Überfall auf Türken

Nürnberger Nachrichten – Region + Bayern. Überfall auf Türken
Wieder ausländerfeindliche Tat in Bad Windsheim

Ein 39-jähriger türkischer Staatsbürger ist während der Nacht zum Pfingstsonntag in Bad Windsheim aus einer zirka zehn Personen zählenden Gruppe heraus zusammengeschlagen und verletzt worden. Der Überfallene, der zudem mit «Ausländer raus”-Rufen beschimpft wurde, erkannte zwei der Täter und erstattete Anzeige. Das Brüderpaar wird laut Polizei der rechten Szene zugeordnet. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Kripo traf der 39-jährige gegen 1.30 Uhr in einem Lokal in der Altstadt auf die ihm namentlich bekannten 35 und 36 Jahre alten Brüder aus Bad Windsheim. Einer der beiden soll auf den Türken zugegangen sein und ihm erklärt haben, dass er ihn vor der Gaststätte erwarte. (…) Kürzlich sollen rechtsorientierte Jugendliche in Neustadt/Aisch eine regelrechte Hatz auf Punks veranstaltet und diese verprügelt haben. Die Schändung des jüdischen Friedhofs in Diespeck und der Brandanschlag auf ein überwiegend von Ausländern bewohntes Haus in Bad Windsheim sorgten in den vergangenen Monaten für Diskussionen über die reale Bedrohung von rechts. Erst am Mittwoch voriger Woche hatte eine Veranstaltung des «Bündnisses für Toleranz» in Bad Windsheim ungebetenen Besuch bekommen. Eine große Gruppe von Mitgliedern und Sympathisanten der NPD war erschienen und erst nach dem Einschreiten der Polizei wieder abgezogen.

Mainzer Innenminister dringt auf Vorgehen gegen NPD-Geschäfte

www.mittelhessen.de – AP News: Mainzer Innenminister dringt auf Vorgehen gegen NPD-Geschäfte

Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch hat ein entschiedeneres Vorgehen gegen dubiose Finanzpraktiken der rechtsextremistischen NPD gefordert. Kurz vor Beginn der Innenministerkonferenz aller Länder in Berlin plädierte der SPD-Politiker am Donnerstag für eine bundeseinheitliche Linie “gegen solche Machenschaften”. Im Interview der Nachrichtenagentur AP bezog sich Bruch vor allem auf Scheingeschäfte mit Immobilien, die den Rechten zur Finanzierung dienten. Kritisch äußerte sich der Mainzer Ressortchef über die Sicherheitspolitik beim G-8-Gipfel. (…)
Bruch: Oft versucht die NPD, mit Scheingeschäften im Immobilienbereich an Geld zu kommen. Da stehen Hausbesitzer und NPD im Bunde und treiben gemeinsam den Preis nach oben. Wenn dann die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht ausübt, etwa weil sie ein NPD-Schulungszentrum vor Ort verhindern will, streicht die Partei einen Teil des Gewinns ein. Gegen solche Machenschaften brauchen wir eine bundeseinheitliche Linie. Wir sollten uns darauf verständigen, dass Bürgermeister künftig auf derartige Scheingeschäfte nicht mehr eingehen.

Anklage wegen brutalen Totschlags im Nazi-Milieu

taz 31.5.07 Anklage wegen brutalen Totschlags im Nazi-Milieu
Der Verdacht hat sich erhärtet, dass ein 30-jähriger Neonazi in Wismar von den eigenen Kameraden getötet wurde

Er war ein Kamerad, dennoch brachten seine Nazi-Kumpel ihn um. Im Januar fand die Polizei in Wismar eine Leiche in der Wohnung eines Neonazis. Nun klagt die Staatsanwaltschaft Schwerin fünf Tatverdächtige im Alter von 17 bis 37 Jahren wegen Totschlags an. “Alle Verdächtigen gehören zur rechten Szene”, sagt Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick. (…) Die Obduktion offenbarte, dass der 30-Jährige an den Folgen von Gewaltanwendung am Kopf gestorben war. “Eine äußerst brutale Tat”, heißt es aus Ermittlerkreisen. Die Ermittlungen ergaben, dass der jüngste Tatverdächtige am Neujahrstag bei einen Trinkgelage mit dem Opfer in Streit geraten war.

200 Solinger gedachten der Opfer des feigen Anschlages Rechtsradikaler vor 14 Jahren

islam.de / Newsnational / 200 Solinger gedachten der Opfer des feigen Anschlages Rechtsradikaler vor 14 Jahren

Mahnmal als Symbol für das Zusammenleben der nächsten Generationen

Sonnenblumen und Rosen legte die Familie Genç gestern am Mahnmal vor dem Mildred-Scheel-Kolleg nieder – bunte Farbtupfer an einem ansonsten trüben Maitag. Der Brandanschlag jährte sich zum 14. Mal. In der Nacht vom 29. Mai 1993 verloren Mevlüde und Durmus Genç an der Unteren Wernerstraße zwei Töchter, zwei Enkel und eine Nichte. Zusammen mit gut 200 weiteren Solingern gedachte die Familie der Opfer Gürsün, Hatice, Gülüstan, Hülya und Saime.

Neonazi Rieger in Magdeburg vor Gericht

Neonazi Rieger in Magdeburg vor Gericht | MDR.DE
Vor dem Landgericht Magdeburg muss sich ab heute der Neonazi Jürgen Rieger verantworten. In dem Berufungsprozess soll geklärt werden, ob der Anwalt vor mehr als zwei Jahren im Madeburg einen PDS-Politiker niedergeschlagen hat.

siehe auch: Berufungsprozess gegen Neonazi-Anwalt in Magdeburg begonnen. Gegen den bundesweit bekannten Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger hat am Donnerstag vor dem Landgericht Magdeburg ein Berufungsprozess wegen Körperverletzung begonnen [anm. dokmz: mit Bild Rieger und sein RA Fischer]

Früh übt sich

Jungle World ··· 22/2007 Sport ··· Früh übt sich
Im sächsischen Wurzen verwandelten 30 Jugendliche am »Vatertag« ein Juniorenfußballspiel in eine Nazidemonstration. Dass das bekannt wurde, lag vor allem an der Schiedsrichterin

Eigentlich hätte es ein ganz normales Spiel werden sollen, das die zwölf- bis 14jährigen Jungfußballer des ATSV Frisch Auf Wurzen da kürzlich gegen ihre Altersgenossen des VfB Fortuna Chemnitz auszutragen hatten. Zwar kämpfen beide Mannschaften in der Platzierungsrunde der C-Jugend-Landesliga Sachsen gegen den Abstieg, was der Partie einiges an Bedeutung verlieh. Aber in dieser Altersklasse geht es normalerweise doch eher ruhig zu. Wie gesagt: eigentlich. Denn das Spiel fand an Christi Himmelfahrt statt, am so genannten Vatertag also. Der geht regelmäßig bereits zur Mittagszeit mit dem Genuss von reichlich Alkohol einher, und wie es mit den Bräuchen so ist: Man pflegt sie oft schon in jungen Jahren, bisweilen auch in Kombination mit der Jagd auf vermeintliche oder tatsächliche Nichtdeutsche. Die Gruppe von knapp 30 Jugendlichen und jungen Erwachsenen jedenfalls, die sich am Nachmittag zu dem Jugendspiel im nahe Leipzig gelegenen Wurzen einfand, war stark angeheitert. Das mag die letzten Hemmungen beseitigt haben, wie aus dem mehrseitigen Zusatzbericht von Christine Weigelt (22) hervorgeht, die bereits seit zehn Jahren Schiedsrichterin und in der Frauen-Bundesliga als Assistentin tätig ist. Demnach wurden kurz nach dem Anpfiff die ersten Feuerwerkskörper gezündet und die Gäste aus Chemnitz sowie das Schiedsrichtergespann mit Parolen bedacht wie: »Du Judenschwein«, »Fick deine Mutter, du Judensau« und »Wir ziehen dir die Vorhaut runter, du Jude«. Auch das so genannte U-Bahn-Lied (»Wir bauen eine U-Bahn von Chemnitz bis nach Auschwitz«) fehlte nicht, gefolgt von der Aufforderung eines Zuschauers: »Los, wir formieren uns jetzt zu einem Hakenkreuz!«

siehe auch: Judenhass in der Kinderliga. “Fidschi”, “Ausländerschwein”, “fick dich, du Jude” – Zitate aus dem Spielbericht des Schiedsrichters eines Fußball-Jugendspiels im sächsischen Wurzen. Der Rassismus in Ostdeutschland hat die Kinderligen erreicht – und Verantwortliche finden alles gar nicht so schlimm

Thüringen: NPD im Aufwind

de.indymedia.org | Thüringen: NPD im Aufwind
NPD im Aufwind – Mitgliederkampagne und „Deutschlandpakt“ in Thüringen

Zum so genannten „Thüringentag der nationalen Jugend“ am 19. Mai in Eisenach startete die Thüringer NPD eine umfangreiche Mitgliederkampagne. Flächendeckend sollen Infostände und Kundgebungen stattfinden, tausende Euro werden in Nazipropaganda gesteckt. Die NPD ist in Thüringen auf dem besten Weg in den 3. deutschen Landtag einzuziehen. (…) Schlüsselfigur für den Aufstieg der NPD ist der 26 jährige Neonazi Patrick Wieschke. Als Landesgeschäftsführer der NPD zieht er in Thüringen die Fäden. Wieschke saß wegen Anstiftung zu einem Sprengstoffanschlag auf einen türkischen Imbiss und wegen Körperverletzung zwei Mal im Gefängnis. Wieschke ist Gründungsmitglied der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) und war dort bis 2002 stellvertretender Landesvorsitzender, Landespressesprecher und JN-Stützpunktleiter in Eisenach. Im Januar 2002 trat Wieschke von allen Ämtern zurück und verließ die Partei, begründete dies mit „reaktionären und rückwärts gewandten Tendenzen im NPD-Kreisverband Wartburgkreis sowie dem derzeitigen Verhalten des NPD-Bundesvorstands gegenüber kritischen Parteimitgliedern und “Freien Nationalisten“.
Im März kehrte Wieschke als stellvertretender Kreisvorsitzender im Wartburgkreis in die NPD zurück. Seit Mai 2006 arbeitet Patrick Wieschke als hauptamtlicher Mitarbeiter für den NPD-Landesverband Thüringen als Landesgeschäftsführer. Bezieht Bahncard 50 und Spesen aus Parteimitteln, arbeitet Konzepte aus, koordiniert die Arbeit der Landesverbände, schlichtet Streits zwischen Partei und rechten Parteigegnern (z. B. „Autonomen“ Nationalisten).

Neonazi-Rädelsführer aus Sächsischer Schweiz muss ins Gefängnis

Neonazi-Rädelsführer aus Sächsischer Schweiz muss ins Gefängnis – Yahoo! Nachrichten
Der als Rädelsführer der 2001 verbotenen Neonazi-Gruppe «Skinheads Sächsische Schweiz» verurteilte Thomas S. muss hinter Gitter. Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe hat die Revision des mittlerweile 33-Jährigen gegen eine im August 2006 gegen ihn verhängte achtmonatige Gefängnisstrafe verworfen, wie am Dienstag in Dresden bekannt wurde. Anders als die Verteidigung bewerteten die Richter mit Beschluss vom 11. April die mehrjährige Verfahrensdauer nicht als Verstoß gegen das Beschleunigungsgebot. (…) Die Gruppierung soll zeitweise bis zu 80 Anhänger gehabt haben. Angelastet wurden der Vereinigung unter anderem Überfälle auf politisch Andersdenkende und ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus. Dass sie auch nach ihrem Verbot und der ersten SSS-Prozesswelle weiter aktiv war, wurde im Zuge einer groß angelegten Razzia am 1. Dezember 2004 bekannt. Thomas S. saß anschließend für einen Monat in Untersuchungshaft, bevor der Haftbefehl gegen eine Kaution von 5000 Euro außer Vollzug gesetzt wurde.

siehe auch: Sächsischer SSS-Führer muss ins Gefängnis – BGH verwirft Revision. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision des sächsischen Neonazis Thomas Sattelberg gegen ein Urteil des Landgerichtes Dresden verworfen. Damit ist dessen Verurteilung vom August 2006 zu acht Monaten Freiheitsstrafe rechtskräftig. (…) Der nun rechtskräftig wegen Fortführung der SSS Verurteilte ist derzeit innerhalb des Vorstands der sächsischen “Jungen Nationaldemokraten” (JN) für “Politische Strategien” zuständig.

Demo gegen Neo-Nazistrukturen in Mainz

de.indymedia.org | Demo gegen Neo-Nazistrukturen in Mainz
Am Sonntagnachmittag (27.5.) fand in Mainz eine Spontandemo gegen regionale Neo-Nazistrukturen statt. Etwa 50 AntifaschistInnen zogen vom Mainzer Südbahnhof aus durch das Stadtzentrum. Das die Demonstration am Mainzer Südbahnhof begann war kein Zufall, am 1.Mai war dort eine 18 jährige Frau brutal von Neo-Nazis zusammengeschlagen worden. Nachdem die Demonstration lautstark durch die Innenstadt gezogen war, fand eine Kundgebung vor einer auch von Neo-Nazis gerne besuchten Kneipe – dem Sixties – statt. In einem Redebeitrag wurden sowohl die wachsenden Neo-Nazistrukturen in der Region Mainz/Wiesbaden als auch der Überfall am Südbahnhof thematisiert.

siehe dazu auch: Neonazi-Überfall in Mainz – Bruch wirft Polizei Fehler vor sowie 19.5. Wi. Bilder von NPD Kundgebung

Junger Russe gesteht Morde aus Rassenhass

derStandard.at: Junger Russe gesteht Morde aus Rassenhass
18-Jähriger soll 37 Menschen getötet haben
Zuerst glaubten die Ermittler aus Moskaus südwestlichem Verwaltungskreis den Erzählungen von Artur Ryno nicht. Überprüfungen lieferten erste Bestätigungen, dass vielleicht stimmen könnte, was der 18-jährige Student einer Moskauer Ikonenmalschule behauptet: Teilweise gemeinsam mit seinem Freund, dem 18-jährigen Physikstudenten Pavel Skatschevski, habe er seit Sommer 2006 aus Rassenhass 37 Menschen ermordet. (…) Erst in der Vorwoche hat Amnesty International (ai) in seinem Menschenrechtsbericht Fremdenfeindlichkeit als eines von Russlands Hauptproblemen genannt. Bemängelt werden die milden Urteile für rassistische Verbrechen. 2004 verzeichnete das Moskauer Büro für Menschenrechte 44 Morde mit rassistischem Hintergrund. 2005 waren es 28. Heuer sind bisher 25 Menschen getötet und 154 verletzt worden. Die Dunkelziffer könnte laut ai höher liegen, da viele Opfer nicht wagten, die Übergriffe anzuzeigen.