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Kalbitz’ rechte Hand: Ein Identitärer bei der AfD im Landtag

“Identitär, schön, weiß, deutsch” – ein Modemacher ist jetzt die rechte Hand von AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz im Landtag Brandenburg. Mit der rechtsextremen Identitären Bewegung hat Kai Laubach angeblich nichts mehr zu tun. Schon mehrfach hatte die Brandenburger AfD-Landtagsfraktion mit rechtsextremen Mitarbeitern zu tun – erst, wenn es publik wurde, distanzierte sie sich stets. Ist es damit nun vorbei? Seit einigen Wochen hat die Fraktion einen neuen Grundsatzreferenten, zuständig für Strategie und inhaltliche Ausrichtung. Ein wichtiger Posten an zentraler Stelle, der in der Regel direkt an den Fraktionschef angebunden ist, also die Marschroute von Andreas Kalbitz beeinflusst. Darum kümmert sich nun Kai Laubach. Bis vor Kurzem war er noch Vorstandsmitglied bei der Junge Alternative (JA) in Berlin. Und er wird der Identitären Bewegung zugerechnet, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft und beobachtet wird. Der Modelieferant für die Identitären Jedenfalls trat er im Sommer 2016 in einem Mobilisierungsvideo der Identitären zu ihrer Groß-Demonstration in Berlin auf – als einer von zwei Rednern. Der „Störungsmelder“ von „Zeit online“ attestierte Laubach im Mai noch, er versuche, „eine Art Doppelrolle zwischen AfD und Identitären wahrzunehmen“. Und: Er liefert zur Ideologie der Identitären die passende Kleidung, „identitäre“ Mode also. Unter seinem Namen laufen zwei Label, darunter „Culture Élitaire“, vor allem aber ist es die Marke „Deutsches Gewand“, die die Idee der Identitären aufgreift. „Der Schönheit der Deutschen gewidmet. Mach Deutschland wieder hip“, heißt es auf der Internetseite. Und: „Deutsches Gewand wird von einem langjährigen und vielseitig engagierten Aktivisten aus Berlin entworfen.“ Es gehe darum, „den Resonanzraum für das Eigene im gesellschaftlichen Mainstream zu vergrößern“. Auf T-Shirts und Hoodies steht „Original Deutsch“, einfach „Volk“ oder unter dem Labelnamen „Anmut Eleganz“, „Athletik Ausdauer“ oder „Kraft Präzision“. Und immer wieder taucht ein Aufdruck auf: „Reconquista“. Der Kampfbegriff der Identitären. Es ist ein Rückgriff auf die spanische und portugiesische Geschichte. Gemeint sind die Rückeroberung des Kulturraumes und die Zurückdrängung des Islam. Ein Label das Identitäre und AfD lobpreist Auf seiner Facebookseite postet das Label, also Laubach, Videos von der Identitären-Demonstration im Juni in Berlin, dazu die Worte: „Die Reconquista hat begonnen. Gegen alle Widerstände. Verteidige dein Land.“ Oder es versah das Video eines rechten Medienkanals über die geringe Zahl von Abschiebungen im Oktober mit den Worten: „Früher sagte man in solchen Fällen: ,An die Waffen!’“ Zudem war Laubach auf einer Party der Berliner Identitären mit einigen Berliner AfD-Politikerin im Mai am Burschenschaftshaus der Gothia in Berlin-Zehlendorf dabei.
Bemerkenswert ist auch, warum Laubach nicht mehr im JA-Landesvorstand sitzt. Auf Druck der Partei gab es einen Umbau. Auslöser ist eine Sturmaktion der Identitären auf das Bundesjustizministerium im Mai dieses Jahres. Und die Berliner JA-Spitze missachtete die Vorgabe, sich von den Identitären abzugrenzen. JA-Schatzmeister Jannik Brämer sollte die AfD verlassen, weil er bei der Sturmaktion mit einem Lkw fast einen Polizisten umfuhr und daraufhin wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn ermittelt wurde. Wegen eines Formfehlers wurde der Parteiausschluss nicht richtig zugestellt, er ist also weiter AfD-Mitglied.

via pnn: Kalbitz’ rechte Hand: Ein Identitärer bei der AfD im Landtag

Posted by Dirk Stegemann on Monday, December 11, 2017

Rechte Anschläge in Bremen – Hass und schwarze Farbe

Nach Anschlägen auf die jüdische Gemeinde Bremerhaven gab es jetzt zwei weitere Attacken auf Bremer Gedenkorte, zuletzt auf den Bunker Valentin. Unbekannte haben eine Betonmauer am Bunker Valentin besprüht: „Stoppt den Schuldkult“ prangt in schwarzen Lettern über die gesamte Mauerbreite. Am Dienstag, einen Tag vor Entdeckung der Schmiererei, hatte die SPD-Bürgerschaftsfraktion einen neuen Bericht über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Bremen angefordert mit dem Verweis auf „neu entstandene Phänome und Gruppierungen wie die Reichsbürger sowie die Identitäre Bewegung und die Junge Alternative“. Deren Mutterpartei hat den Begriff „Schuldkult“ spätestens im Rahmen des Bundestagswahlkampfs aus seinem Szene-Dasein befreit: Mehrere AfD-PolitikerInnen hatten in diesem Rahmen die Erinnerung an den Nationalsozialismus öffentlich so bezeichnet. Und, welch ein Zufall: Am 24. November hat ihn die Junge Alternative (JA) Bremen auf ihrer Facebook-Seite verwendet – ausgerechnet zum Thema Bunker Valentin. Bezug nehmend auf einen Artikel im Weser-Kurier, der sich mit Projekten für Bremen-Nord beschäftigt, zu denen auch die Idee einer Weiterentwicklung des Denkorts Valentin gehört, äußert sich die JA folgendermaßen: „(…) Hier wird gar nicht erst versucht aus Bremen-Nord eine Zukunftsperspektive abzuleiten, sondern rigoros der Schuldkult zum täglichen Zelebrieren ausgebaut. (…) Wir sind es, die treudeutsche Jugend, die zukunftsgerichtet und mit nötiger Distanz auf unsere Geschichte blickt und wir stellen uns entschieden gegen jeglichen ‚Mahnurlaub‘ und ‚Schuldkulttourismus‘.“ Er wisse nicht, wer für die Schmierereien verantwortlich sei, sagt Marcus Meyer vom Denk­ort Bunker Valentin, „aber die inhaltliche Richtung passt natürlich zur AfD und der Identitären Bewegung – das ist deren Narrativ.“ Farge und Rekum seien in Bremen Schwerpunktgebiete der Identitären Bewegung und sogenannter „Reichsbürger“ und immer wieder fänden sich im Bunker-Umkreis Aufkleber der rechtsextremen „Farge Ultras“.

via taz: Rechte Anschläge in Bremen – Hass und schwarze Farbe

Neurechte Netzwerke im Visier: Antifa-BI über Kontakte des AfD-Funktionärs Andreas Lichert

Ist die Kurstadt eine »zentrale Schnittstelle der extremen Rechten in Deutschland«? Die Antifa-BI behauptet das in einer Pressemitteilung und hat dabei den Wetterauer AfD-Funktionär und Kreisbeigeordneten Andreas Lichert im Visier. In einer Dokumentation auf ihrer Internetseite hat die Antifa-BI die Verbindungen Licherts zu rechten Netzwerken dargestellt. Den ficht das freilich wenig an. »Wenn man einen ‘extrem Linken’ nach aus seiner Sicht ‘extrem Rechten’ fragt, kann nichts Sinnvolles herauskommen«, kommentiert Lichert die Angriffe.
Ist die Kurstadt eine »zentrale Schnittstelle der extremen Rechten in Deutschland«? Die Antifa-BI behauptet das in einer Pressemitteilung und hat dabei den Wetterauer AfD-Funktionär und Kreisbeigeordneten Andreas Lichert im Visier. In einer Dokumentation auf ihrer Internetseite hat die Antifa-BI die Verbindungen Licherts zu rechten Netzwerken dargestellt. Den ficht das freilich wenig an. »Wenn man einen ›extrem Linken‹ nach aus seiner Sicht ›extrem Rechten‹ fragt, kann nichts Sinnvolles herauskommen«, kommentiert Lichert die Angriffe.
Die Identitäre Bewegung ist eine noch relativ junge Spielart des Rechtsextremismus. Nach Angaben der Antifa-BI gab es in Bad Nauheim mehrfach Aktionen der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppe. Im Sprudelhof seien Parolen gesprüht worden, am Bahnhof habe es eine Banner-Aktion gegeben, in anderen Orten der Wetterau seien Plakate aufgehängt worden. »Wie sind diese in die Wetterau gekommen?«, fragte sich die Antifa-BI und stieß bei Recherchen auf Lichert und dessen Verbindungen zur neurechten Szene.

via wetterauer zeitung: Neurechte Netzwerke im Visier: Antifa-BI über Kontakte des AfD-Funktionärs Andreas Lichert

Berliner #AfD zwingt Jugendverbands-Vorstand zum Rücktritt – #schauhin

Ein einst mit Haftbefehl gesuchter Identitären-Aktivist stürzt die Junge Alternative in Berlin erneut in die Krise. Die AfD hat ein Ultimatum gestellt. Die Junge Alternative Berlin ist ohne Führung. Die Spitze des Berliner Landesverbandes der AfD zwang den neugewählten Vorstand der AfD-Nachwuchsorganisation vergangene Woche zum Rücktritt. Das erfuhr ZEIT ONLINE aus Parteikreisen. Die Junge Alternative Berlin ist seitdem als eigener Verband praktisch nicht mehr existent. Um die Organisation wiederzubeleben, müsste der Bundesverband der Jungen Alternative (JA) einen Notvorstand einsetzen, der dann wiederum eine Neuwahl organisieren könnte.
Hintergrund ist ein Machtkampf um den politischen Kurs des Jugendverbandes. Ende November hatte die Berliner JA auf dem 7. Landeskongress ihren Vorstand gewählt. Dabei wählten die etwa 70 Anwesenden das frühere Vorstandsmitglied Jannik Brämer erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden. Gegen Brämer läuft jedoch ein Parteiausschlussverfahren. Die Polizei hatte den früheren JA-Schatzmeister im Mai mit Haftbefehl gesucht. Die Polizei begann damals, gegen Brämer wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung zu ermitteln. Aufgefallen war er bei einer missglückten Protestaktion der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung: Etwa 50 Anhänger dieser völkischen Jugendbewegung hatten Mitte Mai versucht, für eine Protestaktion auf das Dach des Bundesjustizministeriums in Berlin zu klettern. Brämer soll vor dem Gebäude als Fahrer eines Transporters beinahe einen Zivilpolizisten umgefahren haben. Der Beamte musste zur Seite springen, um dem Fahrzeug auszuweichen. Er wurde verletzt. Brämer war kurze Zeit nach der Aktion selbst für Parteifreunde nicht mehr erreichbar. Als ZEIT ONLINE berichtete, dass die Polizei ihn per Haftbefehl sucht, erklärte er schriftlich seinen Rücktritt als Schatzmeister. (…) Auf der Wahlversammlung traf das Lager der Burschenschaftler und Identitären-Anhänger um Jörg Sobolewski auf die innerparteilich gemäßigteren Mitglieder um den scheidenden Landesvorsitzenden Thorsten Weiß. In dem Machtkampf überwog das Rechts-außen-Lager und wählte Brämer zum stellvertretenden Vorsitzenden. Ein Affront gegen die Landespartei, die zumindest öffentlich versucht, radikale Kräfte auf Abstand zu halten. Die Wahl Brämers löste im AfD-Landesvorstand Empörung aus. In Krisengesprächen wurde die neue JA-Spitze zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Anderenfalls werde man der JA den Status als Jugendorganisation der AfD Berlin aberkennen, hieß es. Am vergangenen Donnerstagabend gab es ein letztes Zusammentreffen, in dem “ziemlicher Klartext” geredet wurde. Nach kurzer Diskussion erklärte sich der JA-Vorstand für aufgelöst, wie ZEIT ONLINE aus Parteikreisen erfuhr.

via zeit: Berliner AfD zwingt Jugendverbands-Vorstand zum Rücktritt

Linke mauern Büro von rechtsextremen Aktivisten zu

Linke mauern das Büro auf der Lingner Allee in Dresden zu. Linke statteten am Mittwoch dem rechten Vereins “Ein Prozent für Deutschland” auf der Lingner Allee einen “Besuch” ab und mauerten deren Bürotür zu. Das teilten die Aktivisten in einer Pressemitteilung mit. Sie wollten damit das Büro des Vereins symbolisch schließen. “Ziel war es, dem Verein zu vermitteln, dass dessen Agieren beobachtet wird und nicht unkommentiert bleibt”, heißt es in einer Stellungnahme. Demnach sei die Aktion Teil der deutschlandweiten Kampagne “Nationalismus ist keine Alternative”. “Die Polizei wurde verständigt, wir waren vor Ort und haben eine Anzeige wegen Sachbeschädigung aufgenommen”, bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber TAG24 den Vorfall. “Ein Prozent” wird wegen deren rechtsextremen Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet. Sie gelten als wesentlicher Vertreter der “Neuen Rechten”.

via tag24: Linke mauern Büro von rechtsextremen Aktivisten zu

Demo gegen Mainzer Burschenschaft

1. Update Die Mainzer Burschenschaft Germania kündigt einen Abend über die Aktion der Identitären an. Der wird zwar abgesagt, die angekündigte Gegendemo soll aber stattfinden. In Mainz soll am Donnerstag bei der rechten Burschenschaft Germania Halle demonstriert werden. Auslöser war eine inzwischen abgesagte Veranstaltung mit dem Titel „Defend Europe! Die C-Star im Einsatz gegen Schlepper“. Geplant war ein „Erlebnisbericht“ von einer Aktion der rechtsextremen „Identitären Bewegung“. Aktivisten der völkischen Gruppierung waren im Sommer mit dem gecharterten Schiff C-Star auf dem Mittelmeer unterwegs gewesen. Nach ihren eigenen Angaben ging es darum, die Aktivitäten von Schleppern aufzudecken. Beobachter werteten die Reise aber eher als medienwirksamen Versuch, die Arbeit von Seenotrettern und Flüchtlingshelfern zu behindern. Burschenschaft sagt ab Die Veranstaltung bei der Mainzer Burschenschaft wurde am Dienstag abgesagt. Begründung: Die Erkrankung des eingeladenen Referenten. Die Demonstration soll allerdings ungeachtet der Absage wie geplant stattfinden. Sie soll am Donnerstag ab 18.30 Uhr vom Mainzer Hauptbahnhof bis zum Burschenschaftshaus ziehen und wird vom Kreisverband der Linkspartei organisiert.

via fr: Demo gegen Mainzer Burschenschaft

Björn #Höcke im Opfer-Modus – #bernd #afd

Auf einmal ist der AfD-Politiker das arme Opfer, seit eine Holocaust-Mahnmal-Replik neben seinem Haus steht. Konservative steigen in die Verunglimpfung der zuständigen Aktionskünstler ein. Unser Kommentar. Über Björn Höcke kann es eigentlich im Diskurs unter Demokraten keine zwei Meinungen geben. Selbst innerhalb seiner Partei ist der Mann ein Ausnahmetalent bezüglich völkisch-rechter Hemmungslosigkeit, weshalb die AfD die Konkurrenz der NPD nicht zu fürchten braucht. Unvergessen ist seine Rede in Dresden, als er nicht nur vom „Denkmal der Schande“ fabulierte, sondern gleichsam den industrialisierten Massenmord an den Juden wohl gerne aus den deutschen Hirnen verbannt hätte. „Man wollte unsere Wurzeln roden, und mit der 1945 begonnenen Umerziehung hat man das auch fast geschafft, …, . Bis jetzt ist unsere Geistesverfassung immer noch die eines total besiegten Volkes“, polterte Höcke, den hier wohl niemand missverstehen kann. Zu den Tätern zu gehören, ist halt nicht so en vogue, schon gar nicht für jene, die den Nationalismus in ihre politische Agenda eingebrieft haben. Und hier geht es nicht nur um die AfD. Bemerkenswert ist, wie die Kunstaktion des „Zentrums für politische Schönheit“ diskutiert wird. Die Aktionskünstler*innen haben ein Grundstück angemietet und Höcke genau das vor die Nase gesetzt, was er so gar nicht mehr als historische Realität im Gedächtnis der Deutschen wissen möchte. In Analogie zum Totalversagen des Verfassungsschutzes in Bezug auf die NSU ist die Inszenierung als „Frühwarnsystem der Zivilgesellschaft“ (ZfS) gelabelt. Und zwar dahingehend, dass eine Beobachtung rechtsextremer Umtriebe stattfindet, die der Verfassungsschutz in Thüringen in Bezug auf die NSU bislang schuldig geblieben ist.
Aber was wird daraus gemacht? Es gibt drei verschiedene Stränge, um die Aktion zu diskreditieren: Der eine ist der Opfer-Täter-Umkehrungs-Strang. Auf einmal ist Höcke, der aus Hessen stammende ehemalige Geschichtslehrer, das Opfer. Er werde dazu gemacht, poltert es aus den Kommentarspalten, so wie merkwürdigerweise alles, was man gegen die AfD unternimmt/kommuniziert, mittlerweile in den Tätermodus gedreht wird. Weil die sich ja dann zum Opfer generieren – womit mitschwingt, dass sie es zurecht tun. Das ist so allgegenwärtig, dass man beim Widerwort schon fürchtet, in Staub zu zerfallen. „Politisches Geschenk an die AfD“, heißt es etwa bei der „Süddeutschen“. Ja, aber nur, weil sich viele Medien auf die Täter-Opfer-Verdrehung einlassen. Der zweite Strang bei dieser Kunstaktion ist der juristische. Der ist strittig, wobei es sich hier um eine behauptete Beobachtung des Höcke-Grundstücks als Teil der Inszenierung handelt. Die Zivilgesellschaft reagiert, weil der Staat versagt, so die Botschaft, die aber oberflächlich diskutiert wird. Vielmehr ist die Frage, ob Höcke beim Essen gestalkt wurde. Wurde er? Wohl eher nicht, aber anstatt die Botschaft zu würdigen, wird eine Anstandsdiskussion geführt, die sich letztlich der Rechten andient. Hier geht es um ein politisches Kunstprojekt gegen die Rechtsextreme in Gestalt eines ihrer erfolgreichsten Protagonisten. Und der dritte Strang? Der Vorwurf lautet, die ermordeten Juden würden instrumentalisiert, ihr Gedenken im Kontext der Agitation geschändet. Hier könnte man fragen, inwiefern ein Gedenken instrumentalisiert werden kann, das explizit gegen einen Höcke angewandt wird, der gegen genau dieses Gedenken agitiert. Mir fällt keine Antwort ein.

via fr: Björn Höcke im Opfer-Modus

FPÖ-Funktionäre kümmern sich seit Jahren um ein Nazi-Grab am Zentralfriedhof

Das Grab von NS-Offizier Walter Nowotny ist eine zentrale Pilgerstätte der extremen Rechten. FPÖ-FunktionärInnen sind seit Jahren ganz vorne mit dabei. Es ist wahrscheinlich das umstrittenste Grab am Wiener Zentralfriedhof. Mitten unter den Ehrengräbern, Reihe 14C, höchstens 100 Meter von der Bundespräsidentengruft entfernt. Ringsherum liegen die Gräber vieler bedeutender Persönlichkeiten, die meisten davon PolitikerInnen aus der ArbeiterInnenbewegung. Viele dieser Menschen haben unter dem Faschismus gelitten, auf ihren Gräbern stehen Kränze mit roten Schleifen. Das Grab Nummer 12 in dieser Reihe sticht aber heraus. Hier ist Walter Nowotny begraben, Offizier der NS-Luftwaffe, Kampfflieger für das NS-Regime und Mitglied der NSDAP. Nach zahlreichen Einsätzen wurde Nowotny 1944 abgeschossen. Laut dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) würdigte sogar das NS-Zentralorgan, der Völkische Beobachter, den Offizier. Er hätte “als junger Führer der Hitler-Jugend trotz aller Verfolgungen in der Verbotszeit begeistert und unentwegt Adolf Hitler die Treue” gehalten, heißt es da. Wenig verwunderlich, dass dieses Grab bis heute ein Wallfahrtsort für Nazis, FaschistInnen und Rechtsextreme ist. Einmal im Jahr, zumeist rund um Nowotnys Todestag am 8. November, kommen sie hier zusammen, um ihres Helden zu gedenken. “Nowotny hat als junger Führer der Hitler-Jugend trotz aller Verfolgungen in der Verbotszeit begeistert und unentwegt Adolf Hitler die Treue gehalten.” Für die offene NS-Szene war in der Vergangenheit etwa Naziführer Gottfried Küssel bei Nowotny-Gedenkfeiern anwesend – in der zweiten Reihe übrigens sein damaliger Jungspund Martin Sellner, heute Vorzeige-Kamerad der rechtsextremen “Identitären Bewegung”. Das belegt der Blog “Küssels Kameraden” mit Bildern. (…) Ab 2012 übernahm dann ein privater Verein die Pflege, der 2003 gegründet worden war. An der Vereinsgründung beteiligt war laut Bericht des ORF etwa der damalige Wiener Stadtrat und heutige zweite Landtagspräsident Johann Herzog von der FPÖ. Herzog ist aktuell stellvertretender Obmann, der ehemalige FPÖ-Landesparteisekretär und Bundesrat Hans-Jörg Jenewein Schriftführer. Als Obmann fungiert Gerhard Pendl, der bereits 2008 nach einer umstrittenen Rede am Nowotny-Grab als Uni-Rat abtreten musste. Die Medizin-Uni Wien erklärte damals laut Presse: “Seine die Zeit des Nationalsozialismus glorifizierende Einstellung war allgemein bekannt.” Als weiterer Stellvertreter fungiert Walter Seledec, FPÖ-Politiker und früherer ORF-Chefredakteur. Dazu kommen laut Vereinsregisterauszug noch einige weitere Personen. Für den Aufmarsch im Jahr 2017 hat der Blog Rechtsdrall insgesamt bereits 14 Personen identifiziert, die laut Rechtsdrall der FPÖ zugeordnet werden können. Darunter Markus Ripfl, bis vor Kurzem Vorsitzender der FPÖ-Studierendenorganisation RFS in Wien, jetzt eine der Zukunftshoffnungen der FPÖ Niederösterreich.

via vice: FPÖ-Funktionäre kümmern sich seit Jahren um ein Nazi-Grab am Zentralfriedhof

“Compact”- Treffen in Leipzig Skinheads und biedere Ehepaare

Pegidisten, Burschenschaftler, Rechtsextreme – auf einer “Compact”-Veranstaltung treffen sich Radikale in bürgerlichen Anzügen. Viele treibt eine Sorge um: Die AfD könnte sich an das Establishment anpassen. Die Ur-Pegidisten sehen ihre Stunde gekommen, als Björn Höcke in Leipzig die Bühne betritt. Auf einem Treffen des rechtskonservativen “Compact”-Magazins schlägt ihm Jubel entgegen. Seine Vision für die Alternative für Deutschland im Bundestag? “Die AfD muss eine Bewegungspartei sein und bleiben”, ruft er, “sonst hat sie keine Zukunft.” Der rechte Flügel der Partei rückt sichtbar mit Gruppen wie Pegida, rechten Gewerkschaften und den Rechtsextremen der “Identitären Bewegung” zusammen. Sich zu vernetzen, das sieht man auf den Fluren und in kleinen Grüppchen, ist Zweck der Veranstaltung des Magazins, das Stimmung macht gegen Fremde, Kanzlerin Angela Merkel dämonisiert und den Kreml feiert. Das kommt auch bei islamfeindlichen Pegidisten gut an. Zwei, die von Beginn an bei den Protestzügen in Dresden dabei sind, sitzen nun im Publikum. In diesem Text sollen sie Sabine und Günter heißen. “Da kommen immer noch 4000, 5000 Leute”, behaupten sie. Nach offiziellen Angaben sind es eher 1200 bis 2500. Dresden hat sich mit ihnen arrangiert – und ihre Wirkung ist bescheiden. In der Stadt würden sie als die “Obernazis” gelten, sagt Sabine. Mit der AfD im Bundestag erhoffen sie sich mehr Anerkennung. (…) Das “Compact”-Treffen greift die Euphorie der rechten Szene über den Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl auf. Rund 500 Teilnehmer sind gekommen, darunter Burschenschafter mit Schmiss, rechtskonservative Gewerkschafter, Skinheads und bieder wirkende Ehepaare wie Sabine und Günter.

via spon: “Compact”- Treffen in Leipzig Skinheads und biedere Ehepaare

Nazi-Hipster im Anflug – #noib #idiotitäre

In Großbritannien sind »Identitäre« und die englische »Hogesa« auf dem Vormarsch. Die rechtsextreme »Identitäre Bewegung« versucht, auch im Vereinigten Königreich und in Irland Fuß zu fassen. Doch die Konkurrenz im rechten Milieu ist groß. Neben Paris und Berlin gilt London gemeinhin als Hauptstadt des europäischen Hipstertums. Der sogenannte Nazi-Hipster allerdings konnte dort anders als in Frankreich und Deutschland bisher nicht Fuß fassen. Die Rede ist von Mitgliedern der »Identitären Bewegung« (IB), jener sich reichlich jugendkultureller Anleihen bedienenden neurechten bis völkischen Gruppe, die 2012 von Frankreich aus in den deutschsprachigen Raum schwappte. Im Vereinigten Königreich und in Irland bisher lediglich mit mutmaßlich von Einzelpersonen betriebenen Profilen in den sozialen Medien präsent, scheint sich die IB mittlerweile auch dort etablieren zu wollen. Im Stile der Vorbildorganisationen auf dem Festland – insbesondere in Deutschland und Österreich – trat der britische Abkömmling Ende vergangenen Monats mit einer medienwirksamen Inszenierung erstmals öffentlich in Erscheinung. Am 23. Oktober entrollte ein knappes Dutzend »Identitärer« auf der Westminster Bridge im Zentrum Londons ein Großtransparent mit der Aufschrift »Defend London, stop Islamisation«, dem englischen Namen der Gruppe, »Generation Identity«, und ihrem Symbol, dem schwarz-gelb gedruckten griechischen Buchstaben Lambda. Dazu lieferte die Truppe eine online verschickte Mitteilung: Quelle der Islamisierung sei die Masseneinwanderung, die es aufzuhalten gelte. Der Ort des Auftritts hätte kaum symbolträchtiger gewählt werden können: Die Westminster Bridge liegt nicht nur in Sichtweite des britischen Parlaments, im März war sie zudem Schauplatz eines islamistischen Attentats. Zuvor waren die offiziellen Internetauftritte der britischen und irischen Ableger der IB einzig durch das Teilen der Inhalte der europäischen Schwesterorganisationen aufgefallen. Die Facebook-Präsenz der »Generation Identity United Kingdom and the Republic of Ireland« besteht zwar bereits seit Februar, bis auf einzelne Fotos mit identitärer Symbolik vor britischen Touristenattraktionen ist dort aber nicht viel zu sehen. Für den irischen Ableger rief man immerhin schon im Juli zu einem ersten Treffen gegen den »Großen Austausch«, die »Islamisierung Europas« und »Globalisierung« auf. (…) Britische IB-Mitglieder berichten der Reporterin außerdem von paramilitärischen Trainings in Frankreich, an denen Mitglieder der »Generation Identity« teilgenommen hätten. Zudem geben sie offen zu, dass sie in erster Linie aus Imagegründen keine Personen aufnehmen könnten, die offen neonazistische Ansichten vertreten. Wie andernorts auch steht die »Identitäre Bewegung« im Vereinigten Königreich und in Irland damit zwischen personeller und ideologischer Verwurzelung in neonazistischen Kreisen einerseits und der strategischen Abgrenzung von diesem Milieu andererseits. Dabei wähnt die britische extreme Rechte seit der nationalistischen Mobilisierung für den EU-Austritt ohnehin den Zeitgeist auf ihrer Seite. Langjährig existierende Gruppen wie die »National Front« oder die »British National Party« konkurrieren mit Abspaltungen wie »Britain First« und anderen extrem rechten Kleinstparteien um Mitglieder und Wählerstimmen.

via jungle: Nazi-Hipster im Anflug