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Thüringen CDU stimmt mit AfD gegen Gedenkstätte für NSU-Opfer – #schauhin #kaltland #btw17

Thüringen will der Opfer des NSU-Terrors mit einem Mahnmal gedenken und einen Hilfsfonds für die Hinterbliebenen einrichten. Das hat der Landtag in Erfurt beschlossen. Keine Unterstützung bekam der Antrag von der AfD – und der CDU. Der Thüringer Landtag hat sich erneut mit der NSU-Mordserie befasst. Auf Antrag von Linken, SPD und Grünen stimmte das Parlament über den Bau einer Gedenkstätte und der Einrichtung eines Entschädigungsfonds für die Opfer des “Nationalsozialistischen Untergrunds” ab. Beides wurde mit 45 Jastimmen beschlossen. Die 36 Gegenstimmen kamen von der CDU und AfD. Der Beschluss diene dazu, Verantwortung zu übernehmen, die über die politische Aufarbeitung des NSU-Komplexes hinausgehe, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der rot-rot-grünen Regierungsfraktionen. “Mit der Stätte der Erinnerung und Mahnung wollen wir an die zehn getöteten Opfer und die Verletzten der NSU-Taten erinnern und mahnen, wozu Hass der extremen Rechten und Rassismus führen,” sagte Madeleine Henfling von den Grünen. CDU-Politiker Jörg Kellner sagte im Erfurter Landtag, er halte es für falsch, aus dem Thema ausschließlich ein Thüringer Thema zu machen.

via spon: Thüringen CDU stimmt mit AfD gegen Gedenkstätte für NSU-Opfer

#NSU -Prozess gerät weiter ins Stocken – #terror

Das Gericht hat alle Verhandlungstermine für diese Woche abgesagt. Der eigentlich für Mittwoch geplante Beginn der Plädoyers der Nebenklage verzögert sich erneut. André E. befindet sich seit einer Woche in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft. Der Senat sieht bei dem 38-Jährigen Fluchtgefahr. Der NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München gerät weiter ins Stocken. Wegen zwei neuer Befangenheitsanträge hat das Gericht die Verhandlungstage in dieser Woche abgesetzt. Damit verzögert sich erneut der Beginn der Plädoyers der Nebenklagevertreter. An diesem Mittwoch sollten die Anwälte der NSU-Opfer eigentlich mit ihren Schlussvorträgen beginnen. Die Angeklagten André E. und Ralf Wohlleben hatten bereits in der vergangenen Woche alle Richter des Senats als befangen abgelehnt. Schon der Verhandlungstag am vergangenen Donnerstag wurde gestrichen. Die Entscheidung über die ersten beiden Befangenheitsanträge steht noch aus. André E. und Wohlleben legten am Montag nun dennoch mit zwei weiteren Ablehnungsanträgen gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl nach.
Die neuen Anträge von Wohlleben und E. sind nahezu wortgleich. Darin geht es nach Informationen der Süddeutschen Zeitung um die nicht öffentliche Sitzung von vergangenem Dienstag, in der das Gericht Haftbefehl gegen André E. erließ. Die Verteidiger behaupten im Namen ihrer Mandanten unter anderem, Richter Götzl habe versucht, den Verteidiger von André E. in der Sitzung “mundtot” zu machen. Verteidiger Michael Kaiser soll sich – erfolglos – darum bemüht haben, die Verlesung aller 28 Seiten des Haftbefehls zu verhindern. André E. befindet sich seit einer Woche in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft. Der Senat sieht bei dem 38-Jährigen Fluchtgefahr, nachdem die Bundesanwaltschaft einen Tag zuvor eine Freiheitsstrafe in Höhe von zwölf Jahren für den mutmaßlichen NSU-Helfer gefordert und Haftbefehl beantragt hatte. E. soll das Wohnmobil gemietet haben Die Anklagebehörde wirft André E. unter anderem Beihilfe zum versuchten Mord vor. E. soll das Wohnmobil gemietet haben, mit dem Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Dezember 2000 nach Köln fuhren, um einen Bombenanschlag in einem iranischen Geschäft in der Probsteigasse zu verüben. Mashia M., die damals 19-jährige Tochter des Ladenbesitzers, wurde durch den Sprengsatz schwer verletzt. Ihre Anwältin, Edith Lunnebach, soll als erste Vertreterin der Nebenklage im NSU-Prozess plädieren. Bundesanwalt Herbert Diemer hatte am Ende des Plädoyers auch zwölf Jahre Gefängnis für Wohlleben gefordert. Die Bundesanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der 42-Jährige Beihilfe zum Mord in neun Fällen geleistet hat. Wohlleben soll dabei geholfen haben, den mutmaßlichen NSU-Terroristen die Česká-Pistole zu beschaffen, mit der Mundlos und Böhnhardt neun Migranten ermordeten.

via sz: NSU-Prozess gerät weiter ins Stocken

Emingers letztes Aufgebot

NSU-Prozess: Mitangeklagter Neonazi stellt nach Haftbefehl Befangenheitsantrag. Mehr als vier Jahre lang hatte sich die Verteidigung von André Eminger im Münchner NSU-Prozess kaum bemerkbar gemacht. Nun will der Neonazi in letzter Minute alle fünf Richter loswerden. Am Mittwoch hatte das Oberlandesgericht München Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Mordhelfer erlassen. Bereits am Dienstag war Eminger in Gewahrsam genommen worden.  Nach dem Plädoyer der Bundesanwaltschaft sieht das Gericht neben dem dringenden Tatverdacht auch eine akute Fluchtgefahr als gegeben an, da die Ankläger mit zwölf Jahren Haft eine überraschend hohe Strafe forderten. Emingers Befangenheitsantrag wurde am Donnerstag nachmittag im Saal bekannt gegeben, als Zuhörer und Pressevertreter bereits damit rechneten, den ersten Schlussvortrag der Nebenklage zu hören. Die Hauptverhandlung wurde daraufhin bis zum 20. September unterbrochen. Auch wenn der Antrag nach vergleichbaren Manövern der Hauptangeklagten Beate Zschäpe und des Mitangeklagten Ralf Wohlleben als aussichtslos gilt, muss eine Ablehnung sauber und revisionsfest begründet werden. Eminger hatte nachweislich bis zum letzten Tag engen Kontakt zum mutmaßlichen NSU-Kerntrio gehalten, ist wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt und war bis Dienstag auf freiem Fuß. (…) Eminger blieb bis heute der Ankündigung seines Anwalts Herbert Hedrich treu, der 2013 im Gespräch mit der Zeit erklärt hatte, sein Mandant werde vor Gericht »weder Piep noch Papp sagen«. Damit schien er bis vor wenigen Tagen gut zu fahren und wirkte alles andere als besorgt. Seine München-Aufenthalte nutzte der sächsische Neonazi, um sich mit örtlichen Szenegrößen wie dem 2005 verurteilten Rechtsterroristen Karl-Heinz Statzberger zu treffen. Wie lange diese Bekanntschaft schon währt und ob sie etwas mit den zwei NSU-Morden in der bayerischen Landeshauptstadt zu tun hat, blieb sein Geheimnis.

via jw: Emingers letztes Aufgebot

Bundesanwalt fordert sofortige Haft für Zschäpe-Vertrauten

André E. war bis zuletzt engster Vertrauter des NSU-Trios und droht seine Freiheit noch heute im Gerichtssaal zu verlieren. Andre E. droht seine Freiheit schon an diesem Dienstag zu verlieren. Die Bundesanwaltschaft hat am Nachmittag überraschend Haftbefehl gegen den Angeklagten im NSU-Prozess beantragt. Wegen Fluchtgefahr sei E. in Untersuchungshaft zu bringen, sagte Bundesanwalt Herbert Diemer am Ende des Schlussvortrages. “Andre E. wurde heute erstmals mit der realen Möglichkeit einer sehr hohen Strafe konfrontiert”, sagte der Bundesanwalt. Zuvor hatte Diemer für E. eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwölf Jahren unter anderem wegen Beihilfe zum versuchten Mord und Beihilfe zu zwei Raubüberfällen gefordert. Andre E. war erstmals sichtbar geschockt. Der 38-Jährige war bis zuletzt engster Vertrauter des NSU-Trios Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Er soll für sie Wohnmobile gemietet haben, mit denen Böhnhardt und Mundlos zu Raubüberfällen und zum Anschlag in der Kölner Probsteigasse fuhren. Die Bundesanwaltschaft ist davon überzeugt, dass er genau wusste, dass seine Freunde morden und Anschläge verüben.

via sz: Bundesanwalt fordert sofortige Haft für Zschäpe-Vertrauten

NSU-Prozess: Lebenslange Haft für Zschäpe gefordert

Bundesanwalt Diemer: Strafe sei »für jeden einzelnen Mord« des rechtsterroristischen Trios fällig. Im NSU-Prozess fordert die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung für die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe. Die Gesamtstrafe könne nur eine lebenslange Freiheitsstrafe sein, sagte Bundesanwalt Herbert Diemer am Dienstag zum Abschluss des mehrtägigen Anklageplädoyers vor dem Münchner Oberlandesgericht. Zudem forderte er die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und die Anordnung einer anschließenden Sicherungsverwahrung.
Auch wenn Zschäpe kein einziges Mal selbst geschossen hat, wirft die Bundesanwaltschaft Zschäpe Mittäterschaft an allen Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrunds« vor: den neun Morden an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden, dem Mord an einer deutschen Polizistin, zwei Bombenschlägen in Köln mit zum Teil Dutzenden Verletzten sowie zahlreichen Raubüberfällen. Insgesamt forderte Diemer für 14 dieser Verbrechen jeweils lebenslänglich. Zschäpe soll alle Taten gewollt und maßgeblich unterstützt haben. Die Sicherungsverwahrung ist – anders als die Haft – keine Strafe für ein Verbrechen. Sie soll dazu dienen, die Allgemeinheit vor Tätern zu schützen, die ihre Strafe verbüßt haben, aber als gefährlich gelten.
Diemer sagte, Zschäpe sei ein »eiskalt kalkulierender Mensch«, für den Menschenleben keine Rolle spielten. Menschenleben seien ihr gleichgültig gewesen, wenn es um ihre eigenen wirtschaftlichen oder ideologischen Interessen gegangen sei, sagte der Bundesanwalt. Die Anklage hatte an den vergangenen Prozesstagen argumentiert, Zschäpe habe mit ihren Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die fanatische nationalsozialistische Gesinnung geteilt und daran mitgewirkt, Zuwanderer durch willkürliche Morde in Angst und Schrecken zu versetzen. Dabei habe sie Willen zur »Tatherrschaft« gezeigt und »ein Drittel eines verschworenen Triumvirats« gebildet.

via nd: NSU-Prozess: Lebenslange Haft für Zschäpe gefordert

NSU-Ankläger über André E. – Der feixende Mitwisser

Welche Rolle spielte André E. im NSU-Komplex? In ihrem Plädoyer findet die Bundesanwaltschaft auf diese Frage deutliche Antworten. Der Angeklagte selbst wirkt amüsiert. Um 9.53 Uhr richtet Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten das Mikrofon und will da anknüpfen, wo er vor 30 Tagen aufgehört hat. Da schreit eine Zuschauerin: “Wir klagen an: Oberstaatsanwalt WEINGARTNER!” Eine weitere brüllt: “Wegen Missachtung der Betroffenen!” Abwechselnd rufen sie die Namen der drei Vertreter der Bundesanwaltschaft und werfen ihnen “institutionellen Rassismus” vor. (…) Weingarten widmet sich nun André E., 38, gelernter Maurer, Vater dreier Kinder und stolzer Neonazi. Er trägt seine menschenverachtende Gesinnung auf der Haut: antisemitische Todesbefehle, germanische Schriftzeichen, SA-verherrlichende Porträts. Er ist wegen Beihilfe zum versuchten Mord, zum Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, zum Raub und zur schweren Körperverletzung angeklagt. Und er ist “vollumfänglich überführt”, wie es Weingarten formuliert. Der Oberstaatsanwalt zeichnet akribisch nach, warum André E. mehr gewesen sei als ein Helfer oder Unterstützer des NSU: André E. war nach Auffassung der Bundesanwaltschaft ein Mitwisser. Einer, der wusste, was die untergetauchten Neonazis taten. “Massive Gewalttaten” André E. habe das Gefährlichkeitspotenzial von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gekannt, meint Weingarten. Er habe bereits ab Frühjahr 1998 gewusst, warum sie im Untergrund lebten: Sie hatten Sprengstoff in einer Garage gelagert und waren aufgeflogen. Wer Sprengstoff horte, sei zu “massiven Gewalttaten” bereit, sagt Weingarten. Dies unterscheide André E. von den Angeklagten Carsten S., Holger G. und Ralf Wohlleben: “Nur bei ihm sind wir davon überzeugt, dass er klipp und klar wusste, was die drei bezwecken”, sagt Weingarten. André E. habe “höchstes Vertrauen” genossen, ein “einzigartiges Näheverhältnis” gepflegt. Weingarten spricht von “enger Wahlverwandtschaft”. André E. sei “klar kommuniziert” worden, dass Ausländer und Menschen nicht deutscher Herkunft durch Schusswaffen und Sprengstoff getötet werden müssten. Dies habe seiner rechtsextremistischen Überzeugung und seinem tief empfundenen Hass auf Menschen nicht deutscher Herkunft entsprochen. Auf seinem Stuhl weit zurückgelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt, folgt André E. dem Plädoyer sichtlich amüsiert. Zwei Gesinnungsgenossen auf der Zuschauertribüne wirken beeindruckt von seiner Gelassenheit an diesem Tag.

via spon: NSU-Ankläger über André E. – Der feixende Mitwisser

Neonazis gedenken NS-Verbrecher: In Berlin-Spandau blockiert, in Falkensee randaliert

Am Samstag trafen sich rund 850 Neonazis in Berlin-Spandau, um während eines Rudolf Heß-Gedenkmarsches den Nationalsozialismus zu verherrlichen. Ursprünglich wollten sie an dem ehemaligen Kriegsverbrechergefängnis vorbei ziehen, in dem sich der Hitlers Stellvertreter, Rudolf Heß, das Leben nahm. Ein Protest-Bündnis stellte sich ihnen allerdings erfolgreich in den Weg, sodass die Neonazis eine wesentlich kürzere Route einschlagen mussten. Während einer spontanen Demo der NS-Verherrlicher in Falkensee wurde eine Scheibe eines Grünen-Parteibüros eingeschlagen.

via belltower: Neonazis gedenken NS-Verbrecher: In Berlin-Spandau blockiert, in Falkensee randaliert

Ralf Wohlleben: der starke Arm des NSU nach draußen

Letzter Tag vor der Sommerpause im NSU-Prozess. Der Angeklagte Ralf Wohlleben soll die Beschaffung von Waffen organisiert haben. Dieser hält Händchen und wird von Neonazis im Saal begrüßt. Ralf Wohlleben bekommt reichlich Trost. Seine Ehefrau Jacqueline sitzt am Dienstag im Saal A 101 des Oberlandesgerichts München neben ihm, die beiden halten unentwegt Händchen. Auf der Zuschauerempore steht ein Trupp Neonazis und grüßt den Angeklagten. Zuspruch hat Wohlleben am letzten Verhandlungstag im NSU-Prozess vor der Sommerpause auch bitter nötig. Die Bundesanwaltschaft attackiert in ihrem Plädoyer mit vielen Argumenten das Bild, das der rechtsextreme Angeklagte im Prozess von sich gezeichnet hat. Statt eines eher friedfertigen Kameraden erscheint Wohlleben, Ex-Vizechef der Thüringer NPD, da als Bevollmächtigter der abgetauchten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, zumindest bis 2001. Als starker Arm der Terrorzelle NSU außerhalb des Untergrunds. Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten bezeichnet Wohlleben als „Mastermind mit überlegenem Sonderwissen“. In dieser Funktion habe der Angeklagte bestimmt, wer mit den Untergetauchten konspirativ kommunizieren konnte und wer die Aufträge zu erfüllen hatte, die Böhnhardt und Mundlos telefonisch mitteilten. Weingarten nennt mehrere Personen, die Wohlleben von Jena aus als Handlanger eingesetzt haben soll. Um der Terrorzelle die gewünschten Utensilien zukommen zu lassen, darunter womöglich bis zu drei Waffen. Der Mitangeklagte Carsten S. soll im Frühjahr 2000 auf Anweisung von Wohlleben in Jena die Pistole Ceska 83 besorgt und nach Chemnitz zu Böhnhardt und Mundlos gebracht haben. Mit der Waffe erschossen die beiden Neonazis neun Migranten türkischer und griechischer Herkunft. Die Bundesanwaltschaft wirft Wohlleben und Carsten S. vor, Beihilfe zu neunfachem Mord geleistet zu haben. Die 2500 D-Mark, die der Verkäufer der Waffe haben wollte, hat Wohlleben laut Bundesanwaltschaft Carsten S. in die Hand gegeben. Das Geld stammte, sagt Weingarten, aus einem Betrag von 10.000 D-Mark, die der NSU aus der Beute der ersten Raubüberfälle entnommen und Wohlleben zur Aufbewahrung anvertraut habe. Bis zum Frühjahr 2000 hatte die Terrorzelle bereits mehr als 98.000 D-Mark zusammengerafft. Was Wohlleben über die 2500 D-Mark für die Ceska 83 erzählt hat, hält Weingarten für widerlegt. Der Angeklagte gab im Prozess an, er gehe davon aus, das Geld sei von Tino Brandt gekommen. Brandt war Ende der 1990er Jahre Anführer der Neonazi Vereinigung „Thüringer Heimatschutz“ und gleichzeitig V-Mann des Verfassungsschutzes im Freistaaat. „Die ganze Geld-bei-Brandt-Geschichte von Wohlleben dient nur dem Zweck, Brandt zu belasten und damit auch dem Verfassungsschutz die Beschaffung der Waffe in die Schuhe zu schieben“, sagt der Oberstaatsanwalt. Belege für Wohllebens Angaben gebe es keine. Einbruch in Zschäpes leerstehende Wohnung Im Frühjahr 2001 soll Wohlleben eine weitere Waffe dem Mitangeklagten Holger G. überreicht haben. Holger G. brachte sie, das hat er gestanden, nach Zwickau, wohin Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe umgezogen waren. Weingarten schildert zudem eine weitere mögliche Waffenübergabe. Wohlleben soll einem seiner Handlanger in Jena einen Beutel gegeben haben. Der Mann übergab ihn einer anderen, bis heute unbekannten Person, mutmaßlich für den NSU. Nach dem Ende der Terrorzelle sagte der ehemalige Kurier der Polizei, er habe vermutet, im Beutel sei eine Waffe. Danach habe er gegenüber Wohlleben weitere Transporte verweigert.

via tagesspiegel: Ralf Wohlleben: der starke Arm des NSU nach draußen

Ankläger halten mutmaßliche Terror-Helfer für überführt

Im NSU-Prozess haben die Plädoyers gegen die Mitangeklagten von Beate Zschäpe begonnen. Ralf Wohlleben und Carsten S. sollen die Waffe beschafft haben, mit der neun Menschen getötet wurden. Die Bundesanwaltschaft sieht dies bestätigt. Im NSU-Prozess hält die Bundesanwaltschaft die Anklage gegen die mutmaßlichen Helfer Ralf Wohlleben und Carsten S. für “im vollen Umfang” bestätigt. Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten sagte am Montag vor dem Oberlandesgericht in München, Wohlleben und S. seien durch die Beweisaufnahme der Beihilfe zum Mord in neun Fällen überführt. Die beiden Männer seien für die Beschaffung und Lieferung der Waffe vom Typ Ceska verantwortlich. Mit der Ceska wurden neun Menschen aus Fremdenhass vom NSU getötet. Die Anklage beschuldigt Wohlleben und S., die Mordwaffe besorgt zu haben und sich damit der Beihilfe zum Mord an neun Migranten schuldig gemacht zu haben. “Fremdenfeindlichen Vorstellungen des Trios verpflichtet” Weingarten sagte, sowohl Wohlleben als auch Carsten S. hätten die naheliegende Möglichkeit erkannt, dass der aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bestehende NSU mit der Pistole Menschen töten würden. Trotzdem hätten sie deren Wunsch erfüllt, die Waffen zu beschaffen. Wohlleben und Carsten S. hätten sich den fremdenfeindlichen Vorstellungen des Trios verpflichtet gefühlt, so Weingarten. Nach Angaben des Vertreters der Bundesanwaltschaft wird das Plädoyer über die Sommerpause hinaus dauern. Er werde die beiden verbleibenden Verhandlungstage vor der Sommerpause, den Montag und Dienstag, vollständig für das Plädoyer gegen Wohlleben und S. benötigen. Erst nach der Sommerpause könne dann das Plädoyer gegen die zwei weiteren angeklagten mutmaßlichen NSU-Helfer folgen, sagte Weingarten.

via mdr: Ankläger halten mutmaßliche Terror-Helfer für überführt

Anklage sieht Zschäpe als Mittäterin

Die Anklage sieht die mutmaßliche Rechtsterroristin Zschäpe im NSU-Prozess als Mittäterin überführt. Mit der Beweisaufnahme habe sich die Anklage in objektiver wie in subjektiver Hinsicht im Wesentlichen bestätigt. Das Motiv für die Tat sei “rechtsextreme Ideologie” gewesen. Die Bundesanwaltschaft fordert eine Verurteilung der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe als Mittäterin an allen Verbrechen des “Nationalsozialistischen Untergrunds”. Bundesanwalt Herbert Diemer sagte zum Beginn der Plädoyers im Münchner NSU-Prozess, die Anklagevorwürfe gegen Zschäpe und die vier Mitangeklagten hätten sich in allen wesentlichen Punkten bestätigt. Sollte das Oberlandesgericht in seinem Urteil dieser Argumentation folgen, droht Zschäpe lebenslange Haft wegen Mordes. Diemer bezeichnete Zschäpe als Mitgründerin und Mitglied einer terroristischen Vereinigung. Als Mittäterin habe sie gemeinsam mit ihren Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun Menschen türkischer oder griechischer Herkunft ermordet, einen tödlichen Anschlag auf Polizeibeamte sowie einen Bombenanschlag auf das Geschäft einer iranischen Familie in Köln verübt und ebenfalls in Köln eine Nagelbombe mit großer Sprengkraft zur Explosion gebracht. Darüber hinaus habe Zschäpe gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt schwere Raubüberfälle verübt und nach dem Tod der beiden die letzte gemeinsame Wohnung des NSU in Zwickau in Brand gesteckt. Die Anklage argumentiert, Zschäpe sei entgegen ihrer eigenen Aussage gleichberechtigtes Mitglied des NSU und in die Logistik der Taten arbeitsteilig eingebunden gewesen. “Ziel war ausländerfreies Deutschland” Diemer gab diese Einschätzung zu Beginn des Plädoyers der Bundesanwaltschaft, das über 22 Stunden an mehreren Prozesstagen gehalten werden soll. Die Verbrechen des NSU bezeichnete er als die “heftigsten und infamsten” Terroranschläge seit der linksextremen Rote Armee Fraktion (RAF). Das Motiv für die Terrorserie des NSU sei die “rechtsextreme Ideologie” Zschäpes sowie ihrer Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewesen. Das Ziel sei ein “ausländerfreies” Land gewesen, sagte Diemer. Die Bundesrepublik habe in ihren Grundfesten erschüttert werden sollen. Zschäpe ist der Mittäterschaft bei den zehn Morden, zwei Bombenanschlägen und fünfzehn Raubüberfällen des NSU angeklagt, obwohl es keine Beweise gibt, dass sie eine der Taten selbst ausgeführt hat. Nach Auffassung der Anklage wären die Taten ohne ihre Rolle als “Tarnkappe” für das jahrelange Leben im Untergrund des Trios aber nicht möglich gewesen. Neben Zschäpe sitzen vier mutmaßliche Terrorhelfer auf der Anklagebank.

via tagesschau: Anklage sieht Zschäpe als Mittäterin