C 18: German-British Terrormachine

Angeregt von der umfassenden Recherche von EXIF1 zum internationalen Netzwerk der rechts-terroristischen Gruppe „Combat 18“ (C18) soll der folgende Text die Rolle der an das Netzwerk angebundenen RechtsRock-Bands beleuchten. Um den Einfluss von C18 auf deutsche Neonazi-Zusammenhänge zu erfassen, lohnt sich ein Blick auf das Konzertgeschehen, sowie auf Musikproduktionen, die durch das deutsche und internationale „Blood & Honour“-Netzwerk (B&H) erstellt und vertrieben wurden. Neben der international als C18-Band bekannten englischen Band „No Remorse“ stellte vor allem die ebenfalls englische Band „Warhammer“ enge Bezüge zu dem Netzwerk her. 1996 als „Nordic Warriors“ in Newcastle gegründet, veröffentlichte „Warhammer“ um Sänger Rodney Aikin und Gitarrist Frazer Conrad Robinson drei CDs. Bereits das Frontcover ihres Debut-Albums zeigt die Band bei einem ihrer Auftritte, im Hintergrund eine „C18 England“-Flagge. Blickt man ins Booklet der 2000 auf „ISD Records“ erschienenen CD findet man u.a. Dank­sagungen an William Browning, alias „Wilf the beast“ (sic!), einer der Gründer von C18 und damaliger Betreiber von „ISD Records“. Es folgen Grüße an C18 selbst und „Del & Tic (White Wolves)“. Bei „Del“ handelt es sich um Derek O‘Connor, vormals einer der Köpfe von C18, der später als Strippenzieher der „White Wolves“ bekannt wurde. Im Nachgang der teilweise tödlichen Bombenanschläge in London 1999, die von Dave Copeland ausgeführt wurden, bekannte sich C18 zu zwei der Anschläge, aber auch die „White Wolves“ vereinnahmten die Anschläge. Ein Widerspruch also, dass „Warhammer“ beide bombenden Gruppen grüßt? Nein, denn im Verlauf der Danksagungsliste erwähnt die Band auf verächtliche Weise auch Martin Cross und Charlie Sargent. Beide gehörten einem konkurrierenden C18-Flügel an, die in eine Mord an einem Gefolgsmann von Browning verwickelt waren. (…) Das C18-Netzwerk finanziert sich bis heute u.a. von Einnahmen aus Konzerten. Schilf, Arpe und Browning waren schon 1997 für solche Konzerte in England verantwortlich. Bedeutend für den deutschen C18-Flügel dürfte ein am 26. Juni 1999 von Peruch organisiertes Konzert in der Nähe von Coburg gewesen sein. Neben „Warhammer“, „Hate Society“, „No Remorse“ und „Stahlgewitter“ trat die ebenfalls aus England stammende Band „Razors Edge“ auf. Es dürfte eines der wenigen bekannten Konzerte der 1990er Jahre mit klarem C18-Bezug in Deutschland gewesen sein, denn auch „Razors Edge“ um Sänger Andy Nolan bekennen sich in ihren Liedern zur Neonazi-Terrororganisation. Dazu passt, dass eine Delegation von 14 Mitgliedern des C18-Flügels um William Browning einen Tag später in der Nähe von Bamberg an einem B&H-Treffen teilnahmen. Das Konzept, interne Treffen im Rahmen von Konzerten abzuhalten hat bis heute bestand. Ein Neonazi-Aussteiger aus Schweden fasste dies in Hinblick auf die 1990er Jahre so zusammen: „Personen aus Deutschland kamen uns ständig besuchen (…) wir hatten viele Konzerte (…) und da gab es eben auch Treffen (…) es waren so viele Treffen. Dabei ging es hauptsächlich um Geld und die Planung von Konzerten (…) die wichtigste Person, die zu diesen Treffen nach Schweden kam war Thorsten Heise.“ Uwe Menzel und das „Rollkommando Terrormachine“ Suchte man in Deutschland Kontakt zur sächsischen B&H-Sektion, landete man früher oder später unausweichlich bei den Pots­damer Strukturen um Uwe „Uwocaust“ Menzel und seine Band „Proissenheads“. Denn die Sachsen waren seit Anbeginn von B&H in Deutschland stark mit den Branden­burgern verbandelt, planten gemeinsam Kon­zerte und unterstützten sich strukturell. Ein Gruß im Booklet der Debut-CD von „Warhammer“ an die Potsdamer „Proissenheads“ erscheint demnach nur logisch. Mit ihnen bestritten die Engländer ihr erstes Konzert in Deutschland, organisiert von der sächsischen B&H-Sektion im Mai 1998 im Raum Chemnitz. Wie weit sich die Chemnitzer und die Potsdamer auf den englischen C18-Flügel um Browning bezogen ist unklar. Fest steht, dass das Chemnitzer B&H-Netzwerk eines der bundesweit aktivsten war und man ohnehin im Vertrieb und in der Produktion von RechtsRock nicht an ihnen vorbei kam. Ähnlich wie in Chemnitz war bei den Potsdamer Strukturen schon früh ein Hang zu bewaffneten Gruppen ersichtlich. Etwa 1997, als Menzel – gemeinsam mit Neonazis aus der sächsischen B&H-Sektion, dem später engsten Unterstützernetzwerk des NSU – an einer Reise in die USA teilnahm, um neben Stadtbesichtigungen auch mit Waffen, darunter einer Pumpgun, zu hantieren. Nur ein paar Jahre später im Sommer 2000 fand die Poli­zei bei ihm eine scharfe Waffe.

via aib: C 18: German-British Terrormachine

‘Malay power’ neo-Nazi band festival cancelled in Malaysia’s Ipoh city

‘Malay power’ movement believes Malaysia should be an exclusively Malay nation, immigration should end and non-Malays should be expelled. Another concert featuring many of the same bands was announced days later, but owners of venue deny it is taking place. A festival featuring 10 right-wing “Malay power” bands scheduled to take place in the northern Malaysian city of Ipoh next month has been cancelled amid protests. The Rebellion Fest was due to feature bands from the country’s notorious Malay power scene with names such as Xenophobia, Spiderwar and Total Distrust. The Malay power movement is made up of neo-Nazi bands who want to rid Malaysia of everyone who is not ethnically Malay and stop immigration to the country. But this week, anti-fascist activists in Ipoh said that after applying pressure on Ladyboss Studio, where the Rebellion Fest was due to be held on April 13, the event was cancelled One of the activists told the Hong Kong-based Unite Asia punk and hardcore music website: “I explained to [the venue] the connection between their racist ideologies and the vile human being who attacked the mosques in New Zealand last week
“[The owner] said he never knew about any of this and if I didn’t tell him then he would never have found out. He agreed to cancel the show and return the deposit.”

via scmp: ‘Malay power’ neo-Nazi band festival cancelled in Malaysia’s Ipoh city

Konzert oder Party Rechte nutzen Gartensparten zur Vernetzung

Normalerweise ist die Kleingartenanlage „Neuer Weg“ bei Hettstedt (Mansfeld-Südharz) ein Ort der Ruhe und Entspannung. Doch an diesem Abend steht die Polizei im Garten und im Vereinsheim. Sie löst eine Party auf, die kurz davor ist, zum Rechtsrockkonzert zu mutieren. Angekündigt ist nicht irgendeine Band, sondern Kategorie C: eine Kultband der rechtsextremen Szene und unter Hooligans. 35 Gäste sind gekommen und fiebern dem Auftritt entgegen, als Polizisten die Veranstaltung auflösen. Angemietet wurde das Vereinsheim zuvor von Leuten, die keine Mitglieder im Gartenverein sind – unter einem Vorwand, wie sich herausstellt. 50 Neonazitreffen zwischen 2014 und 2018 in Sachsen So berichtete die MZ im August 2017 über den bisher bekanntesten Vorfall in Sachsen-Anhalt, wenn es um Rechtsextreme in Kleingartenanlagen geht. Seit Jahren nutzen Extremisten beschauliche, abgelegene Sparten für ungestörte Treffen und Vernetzung. Nachgewiesen ist der Trend vor allem in Sachsen, wo das Innenministerium zwischen 2014 und 2018 mehr als 50 Neonazitreffen dokumentierte.

via mz web: Konzert oder Party Rechte nutzen Gartensparten zur Vernetzung

Hetztiraden am Mikrofon

Experten halten die Texte von Gangsta-Rappern für gefährlich. Eigentlich ist Ben Salomo, geboren in Israel und aufgewachsen in Berlin, ein Rapper vor dem Herrn, aber mittlerweile findet er verdammt bittere Worte über die Hip-Hop-Szene in Deutschland: “Der deutsche Gangsta-Rap ist ein Brandbeschleuniger.” Was die Musik und vor allem die Texte befeuern, seien unter anderem Antisemitismus und Rassismus. Das sei umso schlimmer, als der Rap Millionen von Zuhörern erreiche, besonders junge Leute, die das, was sie da hörten, nicht einordnen könnten. Als Beispiel nennt er Verschwörungstheorien, die in Rap-Videos verbreitet werden.Am Donnerstagabend debattiert Ben Salomo mit dem Linguisten Axel Bohmann von der Universität Freiburg und dem Kölner Lehrer und Ex-Rapper Hannes Loh im NS-Dokumentationszentrum, das zur Podiumsdiskussion zum Thema “Wie rassistisch ist der Gangsta-Rap?” geladen hat. In seiner Einführung erinnert SZ-Feuilletonredakteur Jens-Christian Rabe, der die Debatte moderiert, an den Eklat bei der Verleihung des Echo an die Rapper Kollegah und Farid Bang, denen vorgeworfen wird, antisemitische Klischees in Umlauf zu bringen. Mit der Frage, die sich da aufdrängt, leitet Rabe die Diskussion ein: “Sind die anderen Rapper auch so drauf?” Dass Antisemitismus, Rassismus sowie Frauenfeindlichkeit und Hass gegen Schwule im deutschen Gangsta-Rap verbreitet sind, bestreitet keiner der drei Experten. Letztlich halten sie auch das in diesem Kontext oft vorgebrachte, entlastende Argument, die aggressiven Sprüche seien gar nicht so gemeint, sondern nur Teil eines Rollenspiels, für nicht stichhaltig. Genau dieses Argument, erzählt Lehrer Loh, tragen seine Schüler auch immer vor, und er lässt es im Gespräch mit ihnen erst einmal gelten. Anschließend sagt er ihnen, wie er die Sache sieht. Dass das Spiel mit antisemitischen Klischees und dergleichen eben nicht funktioniert, schon gar nicht bei Rappern wie Farid Bang und Kollegah, deren Provokationen und Tabubrüche vor allem dem eigenen kommerziellen Erfolg dienten. “Damit komme ich in eine Diskussion mit den Jugendlichen. Im Grunde bietet die Schule hervorragende Voraussetzungen für den Diskurs.”

via sz: Hetztiraden am Mikrofon

Gelbe Westen, rechte Parolen

Die erste Demo der Karlsruher Gelbwesten war von rechten Parolen dominiert. Die Organisatoren sagen, man habe das so nicht gewollt. Doch der Veranstaltungsleiter hatte selbst den Kontakt zu Rechtsaußen hergestellt – und Neonazi-Bands gehört. Als am 9. Februar in Karlsruhe rund 170 sogenannte Gelbwesten zum ersten Mal auf die Straße gehen, ist man sich nur über die Route einig. Vom Marktplatz soll es über den Friedrich- und Stephanplatz bis zur Reinhold-Frank-Straße und zurück gehen. Doch mit welchen Inhalten soll spaziert werden? Von allem etwas, Hauptsache gelb. Kaum ist die Demo in Gang, kommt es zum verbalen Schlagabtausch zwischen Linken und Rechten. “Internationale Solidarität” schallt gegen “nationale Solidarität”. Die Polizei schreitet ein: Sie schlägt dem Veranstaltungsleiter vor, das Dutzend linker Aktivisten von der Demo zu trennen. Dieser stimmt zu. Die Rechten haben fortan die Deutungshoheit – und nutzen sie. “Festung Europa – macht die Grenzen dicht!”, ruft es zuerst aus den hinteren Reihen, ehe der halbe Demonstrationszug einstimmt. Man kennt die Parole von der rechtsextremistischen Identitären Bewegung, aber auch von Pegida. “Merkel muss weg!”-Rufe finden ebenfalls breiten Anklang. Eine Handvoll Teilnehmer skandiert mehrmals den Hooligan- und Neonazi-Slogan “Unsere Fahne, unser Land – maximaler Widerstand!”. Die Personen, die leise mit einem Transparent für mehr soziale Gerechtigkeit durch die Innenstadt ziehen, gehen daneben fast unter. Ebenso die Stimme des Veranstalters Pascal Völlinger, der die Demo angemeldet hatte. Mit einem “No Nazis”-Button auf seiner Warnweste wirkt er angesichts der lautstarken rechten Parolen wie verloren. Er bittet mit dem Megafon, man solle die “Festung”-Rufe unterlassen. Vergebens.
So wie Völlinger vor der Demo gegenüber dem SWR beteuert, man sei nicht “rechtsradikal”, sondern “parteineutral”, so räumt er danach gegenüber den “Badischen Neuesten Nachrichten” ein: “Da haben sich zu viele extreme Positionen druntergemischt”. Was der 30-Jährige mit seinem prominenten “No-Nazis”-Button aber unterschlägt: Dass er selbst neonazistische Inhalte im Internet verbreitete und er einige der rechten Lautsprecher selbst eingeladen hatte.
Gelbwesten-Organisator hörte Neonazi-Lieder in sozialem Netzwerk
Denn Recherchen belegen, dass Völlinger auf seinem Profil des sozialen Netzwerks Vk, dem russischen Pendant zu Facebook, Lieder von Neonazi-Bands teilte. Unter dem Reiter “Audiodateien” hatte Völlinger 30 Lieder gespeichert, 17 davon für eingeloggte Nutzer sichtbar. Darunter: “Arisches Kind” von Landser sowie “Ruhm und Ehre der Waffen-SS” von Stahlgewitter. Ersterer Song idealisiert die sogenannte arische Rasse, letzterer glorifiziert Hitlers militärische Parteigruppe. Landser wurde 2003 verboten, die Mitglieder zu Geld- und Haftstrafen verurteilt, unter anderem wegen der Bildung einer kriminelle Vereinigung sowie Volksverhetzung. Gegen Stahlgewitter wurde 2005 ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingestellt. Durmersheim Anfang März, Spielothek am Bahnhof, Völlinger ist nervös. Doch er bestätigt die Authentizität der Inhalte. Offenbar sollten sie jedoch im Verborgenen bleiben. “Mir war nicht bewusst, dass man die Lieder sehen kann”, sagt der Mann, der im Baumarktservice arbeitet. “Die Inhalte der Lieder teile ich nicht. Ich stehe dazu, dass ich mir die Titel angehört habe, aber politisch unterstütze ich das nicht”, so Völlinger weiter. Es sei ihm um den “Sound” gegangen, nicht die Texte – und er kündigt an: “Ich lösche den Scheissdreck später”. Kurz darauf sind die Musiktitel entfernt

via kontextwochenzeitung: Gelbe Westen, rechte Parolen

#Hausdurchsuchung – #Razzia bei #NPD-Politiker – #schauhin #pack

Polizeieinsatz am Donnerstagnachmittag in Gohrisch (rund 2200 Einwohner) in der Sächsischen Schweiz. Fahnder des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTAZ) beim Landeskriminalamt durchsuchten das Haus und die Geschäftsräume des Gohrischer Gemeinderates Martin Hering (33). Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen den NPD-Politiker – der Versandhandel betreibt – wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Wie BILD aus Ermittlerkreisen erfuhr, wurde nach Ansteckern und T-Shirts gesucht auf denen Stielhandgranten und Hakenkreuze abgebildet sind.

via bild: Hausdurchsuchung Razzia bei NPD-Politiker

siehe auch: Exekutivmaßnahmen bei Online-Versandhandel. Beamte der Staatsanwaltschaft Dresden und des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums des Landeskriminalamtes Sachsen durchsuchen heute, am 7. März 2019, Wohn- und Geschäftsräume eines Beschuldigten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Geschäftsmann betreibt einen Online-Versandhandel. Grund dieser Maßnahmen ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Dresden wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen; Ergebnisse der Exekutivmaßnahmen in Online-Versandhandel. Wie am gestrigen Tag berichtet, durchsuchten Beamte der Staatsanwaltschaft Dresden und des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehr-zentrums des Landeskriminalamtes Sachsen Wohn- und Geschäftsräume eines Beschuldigten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Dabei ging es um die Sicherung von Beweismitteln zum Tatvorwurf des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
In der Wohnung und den Geschäftsräumen des tatverdächtigen deutschen Staatsangehörigen wurden – neben diversen IT-Gerätschaften (Datenträger, Desktop-Computer, Laptops) – auch ein Handy, externe Festplatten, eine relevante Druckvorlage, Oberbekleidung sowie zwei Gebrauchsgegenstände mit Sigrunen sichergestellt. Der Beschuldigte vertreibt über seine – besonders in der rechtsextremistischen Szene bekannte – Onlineplattform Artikel, welche rechtsextremistischem Gedankengut entsprechen und in der Außendarstellung geeignet sind, diese Gesinnung zu deklarieren. Dabei ist die Mehrheit der angebotenen Artikel strafrechtlich nicht relevant.

siehe dazu auch: Gohrischer Gemeinderat erneut vor Gericht (2017). Im Internet handelt der Gohrischer Martin Hering mit allerlei Nazi-Schund, darunter auch mit Musik-CDs. Eine davon war verboten. Für Martin Hering war es nicht das erste Mal, dass er wegen seines Online-Handels vor Gericht stand. Bereits 2014 musste er sich am Landgericht in Dresden verantworten, weil er Musik-CDs vertrieben hatte, deren Inhalt als Volksverhetzung gewertet wurde. Damals war Hering aber freigesprochen worden, da das Machwerk der Gruppe „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ erst zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gelistet war. Zudem gab es wohl auch ein juristisches Gutachten, in dem keine Bedenken hinsichtlich des Inhaltes der Musikstücke geäußert wurden. Dieses Mal lagen die Dinge etwas anders. Nicht Volksverhetzung, sondern vorsätzliches Anbieten jugendgefährdender Trägermedien lautete der neuerliche Vorwurf. Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte Hering von Januar bis November vergangenen Jahres die CD „Deutsches Herz“ der rechtsradikalen Band „Verboten“ im Internet angeboten, obwohl das Produkt bereits seit Dezember 2015 als jugendgefährdend eingestuft war. Per Strafbefehl war er deswegen zu einer Zahlung von 1 500 Euro verdonnert worden; Razzia bei NPD-Gemeinderat (2014). Martin Hering hatte gestern Besuch von der Polizei. Die Staatsanwaltschaft Koblenz wirft ihm Volksverhetzung vor. Die Beamten klingelten kurz vor 8 Uhr an dem Haus in Kleinhennersdorf. Sie waren gekommen, um die Wohnung von Martin Hering zu durchsuchen. Der 28-Jährige wurde gerade erst in den Gemeinderat von Gohrisch gewählt. Er ist Mitglied der NPD, verdient sein Geld als selbstständiger Unternehmer und ist mit seinem Internethandel offenbar mit geltendem Recht in Konflikt geraten. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen Martin Hering wegen des Verdachts der Volksverhetzung gemäß Paragraf 130 Strafgesetzbuch und der Gewaltdarstellung gemäß Paragraf 131 Strafgesetzbuch, bestätigt deren Sprecher, Oberstaatsanwalt Rolf Wissen. Es gibt bundesweit acht Beschuldigte. Auf Martin Hering ist die Staatsanwaltschaft Koblenz bei Ermittlungen gegen einen Mann aus dem Westerwaldkreis aufmerksam geworden. Hering und den anderen Betroffenen wird vorgeworfen, CDs mit volksverhetzenden Inhalten vertrieben zu haben. Die Tonträger stammen von mehreren Bands aus der Nazi-Szene, so Oberstaatsanwalt Wissen. Das Ermittlungsverfahren ist eingeleitet. Bei Verstößen gegen den Paragrafen 130 Strafgesetzbuch drohen Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

„Wut aus Liebe“ in der „Titanic“

Einmal mehr sticht die Gaststätte „Titanic“ in Neumünster als der zentrale Treffpunkt für die rechte Szene in Schleswig-Holstein hervor. Für den 9. März wird seit Wochen für ein Konzert in der Lokalität geworben. Demnach werden am Samstag ein Auftritt von „Stonehammer“ und dazu „Karin“ angekündigt. Für „Stonehammer“ steht bekanntermaßen der Sänger und Dudelsackspieler „Griffin“, bürgerlich David Allen Surette. Der Kanadier hat seit vielen Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Berlin und Umgebung aufgeschlagen. Immer wieder verdient er auch als Tätowierer sein Geld. Er ist Mitglied bei der rechtsextremen sich rockerähnlich gebarenden Gruppe „Vandalen“. Auftritte mit „Griffin“ gab es in der Vergangenheit immer wieder aus der international vernetzten „Blood&Honour“-Bewegung heraus. Zuletzt wurde er für den 7. Februar im Vorlauf zum braunen „Day of Honour“ als Solokünstler in Budapest beworben.
Mit „Karin“ ist die Liedermacherin Karin Mundt aus Niedersachsen gemeint, die sich auch „Wut aus Liebe“ nennt. In der Vergangenheit begleitete sie häufig Informations- und Solidaritätsveranstaltungen für die derzeit inhaftierte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel. Mundt kennt die „Titanic“ bereits als musikalische Begleitung einer NPD-Veranstaltung am 25. März des Vorjahres. Stumme Anwesenheit im Stadtparlament Die Innenstadtkneipe wird von Horst Micheel betrieben. Seit der vergangenen Kommunalwahl im Mai 2018 ist Micheel neben Mark Michael Proch als zweiter NPD-Ratsherr ins Neumünsteraner Stadtparlament eingezogen. Im Gegensatz zu den die Öffentlichkeit suchenden stellvertretenden schleswig-holsteinischen NPD-Landesvorsitzenden Proch, der bei der Europawahl Platz 9 auf der Parteiliste bekleidet, tritt Micheel dort nur durch stumme Anwesenheit in Ratsversammlungen und Ausschusssitzungen in Erscheinung.

via bnr: „Wut aus Liebe“ in der „Titanic“

Neonazi-Aufmarsch bei Konzert im Bitzer „Hasenheim“

Die Hochalbhalle in Bitz wird gerne für Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Konzerte gebucht. Am vergangenen Samstag wurde ohne Wissen des Vermieters, des Kaninchenzuchtvereins Bitz, ein rechtsradikales Konzert veranstaltet. Ein Mann gab an, seinen Geburtstag feiern zu wollen. In Wahrheit organisierten Rechtsradikale ein Konzert in den Räumen des Bitzer Kaninchenzuchtvereins. Die 3700-Seelen-Gemeinde Bitz hat unfreiwillig bundesweit an zweifelhafter Bekanntheit hinzugewonnen. Wie Zeit Online berichtet, fand am vergangenen Samstag ein Konzert im Haus des Kaninchenzuchtvereins Bitz statt, landläufig bekannt als Hasenheim. Veranstaltet wurde das Konzert von Neonazis. „Davon hat die Gemeindeverwaltung nichts gewusst“, sagt der Bitzer Bürgermeister Hubert Schiele. Muss sie auch nicht. Die Räume werden vom Verein vermietet. Gibt der Mieter an, eine private Veranstaltung feiern zu wollen, bei der keine Schankerlaubnis erteilt werden muss, wird die Gemeinde nicht informiert.
Gemeinde und Kaninchenzüchter wussten nicht Bescheid
Ingrid Matthes ist beim Verein für die Vermietung zuständig. Darauf angesprochen, dass sie am Samstag die Räume an Neonazis vermietet hat, fiel Matthes aus allen Wolken. Der junge Mann, dem sie am Freitag zuvor die Schlüssel in die Hand gedrückt hatte, habe angegeben, seinen 40. Geburtstag im Hasenheim feiern zu wollen – mit Musik und etwa 100 Gästen.
Ingrid Matthes schöpfte keineswegs Verdacht, wie sie sagte. Er sei ein netter junger Mann gewesen, der wie vereinbart am Sonntag den Schlüssel zurückgegeben habe. „Die Halle war in tadellosem Zustand.“
Das Konzert sollte also im Verborgenen stattfinden. Ein Rechercheteam mischte sich jedoch unter die Besucher. Bereits Wochen vor dem Konzert waren in der rechtsextremen Szene Flugblätter kursiert, die ein Konzert angekündigt hatten, jedoch ohne genaue Ortsangabe. „Irgendwo in Süddeutschland“ hatte es geheißen. Für weitere Informationen war die E-Mail-Adresse einer „Sektion SüdWürttemberg“ angegeben worden, schreibt Zeit Online. Von dieser habe man eine Telefonnummer erhalten.
Am Tag des Konzerts gab es per Telefon schließlich weitere Informationen – unter den Anrufern war auch ein Journalist.
Die Auskunft: Am Abend des Konzerts soll der Parkplatz eines Supermarktes in Gammertingen als Treffpunkt dienen. Von dort aus wurden die Konzertbesucher weiter nach Bitz gelotst. Die Polizei wusste von den Konzertplanungen. „Verhindern konnten wir es aber nicht“, sagt Harri Frank, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Vom genauen Ort des Geschehens hatten die Polizisten aber wohl keine Ahnung.
Da konnte ihnen das Rechercheteam weiterhelfen. Wie Zeit Online berichtet, stand das Rechercheteam mit den Beamten in Kontakt. Das Team soll es dann auch gewesen sein, das den Veranstaltungsort ausfindig machte. Die Polizei reagierte. Beamte in zivil waren am Samstagabend vor Ort, um die „Geburtstagsfeier“ zu beobachten und im Ernstfall einzugreifen. „Der Ernstfall trat aber nicht ein“, sagt Polizeisprecher Frank. Laut Zeit Online seien die Polizisten daraufhin wieder frühzeitig abgerückt, ohne sichtbare Maßnahmen zu ergreifen. Dieser Darstellung widerspricht Frank: „Das stimmt so nicht.“ Dem Rechercheteam könne gar nicht ersichtlich gewesen sein, wie viele Kriminalbeamte vor Ort waren. „Die Beamten sind nahezu bis zum Schluss der Veranstaltung in Bitz geblieben“, sagt der Polizeisprecher.
Wie viele Kräfte im Einsatz waren, will die Polizei aber aus taktischen Gründen nicht preisgeben. Das Ergebnis des Abends laut Polizei: Es laufen keine Ermittlungen im Hintergrund. Die Veranstaltung sei als private Feier angemeldet worden und ohne Auffälligkeiten abgelaufen.

via swp: Neonazi-Aufmarsch bei Konzert im Bitzer „Hasenheim“

Braune Lebensphilosophie

Der Rechtsrock-Musiker Frank Krämer hat bei zwei Veranstaltungen sein Buch „Werde Unsterblich – Rechte Metapolitik als Lebensphilosophie“ in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Am Freitagabend lud der deutschlandweit bekannte Neonazi-Treff „Haus Jugendstil“ in Anklam wieder zu einer Vortragsveranstaltung ein. Frank Krämer, Gitarrist der Rechtsrock-Band „Stahlgewitter“, lockte mit seinem Buch „Werde Unsterblich – Rechte Metapolitik als Lebensphilosophie“ über 150 Neonazis in den Saal in Anklam. Laut Angaben der Organisatoren war die Veranstaltung ausverkauft. Bereits eine Stunde vor Beginn reisten die ersten Gäste an, um sich die besten Plätze zu sichern. Die meisten parkten in den umliegenden Straßen und machten sich dann in Kleingruppen auf den Weg zum „Haus Jugendstil“. Im Publikum fanden sich vorwiegend Neonazis, die in den lokalen rechten Strukturen verankert sind.Weiter ging es am darauffolgenden Nachmittag in den Westen Mecklenburg-Vorpommerns. Das „Thinghaus“ öffnete ab 14.00 Uhr seine Tore, um die anreisenden Gäste zu empfangen. Eine ähnlich große Anzahl an Interessierten wie am Tag zuvor in Anklam kam dazu in die Kleinstadt. Organisiert wurde die Veranstaltung laut Polizei von der NPD. Zu der Veranstaltung reisten die Teilnehmer auch aus den umliegenden Bundesländern wie Schleswig-Holstein oder Niedersachsen an.
Als Ansprechpartner für den Vortragsnachmittag im „Thinghaus“ war der frühere NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit zuständig. Der Inhaber des Neonazi-Versands „Levensboom“ machte in jüngerer Vergangenheit auf sich aufmerksam, als er mit dem NSU in Verbindung gebracht wurde. Während einer Hausdurchsuchung 2012 hatte das Bundeskriminalamt einen Brief des NSU in seiner Wohnung sichergestellt. Im Szenemagazin „Der Weisse Wolf“, bei dem Petereit als Herausgeber beteiligt war, war eine Grußbotschaft erschienen: „Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen 😉 Der Kampf geht weiter …“ Diese Zusammenhänge sind bis heute nicht lückenlos aufgeklärt.

via bnr: Braune Lebensphilosophie

Neuheidnisches Frühlingstreffen

Der so genannte „Orphische Kreis“ agiert weiterhin als kultureller Anlaufpunkt für völkisches und neurechtes Gedankengut. Bereits heute wird durch den selbst ernannten Zusammenschluss mit dem Namen „Orphischer Kreis“ ein Frühjahrsfest in Sachsen-Anhalt angekündigt, das unter dem unverdächtigen Motto „Heimkehr im Mai“ stattfinden soll.
Treffen will man sich demnach am 4. und 5. Mai im Südharz. Erst mit einer Anmeldebestätigung soll der genaue Veranstaltungsort mitgeteilt werden. Im September 2017 und 2018 wurde bereits zum Event mit dem Titel „Ernte unterm Bronze-Mond“ nach Nebra (Unstrut) eingeladen. (bnr.de berichtete) Der „Orphische Kreis“ agiert als kultureller Anlaufpunkt für völkisches und neurechtes Gedankengut. Die Zusammenkünfte verknüpfen esoterisch-heidnische Denkmuster mit deutlichen Schnittmengen hinein in die rechte Szene.
Verbindungen zur „Identitären Bewegung“ Als einer der Organisatoren tritt dabei Carsten Müller auf, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Baal Müller. Zum Triumvirat unter dem Namen „Orphischer Kreis“ gehören zudem noch die in Neofolk-Zusammenhängen aktiven Musiker Uwe N. und Rudolf „Sonnenkind“ Seitner aus Berlin. Letzterer ist mit seinem jüngsten Tonträger auch in der Neonazi-Periodika „N.S. Heute“ besprochen worden und wird über den auch im Rechtsrock-Geschäft tätigen Versand „Das Zeughaus“ aus Lingen vertrieben. Zu seinen musikalischen Einflüssen benennt Seitner unter anderem den braunen Liedermacher Frank Rennicke. Laut Mitteilung des „Identitären“-Projekts „Kontrakultur Halle“ sei „Sonnenkind“ erst kürzlich in deren Domizil „Haus Flamberg“ aufgetreten. Ebenfalls mit von der Partie war demnach N. Die Verbindung zwischen „Identitärer Bewegung“ und Protagonisten des „Orphischen Kreises“ zeigte sich bereits im vergangenen Herbst, als die bei „Kontrakultur Halle“ eine maßgebliche Rolle einnehmende Melanie Schmitz musikalischer Gast beim Ernte-Meeting war. Auftritt von „Fire & Ice“ Für das anstehende Frühlingstreffen des „Orphischen Kreises“ wird zum einen ein Auftritt der neu formierten Band „Schwarze Heimat“ aus Magdeburg angekündigt wie auch das Mitwirken von „Fire & Ice“, dem seit 1991 aktiven Neofolk-Projekt des Briten Ian Read.

via bnr: Neuheidnisches Frühlingstreffen