Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ angehört. So überrascht es nicht, dass die „Prolligans“ im vergangenen Jahr auch bei einer Veranstaltung namens „Oi im Gau“ auftreten wollten. Einsiedler betreibt außerdem ein zweites Label namens Oldschool Records, dass auf der eigenen Website unter anderem den Vertrieb von CDs der Genres „Rock against Communism“ und „National Socialist Black Metal“ anpreist. Beim gleichen Label sind auch die „Angry Bootboys“ unter Vertrag, deren Auftritt beim „Oi for Saxony“ kurzfristig abgesagt wurde. Außerdem traten die Bands „Kotten“ und „Skinfront“ auf.

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Blut & Boden-Texte gegen “Gutmenschen”: Was ist eigentlich Grauzonen-Musik?

Selbst für Laien ist es oft recht einfach zu erkennen, wenn Musik rechtsextrem ist. In verschiedenen musikalischen Subkulturen existieren aber Grauzonen, die weniger eindeutig und daher schwieriger zu bewerten sind. Mittlerweile ist diese nationalistische und völkische Grauzonen-Musik sogar im Mainstream angekommen. Für ihre Fans ist die Südtiroler Deutschrock-Band Frei.Wild nur eine Deutschrock-Band, Kritiker halten sie hingegen für „rechtsradikal“ – zumindest sind sie aber wohl die bekannteste Grauzonen-Band. 2016 wurde die Band gar mit einem Echo ausgezeichnet. Frei.Wild sind mit ihren rechtspopulistischen Texten im Mainstream. Was ist Grauzonen-Musik? „Grauzone“ bezeichnet Bands, die nicht der extremen rechten Szene zugeordnet werden können, jedoch Versatzstücken rechter Ideologie aufweisen. Eines der zentralen Inhalte der Texte von Grauzonen-Musik ist eine verkürzte Kapitalismuskritik. Oft geht es um ein „wir hier unten, gegen die da oben“ – das existiert zwar auch in anderen Genres, bei Grauzonenbands wird diese verkürzte Kritik zusammen mit anderen Faktoren aber zum musikgewordenen Populismus. Die meisten Grauzonen-Bands behaupten zwar von sich unpolitisch zu sein, schimpfen jedoch auf “Multikulti”, verachten sogenannte „Gutmenschen“ und klassifizieren alles als links oder als „Antifa“, was in ihren Augen nicht patriotisch genug ist. Oft wiederkehrendes Element in der Grauzonen-Musik ist eine Opfer-Inszenierung. Die, die sich als Opfer darstellen und sehen, sind fast ausnahmslos weiße, deutsche, heterosexuelle Menschen, zumeist Männer. Und natürlich schlachten sie ihre Opfer-Rolle besonders dann genüsslich aus, wenn sie Druck von Seiten der Öffentlichkeit bekommen, weil beispielsweise Konzerte abgesagt werden. Grauzonen-Bands gefallen sich im „Wir-gegen-Euch“-Gestus der angeblich „Unangepassten“ gegen das (politische) System. „Wir müssen fest zusammenstehen im Kampf der Kulturen, für den Erhalt unserer Freiheit, für demokratische Strukturen“ (OHL „Die Invasion“.) Mit der Parole „Kampf der Kulturen“ (gegen den Islam) bedient sich die die deutsche Punk-Band OHL einem Begriff der alten und neuen Rechten. Vor allem Grauzonen-Bands aus der Rock und Punk-Szene verweisen zwar oft darauf, sich sowohl gegen Rechtsextremismus als auch gegen den sogenannten Linksextremismus auszusprechen. Doch oftmals haben solche Bands keine Berührungsängste mit der extrem rechten Szene und so findet in der Regel keine klare Abgrenzung nach rechts statt. Indem solche Bands eine eindeutige politische Positionierung vermeiden, behalten sie ihr wild zusammengemischtes Publikum aus Punks, Skinheads, Hooligans und auch Neonazis. Unter der Oberfläche der vermeintlich unpolitschen Szene sind die Übergänge von „unpolitisch“ zu „patriotisch“ bis hin zu neofaschistisch fließend.
„Die Disko ist der letzte Schrei, die Mucke echt voll cool. Jeder tanzt den Affentanz, doch sind sie alle Schwul. Sie wollen echte Männer sein, mit ihrem dritten Mittelbein. Bei Depression ein kleiner Tipp, ne Pille hilft zum nächsten Trip. Das soll jetzt nicht rassistisch klingen, doch es ist nun einmal so. Irgendwelche Asylanten dealen auf dem Bahnhofsklo. Mit langem Haar und schöner Bräune stehen sie an der Litfaßsäule. Schicken Kinder auf den Strich, doch das interessiert euch nicht“ ( „Die neuen Hippies“ von Gerbenok. Die Band ist auf dem Label der Grauzonen-Band Krawallbrüder) Rock- und Pop-Musik ist auch immer ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung Als Ausgangspunkt für die Entstehung des Genres kann der erste Abschied der bis dahin sehr erfolgreichen deutschsprachigen Deutschrock-Band „Böhse Onkelz“ 2005 gesehen werden. Zwar distanzierten sich die “Onkelz” ab den 90er Jahren von rechtem Gedankengut, doch in den 80ern galten sie als Pioniere des Rechtsrock. Zu Ehren der Band wurde 2006 die G.O.N.D. („Große Onkelz Nacht Deutschland“) ins Leben gerufen. Bereits im ersten Jahr trat damals die noch recht unbekannte Band Frei.Wild auf. Frei.Wild hat es seither erfolgreich geschafft die entstandene Lücke im Musik-Markt, die die „Onkelz“ hinterlassen haben, zu füllen. Einhergehend mit dem wachsenden Nationalismus während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, wurde ab 2006 wieder ein positiver Bezug zu Patriotismus in Deutschland hergestellt. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses aufkommende Nationalgefühl auch in die Musik einzog. Szenebeobachter Aazaadeh Arzu, verweist jedoch gegenüber Belltower.News darauf, dass viele der Bands in der Punk-Szene bereits vor 2006 aktiv waren und schon entsprechende Texte hatten.

vis belltower: Blut & Boden-Texte gegen “Gutmenschen”: Was ist eigentlich Grauzonen-Musik?

RechtsRock und Hitlergrüße am Ostseestrand

Wie sozialen Netzwerken zu entnehmen ist, fand am vergangenen Samstag, den 4. August 2018, in der Ostseestrandbar „Na’bitte“ in Dahme (Schleswig-Holstein) ein öffentlich beworbenes Neonazikonzert statt. Die Mitglieder der Band sind allesamt bekannte Neonazis, die auch in anderen Rechtsrock-Bands spielen: Marco Eckert, «Combat 18»-Mitglied aus Grube in Ostholstein und Musiker der C18-Band «Oidoxie» spielt an der Gitarre, am Schlagzeug sitzt Falk Pirnke aus Nordkirchen, ehemaliges Bandmitglied von «Oidoxie». Frontmann der Band ist Patrick Janssen aus Potsdam, der als Sänger der neonazistischen Band «Faust» bekannt ist. Am Bass findet sich Dirk Mewis aus Wismar, der zugleich Mitglied der Band «Vidar» ist. Die Band «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» versucht sich in sozialen Medien als unpolitisch darzustellen um so ein größtmögliches Publikum zu erreichen. Für ihre Auftritte greifen sie dennoch gerne auf ihr Neonazinetzwerk zurück. So spielten sie beispielsweise am 28. Oktober 2017 in der „Parkgaststätte“ in Lindenau. Betreiber der Gaststätte ist Sebastian Raack, Inhaber der bedeutenden Neonazilabels «OPOS Records» und «Greifvogel Wear». Die politische Ausrichtung von «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» erschließt sich bereits bei der Wahl des Logos, das den Zahlencode „28“ darstellt, was für «Blood & Honour» steht.

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Brücke in die Neonazi-Szene

Die Gruppe „Martens Army“ ließ bislang Berührungsängste mit Rechtsrock-Bands zwar vermissen, galt aber nicht als rechtsextrem. Mitte September wollen die „Oi!“-Rocker ein Konzert mit den Band „Prolligans“ und „Oi!ropäer“ ausrichten. Am 15. September wollen „Martens Army“ zusammen mit den „Prolligans“ und „Oi!ropäer“ in Thüringen auftreten. Die Tickets sollten dem Flyer nach auf 150 limitiert sein. Doch schon nach rund zehn Tagen erwägen „Martens Army“ das Kontingent zu erhöhen, nachdem bereits 100 Karten für die so genannte „Night of Oi!“ in Sondershausen verkauft worden sein sollen, wie mitgeteilt wird. „Wir sind eine junge bühnenhungrige Oi-Punk Band aus dem schönen Sondershausen“, heißt es harmlos auf einer Website über die „Oi!ropäer“. Man habe Spaß an der Musik und wolle Menschen damit begeistern. Bier soll es auch geben, Geld stehe nicht im Vordergrund. Allerdings erschien das jüngste Album von „Oi!ropäer“ beim Musiklabel „Subcultural Records“. Das Projekt versucht offenbar gezielt, eine sich als nicht-rechts verstehende Musikszene mit Neonazi-Bands zusammen zu bringen. Dahinter steht der Allgäuer Plattenproduzent Benjamin Einsiedler, der auch das einschlägige Neonazi-Label „Oldschool Records“ betreibt und zugleich als Führungsfigur der größten bayerischen Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ gilt. (bnr.de berichtete)

via bnr: Brücke in die Neonazi-Szene

Elderly men escape nursing home to go to Wacken metal festival

A German nursing home alerted police after they noticed two men were missing. They were later found at 3 a.m. at the Wacken Open Air metal festival. Two elderly German men escaped the confines of their nursing home on Friday to attend Wacken Open Air, police said. The nursing home alerted police after the gentlemen were found to be missing from the center. (…) The men were reluctant to leave the four-day festival so police escorted them home with the help of a taxi and a patrol car. “They obviously liked the metal festival,” police spokeswoman Merle Neufeld told public broadcaster Norddeutscher Rundfunk. “The care home quickly organized a return transport after police picked them up.”

via dw: Elderly men escape nursing home to go to Wacken metal festival

siehe auch: Zwei Senioren fliehen aus dem Altersheim, um nach Wacken zu fahren. Das ist wahre Leidenschaft: Zwei Senioren sind aus einem Altersheim in Dithmarschen ausgerissen, um zum Festival in Wacken zu fahren. Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Eine Streife entdeckte die zwei Männer um 3 Uhr nachts und verständigte das Altersheim. Dort habe man die beiden bereits vermisst, schrieb die Polizei in einer Pressemitteilung. Wie ging das Abenteuer aus? Die Beamten organisierten die Heimfahrt: Sie steckten die Männer in ein Taxi. Weil die aber nicht wirklich nach Hause fahren wollten, begleitete ein Streifenwagen das Taxi; POL-IZ: 180804.1 Wacken: Entspannt geht es in den Endspurt. (…) Gegen 03.00 Uhr kümmerte sich eine Streife um zwei betagtere Herren, die an dem Metal-Festival offenbar Gefallen gefunden und sich aus einem Dithmarscher Altenheim auf den Weg gen Wacken gemacht hatten. Natürlich vermisste man sie in ihrem Zuhause und organisierte rasch einen Rücktransport, nachdem die Polizei die Senioren aufgegriffen hatte. Die Männer machten sich allerdings nur widerwillig auf den Heimweg, so dass ein Streifenwagen das beauftragte Taxi vorsorglich begleitete; Unkritische Berichte über Wacken-Festival. Rentner lustig entmündigt. Zwei Senioren besuchen nachts das Wacken-Festival. Die Polizei eskortiert sie ins Altersheim zurück. Ist das als selbstverständlich hinzunehmen? Nein. Dass zwei alte Männer nachts das Wacken-Festival in Schleswig-Holstein besucht haben, ist am Wochenende vielen Medien eine Meldung wert gewesen. Mit welchem Recht die Polizei die Beiden aber zurück in ihr Altenheim eskortierte, wurde nicht hinterfragt. Die Entmündigung scheint selbstverständlich, medial herrschte Einvernehmen. Korrigiert wurde dieser Eindruck in einem seltenen Anfall von Vernunft in den Online-Kommentarspalten. (…) Hinterfragt, ob die Senioren, die anscheinend immerhin „widerwillig“ waren, eigentlich von der Polizei zur Rückfahrt gezwungen wurden – und wenn, mit welchem Recht – haben die wenigsten. Der NDR immerhin zitierte eine Polizeisprecherin: Die Beiden hätten „desorientiert und apathisch“ gewirkt. Eine echte Erklärung ist das nicht. Denn „desorientiert und apathisch“ ist ein Zustand, der sich von dem anderer Wacken-Besucher wohl kaum unterschied, die vielleicht delirant in ihren Zelten vegetierten, vielleicht im Dreck lagen und drohten, an ihrem Erbrochenen zu ersticken. Oder was man sonst eben so auf Festivals treibt. Die Rentner aber waren angeblich zu verwirrt für Wacken und wurden vermisst. Doch muss man sie dafür wie kleine Kinder behandeln? Das fragten auch viele LeserInnen in den Kommentarspalten, denen das Problem auffiel, das sich bei den wenigen Informationen ergab, die berichtet wurden. (…) Letztendlich gehe es um die Frage, ob hier ein Freiheitsentzug stattgefunden hat, dem aber enge Grenzen gesetzt wären, so Winterstein. „Ein Altenheim kann nicht bestimmen, dass Bewohner wieder zurückzukommen haben.“ Dafür bräuchte es einen vom Gericht bestellten Betreuer, der ausdrücklich das Aufenthaltsbestimmungsrecht haben muss. Auch über sogenannte Vorsorgevollmachten könne man sich selbst in Abhängigkeit begeben, etwa von einem nahen Verwandten. Aber: „Wenn damit ein Freiheitsentzug verbunden ist, braucht es dazu eine ausdrückliche gerichtliche Genehmigung“, sagte Winterstein. „Wenn die beiden Männer mit Gewalt ins Taxi gezerrt wurden, gibt es ein Problem“. Eine Ausnahme wäre eine Notmaßnahme der Polizei. Bei akuter Gefahr einer Selbstgefährdung habe sie die Befugnis, einzuschreiten. In jedem Fall fehle bei den Berichten eine Schilderung, auf welcher Grundlage gehandelt wurde.

Ungebrochene Solidarität mit „Wolle“

In der rechtsextremen Szene genießt der im Münchner NSU-Prozess wegen Beihilfe zum Mord verurteilte Ralf Wohlleben Heldenstatus. Bereits fünf Tage nachdem Ralf Wohlleben aus der Haft entlassen wurde, taucht im Internet ein Lied auf, indem der Rechtsextremist wie ein Held gefeiert wird. Sänger ist der rechte Liedermacher „Fylgien“ aus dem brandenburgischen Templin, der Künstlername von Sebastian Döhring. Der Titel des Stücks lautet „Du bist zurück (für Wolle)“. Damit tritt genau das ein, was Beobachter bereits prophezeit haben: Die rechte Szene huldigt den im gesamten NSU-Prozess seinen Gesinnungsgenossen nie abschwörenden „Wolle“ (Wohlleben) und verleiht ihm Heldenstatus. In dem siebenminütigen Epos mit Sologesang und Gitarrenbegleitung heißt es unter anderem vorausblickend: „Nun auf in die Schlacht, es ist noch nicht vorbei.“ Zumindest in seiner Berliner Zeit war Döhring NPD-Mitglied. Sein Album „Mein Glaube heißt Deutschland“, das er unter dem Pseudonym „Germanischer Geist“ einspielte, wurde 2011 wegen Kriegsverherrlichung von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. Döhring trat am 29. August 2015 zum Sommerfest bei der skandinavischen „Blood&Honour“-Sektion in Südschweden auf. Nähe zur „Blood&Honour“-Bewegung Am 20. September 2017 erfolgte bei ihm im Rahmen eines eingeleiteten Ermittlungsverfahrens wegen Volksverhetzung eine Hausdurchsuchung, weil er in seinem Versand einen 2016 herausgekommenen Tonträger der Band „Erschießungskommando“ verbreitet hat. Nachzulesen ist dies im jüngst erschienenen Verfassungsschutzbericht des Landes Brandenburg. In einer Textzeile der Combo „Erschießungskommando“ aus dem Stück „Blut und Ehre“ heißt es „Blut und Ehre treu und stolz, auf der Brust das Hakenkreuz“. Auch hiermit wird die Nähe zur „Blood&Honour“-Bewegung dokumentiert. Ein anderes Stück der Band trägt den Titel „An allem sind die Juden schuld“. Zum Repertoire gehören auch Titel wie „Ab in den Ofen“, „Gaskammerlüge“, „Der Deutschen größter Sohn“ oder „Das neue Reich“. Mit der Nummer „Katharina König“ wird der Thüringer Linken-Politikerin der Tod angedroht. Das Stück „Für alle aufrechten Streiter“ ist eine Lobeshymne auf den Holocaust-Leugner Horst Mahler. „Erschießungskommando“ ist bisher nie live aufgetreten. Mutmaßungen zufolge soll es sich um ein Projekt mit deutschen und Schweizer Bandmitgliedern handeln. Indizierung und behördlichen Ermittlungen zum Trotz sind im Internet bis heute Videoclips mit einzelnen Liedern der Combo abrufbar. Während seiner Haft im Vorwege und während des NSU-Prozesses in München wurden für den heute 43-jährigen „Wolle“ Wohlleben immer wieder Solidaritätsaufrufe verbreitet. Doch es blieb nicht dabei. Auf Veranstaltungen ging es auch darum, Geld für die juristische Auseinandersetzung zusammen zu bekommen. Bereits 2012 nahm die Thüringer Rechtsrock-Band „Sonderkommando Dirlewanger“ (SKD) zusammen mit anderen Bands eine Solidaritäts-CD für Wohlleben auf. Unter anderem beteiligt: „Uwocaust“ aus Brandenburg, „Tätervolk“ aus Berlin und „Blitzkrieg“ aus Sachsen.

via bnr: Ungebrochene Solidarität mit „Wolle“