Betreff “NSU 2.0” – Kölner Anwalt erstattet Anzeige wegen rechtsextremer Hassmail – #schauhin

In Hessen begann mit einem Drohschreiben gegen eine türkischstämmige Anwältin eine Polizeiaffäre. Nun hat ein bekannter Anwalt aus Köln eine Hassmail erhalten, die Ähnlichkeiten zu dem Drohbrief aufweist. Der Kölner Strafverteidiger Mustafa Kaplan hat wegen einer rechtsextremen Hassmail mit dem Betreff “NSU 2.0” Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Das Schreiben ging am Montag an die Staatsanwaltschaft Köln, es liegt dem SPIEGEL vor. Kaplan ist in Deutschland als Anwalt von NSU-Opfern bekannt und vertritt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Streit mit dem TV-Mann Jan Böhmermann. Der Fall ist brisant vor dem Hintergrund der Ermittlungen gegen ein mutmaßlich rechtsextremes Netzwerk in der Frankfurter Polizei. Der Ursprung des dortigen Verfahrens liegt in einem Fax an die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz. Darin drohen Unbekannte unter dem Decknamen “NSU 2.0” mit Gewalt gegen die Tochter der Juristin. Sie vertrat wie Kaplan im NSU-Prozess Nebenkläger.
Kaplan sagte dem SPIEGEL, er vermute bei der Mail an ihn “dieselbe Quelle” wie bei der Frankfurter Kollegin. Nicht nur der Begriff “NSU 2.0” tauche auf, sondern auch “die Gewalt in der Sprache”. Er fühle sich bedroht, wolle sich aber “nicht verstecken”, sagt Kaplan. “Es ist offenbar das Ziel, Menschen mit Migrationshintergrund mundtot zu machen.” Der Jurist erwartet, dass die Staatsanwaltschaft Köln seinen Fall an die Kollegen in Frankfurt weiterreicht, um die Ermittlungen zu bündeln. Absender “Wehrmacht” Die Hassmail erhielt Kaplan am Sonntagmorgen. Dem Verteiler zufolge ging die Post an mehrere Strafverteidiger, Journalisten und Pressestellen von Ermittlungsbehörden. Der Absender “Wehrmacht” fordert in wirren Zeilen unter anderem zehn Millionen Euro in der Netzwährung Bitcoin und droht mit dem Mord an Kindern und Beamten.
Nach SPIEGEL-Informationen hat der anonyme Absender in den vergangenen Wochen mehrfach Strafverteidiger bedroht, die bekannt dafür sind, Menschen mit Migrationshintergrund zu vertreten. Einen konkreten Hinweis zum Frankfurter Fall liefern die Mails demnach aber nicht.
Kaplan sagte, er habe in der Vergangenheit mehrfach Schmähpost ignoriert. Diesmal aber sei eine Schwelle überschritten. “Ich gehe davon aus, dass ich vor allem deshalb als Adressat ausgewählt wurde, weil ich den türkischen Präsidenten in der Böhmermann-Sache vertrete.”

via spon: Betreff “NSU 2.0” Kölner Anwalt erstattet Anzeige wegen rechtsextremer Hassmail

siehe auch: Rechtsextreme Polizisten in Frankfurt – Weitere Verdachtsfälle bei hessischer Polizei. Medienberichten zufolge sollen auch weitere Polizisten in Hessen mit rechtsextremem Gedankengut aufgefallen sein. Die Grünen fordern derweil ein Frühwarnsystem. Die Affäre um mutmaßliche rechtsextreme Netzwerke in der hessischen Polizei weitet sich offenbar aus. Wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtete, sollen nicht nur Polizeibüros in Frankfurt am Main durchsucht worden sein, sondern auch eine Dienststelle im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Demnach sollen auch Polizisten anderer Präsidien durch rechtsradikales Gedankengut aufgefallen sein, was polizeiintern geprüft werde.

Rechtsextreme Polizisten in Frankfurt – Weitere Verdachtsfälle bei hessischer Polizei

Medienberichten zufolge sollen auch weitere Polizisten in Hessen mit rechtsextremem Gedankengut aufgefallen sein. Die Grünen fordern derweil ein Frühwarnsystem. Die Affäre um mutmaßliche rechtsextreme Netzwerke in der hessischen Polizei weitet sich offenbar aus. Wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtete, sollen nicht nur Polizeibüros in Frankfurt am Main durchsucht worden sein, sondern auch eine Dienststelle im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Demnach sollen auch Polizisten anderer Präsidien durch rechtsradikales Gedankengut aufgefallen sein, was polizeiintern geprüft werde. (…) Der Professor für Polizeiwissenschaften an der Akademie der Polizei Hamburg, Rafael Behr, geht davon aus, dass es sich bei den Vorgängen in Frankfurt nicht um einen Einzelfall handelt. „Innerhalb der Polizei gibt es durchaus Milieus, die sich in solche Positionen versteigen und darin gefallen, extreme Ansichten zu teilen“, sagte Behr dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Es gibt immer wieder Vorfälle.“

via tagesschau: Rechtsextreme Polizisten in Frankfurt – Weitere Verdachtsfälle bei hessischer Polizei

siehe auch: Rechtsextreme in der Frankfurter #Polizei – Kriminologe: kein #Einzelfall – aber auch kein #Muster – #terror #polizeigewalt. Die Frankfurter Polizei wird vor einem Skandal erschüttert: Es soll dort ein rechtsextremes Netzwerk geben. Der Kriminologe Rafael Behr warnt davor, den Vorgang zu verharmlosen – sieht darin aber keinen Hinweis auf eine strukturelle Rechtslastigkeit der Polizei. Die Ermittlungen gegen das mutmaßliche rechtsradikale Netzwerk bei der Frankfurter Polizei hat nun das hessische Landeskriminalamt an sich gezogen. Vor einigen Tagen war bekanntgeworden, dass gegen vier Polizisten und eine Polizistin des 1. Frankfurter Polizeireviers wegen Volksverhetzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole ermittelt wird. Die Beamten sollen sich gegenseitig fremdenfeindliche und rechtsextreme Bilder, Videos und Texte zugeschickt haben. Sie sind vom Dienst suspendiert worden; Rechtsextreme in Hessens Polizei – gibt es weitere Verdächtige? Fünf Polizisten sollen eine Anwältin von NSU-Opfern und ihre Tochter bedroht haben. Gegen sie wird ermittelt. Doch kurz nach Bekanntwerden dieses Falls von Rechtsextremismus bei der Polizei wird bekannt: Offenbar gibt es weitere Verdachtsfälle. Das rechtsextreme Netzwerk innerhalb der hessischen Polizei könnte größer sein als bisher angenommen. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurden nicht nur in Frankfurt Büros von Polizisten durchsucht, sondern auch in einer Dienststelle im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Laut dem Bericht werden außerdem weitere Verdachtsfälle in anderen Präsidien polizeiintern geprüft. Der Tagesspiegel erfuhr aus Sicherheitskreisen, dass die Staatsanwaltschaft Verfahren gegen weitere Polizeibeamte eingeleitet haben soll. Von Seiten der Behörden gibt es noch keine Bestätigung.

Not a single Homeland Security official is dedicated to monitoring right-wing extremism anymore

The Oklahoma City bombing woke up U.S. counterterrorism officials to violent white supremacy and other forms of right-wing extremism. But 9/11 and political pressure turned their attention elsewhere — and “now, they have no idea how to stop” far-right extremists, The New York Times details in Thursday’s episode of The Daily podcast. After Timothy McVeigh’s deadly 1995 attack, an FBI crackdown “somewhat succeeded in sending the far right underground,” Times contributor Janet Reitman reports on The Daily. Then 9/11 arrived, and “the entire national security apparatus,” including the FBI under then-director Robert Mueller, shifted to “countering Islamic extremism,” Reitman says. Just one man — Daryl Johnson — was left to probe domestic right-wing extremism under the newly formed Department of Homeland Security.

via the week: Not a single Homeland Security official is dedicated to monitoring right-wing extremism anymore

Charlottesville "Unite the Right" Rally (35780274914).jpg
By Anthony CriderCharlottesville “Unite the Right” Rally, CC BY 2.0, Link

Web giant Cloudflare reportedly providing service to seven terrorist organizations

Cloudflare could be in hot waters. Why it matters: Cloudflare has been accused of providing internet related services to terrorist organizations – again. The company, which receives more traffic than Twitter, Amazon, Apple, Instagram, Bing and Wikipedia combined, offers essential services that protect and shield websites from all sorts of attacks, most notably DDoS. If a terrorist organization needed protection from vigilante hackers, they’d be forced to go with one of the best networks out there, but why would any respected American company offer service to terrorists? An investigation by the HuffPost has found that Cloudflare provides online protection to seven terrorist organisations. These include the Taliban, al-Shabab, the Popular Front for the Liberation of Palestine, Al Quds Brigades, the Kurdistan Worker’s Party (PKK), the al-Aqsa Martyrs Brigade and Hamas. While various experts from the US and the international Counter Extremism Project have analyzed the websites and are very certain in their findings, Cloudflare refuses to admit if they are protecting the websites, citing “privacy concerns.”

via techspot: Web giant Cloudflare reportedly providing service to seven terrorist organizations

#Rechtsextreme in der Frankfurter #Polizei – Kriminologe: kein #Einzelfall – aber auch kein #Muster – #terror #polizeigewalt

Die Frankfurter Polizei wird vor einem Skandal erschüttert: Es soll dort ein rechtsextremes Netzwerk geben. Der Kriminologe Rafael Behr warnt davor, den Vorgang zu verharmlosen – sieht darin aber keinen Hinweis auf eine strukturelle Rechtslastigkeit der Polizei. Die Ermittlungen gegen das mutmaßliche rechtsradikale Netzwerk bei der Frankfurter Polizei hat nun das hessische Landeskriminalamt an sich gezogen. Vor einigen Tagen war bekanntgeworden, dass gegen vier Polizisten und eine Polizistin des 1. Frankfurter Polizeireviers wegen Volksverhetzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole ermittelt wird. Die Beamten sollen sich gegenseitig fremdenfeindliche und rechtsextreme Bilder, Videos und Texte zugeschickt haben. Sie sind vom Dienst suspendiert worden.
Ein weiteres Detail, das deutlich schwerer wiegt, wird momentan noch nicht offiziell bestätigt. Nach einem Bericht der FAZ soll das Netzwerk auch der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz einen Drohbrief geschickt haben. Die Anwältin hatte im NSU-Prozeß eine Opfer-Familie vertreten. Der Kriminologe Rafael Behr warnte im Deutschlandfunk Kultur davor, die Vorgänge in Frankfurt als Einzelfall abzutun. Solche heimlichen Bünde gebe es in der Polizei immer wieder. Zugleich sei dies aber kein Hinweis auf eine strukturelle Rechtslastigkeit der Polizei, betonte er. Ordnungsvorstellungen eher rechts als links Die Polizei ziehe als Arbeitgeber Menschen an, die bestimmte Ordnungsvorstellungen hätten, sagte Behr. Diese Ordnungsvorstellungen gehen Behr zufolge „in rechten Mustern eher auf als in linken“. Deswegen gebe es wenig linke Polizisten und tatsächlich vermehrt wertkonservative, die auf den starken Staat setzten und tendenziell dann auch anfällig für rechtes Gedankengut seien.

via deutschlandfunk: Rechtsextreme in der Frankfurter PolizeiKriminologe: kein Einzelfall – aber auch kein Muster

Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche – Berliner Frauenärztin kämpft gegen §219a

Die Steglitzer Gynäkologin führt Schwangerschaftsabbrüche durch und informiert darüber auf ihrer Webseite. Die Anklage möchte sie aussitzen. Wer bietet in Berlin Schwangerschaftsabbrüche an? Das Hauptstadtportal berlin.de führt eine Liste mit den Berliner Ärzten, die bereit sind, öffentlich in diesem Zusammenhang genannt zu werden. „Das ist doch alles Mist“, sagt die Steglitzer Gynäkologin Bettina Gaber nach einem kurzen Blick auf die Liste. 74 Frauenärzte stehen auf dieser Liste. „Auf Anhieb sehe ich hier mindestens vier Ärzte, die inzwischen nicht mehr praktizieren.“ Außerdem sei es für betroffene Frauen in einer so sensiblen Situation wichtig, ein Gefühl dafür zu bekommen, wer sich hinter diesen Namen verbirgt. Die Webseite einer Praxis kann so ein Gefühl vermitteln. Deswegen hat sich die 56-jährige Gynäkologin ganz bewusst dazu entschieden, den hoch umstrittenen Satz auf ihrer Webseite stehen zu lassen: „Auch ein medikamentöser, narkosefreier Schwangerschaftsabbruch gehört zu den Leistungen von Frau Dr. Gaber.“ Diese Information reicht womöglich aus, um als „Werbung“ für einen Schwangerschaftsabbruch gedeutet zu werden und damit gegen den Paragrafen 219a des StGB zu verstoßen. Ein Paragraf, der 1933 eingeführt wurde und „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche „des Vermögensvorteils wegen“ verbietet. Danach ist der Paragraf lange Zeit in Vergessenheit geraten.
“Lebensschützer”-Duo hat den Paragrafen 219a bekannt gemacht
Als Gaber die Praxis 2009 gemeinsam mit ihrer Kollegin Verena Weyer eröffnete, hatte sie vom Paragrafen 219a noch nie gehört. Inzwischen wird das so keine Frauenärztin mehr von sich sagen können. Denn seit einigen Jahren hat sich ein militantes Duo aus selbsternannten „Lebensschützern“ zum Ziel gesetzt, bundesweit Ärzte anzuzeigen, die auf ihrer Webseite darüber informieren, dass sie Abtreibungen vornehmen. So haben sie auch Bettina Gaber und Verena Weyer angezeigt. Einer der beiden „Lebensschützer“ ist ein seit Jahren bekannter Abtreibungsgegner, der eine Webseite betreibt, auf der er Schwangerschaftsabbrüche mit dem Holocaust gleichsetzt.

via tagesspiegel: Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche Berliner Frauenärztin kämpft gegen §219a

Chemnitzer #Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen #Höcke ein – #afd #bernd #schauhin

AfD-Politiker Björn Höcke soll das Foto eines Gewaltopfers missbräuchlich verwendet haben – und gerät nun zunehmend ins Visier der Justiz. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen ihn ein. Am Freitag hob der Justizausschuss des Thüringer Landtags nach Angaben der AfD-Fraktion die Immunität ihres Vorsitzenden Björn Höcke auf. Nun leitet die Staatsanwaltschaft Chemnitz gegen Höcke ein Ermittlungsverfahren ein. Dies könne geschehen, sobald das Schreiben des Thüringer Landtags mit der Aufhebung der Immunität des Abgeordneten eingehe, sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart. Die Aufhebung der Immunität des Politikers war Voraussetzung für diesen Schritt. Dem Thüringer AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzenden wird vorgeworfen, das Foto eines Gewaltopfers missbräuchlich verwendet zu haben. Der Vorwurf laute auf Vergehen gegen das Kunsturheberrechtsgesetz. Eine entsprechende Anzeige liege vor, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Hintergrund ist die Anzeige der Eltern von Sophia L., die im Sommer Opfer eines Mordes wurde. Tatverdächtig ist ein Lkw-Fahrer aus Marokko. Das Foto von L. war beim sogenannten Trauermarsch rund um die Krawalle in Chemnitz im Großformat gezeigt worden. Auch Höcke hatte daran teilgenommen und ein entsprechendes Foto auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Die nach dem Urheberschutzgesetz erforderliche Einwilligung der Eltern dafür wurde laut Staatsanwaltschaft nicht eingeholt.

via spon: Chemnitzer #Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen #Höcke ein

der bernd; screenshot yt

Angriff auf Mainzer Fußball-Fans 16 200 Euro Geldstrafe für AfD-Politiker

Für die Unterstützung eines Angriffs Kaiserslauterer auf Mainzer Fußball-Fans muss der AfD-Politiker Sebastian Münzenmaier eine Geldstrafe von 16 200 Euro zahlen. Dazu verurteilte das Landgericht Mainz den Bundestagsabgeordneten wegen Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung. Es legte die Strafe in dem Berufungsverfahren auf 90 Tagessätze zu je 180 Euro fest. Das Verfahren drehte sich um eine Attacke von Mitgliedern der Kaiserslauterer Ultra-Szene auf Mainzer Anhänger 2012. FCK-Fans hatten Fanbusse der Mainzer, die gerade von einem Auswärtsspiel in Augsburg zurückgekommen waren, abgepasst und attackiert. Der aus der Pfalz stammende Münzenmaier soll die Angreifer unter anderem zum Tatort gelotst haben.
Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass er den FCK-Anhängern geholfen hat, der Gegenseite aufzulauern und sie zu verprügeln. Deswegen hatte es ihn im vergangenen Jahr zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Dagegen hatten sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, so dass der Fall nun vor dem Landgericht landete. In Ihren Plädoyers sprachen sich die Verteidigung für 80 und die Staatsanwaltschaft für 90 Tagessätze aus. Die Staatsanwaltschaft zog ihre Berufung zurück, Münzenmaier beschränkte seine auf das Strafmaß, so dass keine neue Beweiserhebung nötig wurde.

via bild: Angriff auf Mainzer Fußball-Fans 16 200 Euro Geldstrafe für AfD-Politiker

siehe auch: Bundestagsabgeordneter Sebastian #Münzenmaier (29) – #AfD -Politiker wegen #Schlägerei vor #Gericht – #schauhin #hooligan #schläger. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier hält Reden im Berliner Reichstag und reist als Chef des Tourismus-Ausschusses um die Welt – zuletzt nach Namibia. Aber: Jetzt holt ihn seine Vergangenheit ein. Er muss am Montag zu einem Berufungsprozess erscheinen. Der Grund: Er soll eine brutale Prügelei zwischen Fans des 1. FC Kaiserslautern und Mainz 05 mit organisiert haben. Die Massenprügelei: In der Nacht zum 18. März 2012 kehrten drei Busse mit Mainz-05-Fans von einem Auswärtsspiel zurück, stoppten in Mainz am Bruchwegstadion. Plötzlich wurden sie von 50 Kaiserslautern-Fans überfallen. Einige waren vermummt, hatten Knüppel dabei. Es kam zur Schlägerei, Bierkästen und Baustellenschilder flogen. Als die Polizei kam, flüchteten die Angreifer. Der erste Prozess: Münzenmaier stand bereits 2017 vor dem Schöffengericht Mainz. Damals schilderte ein Mainz-05-Fan (31): „Als wir aus dem Bus stiegen, war das wie der dritte Weltkrieg.“ Ein anderer (56), der bewusstlos geschlagen wurde, sagt: „Es waren bis zu 70 Angreifer, die in Reih und Glied auf uns zu marschierten. Einige hielten Dachlatten in Händen

auszug screenshot FB-Seite Münzenmaier; archive is QOdKp – anderen unterstellt er gerne, gewaltsam zu sein. Er selbst aber … naja. Urteil sagt alles.

Erinnerung an Opfer des Brandanschlags in Schwandorf

Heute jährt sich zum 30. Mal der Brandanschlag auf das ehemalige “Habermeier-Haus” in Schwandorf, bei dem am 17. Dezember 1988 eine dreiköpfige türkische Familie und ein 47 Jahre alter Schwandorfer ihr Leben lassen mussten. Deswegen findet auch heuer wieder um 17 Uhr eine Gedenkstunde in der Spitalkirche statt, um an die Opfer des Brandanschlags zu erinnern. Rechtsextreme Tat Ein 19-jähriger Rechtsextremist legte damals das Feuer in dem Gebäude. Der Täter wurde später zu einer langen Haftstrafe verurteilt, 2001 kam er wieder frei.

via br: Erinnerung an Opfer des Brandanschlags in Schwandorf

Und dann räumen wir hier auf – #terror #torgau #kaltland #schauhin

Firas Karim* spürt nicht, wie die Kugel sich in seinen Körper bohrt, durch ihn hindurchstößt, knapp an seinem Herzen vorbei. Er hört nur das Knallen, nachdem sie ihn geschubst haben und er zurückschubsen wollte, den einen Mann, die zwei Männer, die plötzlich vor ihm standen, und die anderen, die dahinter waren. Er stolpert. Die Laternen erhellen den Marktplatz von Torgau in Sachsen. Keine Spur von seinen Cousins, die gerade noch neben ihm waren. Karim beginnt zu laufen. Das Knallen war ein Schuss, das weiß er jetzt. Er muss hier weg. Kenneth E., der Mann, der aus knapp zwei Meter Entfernung auf ihn zielte, ist aber ohnehin schon zurück in der Wohnung direkt am Marktplatz. Zu seiner Freundin auf der Couch sagt er, „der Asylant“ habe Stunk gemacht. Der „Asylant“. Karim ist vor zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland geflohen. Achtmal muss er operiert werden, damit er den Abend in Torgau überlebt. Das Landgericht Leipzig hat den Täter gerade wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft und anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.
Kaum jemand hat von diesem Fall gehört. Mitten auf dem Marktplatz einer deutschen Kleinstadt versucht ein Mann, einen Syrer umzubringen, und keine überregionale Zeitung berichtet darüber. Die sächsische Polizei hakt den Mordversuch unter „Schießerei“ ab; ein rassistisches Tatmotiv wird in der kurzen Meldung nicht erwähnt. Der Torgauer Lokalzeitung ist das Verbrechen nicht einmal einen eigenen Artikel wert.
„Wenn Flüchtlinge die Opfer sind, wird geschwiegen“, sagt Karim. Er will reden: berichten, was ihm widerfahren ist. Als jemand auf der Facebook-Seite der „Torgauer Zeitung“ unter der kurzen Meldung zu dem Fall fragt, was der Syrer denn in Torgau zu suchen hatte, kommentiert Karim selbst: Er fahre, wohin er wolle. (…) Im Torgauer Krankenhaus stoppte ein Arzt die inneren Blutungen und veranlasste, dass Karim unverzüglich nach Leipzig gebracht wurde, wo er notoperiert werden sollte. Bevor das allerdings geschah, tauchten auch in der Klinik in Leipzig an seinem Krankenbett Polizisten auf, um ihn zu befragen: Welche Drogen er nehme. Er solle nicht lügen. „Asylant“ oder „Kanake“ Dass die jungen Männer aus Syrien Drogen und Waffen bei sich hätten, hatten schon die Beamten in Torgau unterstellt, die eine Hausdurchsuchung bei Ibrahim veranlassten, kaum dass Karim im Krankenwagen abtransportiert wurde.
Tatsächlich lagen Drogen und Waffen ein paar hundert Meter weiter: in der Wohnung von Anton G. – jener Wohnung, in die Kenneth E. zurückkehrte, nachdem er abgedrückt hatte. Dass er der Täter war, ließ sich vor Gericht erst nach Monaten rekonstruieren. Dort traten der Reihe nach Zeuginnen und Zeugen auf, die alle verstrickt waren in die Geschehnisse dieser Nacht in Torgau und die im Lauf des Verfahrens ihre Aussagen widerriefen, sich widersprachen. Der Nebenklagevertreter Jasper Prigge nannte das in seinem Plädoyer eine „Mauer des Schweigens“ der Torgauer, die einander deckten, solange sie nicht selbst verdächtigt wurden: Wie Anton G., der lokale Crystal-Meth-Versorger, der, als der Verdacht auf ihn fiel, schließlich doch seinen Freund Kenneth E. belastete. Wie Frauke F.*, die damalige Freundin des Täters, die sich vor Gericht wand, zusammenbrach und schließlich sprach. Während der Schüsse wartete sie auf E., mit dem sie davor Drogen genommen hatte. Gemeinsam mit Anton G. kam er die Treppe wieder nach oben, sagte dabei, dass er ihm eine Stahlkugel verpasst habe. Dem „Asylanten“. Oder dem „Kanaken“, wie die verschiedenen Zeugen die Syrer vor Gericht nennen. Dort wird Frauke F. gefragt, ob ihr Exfreund etwas gegen Ausländer habe. Sie antwortet, viele in Torgau hätten was gegen Ausländer.

via faz: Und dann räumen wir hier auf