Nazis, Urlaub, Freunde

Jungle World ··· 25/2007 Antifa ··· Nazis, Urlaub, Freunde
Ein SPD-Politiker trifft sich mit ihnen, in den Vereinen sind sie gern gesehen: die Neonazis. Neues aus der Sächsischen Schweiz
Es ist Sommer, es ist heiß, und es könnte so schön sein im sächsischen Königstein. Die Skinheads Sächsische Schweiz (SSS) sind verboten, und seit Wochen lockt das Sommerwetter scharenweise Touristen an. Wären da nicht die Journalisten. »Schreiben Sie vor allem über unsere wunderschöne Landschaft!« bat SPD-Kreisrat Ivo Teichmann einst die Presse im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel. Aber ein linkes Internetkollektiv, das seit dem Sommer 2004 kritisch über Neonazis in den sächsischen Parlamenten berichtet, findet andere Themen wichtiger.
Es nennt sich »Nazis in den Parlamenten« (NIP, http://nip.systemli.org) und wirft Teichmann eine »unkritische Nähe zur NPD« vor. Dieser drohte prompt mit einer Strafanzeige. Das Kollektiv aber verweist auf mehrere Interviews. In der Zeit hatte Teichmann im Jahr 1999 behauptet, der damalige NPD-Politiker Uwe Leichsenring, der inzwischen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, könne möglicherweise bessere kommunalpolitische Vorschläge machen als die SPD. Im Jahr 2004 wollte Teichmann eine antifaschistische Demonstration der Kampagne »Schöner Leben ohne Naziläden« in Pirna verhindern. Und dem Tagesspiegel sagte er im gleichen Jahr, er würde auch Anträgen der NPD im Kreistag zustimmen. (…) Teichmann kam persönlich zu Leichsenrings Beerdigung im September 2006. Dass er daran teilnahm, »war ganz sicher kein politisches Bekenntnis, sondern Anteilnahme«, betont er. Beobachter der Beerdigung sehen das anders. Die Trauerfeier wirkte eher wie ein Nazikundgebung, viele ehemalige Anführer der SSS waren versammelt. Das Volkslied »Wenn alle untreu werden«, im Nationalsozialismus als »Treuelied der SS« gesungen, begleitete Fackelmarsch, Trachten und junge Fahnenträger. Jugendliche Neonazis schworen sich am Rande der Beerdigung, weiterzukämpfen für die rechte Sache. »Meine Teilnahme an der Beerdigung wurde vor Ort mit menschlichem Respekt wahrgenommen, ganz ohne jede politische Deutung«, schreibt Teichmann in seiner Gegendarstellung. (…)
In Rosenthal-Bielathal versuchen sie sich lieber an einem eigenen Projekt.(Jungle World, 10/07) Das ehemalige DDR-Ferienheim »Mühle Brausenstein« soll ein Veranstaltungsort für rechtsex­treme Konzerte und Tagungen der NPD werden. Einige ehemalige Mitglieder der SSS und der Eigentümer und »Reichsbürger« Heino Janßen meinen, dass die Chancen gut stehen, das Schulungszentrum überregional zu etablieren.

Neonazis: NPD-Fraktionschef nach Hetzrede im Visier der Staatsanwaltschaft

Neonazis: NPD-Fraktionschef nach Hetzrede im Visier der Staatsanwaltschaft – Politik – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten
Er warnt vor “Hottentotten-Tänzen” auf deutschen Marktplätzen, droht den “Demokratenfratzen” und will die Wehrmacht zurück – bei einer Rede vor Neonazis zeigte der mecklenburg-vorpommerische NPD-Fraktionschef Pastörs sein wahres Gesicht. Das interessiert jetzt die Staatsanwaltschaft. Udo Pastörs hält Adolf Hitler für ein “Phänomen”. Der “Führer” habe ja “wahnsinnige Pflöcke eingerammt, auf fast allen Gebieten”, hat der Fraktionschef der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern einmal gesagt – “militärisch, sozial, ökonomisch”. Bei so viel Bewunderung ist nicht auszuschließen, dass Pastörs auch am Samstagnachmittag im brandenburgischen Rathenow an den Nazi-Reichskanzler gedacht hat, als er vor rund 250 Gesinnungsgenossen eine Rede hielt. Der Landtag von Schwerin ist weit, mag sich der NPD-Mann gedacht haben, diese ungeliebte “Quasselbude” voll von “Banditen” (Pastörs) mit ihrer lästigen Geschäftsordnung. Hier vor dem Kulturhaus der Kleinstadt vor den Toren Berlins will das Fußvolk vom “SelbstSchutz Sachsen-Anhalt” und den “Freien Nationalisten” aus Dessau deutliche Worte. (…) Er greift tief in die Mottenkiste des Zweiten Weltkrieges, fordert lauthals eine “hochmoderne, hochmotivierte, schlagkräftigen deutsche Armee”, hinter der das Volk stehe und die wieder Wehrmacht heißen soll, “nicht Bundeswehr, sondern deutsche Wehrmacht, damit auch jeder weiß, wofür sie eingesetzt werden soll, nämlich für den Schutz unseres Heimatlandes”.So richtig in Rage geredet hat Pastörs dann noch eine klare Botschaft für die “Demokratenfratzen” der “gottverdammten demokratischen Parteien”: Wenn die NPD an die Macht gelange, ereifert er sich, sei man verpflichtet, “jene einer gerechten Strafe zuzuführen, die für diese Ausplünderungspolitik unseres deutschen Volkes Verantwortung tragen. Also, liebe herrschende Klasse, seht euch vor, denn wer Wind sät, wird Sturm ernten. Lasst uns Sturm sein!” Pastörs’ Stimme überschlägt sich fast. Der braune Mini-Mob jubelt.

Mitschnitt der braunen Rede bei Endstation Rechts sowie beim NDR

siehe auch: Staatsanwalt prüft Hass-Rede von NPD-Fraktionschef. Neue Debatte über NPD-Verbotsverfahren – Aussagen von Udo Pastörs im Visier. Nach einer Hass-Rede des NPD-Fraktionschefs in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, ist die Debatte über ein Verbot der Partei neu entflammt. Landespolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern forderten am Donnerstag eine juristische Prüfung. „Die Rede wird auf strafrechtliche Relevanz geprüft, ein förmliches Ermittlungsverfahren gibt es bisher aber noch nicht“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Wilfried Lehmann, am Donnerstag. Pastörs hatte 16. Juni im brandenburgischen Rathenow vor etwa 200 Anhängern der rechtsextremistischen Partei zum Sturz der Demokratie aufgerufen. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte, der Parlamentarier habe offen zum Umsturz der Demokratie aufgerufen und damit deutlich die antidemokratischen Ziele der NPD formuliert. Damit werde die Debatte über ein NPD-Verbot erneut auf den Weg gebracht; 200 Nazis forderten „Nationalen Sozialismus“. In Rathenow haben am Sonnabend etwa 200 Neonazis demonstriert. Unter dem Motto „G8 – Gipfel der Achtlosigkeit – Globalisierung stoppen“ hatte die Rathenower NPD um Marcell Horlebeck den Aufzug organisiert. Es nahmen auch viele Mitglieder freier Kameradschaften teil. (…) Der Rathenower NPD-Verband ist als Sammelbecken für Mitglieder der im Jahr 2005 verbotenen Kameradschaft „Hauptvolk“ bekannt. Auf der Zwischenkundgebung sprach Udo Pastörs, Fraktionschef der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Pastörs forderte frank und frei die Schaffung eines „nationalen Sozialismus“, hetzte gegen „irgendwelche Negermenschen“ sowie gegen Abtreibungen und proklamierte ein „Europa der Vaterländer“; NPDler Pastörs ruft zum Umsturz auf. Er fordert, die Bundeswehr in Wehrmacht umzubenennen und “aktiven Widerstand” gegen die Demokratie zu leisten. Die Äußerungen könnten dem NPD-Fraktionschef in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, nun Ärger mit der Justiz einbringen. (…) Pastörs hatte vor etwa 200 rechten Demonstranten in Rathenow von der Verpflichtung gesprochen, all jene einer gerechten Strafe zuzuführen, die verantwortlich für die “Ausplünderungspolitik des deutschen Volkes” seien. Es gehe um aktiven Widerstand. Darüber hinaus forderte der Schweriner NPD-Fraktionschef die Umbenennung der Bundeswehr in “Deutsche Wehrmacht”.

Strenge Kleiderordnung

Bnr.de – Strenge Kleiderordnung
Der NPD-Kreisverband Gera will „mit Unterstützung freier Nationalisten“ am 30. Juni in Gera Debschwitz eine „nationale Großdemonstration“ unter dem Motto „Heimat ist mehr als nur ein Standort“ durchführen. Als Redner sind bislang Udo Voigt, NPD-Bundesvorsitzender, Frank Schwerdt, NPD-Landesvorsitzender Thüringen, und Patrick Wieschke, NPD-Landesgeschäftsführer Thüringen, vorgesehen. Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung wollen die einschlägigen Bands „Spreegeschwader“, „Frontalkraft“, „Racial Purity“ sowie die britische Gruppe „Woden“ gestalten.

Umstrittener Moscheebau: Die zwei Welten von Köln

Umstrittener Moscheebau: Die zwei Welten von Köln – Politik – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten
Der Bau der größten Moschee im Land spaltet Köln. Die Bürgerbewegung “Pro Köln” demonstrierte in der Rheinmetropole gegen das Projekt, demokratische Parteien, Gewerkschaften und Kirchen riefen zur Gegenkundgebung auf. Verunsicherte Bürger sorgen sich um Parkplatzprobleme und Rassismus. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün, die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) und der Generalsekretär der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) Mehmet Yildirim stehen in der Sonne neben einer Shell-Tankstelle in Köln-Ehrenfeld. Sie halten rote Rosen in den Händen und Flyer, mit dem Kölner Dom, der Synagoge und einer gezeichneten Moschee. 50 Meter Luftlinie warten etwa 150 Demonstranten und Sympathisanten der Bürgerinitiative “Pro Köln”. (…) Zur Kundgebung hat “Pro Köln” sich Verstärkung vom rechten Rand aus Österreich und Belgien geholt – den Chef der rechtspopulistischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, und Bart Debie von der rechtsextremen Partei “Vlaams Belang” aus Antwerpen. “Pro-Köln”-Männer mit sehr kurzen Haaren und solariengebräunten Gesichtern stehen mit weißen Ordnerbinden hinter der Polizeiabsperrung, einige Dutzend Bürger warten, bewaffnet mit Deutschlandflaggen und Holzkreuzen, auf den prominenten Besuch.

siehe auch: Mit dem Kreuz voran – Gegner und Befürworter der geplanten neuen Moschee demonstrieren am Samstag in Köln. Gegner und Befürworter der geplanten Kölner Moschee haben am Samstag im Kölner Stadtteil Ehrenfeld demonstriert. Im Umfeld von mehreren Kundgebungen wurden nach Angaben der Polizei bis zum Nachmittag etwa 100 Personen in Gewahrsam genommen. (…) Zwei Mal versuchten Gegendemonstranten, den Umzug zu blockieren, in beiden Fällen wurden die Gegner von der Polizei abgedrängt. Auch der Versuch der vom G8-Gipfel bekannten Clown-Demonstranten, den Zug zu stören, wurde von der Polizei im Keim erstickt. Die geschminkte und kostümierte Gruppe wurde eingekesselt, bis die Moschee-Gegner weiter gezogen waren. Vor dem Beginn des Umzugs der «Bürgerbewegung pro Köln» hatten mehrere hundert Sympathisanten eines antifaschistischen Bündnisses gegen den rechten Aufzug demonstriert. Dabei wurden nach Polizeiangaben auch Rauchbomben geworfen. Eine nicht angemeldete Demonstration der NPD wurde von der Polizei aufgelöst, 17 Teilnehmer in Gewahrsam genommen. 30 von außerhalb angereisten Anhängern der rechten Szene wurde verboten, die Stadt Köln zu betreten. Sie mussten umgehend wieder mit Zügen abreisen. Mehrere Personen offenbar aus dem Umfeld der so genannten «autonomen Rechten» randalierten nach der Auflösung ihrer Kundgebung in einer Kölner Einkaufsstraße; Strache will Köln vor Großmoschee “retten”. Der FPÖ-Chef wetterte als Hauptredner auf einer Kundgebung gegen den geplanten Bau der größten Moschee Europas; Mal wieder was los in Köln. Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld hatte die Polizei am gestrigen Samstag [16.06.07] den Ausnahmezustand verhängt. Grund hierfür war eine Demonstration gegen den Moscheeneubau an der Innereren Kanalstraße. Aufgerufen hatte hierzu die extrem rechte „Bürgerbewegung pro Köln“. Dagegen gab es mehrere Gegenveranstaltungen, unter anderem eine Antifademo mit mehr als 800 TeilnehmerInnen. Auf seiner Route wurde der rechte Mob mehrmals erfolgreich blockiert, außerdem gab es Rauchbomben und entglaste Scheiben. Trotz eines Aufgebots von mehr als 1000 PolizistInnen, mehreren Wasserwerfern, Räumfahrzeugen und Hubschraubern hatte die Polizei die Lage nicht im Griff. Höhepunkt ihrer Unfähigkeit war eine von ihnen erzeugte Neonazidemo durch die Kölner Innenstadt, von der sie auch noch sämtliche Gegendemonstranten zum Teil mittels Gewalt fern hielten. Hier ein kleiner Bericht….

Braune Verführer stiften Verwirrung

suedkurier.de – Baden-Württemberg – Braune Verführer stiften Verwirrung
Das östliche Bodenseeufer nutzen Rechtsextremisten gern für Aufmärsche. Die Stadt Friedrichshafen ist einer der Anziehungspunkt, die attraktiv sind wegen ihrer Nähe zur Schweiz und zu Österreich. Dort wurde das Problem jetzt in einer Podiumsdiskussion analysiert. (…) Aus gutem Grund hatte die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung ihre Podiumsdiskussion über “Die rechte Szene in Baden-Württemberg” an den Bodensee gelegt. Wegen der Nähe zu Österreich und der Schweiz nutzen Rechtsextreme die Region zunehmend als Aufmarschgebiet für genehmigte Demonstrationen und zur Rekrutierung des Nachwuchses. Oberbürgermeister Josef Büchelmeier hatte zuletzt eine Demo für den 8.Mai verboten, ein überparteiliches Bündnis für Toleranz und Demokratie in Friedrichshafen hat inzwischen landesweit Vorbildcharakter.
Dennoch können Polizei und bürgerliches Engagement mit der rasanten Veränderung der Rechtsextremisten-Szene nur mühsam Schritt halten. Neben dem Anstieg von Gewalttaten macht Experten auch das Vordringen neonazistischen Gedankenguts in die Mitte der Gesellschaft zu schaffen. “Wir haben es mit einer gesellschaftlichen Unterwanderung zu tun, indem Rechtsextreme immer mehr versuchen, soziale Konfliktthemen wie HartzIV und Jugendarbeitslosigkeit zu besetzen”, warnte der ehemalige Landtagsvizepräsident Alfred Geisel (SPD). Ein Beispiel für die Modernisierung der braunen Kultur bieten Veranstaltungen wie diese. Bereits im Vorfeld tauschten junge Neonazis in Internet-Foren ihre Meinung aus, ob und wie sich diese Veranstaltung stören lasse.

siehe auch: Friedrichshafen: Neonazis neues Rezept: wenn über uns geredet wird, nie ohne uns. (…) Zu Beginn der Veranstaltung betrat der regionale Bodensee-NPD-Chef Patrick Z. mit Anhang den Saal.Kurze Zeit später betrat eine Gruppe schwarz gekleideter Jugendlicher den Saal. Darunter eine Anti-Antifa-Aktivistin. Später folgte noch eine Gruppe Skinheads, die im Eingangsbereich standen. Von einem aufmerksamen Teilnehmer wurde dies dem O.B. Büchelmeier zugetragen. Der O.B. sah allerdings kein Problem in der Anwesenheit von Nazi-Kadern.

Raub, Körperverletzung und “Sieg-Heil” -Rufe

Volksstimme.de – Raub, Körperverletzung und “Sieg-Heil” -Rufe
Sechs Tage nach dem Neonazi-Ü berfall auf eine Theatergruppe in Halberstadt hat die Staatsanwaltschaft Halberstadt gestern Anklage gegen zwei Tatverdächtige erhoben. Christian E. ( 22 ) und David O. ( 29 ) wird vorgeworfen, zusammen mit sechs Mittätern Akteure des Nordharzer Städtebundtheaters angegriffen und fünf von ihnen schwer verletzt zu haben. (…) Nach Einschätzung der Ermittler griffen die Neonazis die Theatergruppe allein deshalb an, weil sie die Opfer wegen ihres Aussehens der linken Szene zuordneten. (…)
Im April nahm E. an einer vom Wernigeröder JN-Stützpunkt organisierten Demonstration in Halberstadt teil. Die letzte Gewalttat vor dem Halberstädter Überfall, an der E. beteiligt gewesen sein soll, ereignete sich am 1. Mai vor dem Magdeburger Hauptbahnhof. Dort soll E. zusammen mit fünf Gleichgesinnten einen Ausländer mit den Worten ” Ausländer raus ! Scheiß-Neger !” beschimpft und ihn anschließend getreten haben, so dass dieser zu Boden ging. Auch David O ., ein arbeitsloser Vater zweier Kinder, für die er angeblich keinen Unterhalt zahlt, ist ein vorbestrafter Gewalttäter. Wie die Volksstimme erfuhr, hatte ihn das Amtsgericht Halberstadt im November 2006 wegen Gefangenenbefreiung und Widerstands gegen Vollzugsbeamte zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Einen Monat später verhängte das Gericht gegen ihn eine weitere Bewährungsstrafe, weil er einen Spätaussiedler aus Russland angegriffen hatte.
David O. soll auch beteiligt gewesen sein, als eine Gruppe von 20 bis 40 Rechtsgerichteten am 8. April dieses Jahres versuchte, ein Konzert im soziokulturellen Zentrum ” Zora ” in Halberstadt zu attackieren. Die Polizei vereitelte den Übergriff durch einen schnellen Einsatz. Außerdem ist gegen O. ein Verfahren wegen eines rechtsextremistischen Propagandadelikts in diesem Jahr anhängig, begangen am 20. April, dem Geburtstag Hitlers. Beide Angeklagte gehören nach Einschätzung des Verfassungsschutzes zum ” Mobilisierungspotenzial ” der rechtsextremen NPD und ihrer Nachwuchsorganisation, den Jungen Nationaldemokraten ( JN ). Die NPD bezeichnete unterdessen den Überfall auf die Theatergruppe in einer Pressemitteilung als ” Kneipenschlägerei einiger Betrunkener “.

siehe auch: weitere Artikel zu Halberstadt

Nazimarsch und Gegendemo

Nazimarsch und Gegendemo – Märkische Allgemeine – Zeitung für das Land Brandenburg
Auch Politiker aus Stadt, Kreis und Land demonstrierten für Toleranz und Demokratie
Vielleicht 300 Meter Luftlinie – weiter waren die beiden Startkundgebungen am Samstagmittag nicht voneinander entfernt. Während sich am Bahnhof rund 250 Nazis zu ihrem Marsch durch die Stadt formierten – Motto: “G8 / Gipfel der Achtlosigkeit / Globalisierung stoppen” – bereiteten sich an der Havellandhalle etwa genauso viele Rathenower auf die vom Aktionsbündnis “Tolerantes Rathenow” organisierte Gegenkundgebung vor. (…) “Frei, sozial und national” skandierten die Rechten auf ihrem Weg über Ebertring, Curlandstraße und Fehrbelliner Straße zum Märkischen Platz. “BRD heißt das System, morgen wird es untergehen” – war ein anderer häufig gebrüllter Slogan. Vor dem Kulturhaus ergriff dann der Ehrengast der Kundgebung, Udo Pastörs, Fraktionsvorsitzender der NPD im Schweriner Landtag, das Wort. Vor Bannerträgern aus Rathenow, Magdeburg (“SelbstSchutz Sachsen-Anhalt), Dessau (“Freie Nationalisten”) und anderen Städten wetterte er gegen das “völkerverderbende kapitalistische System”, forderte die Umbenennung der Bundeswehr in “Deutsche Wehrmacht” und verunglimpfte mit zornverzerrter Stimme Bürgermeister Ronald Seeger und die Mitglieder des Aktionsbündnisses als “Demokratiefratze”, die sich anmaße, die NPD vom Platz vertreiben zu wollen.

siehe auch: 200 bei Nazidemo in Rathenow; 200 Nazis forderten „Nationalen Sozialismus“. In Rathenow haben am Sonnabend etwa 200 Neonazis demonstriert. Unter dem Motto „G8 – Gipfel der Achtlosigkeit – Globalisierung stoppen“ hatte die Rathenower NPD um Marcell Horlebeck den Aufzug organisiert. Es nahmen auch viele Mitglieder freier Kameradschaften teil. (amn. dokmz: Artikel mit Bildern)

Die bewaffneten Biedermänner der NPD

NPD-BLOG.INFO » Die bewaffneten Biedermänner der NPD
Der NPD-Mitarbeiter und Jura-Student David Petereit ist am 15. Juni 2007 in Rostock bei der Eröffnung eines rechten Szeneladens mit einem Metallknüppel in der Hand aufgefallen. Entsprechende Bilder wurden bei Endstation Rechts und Indymedia veröffentlicht. Neben Petereit sind weitere bewaffnete Neonazis zu sehen, die sich vor dem Geschäft positionierten, um möglicherweise Anti-Nazi-Demonstranten anzugreifen. Ähnliches war bereits im August 2006 in Wismar geschehen, als Polizisten ihre Waffe ziehen mussten, um militante Neonazis daran zu hindern, Demonstranten mit Baseball-Keulen anzugreifen.
Petereit ist angestellt im NPD-Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten Birger Lüssow. Auch Lüssow war offensichtlich bei der Eröffnung des rechten Geschäfts in Rostock vor Ort. Petereit gilt als Mitbegründer der Mecklenburgischen Aktionsfront, einem Bündnis von Neonazi-Banden im Landkreis Mecklenburg-Strelitz.

Neonazis auf der Flucht

de.indymedia.org | Neonazis auf der Flucht
Antifaschisten wehren sich erfolgreich gegen Überfall von Neonazis / Täter erkannt.
Nach gescheitertem Angriff auf antifaschistischen Informationsstand:
Neonazis auf der Flucht 8 Neonazis aus Ostwestfalen-Lippe und dem Landkreis Schaumburg haben am Samstag, 15. Juni 2007, in der Herforder Innenstadt versucht, einen antifaschistischen Informationsstand zu überfallen.
Zwei Neonazis sind dabei von der Polizei festgenommen worden: Martin Böhne aus Paderborn und Peter Hallmann aus Oerlinghausen. Beide wurden zuvor am 28. April auf der Kundgebung der “Nationalen Offensive Schaumburg” (NOS) in Paderborn und am 17. März auf der NOS-Demonstration in Minden gesehen.
Koordiniert worden ist die letztendlich gescheiterte Aktion von Christoph Huxhold aus Obernkirchen und Arwid Strelow, beide von der NOS.

200 bei Nazidemo in Rathenow (Brandenburg)

de.indymedia.org | 200 bei Nazidemo in Rathenow (Brandenburg)
INFORIOT In Rathenow haben am Sonnabend etwa 200 Neonazis demonstriert. Unter dem Motto „G8 – Gipfel der Achtlosigkeit – Globalisierung stoppen“ hatte die Rathenower NPD um Marcell Horlebeck den Aufzug organisiert.
Es nahmen auch viele Mitglieder freier Kameradschaften teil. Räumlich fernab von den Neonazis fand eine Gegenkundgebung statt, auf der Redner forderten, dem „braunen Spuk keine Chance“ zu geben. An dieser Veranstaltung nahmen rund 150 bis 200 Menschen teil, unter ihnen auch viele Antifas. Aufgrufen hatte unter anderem das Aktionsbündnis „Rathenow zeigt Flagge“, unterstützt von der Brandenburger Landesregierung. Antifas berichteten von „schikanösen“ Vorkontrollen durch die Polizei. Es waren insgesamt mehrere hundert PolizistInnen im Einsatz. Aus Sicht der Polizei gab es keine Zwischenfälle, heißt es in ersten Pressemeldungen.