Kreuzberger Kirchhof unterm Hakenkreuz

Der Luisenstädtische Friedhof in Berlin-Kreuzberg war in der NS-Zeit der „Hauptfriedhof der Bewegung“. Ein Hinweis darauf fehlt bis heute. Die nationalsozialistische Bewegung war überaus produktiv bei der Schaffung von Erinnerungsstätten. Im Laufe ihrer Entwicklung sakralisierte die politische Religion der Nazis eine Reihe von Schauplätzen und Geschehnissen, die auf diese oder jene Weise Meilensteine auf ihrem Weg setzten. Just im Herzen Berlins befindet sich heute einer dieser Orte. Der evangelische Luisenstädtische Friedhof in Berlin-Kreuzberg birgt hinter seiner für mitteleuropäische Gräberfelder typischen, zur Sammlung oder zum Spaziergang einladenden Stille eine Vergangenheit, die ebenso unerbaulich wie weithin unbekannt ist. Die Nazis erklärten ihn nämlich einst zum „Hauptfriedhof der Bewegung“. Seit seiner Eröffnung 1831 diente er als Ruhestätte für lokale Größen Berlins, vor allem aus der Welt der Künste, aber auch für Politiker wie Gustav Ernst Stresemann. Der Exponent des Vernunftrepublikanismus, Außenminister und kurzzeitige Reichskanzler während der Weimarer Republik, der 1926 auch den Friedensnobelpreis bekam, wurde 1929 von einem Massenaufzug zu Grabe geleitet. Wenig später färbte sich der Luisenstädtische Friedhof braun.
Seine besondere Bedeutung für die Nationalsozialisten ging darauf zurück, dass zwischen September 1931 und April 1935 insgesamt 22 hitlerbegeisterte Parteigenossen dort beerdigt wurden, darunter allerdings keine prominenten Fälle. Nach ihrem Status in der Organisation waren die dort beigesetzten Nazis 15 SA-Männer, vier SS-Männer und ein Hitlerjunge, zudem der Wirt eines Sturmlokals und der Berliner NSDAP-Funktionär Reinhold Muchow. In derselben Periode belief sich die Zahl der in Berlin gefallenen und in die „Ehrenliste der Ermordeten der Bewegung“ aufgenommenen Nazis laut einer zeitgenössischen Quelle auf 31 Personen, von denen 13 auf den Luisenstädtischen Friedhof kamen. Fast die Hälfte der „nationalsozialistischen Märtyrer“ Berlins dieser Zeit, die im offiziellen Pantheon der Nazis standen, wurden hier beerdigt. Wo die Gräber lagen, zeigt eine Skizze aus den 30er Jahren. Heute ist keine dieser Grabstätten mehr aufzufinden, unter welchen Umständen sie verschwanden, war bislang nicht zu klären. Zum Zeitpunkt ihrer Bestattung wurden alle ihrer Kampf- und Gedenkgemeinschaft als lebendiges Beispiel eines „schönen Todes“ präsentiert, getreu dem Diktum: „Vorsterben steht noch höher als vorleben.“ Viele von ihnen hatten einen gewaltsamen Tod im „Kampf um die Straße“ gegen Aktive und Sympathisanten der Arbeiterbewegung gefunden. Es fehlten aber auch nicht solche, die durch Schüsse der eigenen Leute getötet wurden oder Selbstmord beginnen, um nur zwei der Umstände zu nennen, welche den von den Nazis systematisch um den Tod ihrer Anhänger erzeugten Mythos relativieren.

via tagesspiegel: Kreuzberger Kirchhof unterm Hakenkreuz

Neo-Nazi from near #Malmö charged for praising #Hitler – #vk

A 44-year-old neo-Nazi from the Malmö commuter town of Vellinge has been charged with hate crimes after praising Nazi dictator Adolf Hitler on a social media site. “One day the world will understand that Adolf Hitler was right,” Tobias Malvå wrote on the Russian internet forum VK. Prosecutor Linda Rasmussen also submitted screen captures of 35 different posts on the site where Malvå attacks homosexuals, Jews and people of colour. She told the Sydsvenskan newspaper that she was confident she had sufficient evidence to get a conviction. “It’s of course up to the court to decide if it’s enough,” the prosecutor said. “I believe it is enough.” Malvå, 44, is charged for having “threatened or expressed disgust at an ethnic group or another such group with reference to race, skin colour, nationality or ethnic origin, faith or sexual alignment.” In his early 20s, Malvå was a well-known neo-Nazi who was sentenced for several violent offences, but in 1999 he rejected Nazism and joined Exit, a charity which helps people leave the neo-Nazi groups.
However, in 2003, he left Exit and slowly returned to neo-Nazi groups, setting up the Soldiers of Odin group in Trelleborg and also speaking on the podcast released by Nordfront, the media arm of the neo-Nazi NMR. In 2018, he submitted a letter to a court which was to rule over custody of his daughter, expressing his dedication to National Socialism. “I do not recognize this legal system as legitimate as you are supporting a system which is an enemy of the people,” he wrote. VK has become popular among Swedish neo-Nazis, who believe it carries out less monitoring and regulation of posts than its US counterpart Facebook.

via thelocal: Neo-Nazi from near Malmö charged for praising Hitler

Dunja #Hayali ist fassungslos bei Besuch auf Neonazi-Festival – dann wird es zu gefährlich – #themar

Dunja Hayali besucht für das ZDF eines der größten Rechtsrockfestivals Europas. In Themar spricht sie mit Neonazis – bis sie das Festival verlassen muss. Dunja Hayali ist bekannt dafür, für ihre Sendung gerne mal dahin zu gehen, wo es wehtut. Auch für die aktuelle Folge von “dunja hayali”: Die Moderatorin hat die „Tage der nationalen Bewegung“ besucht, die am vergangenen Wochenende in Themar in Thüringen stattfanden – eins der größten Rechtsrockfestivals Europas, wie es beim ZDF heißt. Was Hayali dort sieht, macht sie offensichtlich fassungslos. „Alter Schwede“ sagt sie, als sie das Festivalgelände in Themar betritt. Lauter Rechtsextreme, die an Merchandising-Ständen oder in Grüppchen zusammen sehen. Bis zu 1000 Neonazis seien zum Festival erwartet worden, sagt die Moderatorin. Dunja Hayali kommt ins Gespräch mit bekannten Gesichtern der Szene, etwa Angela Schaller, die sich selbst als Nationalsozialistin bezeichnet. Hayali spricht mehrere Minuten mit ihr über das, was Neonazis eigentlich ausmacht und ob Faschismus eine Meinung ist, wie Schaller findet.
Dunja Hayali spricht mit Neonazi über KZ
„Dass jemand verherrlicht wird, der für den Mord an über sechs Millionen Menschen verantwortlich ist, Juden, Schwule, …“, setzt Hayali an, wird aber von Angela Schaller unterbrochen: „Waren Sie dabei? Bei den Morden? Nee!“ – „Also Sie wollen nicht bestreiten, dass es KZs gab?“, will Hayali daraufhin von ihr wissen. „Darf ich nicht bestreiten, weil das strafbar ist“, entgegnet Schaller. Das Neonazi-Festival findet unter hohen Sicherheitsauflagen statt: Mehrere Hundertschaften der Polizei sind vor Ort, am ersten Tag gibt es nur Leichtbier zu trinken, am zweiten Tag überhaupt keinen Alkohol mehr. Besucher, die offensichtlich verbotene Zeichen tragen, bekommen Probleme mit der Polizei. So wie ein Mann, der ein rotes T-Shirt trägt, auf dem Pfeilrunen zu sehen sind: das Verbandszeichen einer SS-Division. Es zu tragen, ist verboten. Dunja Hayali muss Neonazi-Festival verlassen Dunja Hayali spricht auch mit Patrick Schröder, ebenfalls eine Größe in der Neonazi-Szene. Er ist mit einem Merchandising-Stand auf dem Festival vertreten, sein Modelabel heißt „Ansgar Aryan“. „Aryan“ ist das englische Wort für Arier. Über die NS-Zeit will er nicht sprechen, sagt: „39 bis 45 ist bei mir ein riesen-schwarzes Loch, keine Ahnung, was da war.“ Über Zeitdokumente aus dem Zweiten Weltkrieg, wie etwa Filmaufnahmen, sagt Patrick Schröder: „Da gibt‘s ja auch verschiedenste Aufnahmen, das Problem ist: Da liegt halt ein Leichenberg, ich kann nicht zuordnen, welcher Leichenberg das ist.“ Solche Aussagen machten sie sprachlos, hört man Dunja Hayali aus dem Off – genauso wie die Texte der Bands, die bei dem Neonazi-Festival auftreten. Zu hören ist etwa folgender Text: „Und dafür stehe ich auch noch heute, zum deutschen Reich. Denn wir sind Skins. Wir sind Skins. Wir sind Skinheads für alle Zeit.“ Und Dunja Hayali dreht sich mit einem fassungslosen Gesichtsausdruck in die Kamera. Kurz darauf muss sie das Neonazi-Festival aber verlassen. Die Polizei schreitet ein, weil Lieder gespielt werden, die vorher nicht eingereicht wurden. Aus Sicherheitsgründen bitten die Beamten Dunja Hayali, das Zelt zu verlassen.
Dunja Hayali: Twitter-User reagieren wie immer Die Reaktionen im Netz ließen nach der Ausstrahlung der Sendung am Mittwochabend nicht lange auf sich warten. Wie so oft ging es dabei aber weniger um den Inhalt der Sendung – Rechtsextremismus und Zivilcourage – als vielmehr um die Person Dunja Hayali.

via merkur: Dunja Hayali ist fassungslos bei Besuch auf Neonazi-Festival – dann wird es zu gefährlich

Proteste von OMAS GEGEN RECHTS gegen Rechtsextreme am Breitscheidplatz

UPDATE +++ Sonntag, 14.07.2019, ab 13.30 Uhr, Breitscheidplatz – Die Initiative Omas gegen Rechts Berlin ruft zum Protest gegen die Kundgebung des Rechtsextremisten Nikolai Nerling auf. Die Initiative Omas gegen Rechts Berlin ruft unter dem Motto „Gemeinsam für kulturelle Vielfalt“ zum Gegenprotest auf dem Breitscheidplatz auf. Im Aufruf der Initiative heißt es u.a.: Als Kriegs- und Nachkriegsgeneration werden wir es nicht widerspruchslos geschehen lassen, dass mitten in Berlin bekennende Holocaust-Leugner sich unter dem Deckmantel „Kultur“ versammeln und ihren Hass verbreiten. (…) Die Kundgebung der Rechtsextremen ist eine Provokation für alle, die sich für eine offene Gesellschaft einsetzen und sich gegen rassistische, antisemitische und andere diskriminierende Positionen wehren. Deshalb:
Bitte kommt und lasst uns gemeinsam für eine solidarische, demokratische Gesellschaft eintreten! Den vollständigen Aufruf von Omas gegen Rechts Berlin dokumentieren wir hier. Der als „Volkslehrer“ bekannte Rechtsextremist Nikolai Nerling mobilisiert unter dem Motto „Für deutsche Kultur in Deutschland“ zu einer Kundgebung von 14.00 – 17.00 Uhr auf dem Breitscheidplatz. Nach jeweils einer Kundgebung in Berlin sowie in Dresden, ist es die dritte Veranstaltung dieser Art in diesem Jahr. Auf den zurückliegenden Versammlungen kam es bei Redebeiträgen regelmäßig zu holocaustrelativierenden und volksverhetzenden Aussagen. Die letzte Veranstaltung des sog. „Volkslehrers“ fand im März diesen Jahres in Dresden statt. Laut einem Bericht der Leipziger Volkszeitung befanden sich unter den Teilnehmenden auch Anhänger_innen von Pegida und den Identitären. Wegen volksverhetzender Äußerungen wurde diese Kundgebung vorzeitig von der Polizei beendet.

via berlin gegen rechts: Proteste von OMAS GEGEN RECHTS gegen Rechtsextreme am Breitscheidplatz

»Sich fügen heißt lügen«

Vor 85 Jahren wurde der Dichter und Anarchist Erich Mühsam ermordet. Als »Selbstmord« wurde sein Tod im nationalsozialistischen Deutschland ausgegeben. Doch der angebliche Suizid von Erich Mühsam (1878-1934) war in Wirklichkeit ein Mord: Der Schriftsteller wurde in der Nacht zum 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS umgebracht. Der gewaltsame Tod des Anarchisten, der für das Ideal einer freien und herrschaftslosen Gesellschaft einstand, erregte vor 85 Jahren international großes Aufsehen und lenkte ebenso früh wie folgenlos den Blick auf den Terror der Nazis. Furchtbar zugerichtet, zu Tode geprügelt und dann aufgehängt, so beschreibt ein Mithäftling in seinen Erinnerungen den Leichnam des 56-jährigen Dichters. Der Schutzverband Deutscher Schriftsteller rief im französischen Exil zu einer Gedenkfeier auf. Anna Seghers und Egon Erwin Kisch waren unter den Rednern, Proteste deutscher und ausländischer Schriftsteller wurden verlesen. Der Künstler George Grosz setzte dem Dichter mit Aquarellen ein Denkmal. Erich Mühsam, prominentestes Todesopfer des Konzentrationslagers Oranienburg, gehörte nicht zufällig zu den frühen Opfern des Hitler-Regimes: Als Mitbegründer der Münchner Räterepublik hat ihn die extreme Rechte als einen »Novemberverbrecher« gebrandmarkt. Seit langem war er als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus bekannt und rief bis zuletzt zum Kampf gegen den Faschismus auf. »Er verkörpert in allem dessen Gegenteil«, schreibt Kurt Kreiler dazu in einer Kurzbiografie. Als Kämpfer für die »Unterdrückten, Leidenden, Enterbten« wurde er von seinen Mitstreitern beschrieben, als »der typische fortschrittliche jüdische Intellektuelle«, als »Repräsentant des modernen Kulturmenschen«, als »Feind allen Philistertums« mit Humor von schneidender Schärfe und als Anwalt der Menschlichkeit. »Sich fügen heißt lügen«, lautet eine seiner bekanntesten Gedichtzeilen. »Anarchie ist die Gesellschaft brüderlicher Menschen, deren Wirtschaftsbund Sozialismus heißt«, hat er seine Ideen einmal kurz zusammengefasst. Und: »Anarchie bedeutet Herrschaftslosigkeit.«

via nd: »Sich fügen heißt lügen«

HL-094 Erich Mühsam (1878).jpg
Von Foto: Ralf Küpper, CC BY-SA 3.0 de, Link

Sechs verbliebene Thüringer Naziglocken bleiben stumm

Die sechs verbliebenen Glocken mit Nazisymbolik in Thüringen sind stummgeschaltet und werden nicht mehr geläutet. Tambach-Dietharz plant einen Neuguss. Die sechs verbliebenen Glocken mit Nazisymbolik in Thüringen sind stummgeschaltet und werden nicht mehr geläutet. Das teilte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gestern nach einem erneuten Treffen mit Vertretern der betroffenen Kirchgemeinden mit. Teilgenommen hatten Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Mitglieder der Kirchenräte. (…) Laut EKM hängen noch weitere Naziglocken in Thüringen in Maua, Leutersdorf, Oberdorla, Bielen und Rettgenstedt (zwei Glocken) sowie in Sachsen-Anhalt in Gossa und Neinstedt. Vier Glocken zeigen ein Hakenkreuz, auf zwei Glocken wird Adolf Hitler namentlich genannt. Auf einer Glocke wurde ein Brustbild Hitlers bereits unkenntlich gemacht.

via thüringer allgemeine: Sechs verbliebene Thüringer Naziglocken bleiben stumm

Romanians Find More Human Remains Near #Holocaust Grave

The Romanian military prosecution has opened a criminal case following a fresh discovery of human remains near a mass grave found in 2010 close to the city of Iasi. The Romanian military prosecution office has opened a criminal case after more human remains were discovered near a mass grave found in 2010 close to the city of Iasi. The remains were found on June 29 by experts working for Romania’s Elie Wiesel National Institute for the Study of the Holocaust near Popricani, a small municipality close to Iasi. Prosecutors inspected the area on June 30 and also found “a grenade and an 82-mm mortar shell”, the Iasi branch of the military prosecution said.
Researchers believe the discovery may lead to another mass grave containing the remains of dozens of Jews killed by Romanian troops during World War II. They believe it may have been dug by the same perpetrators responsible for the mass grave discovered in 2010. Experts estimate that about 15,000 Jews were killed in pogroms around Iasi during World War II, when Romanian dictator Ion Antonescu joined forces with the Nazis and contributed to Hitler’s “final solution”. Between 280,000 and 380,000 Romanian and Ukrainian Jews were killed in total during the war in territories under Romanian administration, according to the Elie Wiesel Institute.

via balkan i nsight: Romanians Find More Human Remains Near Holocaust Grave

Germanist: #AfD-Sprache “Jargon von #Verbrechern” – #wassonst #fckafd

Die NS-Zeit aufwerten, Vernichtungsfantasien heraufbeschwören, die Demokratie als Feind beschwören – Intentionen der AfD, die sie mittels eines “Jargons von Gangstern” verfolge, meint der Göttinger Literaturprofessor Heinrich Detering. Als Beispiel nannte der frühere Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in einem Interview mit dem “Kölner Stadt-Anzeiger” eine Wahlkampfrede des AfD-Co-Vorsitzenden Alexander Gauland. m Jahr 2017 forderte der, die damalige Bundesintegrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD) nach Anatolien zu “entsorgen”. Seine Zuhörer sollten Özoguz die “spezifisch deutsche Kultur” in solcher Weise vermitteln, dass sie “danach hier nie wieder herkommt”. Detering erkennt hinter dieser Formulierung eine Vernichtungsfantasie – gut zu erkennen an der Reaktion der Zuhörer dieser Rede: In Sprechchören äußerten sie den Wunsch, die “Volksverräter” zu erledigen. “Die Gewaltforderung stellt sich ein, ohne dass sie ausgesprochen werden müsste.” (…) Passend zu der Gewalt-Sprache seien die Rückgriffe mancher AfD-Politiker auf den Nationalsozialismus – für Detering alles andere als Ausrutscher und konstitutiv für die Partei. Die Sprache sei dabei Mittel zum Zweck: “Die AfD muss die NS-Zeit aufwerten, weil sie nur dann die Kontinuität einer deutschen Kulturgeschichte behaupten kann.” Die AfD müsse also dem demokratischen Konsens, dass der Nationalsozialismus einen beispiellosen Zivilisationsbruch bedeutet, widersprechen. So bezögen sich die Ankündigungen Gaulands oder von Björn Höcke, man wolle sich “unser Land zurückholen” auf ein Deutschland, das es seit der Kapitulation am 8. Mai 1945 nicht mehr gebe. “Das Feindliche und Fremde, das mit diesem Datum vom Land Besitz ergriffen hat, ist der demokratische Rechtsstaat, die offene Gesellschaft”, erläuterte Detering.

via ndr: Germanist: AfD-Sprache “Jargon von Verbrechern”

Prozess gegen “Thiazi”-Betreiber beginnt

Im Prozess gegen zwei mutmaßlich Beteiligte an der rechtsextremen Internet-Vereinigung „Thiazi” beginnt am Landgericht Rostock die Hauptverhandlung. Den Angeklagten droht Haft. Am Landgericht Rostock müssen sich ab 11. Juli zwei mutmaßliche Betreiber des ehemals größten deutschen rechtsextremen Internetforums „Thiazi” verantworten. An diesem Tag (10 Uhr) beginnt die Hauptverhandlung gegen Peter Marko B. (50) und Daniela M. (46) wegen Beteiligung an der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Darüber informierte am Dienstag Hansje Eidam, Pressesprecherin des Landgerichtes Rostock. Die beiden Berliner Angeklagten sollen zwischen 2011 und 2012 das Web Forum „Thiazi” betreut haben.
Es soll sich um ein „bedeutendes rechtsextremistisches Web Forum in deutscher Sprache mit breiter Öffentlichkeitswirkung” gehandelt haben. „Unter anderem soll das Forum den Holocaust leugnende Inhalte sowie verbotene Musikalben größeren Umfangs enthalten haben”, so die Sprecherin. Laut Staatsanwaltschaft sind in dem inzwischen geschlossenen „Thiazi-Forum” mehr als 30.000 Benutzer organisiert gewesen. Da eine Registrierung für die Nutzung nicht erforderlich gewesen sei, läge die tatsächliche Nutzerzahl sogar weit darüber.

via nordkurier: Prozess gegen “Thiazi”-Betreiber beginnt

Baumkronen abgesägt: Erneut Andenken an Häftlinge des KZ Buchenwald beschädigt

Das Projekt „1000 Buchen“erinnert durch Informationstafeln und mehrere gepflanzte Bäume an das Leid, das den Häftlingen im KZ Buchenwald angetan wurde. Der oder die Täter beschädigen daher nicht nur die Bäume, sondern sie beschädigen auch das Andenken an diese Menschen. Zwischen dem 20. Juni und dem 3. Juli, wurden im Bereich der Kromsdorfer Straße in Weimar und im Bereich der Bahnhofstraße im Ortsteil Schöndorf in Richtung Kromsdorf insgesamt sieben Bäume zerstört. Die fünf betroffenen Bäume in der Kromsdorfer Straße waren bereits in den letzten Tagen entdeckt worden. Am Mittwoch kamen zwei weitere Bäume in Schöndorf, ca. 1 km entfernt von den anderen, hinzu. Die Ermittler gehen allerdings davon aus, dass diese Schäden auch schon mehrere Tage zurückliegen und nicht neu sind.Mehrere Tausend Euro Schaden
Die beschädigten Bäume gehören zum Integrativen Projekt „1000 Buchen“ des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda e.V.. Die Bäume sind mit einer Säge so beschädigt worden, dass ihnen die Krone abgesägt wurde. Die heute in Schöndorf entdeckten Bäume wurden bereits 2007 gepflanzt und hatten bereits einen Stammdurchmesser von 10 cm. Der Schaden an beläuft sich auf mehrere Tausend Euro. Das Projekt erinnert durch Informationstafeln an das Leid, das den Häftlingen im KZ Buchenwald angetan wurde. Der oder die Täter beschädigen daher nicht nur die Bäume, sondern sie beschädigen auch das Andenken an diese Menschen.

via tlz: Baumkronen abgesägt: Erneut Andenken an Häftlinge des KZ Buchenwald beschädigt

Es ist sehr ärgerlich. #Zerstörung #1000Buchen #Gedenken

Posted by Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar on Thursday, July 4, 2019