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No human race is superior; no religious faith is inferior. All collective judgments are wrong. Only racists make them
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Soziale Netzwerke Wie Trolle im Wahlkampf manipulierten

Im Bundestagswahlkampf hat es gezielte Kampagnen von rechtsradikalen Aktivisten gegeben, um Debatten im Netz zu beeinflussen. Dabei wurden sie von Social Bots unterstützt. Rechtsradikale Medienaktivisten haben es im Bundestagswahlkampf geschafft, Diskussionen im Netz gezielt zu manipulieren. Das zeigen Daten aus einem Netzwerk, aus dem solche Kampagnen gesteuert wurden. Die Informationen wurden vom ARD-faktenfinder, WDR, dem Institute for Strategic Dialogue sowie den “Alt Right Leaks” recherchiert. “Reconquista Germanica” organisiert sich auf Discord. Auf der Plattform von “Reconquista Germanica” hatten sich im Wahlkampf zeitweise Tausende Nutzer organisiert, um gezielt Themen und Begriffe zu setzen und Gegner einzuschüchtern. So kaperten rechtsradikale Aktivisten beispielsweise im September 2017 die Diskussionen über ein TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz. Sie schafften es, ausgewählte Begriffe wie #reconquista, #nichtmeinekanzlerin und weitere zu Twitter-Trends zu machen. Zudem sollten die Aktivisten immer wieder Hashtags wie #kanzlerduell und #verraeterduell zusammen veröffentlichen, um die Bezeichnung “Verräter” für Politiker weiter zu etablieren. Live-Chats während der Attacken Auf der Chat-Plattform Discord haben sich die rechtsextremen Trolle ihre Kommandozentrale aufgebaut. Hier werden Kampagnen diskutiert und vorbereitet sowie live begleitet. In Telefon-Chats können die Aktivisten quasi in Echtzeit auf neue Entwicklungen reagieren. Dabei teilen sich die Teilnehmer sogar auf verschiedene Chat-Kanäle auf, um Verbindungsprobleme durch zu viele Nutzer zu vermeiden. Infokrieg mit allen Mitteln  Täglich erteilen die Admins der Seite – benannt nach militärischen Rängen wie “Offizier der Heeresgruppe Ost” – ihre Befehle, welche Ziele attackiert werden sollen. Die “Bannerführer” berichten dann über die jeweilige Aktion, danach wird Bilanz gezogen. Während des Kanzlerduells auf RTL diskutierten die Aktivisten beispielsweise, ob man nun den Live-Stream des Senders attackieren oder bei YouTube weitermachen wolle. Auch bei YouTube, der wichtigsten Videoplattform im Netz, sind die Trolle äußerst aktiv. Zum einen werden hier Videos von Identitären oder anderen Rechtsradikalen massenhaft positiv bewertet. Zum anderen wollen sie Videos, die ihnen politisch nicht passen, schlecht bewerten und kommentieren. So wurde beispielsweise der YouTuber LeFloid ins Visier genommen. Zu diesem Zweck schaffen sich die Trolle sogenannte Brandkonten an. Wie das geht, erklärt ein Aktivist detailliert in einer Anleitung. Er selbst habe bereits mehr als 100 solcher Konten eingerichtet, um massenhaft bewerten zu können. Er empfiehlt, man könne sich auch “als Antifa-Troll” ausgeben, um diese durch unsinnige Kommentare zu diskreditieren.

via faktenfinder tagesschau: Soziale Netzwerke Wie Trolle im Wahlkampf manipulierten

AfD und Rechtsextreme: Mitarbeit erwünscht?

Die Landtagsfraktion der AfD in Hannover legt großen Wert darauf, sich von Rechtsextremisten abzugrenzen. Verfassungsfeinde erhielten die Rote Karte, heißt es ein ums andere Mal. Doch kann dieses Bekenntnis mit der Realität mithalten? Erst kürzlich berichtet der NDR über einen Fraktionsmitarbeiter, dem Kritiker eine Nähe zum Rechtsextremismus vorwerfen. Nach Recherchen von NDR Info gibt es jetzt einen weiteren Fall der deutlich macht, dass Mitarbeiter mit zweifelhafter Einstellung zur Verfassung in den eigenen Reihen offenbar nicht nur geduldet, sondern auch bezahlt werden. In diesem Fall geht es um eine junge Frau, deren Name sich auf der offiziellen Landtagsliste der AfD-Fraktionsmitarbeiter wiederfindet. Eine Telefonnummer hat sie noch nicht – wohl aber eine Mailadresse mit Landtagskürzel. Verfassungsschutz warnt vor “Identitären” Die 30-Jährige ist in der rechtsextremen Szene kein unbeschriebenes Blatt: Sie betätigt sich offenbar seit Jahren aktiv für eine Organisation, die vom Verfassungsschutz als rechtsextreme Gruppierung beobachtet wird, die sogenannte Identitäre Bewegung (IB). So beteiligte sich die gelernte Staudengärtnerin und studierte Landschaftsökologin zum Beispiel am 13. August 2016 an einer spektakulären Aktion der IB an den Landungsbrücken in Hamburg, mit der die Gruppierung gegen angebliche “Islamisierung” protestieren wollte. In einer Reihe mit weiteren drei Aktivisten hält die junge Frau dabei ein Plakat in die Höhe mit der Aufschrift: “Wann ist es euch bunt genug?” Zu sehen auf dem Plakat: der griechische Buchstabe Lambda, das Erkennungszeichen der “Identitären Bewegung”, und in Großbuchstaben deren Internetadresse. Kurze Zeit später fand sich das Ganze auf der Facebookseite der “Identitären” wieder. Eine Aktion, die Hamburgs Verfassungsschutz schon damals zum Anlass nahm, öffentlich vor den Aktivitäten dieser Gruppierung zu warnen. Es war nicht das erste Mal, dass die Frau aus Niedersachsen bei Aktivitäten der “Bewegung” aktiv wurde: Auf der Facebookseite der IB findet sich eine auf den ersten Blick harmlose Szene aus demselben Jahr: Zu “handgemachten” Geigen- und Gitarrenklängen tanzen junge Frauen im Dirndlkleid und Männer in Zimmermannskluft Ringelreihen vor dem Hamburger Museumsschiff “Rickmer Rickmers”. Die auf den ersten Blick scheinbar harmlos daherkommende “Volkstanzeinlage” offenbart sich erst bei genauerem Hinsehen als rechtsextreme Propaganda. Denn die Wahl der Bekleidung ist kein Zufall – es ist der Dresscode der “völkischen Siedler” die sich in der extrem rechten Szene der “Traditionspflege” verschrieben haben. Mittendrin im rechten Ringelreihen: die junge Frau aus dem niedersächsischen Örtchen Bienenbüttel. Dass es sich dabei nicht etwa um ein “zufälliges Freizeitvergnügen” handelt, machen zwei Details deutlich: Es werden Flugblätter verteilt und das professionell geschnittene Video des Events findet sich wenig später auf der Facebookseite des Hamburger Ablegers der “Identitären Bewegung” – versehen mit dem markigen Spruch: “Wehrt Euch und werdet aktiv. Komm in die Bewegung!” Rechtsextreme Mitgliederwerbung 2.0.

via ndr_ AfD und Rechtsextreme: Mitarbeit erwünscht?

Prozesse gegen Identitäre nach Audimax-Störaktion vertagt – #schauhin #noib #ibiotitäre

Am Bezirksgericht Baden ist der Prozess gegen 17 Mitglieder der rechtsradikalen “Identitären Bewegung Österreich” wegen einer Störaktion im Audimax der Universität Wien im April 2016 am Donnerstagabend vertagt worden. Weitere Zeugen sollen geladen werden. Ein neuer Termin dürfte im März oder Mai angesetzt werden. Das Verfahren wurde unter anderem vonseiten der Hochschülerschaft beobachtet. “In der heutigen mehrstündigen Verhandlung verhielten sich die Mitglieder der Identitären uneinsichtig, skrupellos und bewiesen damit ihre Rohheit und ihr menschenverachtendes Gedankengut”, stellte Lena Köhler (GRAS) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien fest. “Sie schrecken, wie mehrere Zeugen heute belegten, auch nicht vor Gewalt zurück, um ihre rechtsextremen Ideologien zu propagieren. Das beweist einmal mehr die Gefährlichkeit der Identitären”, hieß es in dem Statement. Außerdem sei die Anklage wegen Körperverletzung, die einem Beschuldigten vorgeworfen wurde, aufgrund der Aussage einer Zeugin auf den Erstangeklagten, Sprecher der “Identitären”, ausgedehnt worden.

via salzburg24: Prozesse gegen Identitäre nach Audimax-Störaktion vertagt

Völkische Familien aktiver als angenommen

Sie sind traditionell gekleidet, gehen handfesten Berufen nach und veranstalten Brauchtumsfeiern auf ihren Höfen. Doch nach Informationen von NDR1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen haben Mitglieder sogenannter “völkischer Familien” in Niedersachsen ihre Kontakte ins gesamte rechte Spektrum intensiviert: zu Parteien wie der AfD und der NPD ebenso wie zur Identitären Bewegung, die der Verfassungsschutz in seinem jüngsten Bericht als rechtsextreme Aktivisten bezeichnet. Völkische Siedler aus Nordostniedersachsen Auf Höfen in kleinen Dörfern fanden in der Vergangenheit rituelle Feste statt, die der Gemeinschaftspflege innerhalb der Szene dienen. Hier der Mai-Tanz 2016 von Edendorf. So offen, wie bei einer “Kultur-Aktion” in Hamburg im Spätsommer 2016 traten Angehörige völkischer Familien aus Niedersachsen bislang selten auf. “In völkischen Familien drohen junge Leute für die Demokratie verloren zu gehen”, warnt Verfassungsschutz-Präsidentin Maren Brandenburger. Neu ist das Phänomen solcher Familienverbünde nicht. Auch der Verfassungsschutz in Hannover bestätigt, dass sich hierzulande teilweise schon vor mehreren Jahrzehnten Familien mit einem völkisch-nationalen Weltbild niedergelassen haben, insbesondere im Nordosten. Man beobachte die Szene, die lange als zurückgezogen, unauffällig und abgeschottet galt. Größte Szene in den alten Bundesländern Ausgangspunkt der monatelangen Recherche ist eine Grundlagen-Studie der Amadeu-Antonio-Stiftung zum völkischen Rechtsextremismus in Niedersachsen. Ihr zufolge ist die völkische Szene, die sich hierzulande vor allem auf die Landkreise Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg konzentriert, die größte in den alten Bundesländern. Warum gerade dort, erklärt Marius Hellwig von der Amadeu-Antonio-Stiftung dem NDR so: “Strukturschwache Regionen sind besonders anfällig, weil dort wenig zivilgesellschaftlicher Protest erwartet wird. Rechtsextreme Familien lernen sich untereinander kennen, es wird geheiratet, Leute ziehen hinzu. Ein Kreislauf kommt in Gang: Eine Region gilt als attraktiv, die Szene wächst.” Harmloses Äußeres, rechtsextremes Weltbild In ihren Dörfern agieren die Familien mit völkischem Weltbild in der Regel unauffällig. Viele arbeiten im Gartenbau, als Zimmerleute oder in der Landwirtschaft. Ihre Höfe stellen Szene-Kennern zufolge einen wichtigen Rückzugsraum für Rechtsextreme dar. Unter anderem, weil hier in der Vergangenheit immer wieder Jugend-Lager und rituelle Feste stattgefunden haben. In Edendorf im Landkreis Uelzen etwa sollen völkische Siedlerfamilien im Frühjahr 2016 zu einem Volkstanztreffen eingeladen haben. Dieses gilt mit rund 200 Teilnehmern als das größte Treffen von Rechtsextremen in Norddeutschland. Auch der Uelzener AfD-Kreistagsabgeordnete Maik Hieke räumte auf NDR-Nachfrage ein, teilgenommen zu haben. Er sagte, es habe sich lediglich um ein “Tanzvergnügen” gehandelt. Dem Verfassungsschutz zufolge dienen solche Feiern der Gemeinschaftspflege innerhalb der Szene.

via ndr: Völkische Familien aktiver als angenommen

Rostock – Rechtsruck bei der AfD? Kreisverband trifft Identitäre

Der rechte Flügel des Kreisverbandes Rostock will mit der Identitären Bewegung zusammenarbeiten. Führende Köpfe der rechtsextremen Organisation waren nun auch bei einem Bürgerstammtisch dabei. Die Rostocker AfD sucht offen die Nähe zu Rechtsextremisten – und will nun offenbar mit der „Identitären Bewegung“ zusammenarbeiten: Bei einem Bürgerstammtisch in einem Hotel im Bentwischer Ortsteil Albertsdorf plädierte der kommissarische AfD- Vorstandschef Volker Litke am Mittwochabend für den „Schulterschluss“ mit der Organisation, die vom Verfassungsschutz beobachtet und von Experten als rechtsextremistisch eingestuft wird. Bei der Versammlung ist mindestens ein führender Kopf der „Identitären Bewegung“ (IB) selbst dabei. Im Richtungsstreit der Rostocker AfD scheint sich der rechte Flügel durchzusetzen. Im Internet hatte die AfD auch interessierte Bürger zu dem öffentlichen Stammtisch eingeladen. Kurios: Den Ort des Treffens verriet die AfD aber nur nach Voranmeldung mit Name und Kontaktadresse. Rund 30 Teilnehmer sind schließlich mit dabei. Unter ihnen auch Holger Arppe. Der Landtagsabgeordnete verlor 2017 seine Posten in Bürgerschaft und Landtagsfraktion, weil er sich in Chat-Nachrichten gewaltverherrlichend äußerte und den Umsturz des demokratischen Systems forderte: „Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren. Aber wenn wir endlich so weit sind, dann stellen wir sie alle an die Wand“, schrieb er damals unter anderem. „Nummer 2“ der IB dabei An diesem Abend in Bentwisch hält sich Arppe zurück. Das Reden überlässt er anderen. Litke zum Beispiel macht keinen Hehl daraus, dass er mit den Identitären zusammenarbeiten will. Das erfordere die aktuelle politische Lage. Die Zeit dafür sei reif. Expliziter wird er nicht. Nur so viel: Auch auf Bundesebene gebe es „gute Tendenzen“, so Litke – und nennt Alexander Gauland, den Bundestagsfraktionschef der AfD, als Beispiel. Erste Bande mit den Identitären wurden geknüpft: Litke spricht von mehreren Zusammenkünften. Beim Bürgerstammtisch ist auch Torsten Görke mit dabei. Er ist nach Einschätzung der SPD-Initiative „Endstation Rechts“ die zweitwichtigste Figur der IB im Land, sagt Torsten Sohn vom Bündnis „Rostock nazifrei“. Seinen politischen Ursprung habe Görke, der aus dem Raum Halle stammt, bei einer Nachwuchsorganisation der NPD. In Rostocker IB-Kreisen ist er seit zweieinhalb Jahren aktiv. In der Hansestadt hält sich Görke bislang im Hintergrund, sagt Sohn. „Er hat bei Aktionen nur die Rolle des Fotografen und Filmers übernommen.“ Auch an „Defend Europe“-Aktionen, mit denen die Identitären sich offiziell gegen illegale Schlepperbanden formieren, nehme er teil. (…) Auch beim Stammtisch bekennen sich zwei Mitglieder öffentlich zur neuen „Alternativen Mitte“, einer Interessengemeinschaft innerhalb der AfD, die sich als konservativ-bürgerlich bezeichnet und sich von fremdenfeindlichen Strömungen distanziert. Bei vielen Zuhörern stößt das auf Ablehnung, ein Teilnehmer verlässt sogar wütend den Raum. Volker Litke kritisiert den Vorstoß des gemäßigten Flügels als einen „weiteren Grund für die Spaltung der AfD“

via ostsee-zeitung:Rostock – Rechtsruck bei der AfD? Kreisverband trifft Identitäre

Getarnt als Gamer: Einblicke in eine rechtsradikale Troll-Armee – #noib #idiotitäre

Die Teilnehmer des rechtsextremen Netzwerks Reconquista Germanica kapern Hashtags auf Twitter, teilen massenhaft Inhalte rechtsextremer Populisten und kommentieren Videos auf YouTube. Nun wurde ihr Server gelöscht, doch ein neuer hat sich bereits formiert und will zum „Sturmangriff“ übergehen. Unter dem Namen „Reconquista Germanica“ organisieren sich auf dem Gaming-Chat-Dienst Discord Rechtsradikale, um soziale Netzwerke zu beeinflussen. Seit ein paar Tagen geraten nun immer mehr interne Informationen der Troll-Armee nach außen, auch haben die Rechtsradikalen mit der Sperrung ihres ursprünglichen Kanals zu kämpfen. Doch nachdem der letzte Server gelöscht worden war, dauerte es nicht einmal einen Tag, bis sich eine Alternative gründete – oder wie es die Facebook-Seite der Gruppe ausdrückt: „Nach der unrechtmäßigen Löschung unseres Servers befinden wir uns aktuell im Wiederaufbau – wenn nicht gar im Sturmangriff.“ Reconquista Germanica bezeichnet sich in seinem Regelwerk selbst als „satirisches Internet-Projekt ohne Bezug zur realen Welt“, es sei eine „Vereinigung von Gamern und LARPern“. Die Aktionen und Diskussionen, die wir bei unseren Recherchen sehen, widersprechen dieser Aussage. Das Netzwerk ist streng hierarchisch organisiert. Wer neu beginnt, muss erst zum Rekruten aufsteigen. Von dort aus geht es weiter zum Rang des Gefreiten, aber dafür müssen die Teilnehmer ein Bewerbungsgespräch absolvieren und gewisse Voraussetzungen erfüllen, etwa „charakterliche Eignung“. Dazu gehören laut einem „General“ des Netzwerks: „Ordentliches Betragen, Sachverstand, regelmäßige Anwesenheit, Vertrauenswürdigkeit und Mitarbeit“. Es gibt noch weitere Ränge wie beispielsweise Youtuber, Offiziere und Generäle. An der Spitze der Hierarchie stehen der Oberbefehlshaber und die Paladine, deren Bezeichnung daran erinnert, wie Hermann Göring einst genannt wurde. Verbunden mit dem militärischen Aufstieg sind mehr Rechte und damit tiefere Einblicke in das Netzwerk. /…) Reconquista Germanica ist nicht die einzige Plattform, auf der Rechtsradikale Aktionen in sozialen Medien organisieren. Für Twitteraktivitäten von eigenen Accounts und Sockenpuppen existiert ein eigener Meme-Manager. Er ist mit dem Lambda-Logo, dem Erkennungszeichen der Identitären Bewegung, gekennzeichnet. Auf diesem kann man sich per Twitter einloggen und auf einen großen Fundus rechter und rechtsextremer Meme zurückgreifen sowie selbst Memes hochladen.

via netzpolitik: Getarnt als Gamer: Einblicke in eine rechtsradikale Troll-Armee

Die rechsextreme "Identitäre Bewegung" rief ihre Gefolgsleute dazu auf, Fake-Accounts anzulegen um so eine große…

Posted by Katharina Nocun – kattascha on Tuesday, February 6, 2018

Braunes Quintett wegen Drogenhandels vor Gericht – #schauhin #drogennazis #noib

Vor dem Landgericht Aachen müssen sich ab Dienstag nächster Woche fünf Personen aus der rechtsextremen Szene wegen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln verantworten. Vorgeworfen wird ihnen in unterschiedlicher Beteiligung mit Amphetamin, Marihuana und Extasy-Tabletten gehandelt zu haben. Der Gesamtwert für die verkaufte Drogenmenge soll 260.000 bis 330.000 Euro betragen haben. (bnr.de berichtete) Der Neonazi Timm M., bis vor Monaten involviert in die Partei „Die Rechte“ (DR) und deren regionale Untergruppierung „Syndikat 52“ (S52), sowie dessen Bruder Karl, der in der Ortsgruppe Aachen der „Identitären Bewegung“ (IB) aktiv war, sollen laut Anklageschrift den Handel ab spätestens 2015 initiiert haben. Beide stammen aus einer Familie bekannter Neonazis, Timm M. war in der Vergangenheit als Produzent und Gastsänger für den neonazistischen HipHopper „Makss Damage“ aktiv. Neben Timm und Karl M. sollen sich der Bande laut Anklage noch Sebastian L. ab spätestens 2016 sowie zwei weitere Personen aus dem extrem rechten Spektrum ab spätestens 2017 angeschlossen haben

via bnr: Braunes Quintett wegen Drogenhandels vor Gericht

Heinrich Sickl – Vom Neonazi zum Vermieter des „Identitären“ Zentrums in Graz.

Heinrich Sickl, geb. 1973 in Feldkirchen/Trg (Kärnten/Koroška) ist ehem. Leistungssportler und nun als selbstständiger Trainer in seinem Unternehmen „train-perfect.at“ tätig. Auch auf ein Architekturstudium kann Sickl zurückblicken. Politisch betätigt er sich als regionales Bindeglied zwischen deutschnationalen Burschenschaften, dem „Freiheitlichen Akademikerverband Steiermark“ (FAV), neurechten Thinktanks wie dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) – und den rechtsextremen „Identitären“: Er ist derjenige, der die Räumlichkeiten für das „identitäre“ Zentrum in der Schönaugasse in Graz vermietet. Zudem verfügt er über eine bewegte Vergangenheit im militanten Neonazismus sowie über familiäre und geschäftliche Beziehungen zur FPÖ. Anfang der 90er Jahre betätigte sich Sickl in der österreichischen Neonaziszene: Er schloss sich der „Nationalistischen Front“ (NF) an und schaffte es innerhalb eines Jahres als Mitglied aufgenommen zu werden. Die NF war Ende der 80er Jahre die bedeutendste militante neonazistische Organisation in Deutschland, die sich die SS zum Vorbild genommen hatte. Die NF führte regelmäßig Wehrsportübungen durch und begann mit dem Aufbau „Nationaler Einsatzkommandos“ als bewaffnete Kampftruppen gegen „Ausländerverbrecherbanden”, „Linke” und die „Staatsgewalt”. 1992 wurde die NF schließlich verboten, existierte aber in der Illegalität weiter. (…) Heinrich Sickl ist Neo-Obmann des „Freiheitlichen Akademikerverbands“ (FAV) Steiermark. Die vom FAV-eigenen „Aula“-Verlag in Graz herausgegebene Zeitschrift „AULA“ gilt als eine der wichtigsten Publikationen im österreichischen Rechtsextremismus. Sie veröffentlicht offen antisemitische und aggressiv rassistische Beiträge, geschichtsrevisionistische Propaganda und NS-Nostalgie sowie Artikel, in denen gegen „Rassenmischung“, Menschenrechte und Demokratie polemisiert wird. Insbesondere die wiederholte Beschimpfung von KZ-Überlebenden als „Landplage“ sorgte 2016 für Aufsehen – u.a. nachdem die Grazer Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen die „AULA“ eingestellt und damit ihr fragwürdiges bis fehlendes Geschichtsbewusstsein unter Beweis gestellt hatte. Sickl gilt als Hauptorganisator der – von der FPÖ mitbeworbenen – FAV-Seminarserie „Sturm auf Europa“. Dabei referierten am 14.11.2015 in den Räumlichkeiten der Arminia Graz Erik Lehnert (“Sezession”, “Institut für Staatspolitik”), Felix Menzel (“Blaue Narzisse”) und Martin Sellner, das Aushängeschild der rechtsextremen „Identitären“. (Hier der Veranstaltungsflyer zum Nachlesen.) Das zweite Seminar – mit der FPÖ-Nationalrätin Barbara Rosenkranz, dem Juristen Bernhard Lehofer und Philip Stein, dem Sellner-Kumpan von der rechtsextremen Plattform „Ein Prozent“ – fand in Kooperation mit dem „Grazer Korporationsring“ (GKR) am 30.6.2016 im Saal der Sängerschaft Gothia statt.

via recherche graz: Heinrich Sickl – Vom Neonazi zum Vermieter des „Identitären“ Zentrums in Graz.

Völkischer Nachwuchs

In völkischen Jugendorganisationen wird seit Jahren extrem rechter Nachwuchs herangezogen. Inzwischen gehen die Sprösslinge in der Identitären Bewegung auf, die gute Kontakte zur AfD pflegt. “Datt du mien Leevsten büst, datt du wohl weest”, singen sie und tanzen dazu im Reigen, die Röcke der jungen Frauen wiegen sanft. Musikalisch wird das niederdeutsche Volkslied von drei Frauen in Dirndl begleitet, sie spielen hingebungsvoll Geige und Akkordeon. Passanten bleiben neugierig stehen und lauschen den heimatlich anmutenden Klängen am Jungfernstieg in Hamburg. Doch der Auftritt ist kein Privatvergnügen, sondern rechter Aktionismus. Die Identitäre Bewegung (IB) Hamburg und Niedersachsen postete das kurze Video Ende 2016, es ist immer noch online. Im Januar 2017 hielten die norddeutschen Sektionen der Identitären Bewegung zudem ihr erstes “Volkstanzwochenende” an geheimen Ort in der Lüneburger Heide ab. Wo einst die Wiking-Jugend ihr Zentrum hatte, liegt heute wieder ein Schwerpunkt extrem rechter Jugendaktivität. Dort wo es ein kaum überschaubares Geflecht völkischer Familienverbände gibt, deren Kontakte bis in die AfD und NPD reichen, wird Brauchtum mit Sonnenwenden, Härtemärschen oder Volkstänzen gepflegt. Es ist kein Zufall, dass deutsches Volkstum und entsprechende Rituale Einzug bei den identitären Hipstern halten. Nicht nur unter den Tänzern und Musikern ihres Werbevideos sind eben jene jungen Leute, die wie Hildburg, Irmhild, Meinolf oder Alf deutschtümelnde Namen tragen, weil sie Sprösslinge nationalistischer Familien sind. Politisch sozialisiert nicht nur in ihren “Sippen”. Rechte Organisationen wie die Heimattreuen Deutsche Jugend (HDJ), der Sturmvogel – Deutscher Jugendbund oder der Freibund e.V. haben Vorarbeit geleistet. Gerhild Drescher, die ehemalige Bundesführerin des Deutschen Mädelwanderbundes, ist heute ebenso bei Veranstaltungen der IB wiederzufinden wie der Mitbegründer des Sturmvogels aus Mecklenburg-Vorpommern, Rudi Wittig.
In der Identitären Bewegung Deutschlands findet weitaus mehr völkischer Nachwuchs eine neue politische Heimat als bisher bekannt. Drill und Erziehung wider den Zeitgeist tragen Früchte. Auch Yelka, 21 Jahre alt, und ihre 17-jährige Halbschwester lieben Volkstanz. 2017 besuchten die beiden blonden Mädchen den “Maiball” im Haus der antisemitischen Sekte “Bund für Gotterkenntnis – Ludendorffer” im brandenburgischen Kirchmöser. Gemeinsam mit Jugendlichen von Sturmvogel und Freibund schwangen die beiden das Tanzbein. Nur wenige Wochen später dann beteiligen sich die beiden am Aufmarsch der Identitären Bewegung im Juni 2017 in Berlin. Auf die Frage einer Reporterin, warum sie mit marschiere, sagte die Jüngere von beiden: “Wir halten es für das Richtige, hier für Deutschland zu kämpfen.” Ob Deutschland bedroht sei, hakte die Interviewerin nach. “Ja, schon vom großen Austausch. Dass hier das deutsche Volk gegen andere Kulturen ausgetauscht wird.” Von der Jugendgruppe zu den rechten Hipstern Yelka, die ältere, war nach Recherchen des Fachportals “lsa-rechtsaußen” bereits ein Jahr zuvor an der IB-Blockade der CDU-Zentrale in Berlin dabei. Der Weg von der rechten Jugendgruppe zu den rechten Spontis scheint vorgezeichnet. Denn Vater beziehungsweise Stiefvater der jungen Frauen ist kein geringerer als der “Spiritus Rector” der Identitären Bewegung, der Ravensburger Götz Kubitschek. Das junge Mädchen selbst berichtete 2017 vor laufender Kamera, dass sie durch ihre Familie politisch “geprägt” und “widerständig” erzogen worden sei. Der umtriebige Stratege lebt heute mit seiner Ehefrau und sieben Kindern in Schnellroda, Sachsen-Anhalt. Er war selbst aktiv im Freibund und einst auch Sprecher der Deutschen Gildenschaft. Im Kreise zahlreich angereister Völkischer nahm Götz Kubitschek dann 2010 an einem Neonazi-Aufmarsch in Dresden teil. Auf Anfrage von Kontext teilt Kubitschek mit, dass seine Töchter “wohl” in Kirchmöser auf dem Maiball im Hause der Antisemiten zu Gast gewesen seien, “weil Freunde dort waren, ich habe dorthin keine Kontakte.” Kubitschek, einer der Architekten der Neuen Rechten, ist Mitgründer des “Instituts für Staatspolitik” (IfS). Ende Januar fand dort die “18. Winterakademie” statt – Thema “Wirtschaft: Hegung und Entgrenzung”. Da trafen sich zum Gedankenaustausch Mitglieder der “Alternative für Deutschland”, deren Jugendorganisation “Junge Alternative” (JA) und “Identitäre” aus Schwaben, Schleswig-Holstein, Zwickau und Dresden. Auch Kubitscheks Töchter waren dabei. Und Simon Kaupert, der für die extrem rechte Vernetzungsorganisation “Ein Prozent für unser Land” an flüchtlingsfeindlichen Aktionen im Mittelmeer (“Defend Europe”) teilgenommen hatte. (…) Fernab der Aufmerksamkeit von Polizei, Verfassungsschutz oder Öffentlichkeit werden Kinder aus den Reihen deutschtümelnder Sippen zu verschworenen Mitglieder einer elitären “Volksgemeinschaft” geformt. Unbehelligt können sich Organisationen wie der “Sturmvogel – Deutscher Jugend” des Nachwuches annehmen, obwohl längst bekannt ist, dass Holocaust-Leugner und NPD-Aktivisten in deren Reihen zu finden sind. Bekannte Namen der Neuen Rechte, wie der Gründer des Jugendmagazins “Blaue Narzisse” Felix Menzel, gehörten zum Freibund – Bund heimattreuer Jugend (heute: Der Freibund). Durch den Erfolg der AfD verspürt auch diese Szene Aufwind. Immer mehr Völkische, zu deren Hauptaufgaben vorher die Stärkung der Gemeinschaft nach innen sowie die kommunale Verwurzelung zählte, unterstützen Partei oder Identitäre Bewegung öffentlich. Der organisierte Kinderdrill aber soll unantastbar bleiben und weiterhin im Verborgenen laufen.

via kontext: Völkischer Nachwuchs

siehe auch: Kirchmöser (Brandenburg) – Verkupplungsshow für den völkischen Nachwuchs. In Kirchmöser in Brandenburg traf sich ein völkisch-antisemitischer Verein. Dort wurde ein Maitanz abgehalten, der als Kuppelveranstaltung für den rechtsextremen Nachwuchs dienen soll. Es herrschte reger Betrieb im sonst beschaulichen Kirchmöser. Auffällig viele Autos mit auswärtigen Kennzeichen und Jugendliche mit Wandergepäck, Tracht, die Mädchen mit geflochtenem Haar, ganz im Stil völkischer Jugendbünde tauchten am vergangenen Wochenende in dem ländlichen Ortsteil von Brandenburg/Havel in ruhiger Seenlandschaft auf. Ihr Ziel war ein zur Tagungsstätte ausgebauter früherer Bauernhof, der dem Verein „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff)“, kurz BfG, einer rechtsextremistischen Weltanschauungsgemeinschaft, gehört. Dort wurde am vergangenen Samstag ein Frühlingstanz abgehalten, eine Art Verkupplungsshow für den völkischen Nachwuchs. Es sind kinderreiche Familien, die germanische Bräuche pflegen Zwar vermeidet der in Bayern ansässige Verein eine offizielle, explizit politische Betätigung. Einen zentralen Zweck in der Organisierung sieht der BfG in der „Erhaltung der Mannigfaltigkeit der Völker und Kulturen“ und bietet damit auch eine Schnittstelle zur Ideologie des Ethnopluralismus der Neuen Rechten. Besonders bei sogenannten völkischen Siedlern findet das Anklang. Es ist ein besonders gefestigtes Milieu der rechtsextremen Szene bis hinein zu Anhängern der verbotenen „Wiking Jugend“ und der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ). Es sind kinderreiche Familien, die sich bewusst für ein Leben in ländlichen Gegenden, fernab der multikulturellen Metropolen, entscheiden. Sie pflegen vorchristliche, germanische Bräuche wie Sonnenwendfeiern oder den Maitanz. Es sind Familien wie die von Bernhard Schaub. Der Schweizer, der mit seiner Frau und ihren Kindern im mecklenburgischen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wohnt, ist ein bekannter Holocaust-Leugner. Er stand dem inzwischen verbotenen „Verein zur Rehabilitierung der wegen des Bestreiten des Holocaust Verfolgten“ vor. Im Jahr 2006 nahm er an der so genannten „Holocaustleugnungs-Konferenz“ in Teheran teil. Er gilt als Kopf und Gründer der Revisionisten-Gruppe „Europäische Aktion“. In Kirchmöser war Schaub kurzzeitig anwesend, um seine Kinder zum Maitanz in die Obhut des BfG zu übergeben.

Über ein Dutzend Ermittlungsverfahren gegen #Identitäre in Halle – #gewalttäter

Gerne inszeniert sich die Identitäre Bewegung als hippe Jugendbewegung, die mit der Alten Rechten wenig gemein habe. Dass Gewalt jedoch auch bei der IB elementarer Bestandteil ist, zeigt eine aktuelle Auflistung aus Sachsen-Anhalt. Gegen die dortigen Gruppen ermittelte die Polizei gleich in mehreren Fällen wegen Körperverletzung, Beleidigung und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Henriette Quade gibt Aufschluss über das Agieren der Identitären Bewegung in Sachsen-Anhalt. Der IB werden dort rund 50 Personen zugeordnet, die vor allem in den drei regionalen Strukturen der „IB Harz“, „IB Magdeburg“ und Kontrakultur Halle aktiv seien.Auch fragt die Politikerin: „Welche begangenen Straftaten wurden in den Jahren 2016 und 2017 der`Identitären Bewegung´ zugerechnet?“ Die Auflistung des Innenministeriums erstreckt sich über zwei Seiten, in insgesamt 15 Fällen ermittelte bzw. ermittelt die Polizei aufgrund möglicher strafrechtlicher Relevanz. Dokumentiert wird in der Tabelle lediglich der Tatvorwurf, ob die Ermittlungen später in Verfahren mündeten und es zu Verurteilungen bzw. Freisprüchen kam, ist nicht erfasst. Jeweils drei Mal wurden Ermittlungen wegen Gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Sachbeschädigung aufgenommen, in zwei Fällen wurde wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Hausfriedensbruchs und Beleidigung ermittelt, dazu kommen Tatvorwürfe wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, gegen das Waffengesetz, Bedrohung, Diebstahl und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. 13 von 15 Ermittlungsverfahren in Halle Unangefochtener „Spitzenreiter“ ist der Hallenser IB-Ableger Kontrakultur Halle. In der Stadt führte die Polizei 13 der insgesamt 15 Ermittlungen. Die dortige Gruppe gilt nicht nur als eine der aktivsten, sondern auch radikalsten innerhalb der Identitären Bewegung. Viele der Mitstreiter kommen aus Strukturen der NPD/JN oder anderen Neonazi-Organisationen.

via endstation rechts: Über ein Dutzend Ermittlungsverfahren gegen Identitäre in Halle