“Neues von der NPD”

“Neues von der NPD” – aus: Swing, Nr. 152 « Anti-Nazi-Koordination Frankfurt a.M.

In der Ausgabe 152 des “Swing” findet sich eine ausführliche Analyse zur derzeitigen Verfassung der hessischen NPD. Nachdem Marcel Wöll als Landesvorsitzender abgehalftert wurde, fungiert der Frankfurter Stadtverordnete Jörg Krebs eher als Platzhalter auf Zeit, bis sich ein anderer Exponent des NS-völkischen Kameradschaftsflügels der NPD, möglicherweise Mario Matthes, als stark genug erwiesen hat, Wöll zu beerben. Wöll selber ist übrigens keineswegs inaktiv. Er wurde zum Beispiel mit seinem bekannten roten Kleinbus bei den Nazi-Mai-Demo (-versuchen) in Kaiserslautern und Neustadt gesichtet, wo er hektisch mit der Polizei zu telefonieren schien, als es eng für ihn wurde.

Klammer für Neo-Nazis

SÜDWEST PRESSE – Hohenloher Tagblatt, Nachrichten und Anzeigen für die Region Ulm, Bodensee, Alb-Donau, Göppingen, Geislingen, Ehingen, Tübingen, Reutlingen, Crailsheim, Alb-Donau-Kreis, Hohenlohe-Franken, Neckar-Alb, Neckar-Fils – Klammer für Neo-Nazis

“Hilfsorganisation” für Straftäter tagt im Main-Tauber-Kreis. Rund 100 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet versammelten sich kürzlich in Großrinderfeld (Main-Tauber-Kreis) bei einer Tagung der “Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene” (HNG). Die vor knapp 30 Jahren gegründete “Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige” (HNG) zählt zu den einflussreichsten Gruppierungen der rechtsextremen Szene, wo es durchaus zum “guten Ton” zählt, auf der Mitgliederliste der HNG zu stehen. Zudem besitzt die Organisation nach Einschätzung des Verfassungsschutzes “für die rund 550 Mitglieder – überwiegend aus der zersplitterten Neonazi-Szene – die Funktion einer Klammer, die einen gewissen Zusammenhalt der Szene sichert”.  (…)
Bei der Hauptversammlung der HNG in einer Gastwirtschaft im Großrinderfelder Teilort Schönfeld wurde die bisherige Vorsitzende Ursula Müller in ihrem Amt bestätigt. Sie zählt zu den bekanntesten Figuren der Szene: Ihr Domizil in der Nähe von Mainz war über Jahrzehnte hinweg ein beliebter Treffpunkt für Neonazis aller Art. Wes Geistes Kind die 74-Jährige ist, zeigt sie gerne auch durch die Blume: In ihrem Garten hat sie ein Beet in der Form eines Hakenkreuzes angelegt.

Verfassungsschutz: Rechte Szene wertet Mai-Krawalle als Erfolg

Verfassungsschutz: Rechte Szene wertet Mai-Krawalle als Erfolg – Nachrichten Hamburg – WELT ONLINE
Der Hamburger Verfassungsschutz hat die gewalttätigen Demonstrationen vom 1. Mai analysiert. Das Ergebnis: Im Windschatten der Linksextremen holen die Rechten auf. Ihr aggressives Auftreten kennzeichnet einen neuen Trend. Militante Rechte werden jünger und selbstbewusster. Das Auftreten rechtsextremistischer Demonstranten wird aggressiver, berichtet der Hamburger Verfassungsschutz, der den Umgang der rechten Szene mit der Demonstration am 1. Mai untersucht hat. Auf rechtsextremen Internetseiten werde das aggressive Auftreten als Trend gewertet. „Die Zeiten, in denen nationale Demonstranten jede Willkür stumm über sich ergehen lassen haben, scheinen vorüber“, zitiert der Verfassungsschutz aus einer solchen Internetseite, oder auch, dass „die Kameraden“ in „aktiver Selbsthilfe den Bahnhof von Linken säuberten“. Das Aggressionspotential werde insbesondere von Angehörigen des Schwarzen Blocks gebildet, auch „Autonome Nationalisten“ genannt, die schwarze Kleidung, Sonnenbrillen, Baseballkappen und teils Palästinensertücher trugen. Für den Hamburger Neonazi Christian Worch sei das Aufkommen der „Autonomen Nationalisten“ ein „Paradigmen- und möglicherweise auch Generationenwechsel“.

siehe auch: Gezielte Gewalt – Rechtsradikale attackieren Journalisten. Neonazis laufen auf einer Demonstration in Hamburg an brennenden Mülltonnen vorbei. Foto: Bodo Marks Bodo Marks, dpagroße Bildversion anzeigen. Hetzjagd auf Reporter – ein Kameramann wird zu Boden gerissen, ein Journalist mit Steinen attackiert. Deutlich aggressiver als bislang haben Neonazis am 1. Mai in Hamburg Journalisten bedroht.

Polizei stürmt Heil-Hitler-Klub Lübben

Polizei stürmt Heil-Hitler-Klub Lübben

Großeinsatz gegen Neonazis im Bunker 88 in Lübben (LDS). Ein Sondereinsatzkommando (SEK) stürmte in der Nacht zum Sonntag den bekannten Treffpunkt von Rechtsradikalen bei einem Konzert einer Nazi-Combo. 119 Mitglieder der rechten Szene aus Brandenburg und Sachsen trafen sich laut Polizei in der Nacht zum Sonntag in dem einschlägig bekannten Club. Obwohl die Polizei Platzverweise aussprach, kamen 46 Rechtsradikale der Aufforderung der Beamten nicht nach und verbarrikadierten sich in den Räumen der früheren Brauerei. Spezialeinheiten des Landes griffen daraufhin hart durch. Jens Quitschke (32) von der Lübbener Polizei: «Die Spezialeinheiten öffneten den Klub gewaltsam.» Dann kam es zur handfesten Auseinandersetzung. Unter anderem «flogen noch volle Bierflaschen gegen die Beamten.»

Gemeinnützige Nazis: Wie Rechtsextreme Vereine gründen und unterwandern

Gemeinnützige Nazis: Wie Rechtsextreme Vereine gründen und unterwandern | Nachrichten auf ZEIT online

SV Germania, Pro Kid oder Deutscher Jugendbund, die Unterwanderung und Gründung von Vereinen gehört zur rechtsextremen Strategie. Mitunter kassieren sie auch Fördergelder. Eine Reportage. (…) Seit vergangenem Sommer existiert die Sportgemeinschaft Germania Hildburghausen als eingetragener Verein. „Zweck des Vereins ist die allgemeine Förderung des Breitensports“, er „verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke“, heißt es in der Satzung. Auf dem Bolzplatz in der Nähe des Schwimmbades treffen sich NPD-Mitglieder, Kameradschaftsaktivisten und solche, die es werden sollen, regelmäßig zum Kicken.

Eichen-Reigen

09.05.2008: Eichen-Reigen (Tageszeitung Neues Deutschland)

Rainer Funke warnt vor rechtem HdJ-Brauchtum. Man backt gemeinsam Plätzchen, singt Volkslieder, bläst die Fanfare und tanzt im Reigen um die zur Dorflinde erklärten deutschen Eiche. Man trifft sich zu kriegerischen Geländespielen, Märschen, Zeltlagern, Messerproben, zum Fallschirmspringen, übt den Paradeschritt. In der Pflege von Brauchtum, der Ertüchtigung des Leibes und Stählung des Charakters steckt ein völkisch brauner Geist. Die »Heimattreue Deutsche Jugend«, die sich selbst sinnigerweise mit HdJ abkürzt, versucht Kinder und Jugendliche mit Freizeitabenteuern in ihren Bann zu ziehen. Bei diesem Verein handelt es sich um einen Ausfluss des militanten Rechtsextremismus, der u.a. seinen »Jüngern« Ekel vor Pazifismus nahelegt. Toleranz gegen Schwächere, Andersdenkende und Andersseiende wird im HdJ als niedere Charaktereigenschaft, als Schwäche verachtet. Im Zeltlager kommandiert man aus dem »Führerbunker«. Man gedenkt Massenmördern und ehrt sie als Helden. Ein klassischer Naziverein – mitten unter uns.

Gezielte Gewalt – Rechtsradikale attackieren Journalisten

NDR Fernsehen – Gezielte Gewalt – Rechtsradikale attackieren Journalisten

Neonazis laufen auf einer Demonstration in Hamburg an brennenden Mülltonnen vorbei. Foto: Bodo Marks Bodo Marks, dpagroße Bildversion anzeigen. Hetzjagd auf Reporter – ein Kameramann wird zu Boden gerissen, ein Journalist mit Steinen attackiert. Deutlich aggressiver als bislang haben Neonazis am 1. Mai in Hamburg Journalisten bedroht. Angeheizt von den “Autonomen Nationalisten” formierten sich die sogenannten “Freien Kräfte” zu Schlägertrupps, die gezielt auf Reporter losgingen. Journalisten – in den Augen der Neonazis “Teil des Schweinesystems”. Steckt dahinter eine Strategie der Führungskräfte? Zapp über die neue gezielte Gewalt gegen die Presse.

siehe auch Gezielte gewalt – Videolink

Deutschlandfunk – Hintergrund – Der nette Nachbar von nebenan

Deutschlandfunk – Hintergrund – Der nette Nachbar von nebenan

Wie sich die NPD auf die thüringischen Kommunalwahlen vorbereitet. Ganz klares Ziel der NPD in Thüringen ist der Einzug in die Rathäuser 2009. Um das zu erreichen, gibt sie sich bieder. Viel Widerstand gibt es nicht. Die Bevölkerung reagiert eher mit einer gefährlichen Gleichgültigkeit. (…) Heute bleibt alles friedlich auf dem Anger. Und doch, man musste sich an die Neonazis gewöhnen, jeden Donnerstag, immer mit ihrer Präsenz rechnen. Mitorganisatorin Karola Stange von der Linkspartei:”Also jeder hat da immer irgendwie ein Transparent in der Jackentasche, was er aufziehen kann, was er zeigen kann, wir machen immer laut und deutlich, dass wir mit Nazis zu diesen Demonstrationen nichts zu tun haben wollen. Aber es gelingt uns nicht immer, das muss man einfach sagen.” “Die NPD will ihr Bürgerschreck-Image loswerden. Und punktet mit sozialen Themen, gibt vor, antikapitalistisch und gegen Hartz IV zu sein. Und schleicht sich in bestehende Strukturen ein. Erfurter Innenstadt. Protest gegen den Abriss von Plattenbauwohnungen am Erfurter Stadtrand. Eine Demo des ‘Bürgerrates’, einer Interessengemeinschaft betroffener Anwohner. Den Bürgerrat haben NPD und Freie Kameradschaften regelrecht gekapert.”

Krachen im bayerischen Nazi-Gebälk

Endstation Rechts – Krachen im bayerischen Nazi-Gebälk
Die bayerische NPD will am 7. Juni einen “Bayerntag” in Günzburg (Schwaben) veranstalten, der ihr auch Auftrieb für die Landtagswahl im September verleihen soll. Doch in der Partei und ihrem Jugendverband “Junge Nationaldemokraten” (JN) knirscht und kracht es: Rebellen planen einen “Frankentag” mit hochrangiger Parteiprominenz als zeitgleiche Konkurrenzveranstaltung. Intern wird bereits eine “Spaltung des Verbandes” befürchtet. (…) Die Konflikte waren im März nach einer Parteiveranstaltung in Schwaben offen ausgebrochen, zu der etwa 80 Anhänger erschienen waren. Einige standen aber bald wieder draußen vor der Tür, wie in einem Veranstaltungsbericht zufrieden geschildert wurde: “Eine handvoll Vertreter des ‘autonomen Nationalismus’, die sich weigerten, Eintritt zu zahlen, wurde man ohne größere Unruhe vor Veranstaltungsbeginn wieder los.” Die Hinausgeworfenen wüteten zurück: Sie seien keineswegs parteifremde Besucher gewesen, sondern “Kameraden der JN-Bayern und NPD-Franken”, die in dem Saal einen Stand der JN aufbauen wollten. Das habe ihnen jedoch NPD-Landesvorstandsmitglied Alexander Feyen verboten, und der sei zudem noch “ehemaliger Informant des Verfassungsschutzes”. Dann hätten sie auch noch Eintritt bezahlen sollen, aber dazu hätten sie nach dem Verbot ihres Standes keine Lust mehr gehabt. Partei-Landeschef Ollert hätte noch vergeblich versucht zu vermitteln, doch den Gemaßregelten sei die Lust an der Parteiveranstaltung vergangen. Später hätten sie dann noch erfahren, dass der NPD-Bezirksvorsitzende Schwaben, Stefan Winkler, den Veranstaltungsort mit dem polizeilichen Staatsschutz abgesprochen hätte. Die zornigen Rebellen forderten daraufhin, Feyen und Winkler “aus unseren Zusammenhängen auszugrenzen und ihre dahingehenden Aktivitäten aktiv zu bekämpfen”, unterzeichnet mit der offenbar sarkastisch gemeinten Bezeichnung “VS-Recherchegruppe Süddeutschland”.

Naziprozess in Bochum III

de.indymedia.org | Naziprozess in Bochum III
Am 7. Mai 2008 endete vor dem Bochumer Landgericht der Prozess gegen den NPD-NRW-Vize Claus Cremer, seiner Lebensgefährtin und Chefin der Sauerländischen Aktionsfront Daniela Wegener, den Bochumer Lokalkandidaten der NPD, Sebastian Vogt, den EX-Borussenfrontler Peter Gläser und den Chef der Dortmunder Kameradschaft Siegfried Borchardt. Angeklagt waren sie wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, versuchte Gefangenenbefreiung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Das Gericht der 6. Strafkammer stellte das Verfahren ( 6 KLs 33 Js 39/05 ) ein. Die Prozesskosten trägt der Staat, die Anwaltskosten können die angeklagten KameradInnen ihren AnwältInnen/KameradInnen überweisen. Zur Begründung der Einstellung gab das Gericht an, die Vorgänge lägen schon zu lange zurück, die Zeugen der Polizei und des BGS könnten sich nur sehr mangelhaft erinnern, bzw. befänden sich im Auslandseinsätzen. (…) Vertreten wurde Claus Cremer durch den RA Klaus Kunze. Vertreten wurde Siegfried Borchardt durch den RA Andrè Picker. Vertreten wurde Daniela Wegener durch den RA Uwe Lucke. Vertreten wurde Peter Gläser durch die RA Susanne Zimmermann. Vertreten wurde Sebastian Vogt durch den RA Markus Beisicht.