TuS/WE Hirschau wirft Rechtsradikalen aus dem Verein – #noIB #ausgründen

Weil er als Mitglied der rechtsextremen “Identitären Bewegung” aufgefallen war, zieht der TuS/WE Hirschau die Notbremse und schließt einen aktiven Fußballer aus. Ein Bericht unserer Redaktion hatte die Vereinsführung aufmerksam gemacht. Nach dem Amberger Kampfsportverein “MMA Fight Team” geht auch der TuS/WE Hirschau gegen Rechtsradikale in seinen Reihen vor. Der Vereinsbeirat habe einstimmig beschlossen, einen aktiven Fußballer auszuschließen, weil dieser sich bei der “Identitären Bewegung” (IB) in Amberg engagiert. Der Verein habe den Mann per Einschreiben über den Ausschluss informiert, teilte ein Vereinssprecher am Sonntag mit. Aufmerksam geworden sei der TuS durch einen Bericht der “Amberger Zeitung” über die Entscheidung des”MMA Fight Teams”, zwei Mitglieder auszuschließen. Beide waren zuvor als Teil der IB-Gruppe in Amberg aufgefallen. Der Zeitungsbericht hatte auf einen Beitrag bei aida-archiv.de zu dem Thema verwiesen. Dort fanden die TuS-Verantwortlichen dann Bilder, auf denen der Fußballer klar zu erkennen war.

via onetz: TuS/WE Hirschau wirft Rechtsradikalen aus dem Verein

Young Patriots’: Serbia’s Role in the European Far-right

An attempt to create a Serbian branch of the far-right Generation Identity failed, but the country remains central to the movement’s ‘great replacement’ narrative. Alexandar Vorkapic, a 29-year-old graphic designer from Serbia, first met members of the far-right Identitarian movement in 2014 in Lyon, while he was studying in France. They told Vorkapic that some like-minded activists in Serbia wanted to open a local branch of Generation Identity, the global far-right youth movement born in France and now a driving force behind the populist, far-right resurgence in Europe. However, he said, “The French were afraid the Serbs were neo-Nazis or fascists,” so they asked Vorkapic to check them out. On completing his studies the following year, in 2015, Vorkapic headed home. “I met these guys,” he told BIRN. “They were students, not Nazis or fascists. Just young patriots who wanted to get involved on the European political stage.” Within two years, the Serbian branch of Generation Identity was born, its core made up of disaffected young members of a party led by a firebrand ultranationalist called Vojislav Seselj, a rotund, 65-year-old convicted war criminal reviled across the Balkans for his blood-soaked rhetoric during the collapse of Yugoslavia in the 1990s. For some in the Serbian far-right, the Identitarians represented a chance to rebrand themselves in the image of a movement fronted by well-groomed millennials selling repackaged racism, a ‘blood and soil lite’ concept of “ethnopluralism” that has roots in the European New Right of the 1960s and stresses culture and identity rather than race and genetics. Serbia, after all, holds a special place in the far-right narrative in Europe, its loss of majority-Albanian Kosovo in a 1998-99 war held up as a case study of the ‘Islamic colonisation’ of ‘Christian land’, threatened anew, they say, since 2015 with the flow of mainly Muslim migrants and refugees from the Middle East, Africa and Asia to Europe’s shores.

via balkan insight: Young Patriots’: Serbia’s Role in the European Far-right

Vermummte prügeln #Partygäste – #Ermittlungen nach #Schlägerei in Emil-Abderhalden-Straße – #noIB #braune #schlägertruppe

Am Freitagabend gegen 23.40 Uhr wurde die Polizei in die Emil-Abderhalden-Straße gerufen. Nachdem, was bisher bekannt ist, feierten dort mehrere Personen auf der Straße einen Geburtstag. Zwei bis dato Unbekannte kamen hinzu und wollten mitfeiern, so die Meldung der Polizei. Dies wurde ihn verwehrt. Man geriet in Streit. Die beiden Unbekannten entfernten sich zunächst. Wenige Minuten später kam eine größere Personengruppe zurück. Einige dieser Personen waren vermummt. Aus dieser Personengruppe heraus soll dann jemand eine Bierflasche geworfen haben, welche aber niemanden traf. Daraufhin wurde aus dieser Gruppe heraus auf einen 19-Jährigen eingeschlagen. Vier männliche Personen (18 und 21 Jahre) kamen dem Geschädigten zu Hilfe und wurden ebenfalls geschlagen. Anschließend verschwanden die Angreifer in einem nahe gelegenen Haus. Nach unbestätigten Informationen soll es sich dabei um das Haus der Identitären Bewegung handeln. Das Gebäude wurde anschließend von der Polizei geöffnet und betreten. Im Haus befanden sich über 20 Personen. Die Polizei stellte deren Identitäten fest. Im Haus selbst fand die Polizei zwei sogenannte Sturmhauben auf, welche sichergestellt wurden

via mz web: Vermummte prügeln Partygäste Ermittlungen nach Schlägerei in Emil-Abderhalden-Straße

Rechtsextreme gegen „Ende Gelände“ – Nach Foto mit Beamten bejubeln Rechte die „Volkspolizei“

Vor den Protesten von „Ende Gelände“ in der Lausitz zeigen Polizisten ihre Abneigung gegen die Umweltaktivisten – und posieren vor einem rechten Symbol. Vor dem Protest-Wochenende des Bündnisses „Ende Gelände“ in der Lausitz hat ein Foto von Polizisten die ohnehin angespannte Stimmung zusätzlich angeheizt. Das Foto ist in einer rechtsextremen Telegram-Chatgruppe verbreitet worden, in der seit Tagen zu gewaltsamen Aktionen gegen Klimaaktivisten aufgerufen wird. Das Foto zeigt eine Gruppe von Polizisten. Sie posieren in der Nähe von Cottbus vor einer Wand, auf der in großen Buchstaben gepinselt steht: „Stoppt Ende Gelände“. Dazu ein Krebs. Das Tier, entlehnt aus dem Stadtwappen der Stadt Cottbus, ist ein bekanntes Symbol der rechtsextremistischen Szene in der Lausitz, die entsprechende Kampagne “Defend Cottbus” steht in enger Verbindung zur “Identitären Bewegung”.
Vor etwa einem Jahr, im Dezember 2018, war auf derselben Wand mit demselben Symbol der Spruch angebracht worden: „Cottbus bleibt Deutsch“. Der Infokanal, in dem das Foto mit den Polizisten gepostet wurde, nimmt auch selbst direkt Bezug auf „Defend Cottbus“ und stellt sich als Teil der Kampagne dar. Bei den fotografierten Polizisten handelt es um neun Beamte einer Einsatzgruppe einer in Cottbus stationierten Hundertschaft der Brandenburger Polizei. Es ist eine von insgesamt vier Hundertschaften aus Brandenburg.

via tagesspiegel: Rechtsextreme gegen „Ende Gelände“ Nach Foto mit Beamten bejubeln Rechte die „Volkspolizei“

siehe auch: Interne Ermittlungen nach Polizei-Foto vor rechtem Graffito. Ein Gruppenfoto von Cottbusser Bereitschaftspolizisten ist jetzt ein Fall für die Polizei. Die Beamten hatten sich vor einem Graffito fotografieren lassen, das sich gegen die Klimaproteste in der Lausitz richtet. Eine “interne Revision” untersucht nun die Motive der Polizisten für das Foto. Nach einem umstrittenen Foto von Polizisten vor dem Spruch “Stoppt Ende Gelände” in der Lausitz untersucht die Polizei den Vorgang. (…) Die fotografierten Beamten wurden nun von dem Einsatz ausgeschlossen. Eine interne Revision müsse herausfinden, aus welcher Motivation heraus die neun Einsatzkräfte sich so haben ablichten lassen und auf welchem Weg das Foto ins Internet gekommen sei, sagte Polizeisprecher Torsten Herbst am Freitag. Aus den Ergebnissen der Untersuchungen werde dann über weitere Maßnahmen entschieden.

«#Nordkreuz», #Rocker, «#Identitäre Bewegung» & #Burschenschaftler vereint beim #AfD-#Flügeltreffen

Als am Samstag, dem 23. November 2019, die AfD zum «Königsstuhltreffen» des völkisch-nationalistischen Flügels der Partei lud, kamen laut Pixelarchiv über 100 Rechte in Binz auf Rügen zusammen. Eingeladen hatte Enrico Komning, der seit kurzem einer von vier parlamentarischen Geschäftsführern der AfD-Bundestagsfraktion ist, während die Schweriner Stadtvertreterin Petra Federau die angereisten Gäste begrüßte. Austragungsort dieses „1. Flügeltreffens“ in Mecklenburg-Vorpommern war das „Strandhotel Arkona“, an dessen Inhaberin Birte Löhr sich Organisator Komning im Nachgang dankend wendete, da sie „allen Anfeindungen zum Trotze die AfD erneut hier Tagen ließ“. Am Eingang des Hotels waren Mitarbeiter der «RS-Security» postiert. Der Firmeninhaber des Sicherheitsunternehmens, René Jens, sorgte bereits im Frühjahr 2019 mit seiner Kandidatur zur Kommunalwahl für die AfD für Wirbel. Neben seiner Parteiaktivität ist Jens schließlich aktives Mitglied der kriminellen Rocker-Gruppierung «Bandidos MC». Deren Chapter und Unterstützergruppen im Landkreis Vorpommern-Rügen pflegen einen steten Kontakt zur Neonazi-Szene und boten dieser schon Räumlichkeiten für RechtsRock-Konzerte. Neben dem hochrangigen Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke als Stargast des Abends hielt auch Andreas Kalbitz, Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg, eine Rede. Beide gehören der extremen Rechten nicht nur innerhalb der Partei an. Ein bekannter Gast in Binz war zudem der AfD-Funktionär und Terrorverdächtige Haik Jäger aus jener rechten Struktur, die unter dem Namen «Nordkreuz» bundesweit bekannt geworden ist. Die 30-köpfige Gruppe soll Angriffe auf politische Gegner*innen vorbereitet haben. Dafür sammelten die Mitglieder, die fast alle auch Reservisten der Bundeswehr und geübte Schützen sind, persönliche Daten und planten Leichensäcke und Löschkalk in großen Mengen zu bestellen. Im August 2017 hatten die Behörden die Räumlichkeiten von Marko Groß, wie auch von dem mittlerweile pensionierten Polizeibeamten Jäger aus Grabow wegen des „Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat“ durchsucht. Groß wird in dem Terrorverfahren lediglich als Zeuge geführt und muss sich aktuell wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffen- und Sprengstoffgesetz vor Gericht in Schwerin verantworten. Als Mitglied und Gründer von «Nordkreuz» hatte er insgesamt über 55.000 Schuss Munition und zugehörige Waffen teils aus Bundeswehrbeständen gebunkert. Den Ermittlungen zum Trotz hatte der – ebenfalls bei dem Treffen in Binz anwesende – ehemalige Polizeibeamte Nikolaus Kramer (Burschenschaftler und Mitglied des Landtages der AfD in Mecklenburg-Vorpommern) Jäger Anfang 2018 in den Landesfachausschuss „Innere Sicherheit, Justiz und Datenschutz“ berufen.

via exif-recherche: «Nordkreuz», Rocker, «Identitäre Bewegung» & Burschenschaftler vereint beim AfD-Flügeltreffen

Wenn auch Höcke-Gegner unter NPD-Verdacht geraten

In Rheinland-Pfalz wollte AfD-Politiker Joachim Paul Landeschef werden – stolperte dann aber über mutmaßliche NPD-Verbandelungen. Doch auch gegen den neuen Vorsitzenden Michael Frisch wird ein schwerer Vorwurf laut. Die Absenderin: eine Höcke-Anhängerin. Seinen enormen Einfluss in der AfD hat Björn Höcke auch dadurch erlangt, dass er innerhalb wie außerhalb der Partei als Gradmesser rechter Gesinnungen gilt. Wer für den Thüringer Landeschef ist, wird dem rechtsradikalen bis rechtsextremen Lager zugeordnet – meist zu Recht. Aber wer sich gegen den Protagonisten des völkischen Flügels stellt, soll automatisch gemäßigt sein. Dass dies zu einfach ist, zeigt sich in Rheinland-Pfalz. (…) Aber einen ersten Riss bekommt das Bild von der Honorigkeit der Unterzeichner an Rhein und Mosel durch das bisherige Landesvorstandsmitglied Stefan Scheil. Der betätigt sich als Historiker des Zweiten Weltkriegs und verbreitet in zahlreichen Schriften geschichtsrevisionistische Thesen von einer angeblichen Kriegstreiberei der Westmächte und Hitlers vermeintlicher Angst vor einem bevorstehenden Angriff der Sowjetunion auf Deutschland. Für den zweiten Riss sorgte der bisherige Landeschef Uwe Junge. Auch er unterzeichnete den „Appell“. Er wird dafür kritisiert, dass er den Saalschutz von AfD-Veranstaltungen einer Security-Firma übertragen hat, die an keineswegs untergeordneter Stelle ein ehemaliges NPD-Mitglied beschäftigt – wovon Junge wusste (…) Solche Verbandelungen sieht sie auch beim neuen Landeschef Frisch. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte Bublies-Leifert am 14. November einen Text, worin es heißt, „dass Michael Frisch ein ehemaliges NPD-Mitglied beschäftigt“. Nach WELT-Informationen soll es sich dabei um einen Vorgang in der von Frisch geleiteten Trierer AfD-Stadtratsfraktion gehandelt haben. Eine diesbezügliche Anfrage an Frisch beantwortete er am Freitagabend so, dass die AfD-Fraktion in Trier „zur Zeit“ keine Mitarbeiter beschäftige. (…) Im Mai 2018 beteiligte sich Frisch zusammen mit Aktivisten der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) an einer Demonstration in Trier. Später nahm er die IB gegen Kritik in Schutz. Dass Frisch anstelle von Paul zum Vorsitzenden gewählt wurde, heißt nicht, dass Paul im neuen Landesvorstand keine Rolle spielen wird. Vielmehr wurde Paul in Bingen mit dem für AfD-Verhältnisse spektakulären Ergebnis von 88 Prozent zum Beisitzer im Vorstand gewählt.

via welt: Wenn auch Höcke-Gegner unter NPD-Verdacht geraten

#Identitäre wegen #Brandanschlag auf Asylheim angezeigt – #schauhin #gewalttäter #kriminelle #terror #brandstifter #noIB

Unbekannte hatten 2016 Molotowcocktails auf das Gebäude in Himberg geworfen. Nun hat die Polizei die mutmaßlichen Täter ausfindig gemacht. Vier Männer im Alter zwischen 25 und 32 Jahren stehen im Verdacht, am 27. November 2016 Molotowcocktails gegen die Außenmauer eines Asylheimes, in dem rund 100 Asylsuchende wohnten, geworfen zu haben. Nun hat die Polizei die Hintergründe des Brandanschlags in Himberg (Bezirk Bruck an der Leitha) geklärt: Drei von ihnen dürften laut Polizei aus dem Umfeld der Identitären Bewegung Österreichs stammen. Bei dem Anschlag war die Hausmauer beschädigt worden, es kamen keine Personen zu Schaden. Roland Scherscher, Leiter des Landesamts für Verfassungsschutz, sagte: “Es wurde damals in unmittelbarer Nähe des Asylwerberheims ein Lkw mit der Aufschrift ‚Phalanx‘ beschmiert.” “Phalanx” ist der Name des Onlinehandels der Identitären Bewegung Österreichs. Im Zuge der Ermittlungen konnten schließlich Bezüge zur Bewegung festgestellt werden. Den ausschlaggebenden Hinweis, der die Ermittler zu den Männern führte, lieferte im Frühjahr ein Hinweis aus der Bevölkerung. Bei den vier Männern wurden im Oktober Hausdurchsuchungen durchgeführt und DNA-Abriebe abgenommen. Die DNA-Spuren von drei Verdächtigen wurden auch am Tatort gefunden. Bei der Hausdurchsuchung stellten die Beamten NS-Devotionalien und Werbematerial der IBÖ sicher. Außerdem wurden verbotene Waffen, Drogen und Utensilien für den Suchtgifthandel sowie mehrere Tausend Euro Bargeld gefunden.

via standard: Identitäre wegen Brandanschlag auf Asylheim angezeigt

siehe auch: Brandanschlag auf Asylheim: Polizei ermittelte Identitäre als Täter. Bei einer Hausdurchsuchung wurden verbotene Waffen, Drogen und Utensilien für den Suchtgifthandel gefunden. Drei Jahre sind vergangen, seit ein aufsehenerregender Brandanschlag auf ein Asylheim in Himberg (Bezirk Bruck an der Leitha) verübt wurde. Nun hat die Polizei vier Verdächtige im Alter zwischen 25 und 32 Jahren ermittelt. Sie stehen im Verdacht, am 27. November 2016 zwei Molotowcocktails gegen die Außenmauer des Gebäudes geworfen zu haben. Drei von ihnen dürften laut Polizei aus dem Umfeld der Identitären Bewegung Österreichs (IBÖ) stammen. (…) Bei den vier Männern wurden bereits im Oktober Hausdurchsuchungen durchgeführt und DNA-Abriebe abgenommen. Die DNA-Spuren von drei Verdächtigen wurden auch am Tatort gefunden. Bei der Hausdurchsuchung stellten die Beamten NS-Devotionalien und Werbematerial der IBÖ sicher. Außerdem wurden verbotene Waffen, Drogen wie Kokain und LSD und Utensilien für den Suchtgifthandel sowie mehrere Tausend Euro Bargeld in einem Tresor gefunden. Ein 32-Jähriger steht außerdem im Verdacht, gegen das Verbotsgesetz verstoßen zu haben. Er soll Bilder mit nationalsozialistischem Hintergrund über Internet-Chats verschickt haben, darunter auch ein Foto eines auf seine Brust tätowierten Hakenkreuzes.

Dokument: Verbot der sogenannten „Liederabende“ am Gedenktag anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November 2019

Auf Anordnung des Innensenators Ulrich Mäurer sind am kommenden Sonnabend, 9.11.2019, alle sogenannten Liederabende und Konzerte der Bands „Hermunduren“ und „Zeitnah“, sonstige Veranstaltungen der Gruppierung „Phalanx 18“ sowie jegliche Form von Ersatzveranstaltungen in Bremen verboten. Grund für das Verbot ist die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit. Aufgrund der polizeilichen Erkenntnisse zum Veranstaltungsumfeld und dem zu erwartenden Publikum drohen am 9.11.2019 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Rechtsverletzungen. Angesichts des vertretenen rechtsextremistischen Weltbildes und der grundsätzlichen Bereitschaft zur Gewaltausübung besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen nicht friedlichen Veranstaltungsverlauf. Nach derzeitigem Sachstand muss davon ausgegangen werden, dass die teilnehmenden Personen diese Musikveranstaltung nutzen werden, um Straftaten zu begehen. Zudem ist davon auszugehen, dass die dort vorgetragenen Liedtexte jugendgefährdend sind, strafrechtlich relevante Inhalte haben werden und insgesamt der Verherrlichung einer nationalsozialistischen Ideologie dienen sollen. „Schließlich ist auch der gewählte Veranstaltungstag keinesfalls zufällig gewählt“, erklärt Innensenator Mäurer. Der 9.11. ist der Gedenktag anlässlich der Novemberpogrome von 1938, bei welchen allein in der Nacht vom 9. auf den 10.11.1938 durch die vom damaligen nationalsozialistischen Regime organisierten und durchgeführten Gewalttaten gegen die jüdische Bevölkerung Deutschlands und Österreichs über 400 jüdische Personen ermordet wurden. Innensenator Mäurer: „Angesichts der rechtsextremistischen Weltanschauung dieser Gruppierung ist davon auszugehen, dass die Veranstaltung nicht dem Gedenken, sondern vielmehr einer Verhöhnung der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus dienen soll.“

via senatspressestelle bremen: Verbot der sogenannten „Liederabende“ am Gedenktag anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November 2019

OWL ist Anziehungspunkt für die rechte Szene

Hermannsdenkmal, Externsteine, Wewelsburg – seit Jahrzehnten sind sie Kultstätten der rechtsextremen Szene. OWL hat offenbar besonders für die völkische Bewegung immer noch eine hohe Anziehungskraft. An diesem Wochenende (09.11.2019) treffen sich in Bielefeld wieder rechte Kader aus ganz Deutschland. Anlas ist der 91. Geburtstag der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho, die in Bielefeld wegen Volksverhetzung im Gefängnis sitzt. “Ursula Haverbeck hat einen Kultstatus in der rechten Szene”, sagt die Rechtsextremismusexpertin und Journalistin Andrea Röpke. Auf den bisherigen Demonstrationen für Haverbeck waren unter anderem auch Familien aus Detmold und Horn-Bad Meinberg zu sehen. Sie gehörten der 2009 verbotenen “Heimattreuen Deutschen Jugend”, kurz HDJ, an. In Detmold-Berlebeck organisierten sie Lager und unterzogen dort Kinder und Jugendliche soldatischem und ideologischem Drill. Trotz Verbots sind die ehemaligen HDJ-Mitglieder weiter aktiv. Dem nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz sind Treffen bekannt, an denen mehr als 20 Kinder teilgenommen haben. Es lägen aber keine belastbaren Hinweise darauf vor, dass es sich um Nachfolgebestrebungen der HDJ handelten, schreibt der Verfassungsschutz dem WDR. Rechtsextremismusexpertin Andrea Röpke sieht das anders. “Wenn der ehemalige Einsatzführer der HDJ seine Arbeit weitermacht und Nazis aus der ganzen Region ihre Kinder dorthin bringen, dann ist das eine intensive Überprüfung wert.” (…) Eine wichtige Funktion, um rechte Ideologien zu verbreiten, übernimmt auch die Burschenschaft “Normania Nibelungen” in Bielefeld. Mehrmals haben hier bereits bekannte Personen der Neuen Rechten gesprochen. Darunter auch Martin Sellner, das Gesicht der “Identitären” in Österreich. Im kommenden Februar sollen Vertreter einer Hilfsorganisation sprechen, bei der es um eine Unterorganisation der vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremistischen “Identitären Bewegung” handelt.

via wdr: OWL ist Anziehungspunkt für die rechte Szene

Der neue rechtsextreme Täter-Typus

Die Gewaltbereitschaft in der rechtsextremen Szene steigt. Zunehmend richtet sie sich gegen Staatsvertreter. Und Experten stellen eine „Gamifizierung des Terrors“ fest: Attentäter gehen dabei vor wie bei einem Ego-Shooter-Spiel. Björn Höcke erscheint auf der Leinwand im Tagungssaal des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Der Fraktionschef der AfD in Thüringen spricht über seine „dunkle Vermutung“, dass die „Flüchtlingsströme vielleicht doch als Migrationswaffe eingesetzt werden“. Es sei eine „realistische Möglichkeit“, dass Angela Merkel „in einen großen geopolitischen Plan eingeweiht ist und diesen Plan willentlich durchführt“. Mit diesen Ausschnitten aus einer öffentlichen Rede Höckes will der Landesverfassungsschutz NRW beispielhaft deutlich machen, wie die rechtsextremistische Verschwörungstheorie vom „Volkstod“ und vom „großen Austausch“ verbreitet wird. Es ist ein Narrativ, dass in der rechtsextremistischen Szene überaus populär ist – und auf das sich auch Attentäter berufen haben, um ihre Verbrechen zu rechtfertigen. Bei einer Fachtagung über aktuelle Entwicklungen im Rechtsextremismus zeigte sich NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag alarmiert über die wachsende Radikalisierung und Gewaltbereitschaft in der Szene. „Rechtsextremismus ist neben Islamismus die größte Gefahr für die innere Sicherheit unseres Staates“, betonte Reul in Düsseldorf. Neu sei der bewaffnete Angriff auf Vertreter des Staates. Der Mord an dem hessischen CDU-Politiker Walter Lübcke und der Anschlag von Halle mit zwei Todesopfern gelten als Belege dafür, dass es nicht mehr bei Drohungen bleibt. Mit großer Sorge registrieren die Sicherheitsbehörden in diesem Zusammenhang, dass deutsche Anhänger einer US-Gruppe namens „Atomwaffen Division“ Morddrohungen gegen die beiden Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth ausgesprochen haben. (…) Zudem versuchen sogenannte Kulturkämpfer, wie etwa die Identitäre Bewegung, mit zeitgemäßen Clips Ideologien vom angeblichen Volksaustausch zu verbreiten und zu einem Mainstream in der Gesellschaft zu machen. „Die Täter kommen nicht aus einem luftleeren Raum. Sie sind in einem gesellschaftlichen Umfeld eingebunden“, sagt Christoph Busch, Experte für Rechtsextremismus beim Landesamt für Verfassungsschutz NRW. Extremismusforscher Neumann betont, dass ein neuer Tätertypus entstanden sei: der Einzeltäter, der jedoch nicht komplett isoliert sei, sondern sich über das Internet mit Gleichgesinnten weltweit vernetzt habe und sich sehr aktiv in Chatforen mit anderen austausche. „Sie sind Einzeltäter, haben aber dennoch ein Publikum.“ Neumann spricht auch von einer „Gamifizierung des Terrors“, wonach die Täter wie bei einem Ego-Shooter-Spiel vorgingen und sich gegenseitig zu übertreffen versuchten.

via welt: Der neue rechtsextreme Täter-Typus