Für die Sinti gab es kein Israel

Seit 600 Jahren leben Sinti in Deutschland. Dass sie als nationale Minderheit zumindest offiziell respektiert werden, ist jedoch eine ganz neue Errungenschaft. Nach dem versuchten Völkermord unter Hitler hatten sie es in Deutschland zunächst extra schwer. (…) Als in den 1940er Jahren die Sinti in Mainz deportiert wurden, standen in der Innenstadt mit einem Mal 40 Wohnungen leer. Das hat der Verband Deutscher Sinti und Roma in Rheinland Pfalz durch Zeitungsrecherche herausgefunden. Ein Beweis dafür, dass sie keineswegs in Wohnwagen durchs Land zogen und sich im Tanzen, Betteln, Scherenschleifen und Klauen verdingten. Sie gingen ganz normal einer Arbeit nach, nur eine Minderheit lebte in Wagen. Doch das wissen, auch mehr als 60 Jahre, nachdem Hitler versuchte, die «Zigeuner» auszurotten, die wenigsten Deutschen. Dass Sinti und Roma nach dem Krieg jahrzehntelang auf ein unstetes Leben ausweichen mussten, ist vor allem eine Folge des Holocaust, das ist dem Verband Deutscher Sinti und Roma wichtig. Doch das ist 30 Jahre her. Heute fallen die mehr als 70.000 Sinti in Deutschland kaum mehr auf. Eigentlich. Denn wenn die alte Frau am Kiosk ihre Zeitung kauft, in der über ein Verbrechen berichtet wird, heißt es, «das war wieder einer von euch». Und der Jugendliche, der eine Lehre im Einzelhandel macht, darf sich von den Kollegen anhören, dass er doch «mal was drehen» könnte. Und der Chef sagt: «Der kommt nicht an die Kasse.» Seit 600 Jahren leben Sinti im deutschsprachigen Mitteleuropa. Sie sind die deutsche Teilgruppe der Roma und kamen damals aus Vorderasien. Die deutschen Roma, etwa 20.000, sind im 19. Jahrhundert aus Osteuropa eingewandert. Dazu komme eine unbekannte Zahl, die entweder in den 1970er Jahren als Gastarbeiter aus Jugoslawien und während der Balkankriege als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, erklärt Herbert Heuß vom Zentralrat der Sinti und Roma in Heidelberg.

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Rechtes Kinder-Camp vom “Sturmvogel” in MV

Erneut hat in mecklenburg-Vorpommern ein rechtsextremes Lager für Kinder stattgefunden. Ungestört konnte der völkisch-bündische „Sturmvogel“ ein Neujahrs-Camp in Neuhof veranstalten. Zum wiederholten Mal hat in Mecklenburg-Vorpommern ein einwöchiges Camp einer rechtsextremen Gruppierung ungestört stattfinden können. Vom 27. Dezember bis zum 01. Januar nahmen in der Jugend- und Freizeitstätte Recknitzberg bis zu 40 Kinder und Betreuer an der Veranstaltung des „Sturmvogels“ teil, einer rechtsextremen Gruppierung, die sich der ideologischen Erziehung von Kindern verschrieben hat. Weithin sichtbar wehte die „Sturmvogel“-Fahne über das Camp, zu dem sich in Uniformen gehüllte Kinder und minderjährige Jugendliche aus ganz Norddeutschland, viele aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg, in Neuhof (Gemeinde Grammow, Landkreis Bad Doberan) eingefunden hatten. (…) Wie auch die mittlerweile verbotene „Heimattreue Deutsche Jugend“ mit ihren intensiven Überschneidungen zur Neonazi-Szene und zur NPD stammt der „Sturmvogel“ aus der Anfang der 1990er Jahre gleichfalls verbotenen „Wiking-Jugend“. Die verschiedensten Gruppierungen dienen der in sich geschlossenen rechten Szene als Ort, um ihre Kinder mit Gleichgesinnten zusammenzubringen und ihnen frühzeitig ein rassistisches, nationalistisches und anti-demokratisches Weltbild zu vermitteln. Mit Wanderungen, Sportaktivitäten und Kraftmärschen nehmen die Camps zuweilen den Charakter von Wehrsportlagern an. Um der Beobachtung durch die Öffentlichkeit und Verfassungsschutzbehörden zu entgehen, ist der „Sturmvogel“ streng klandestin organisiert und lässt Veranstaltungshinweise und Publikationen nur Mitgliedern zukommen. Aus diesen geht hervor, dass er sich eng an die Blut-und-Boden-Tradition von Bünden der Vorkriegszeit anlehnt, die eine Rückkehr zu vermeintlichen „germanischen“ Traditionen predigten und die ideelle und personelle Basis des Nationalsozialismus bildeten. Seit der Gründung des „Sturmvogels“ aus der „Wiking-Jugend“ heraus gab es vielfältige Verbindungen zur NPD und anderen rechtsextremen Organisationen.

via de.indymedia.org | Rechtes Kinder-Camp vom “Sturmvogel” in MV.

Büro des Sekretariats für Menschenrechte überfallen

Unbekannte stahlen Dokumente über Verbrechen während Diktatur. In Argentinien haben Unbekannte ein Büro des nationalen Menschenrechtssekretariats überfallen und die Mitarbeiter bedroht. Angaben der Provinzregierung in Buenos Aires vom Freitag zufolge stürmten die Männer in der Nacht auf den Silvestertag ein regionales Büro in La Plata, rund 60 Kilometer südöstlich von Buenos Aires und drohten dem Bürochef damit, ihn umzubringen. Den Angaben zufolge stahlen die Einbrecher Dokumente über kriminelle Verwicklungen ehemaliger Militärs zu Zeiten der Diktatur. “Das ist ein einschüchterndes und mafiöses Verhalten”, sagte der Gouverneur von Buenos Aires, Daniel Scioli. Die Kriminellen hätten gezielt Dokumente über diejenigen entwendet, die wegen Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur 1976 bis 1983 mit einer Verfolgung durch die Justiz rechnen müssten. Seit kurzem muss sich in Argentinien auch der als “Todesengel” berüchtigte ehemalige Offizier Alfredo Astíz vor Gericht verantworten.

via Büro des Sekretariats für Menschenrechte überfallen – Argentinien – derStandard.at › International.

Stereotyp und Bedrohung: Wie sich die Mehrheitsgesellschaft ihre “Zigeuner” erschaffen hat

Vaterlandslose Gesellen. Stereotyp und Bedrohung: Wie sich die Mehrheitsgesellschaft ihre “Zigeuner” erschaffen hat Der Antiziganismus-Forscher Markus End erläutert im Gespräch mit dem Pester Lloyd aktuelle Gründe und historische Hintergründe des Hasses auf Roma und wie sich die Mehrheitsgesellschaft “ihre Zigeuner” selbst gebastelt hat. Roma-feindliche Einstellungen sind zwar kein ungarisches, sondern ein europäisches Problem.Doch in Ungarn sind Stereotype und Chauvinismus besonders deutlich, sozusagen lehrbuchhaft, erkennbar. (…) Es ist ein bisschen stiller geworden um die Roma-feindlichen Zustände in Ungarn, seit die spektakulären Morde mit der Festnahme der Verdächtigen anscheinend ein Ende genommen haben. Vorurteile und Hass gegen Roma bleiben jedoch an der Tagesordnung. In einer Umfrage durch die EU 2008 halten 90 % der ungarischen Roma ihre Diskriminierung in Ungarn für weit verbreitet und im europäischen Vergleich für am Ausgeprägtesten. Die Roma-feindlichen Einstellungen sind jedoch kein ungarisches, sondern ein europäisches Problem, denn sie gehören zur gesamteuropäischen Geschichte und Gegenwart. Um dieses so weitläufige Phänomen angemessen zu beschreiben, spricht die soziologische Forschung daher seit neuestem von „Antiziganismus“. Über die Ursachen dieses Antiziganismus besteht noch längst keine Einigkeit. Markus End jedenfalls, der sich derzeit als Doktorand am Zentrum für Antisemitismusforschung (TU Berlin) mit dem Thema beschäftigt und den Sammelband “Antiziganistische Zustände” mitherausgegeben hat, sieht diese in den Grundstrukturen der europäischen Tradition selbst begründet: Nationalismus und Arbeitsethos.

via Stereotyp und Bedrohung: Wie sich die Mehrheitsgesellschaft ihre “Zigeuner” erschaffen hat.

No suspects in attack against Malmö mosque

As of New Year’s Eve evening, police had no suspects for an attack against a mosque in Malmö earlier in the day when shots had been fired through the window of the building. Nobody was seriously injured during the incident. The imam was taken to hospital to treat minor cuts from glass splinters, but he was not struck by a bullet. He was allowed to leave the hospital after his cuts were bandaged.

via No suspects in attack against Malmö mosque – The Local.

Auschwitz sign was stolen for wealthy British Nazi

A wealthy British Nazi ­sympathiser was behind the theft of the ­infamous sign above the Auschwitz death camp. (…) Now a Sunday ­Mirror investigation has ­revealed that the sign – recovered in three pieces by police – was destined for a rich UK collector of Nazi memorabilia, via an extreme-right group in Sweden. Five Polish men have been arrested by police in Poland, but well-placed ­underworld informants say they were just bit-part players in an operation designed to sneak the sign across Europe to Britain. “The collector wanted it as a trophy – and used his neo-Nazi contacts to put word out he was prepared to pay huge money for it,” a source in Sweden said. “Arrangements had been made to hide the sign in a cellar in Stockholm, waiting for the British man to collect. The plan was to use the British guy’s money to fund neo-Nazi hate attacks in Sweden.” Had the British buyer gone ahead with the deal, his cash could have funded dissident Nazi ­sympathisers in Sweden who are advocating terrorist acts to disrupt this year’s elections there.

via Auschwitz sign was stolen for wealthy British Nazi – mirror.co.uk.

siehe auch: “Arbeit macht frei”-Diebstahl: Britischer Nazi-Sammler als Auftragsgeber? Der Diebstahl des Schriftzuges “Arbeit macht frei” vom Eingangstor der KZ-Gedenkstätte Auschwitz ist angeblich von einem britischen Sammler von Nazi-Devotionalien beauftragt worden. Das berichtet der “Sunday Mirror”. Der Schriftzug zur Verhöhnung der Gefangenen war Ende Dezember entwendet worden.