Werdegang der Rechtsterroristen – Irgendwann trug er Bomberjacke

Als Jugendliche hatten die drei Rechtsterroristen aus Jena auch Freunde aus der linken Szene. Wie der Professorensohn Uwe Mundlos zum Neonazi wurde. Er spricht als Erstes über die Haare. Als er Uwe Mundlos kennenlernte, hatte der helle Locken, dann trug er sie immer kürzer. Stefan Schmitt* spricht über Äußerlichkeiten, weil er die innere Wandlung seines früheren Kumpels nicht verstehen kann. Wie konnte aus dem sympathischen Jungen ein Bombenbauer werden, ein Terrorist und Mörder? (…) Jena, 100.000 Einwohner, das industrielle Zentrum Thüringens. Im Südwesten der Stadt liegt die Plattenbausiedlung Winzerla. Das ist der Ort, an dem sich zur Nachwendezeit Beate Z., heute 36, Uwe Böhnhardt, 34, und Uwe Mundlos, 38, radikalisierten. Doch damals, in der ersten Hälfte der 90er Jahre, ahnte keiner, welchen Weg sie einschlagen würden.

via taz: Werdegang der Rechtsterroristen – Irgendwann trug er Bomberjacke

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

Rechter Terror: Das Gegenteil von wahllos

Nachdem die terroristische Dimension des Neonazismus nicht mehr von Politik und Medien ignoriert werden kann, sucht man fieberhaft nach Ursachen und den Schuldigen. Vom Boulevard bis zur seriösen Presse schreibt man vom Versagen der Geheimdienste. Das Problem geht jedoch noch viel tiefer. Die Extremismus-Doktrin blockiert eine sinnvolle Analyse und Bekämpfung rechtsradikaler Strukturen. (…) Es ist relevant, inwiefern der Verfassungsschutz versagt, auch ist von Belang, warum die Polizei bei Morden an Türken und Griechen nur an Bandenkriminalität denkt. Jedoch geht das Problem tiefer. Die Extremismus-Doktrin, entwickelt als Arbeitsgrundlage der Verfassungsschützer, erweist sich als ein Problem bei der Bekämpfung von Rassismus. Bei der Suche nach den Ursachen taucht immer wieder der Vergleich mit der RAF auf, Der Spiegel spricht sogar von einen Braunen-Armee-Fraktion. Dieser Vergleich läuft jedoch letztlich ins Leere. Ziel des RAF-Terrors waren Repräsentanten des Staates und wirtschaftliche Eliten. Die RAF hatte einen Rechtfertigungs- und Bekenntnisdrang. In ideologischen Pamphleten legte sie dar, warum ein Mensch getötet wurde. In ihrer inneren Logik musste sie das auch tun, war das proklamierte Ziel doch eine freie Gesellschaft der Gleichen. Mit den Bekennerschreiben wollte sie die Aufmerksamkeit auf die politische Dimension ihres Tun richten. Den Nazi-Mördern ging es zunächst nur darum, diejenigen zu töten, die nach ihrem rassistischen Weltbild nicht in die Volksgemeinschaft gehörten. Ihr Schweigen hat für sie einen funktionellen Wert, da die Strafverfolgungsbehörden bei politischen Straftaten gewissermaßen ein Bekenntnis erwarten. Dieses Bekenntnis sollte erst jetzt veröffentlicht werden, nachdem 10 Menschen bereits ermordet wurden. Der Rechtsterrorismus wird im Wesentlichen mit Instrumenten verfolgt, die zur Bekämpfung linker Terror-Gruppen und ihrer sogenannten Sympathisanten-Szene entwickelt wurden. Das heißt, die Organisationsstrukturen linker Gruppen gab vor, was als extremistisch betrachtete wurde. Dass das nicht im Sinne einer effektiven Bekämpfung von Rechtsradikalismus sowie rassistischer und antisemitischer Gewalt war, konnte man schon vorher wissen. (…) Das Denken in der Extremismus-Doktrin offenbart seine Hilflosigkeit eben in dem Moment, wenn ein brennender Mercedes ein hinreichendes Indiz für eine linksextremistische Tat darstellt, ein Nazi-Skin, der einen Linken oder einen vermeintlichen Ausländer erschlägt, aber noch „Heil Hitler“ brüllen muss, bevor seine Tat als politisch motiviert gilt. Deshalb zählt die Bundesregierung auch „nur“ 47 Tote durch Rechtsradikale, Vereinigungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen rechte Gewalt einsetzen, kommen jedoch auf 182 Morde durch Nazis.

via publikative.org: Rechter Terror: Das Gegenteil von wahllos

siehe auch: Weiterer Neonazi-Anschlag 2001 in Köln? Die Thüringer Neonazis sollen für einen weiteren Anschlag in Köln verantwortlich sein. Das teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montagnachmittag (14.11.2011) mit. Dabei sei eine Deutsch-Iranerin 2001 durch eine Sprengfalle schwer verletzt worden. Hinweise auf die Urheberschaft des Anschlags seien auf der DVD der mutmaßlichen Mörder entdeckt worden, auf der sich die Neonazis bereits zu dem Anschlag 2004 in der Kölner Keupstraße bekannt hatten, erklärte Innenminister Jäger in Düsseldorf.

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Weiterer Neonazi-Anschlag 2001 in Köln?

Die Thüringer Neonazis sollen für einen weiteren Anschlag in Köln verantwortlich sein. Das teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montagnachmittag (14.11.2011) mit. Dabei sei eine Deutsch-Iranerin 2001 durch eine Sprengfalle schwer verletzt worden. Hinweise auf die Urheberschaft des Anschlags seien auf der DVD der mutmaßlichen Mörder entdeckt worden, auf der sich die Neonazis bereits zu dem Anschlag 2004 in der Kölner Keupstraße bekannt hatten, erklärte Innenminister Jäger in Düsseldorf. Damals sei eine 19-jährige Deutsch-Iranerin in dem elterlichen Lebensmittelgeschäft durch eine Sprengfalle schwer verletzt worden. (…) “Wir überprüfen erneut alle unaufgeklärten Verbrechen, für die sich bislang kein schlüssiges Tatmotiv finden ließ und rechtsextremistische Motive denkbar sind”, sagte Jäger am Montag. “Wir beschränken uns nicht nur auf die Hinweise, die uns die DVD liefert.” Deshalb werde zum Beispiel auch der Sprengstoffanschlag im Jahr 2000 auf eine Gruppe jüdischer Einwanderer an der S-Bahnstation Düsseldorf-Wehrhahn nochmals untersucht. Ebenfalls aufgerollt wird ein Fall, bei dem im Jahr 2000 drei Polizeibeamte in Dortmund getötet wurden. Zwei von ihnen waren bei einer Ringfahndung aus einem Auto heraus erschossen worden. Der Täter, der sich kurz darauf selbst tötete, hatte – wie sich später herausstellte – Kontakte zu rechtsextremistischen Kreisen.

via wdr: Weiterer Neonazi-Anschlag 2001 in Köln?

siehe auch: Thüringer Kameraden. Helmut Roewer, bis zum Jahr 2000 Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, hielt sich V-Leute aus der Naziszene. Heute schreibt er für einen rechten Verlag. Helmut Roewer war ein begeisterter Geheimdienstler – jedenfalls, solange es um Linksradikale ging. Nach sechs Jahren im Amt wurde er im Jahr 2000 vom Dienst freigestellt. Er stolperte über einen V-Mann aus der Thüringer Naziszene, der mit seinem Honorar rechte Propaganda finanzierte. In den Ermittlungen rund um die Nazi-Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gerät er wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Der vormalige Panzeroffizier und Ministerialrat im Bundesinnenministerium wurde suspendiert, nachdem bekannt geworden war, dass der wegen Volksverhetzung verurteilte Neonazi und frühere Thüringer NPD-Chef Thomas Dienel 1996/97 als V-Mann für ihn gearbeitet hatte; Jetzt auch Ermittlungen wegen Nagelbomben-Anschlags. Die Kanzlerin spricht von einer Schande für Deutschland: Jahrelang sollen Neonazis aus Thüringen geraubt, gemordet, gebombt haben. Und all die Jahre kam ihnen niemand auf die Spur. Die Taten werfen viele Fragen auf – vor allem an den Verfassungsschutz. Die Terrorgruppe «Nationalsozialistischer Untergrund» hat womöglich noch mehr Verbrechen begangen als bislang bekannt. Die Bundesanwaltschaft nahm am Montag Ermittlungen wegen eines Anschlags mit einer Nagelbombe 2004 in Köln auf. Bei dem Attentat in einer von vielen Migranten bewohnten Straße waren 22 Menschen teils schwer verletzt worden. Laut Düsseldorfer Innenministerium könnte auch ein Anschlag auf eine 19-jährige Deutsch-Iranerin im Jahr 2001 auf das Konto der Gruppe gehen; Auf dem rechten Auge blind? Die jahrelange Verharmlosung des Rechtsextremismus sei skandalös, erklärte die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, im domradio.de-Interview. Nach Bekanntwerden der mutmaßlichen rechten Mordserie an Migranten fordern auch andere Organisationen eine Kurskorrektur bei der staatlichen Extremismusbekämpfung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus warf staatlichen Stellen und insbesondere den Sicherheitsbehörden „komplettes Versagen“ beim Umgang mit rechter Gewalt vor. Seit mindestens zehn Jahren sei klar, „dass sich die extreme Rechte bewaffnet und bereit ist, diese Waffen auch zu nutzen“, sagte BAG-Sprecher Christian Staffa, der auch Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ist. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten erklärte in Berlin, die wirkliche Gefahr für Demokratie und für Menschenleben gehe von Neonazis und Rassisten aus. Die Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus sei absurd und realitätsfern, so ihr Sprecher Hans Coppi.

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Thüringer Kameraden

Helmut Roewer, bis zum Jahr 2000 Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, hielt sich V-Leute aus der Naziszene. Heute schreibt er für einen rechten Verlag. Helmut Roewer war ein begeisterter Geheimdienstler – jedenfalls, solange es um Linksradikale ging. Nach sechs Jahren im Amt wurde er im Jahr 2000 vom Dienst freigestellt. Er stolperte über einen V-Mann aus der Thüringer Naziszene, der mit seinem Honorar rechte Propaganda finanzierte. In den Ermittlungen rund um die Nazi-Terrorgruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) gerät er wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Der vormalige Panzeroffizier und Ministerialrat im Bundesinnenministerium wurde suspendiert, nachdem bekannt geworden war, dass der wegen Volksverhetzung verurteilte Neonazi und frühere Thüringer NPD-Chef Thomas Dienel 1996/97 als V-Mann für ihn gearbeitet hatte. Insgesamt erhielt dieser 25.000 D-Mark für Informationen aus seinem Milieu; das Geld investierte er in rechtsextremes Propagandamaterial. (…) Schon früher in seiner Amtszeit umgab sich Roewer mit zweifelhaften Spitzeln aus der rechten Szene. So wurde 2001 bekannt, dass der damalige NPD-Landesvize Tino Brandt seit 1994 als V-Mann tätig war. 200.000 D-Mark will er dafür erhalten haben. Das Geld soll unter anderem in den “Thüringer Heimatschutz” geflossen sein. Zu diesem Netzwerk gehörten auch die mutmaßlichen “NSU”-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und die in U-Haft sitzende Beate Z. Ob auch diese auf der Gehaltsliste des Verfassungsschutzes – oder eines einzelnen Verfassungsschützers – standen, wird derzeit untersucht.

via taz: Thüringer Kameraden

siehe auch: Ein viel zu klares Bild. Der Fall der mutmaßlichen Mörder und Bankräuber Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt scheint scharfe Konturen zu haben. Es gibt viele Indizien. Manche Ermittler sind dennoch skeptisch. Sollen sie in die Irre geführt werden? Zwei tote Bankräuber, bei denen die Tatwaffen ungeklärter Morde gefunden werden, ein Bekennervideo, eine Gruppe von Rechtsextremisten, die jahrelang im Untergrund lebte – „Auf einmal ergeben die Puzzleteile ein Bild“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und gab damit einer von Behörden und Politikern mitgetragenen Überzeugung Ausdruck.Aber was für ein Bild ergibt sich wirklich? Ein reales? Oder eines, das das wirkliche im Hintergrund überlagern soll?

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Nummer vier der Zwickauer Terrorzelle

Handelt es sich bei der Zwickauer Terrorzelle um ein Verbrecherquartett? Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erhielten offenbar Unterstützung von Holger G. Der 37-Jährige wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt – er war früher als Mitglied einer prügelnden Skinhead-Truppe aufgefallen. (…) G. soll Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt 2007 seinen Führerschein und vor etwa vier Monaten seinen Reisepass zur Verfügung gestellt haben. Zudem soll er mehrfach Wohnmobile für die Gruppierung angemietet haben. Auch eine mögliche unmittelbare Tatbeteiligung von Holger G. an den Mordtaten des NSU wird nun geprüft.(…) Der Festgenommene ist nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes nur als Mitläufer der rechten Szene bekannt. G. sei nur bis zum Jahr 2004 durch rechtsextreme Aktivitäten in Erscheinung getreten, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel am Montag. Ein Hinweis zeige, dass man die Daten von G. danach wie gesetzlich vorgesehen im Jahr 2009 gelöscht habe. Möglicherweise sei der 37-Jährige ab 2004 bewusst untergetaucht und nicht mehr öffentlich als Rechtsextremist in Erscheinung getreten, sagte Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Holger G. stammt aus Jena. Wann er in den Westen zog, ist noch nicht klar. Fest steht, dass er immer wieder bei Veranstaltungen der Neonazis auftauchte. Als sicher gilt, dass G. zum Jahreswechsel 1998/1999 an einem Treffen von Rechtsextremen in Hildesheim teilgenommen hat. Die dortige Neonazi-Szene galt lange als äußerst gewaltbereit und bestens organisiert – im Internet kursieren Bilder von paramilitärischen Trainingslagern. Dort soll auch der Umgang mit scharfen Waffen geübt worden sein. An dem Treffen vor zwölf Jahren nahmen wichtige Vertreter der Langenhagener Nazi-Szene teil, dazu eine Delegation aus Celle – und Mitglieder vom “Thüringer Heimatschutz”, der Kameradschaft, der auch Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt angehörten. Bei diesem Treffen ist auch Holger G. dabei gewesen, da ist sich ein Kenner der Hannoveraner Neonazi-Szene sicher. Es könnte die erste Kontaktaufnahme mit den westdeutschen rechten Kräften gewesen sein. Im Jahr 1999 soll G. laut Sicherheitskreisen auf einer Neonazi-Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung aufgetaucht sein. 2003 besuchte er ein Konzert von Rechtsextremisten. Laut einem Bericht des MDR ist der 37-Jährige bereits 1997 ins Visier der Thüringer Ermittler geraten. Demnach sei er verdächtigt worden, an der Versendung der Briefbombenattrappen in Jena beteiligt gewesen zu sein. Die zuständige Staatsanwaltschaft Gera hatte dem Bericht zufolge gegen insgesamt 15 Verdächtige ermittelt. Die Untersuchungen wurden später eingestellt, da es keinen hinreichenden Tatverdacht gegeben habe. Welche Rolle spielt der Bruder? Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen gehörten Holger G. und sein Bruder Dirk über längere Zeit einer Neonazi-Gruppierung an, die sich rund um Hannover-Wiesenau bewegte. Dabei habe es sich um eine “heftige Truppe” von Skinheads und Schlägern gehandelt, die zahlreicher Straftaten verdächtigt worden sei, so ein Ermittler. Noch völlig offen ist die Rolle von Dirk G. in Zusammenhang mit der Zwickauer Zelle.

via spiegel.de: Nummer vier der Zwickauer Terrorzelle

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Ein viel zu klares Bild

Der Fall der mutmaßlichen Mörder und Bankräuber Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt scheint scharfe Konturen zu haben. Es gibt viele Indizien. Manche Ermittler sind dennoch skeptisch. Sollen sie in die Irre geführt werden? Zwei tote Bankräuber, bei denen die Tatwaffen ungeklärter Morde gefunden werden, ein Bekennervideo, eine Gruppe von Rechtsextremisten, die jahrelang im Untergrund lebte – „Auf einmal ergeben die Puzzleteile ein Bild“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und gab damit einer von Behörden und Politikern mitgetragenen Überzeugung Ausdruck.Aber was für ein Bild ergibt sich wirklich? Ein reales? Oder eines, das das wirkliche im Hintergrund überlagern soll? Es gibt zwei Personen, die Antwort auf diese Frage geben könnten: Zum einen den am Sonntag festgenommene Holger G., der die mutmaßlichen Bankräuber und Mörder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt unterstützt haben soll. G. wurde am Montag nach Karlsruhe gebracht und dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der über den Haftbefehl entscheidet. Und Beate Zschäpe, die mit den zwei Männern zusammengelebt hat. Sie ist die Schlüsselfigur in der so unglaublich erscheinenden Geschichte. Sie könnte, würde sie reden, eine Reihe von Widersprüchen und Unstimmigkeiten aufklären. Skepsis ob der vielen Spuren Denn je genauer man die Ereignisse der letzten Tage betrachtet, desto mehr verschwimmt die scheinbar klare Kontur dieses Falls. (…) Offenbar konnten sich die drei trotz Fahndung sicher sein, dass ihnen nichts passiert. Mundlos und Böhnhardt sollen schon ab 1999 regelmäßig Banken überfallen haben, heißt es jetzt – in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und in Thüringen. Seit 2001 soll Beate Zschäpe schon in Zwickau gewohnt haben, und zwar allein. Trotz Fahndung. Aus diesem Jahr stammt auch der Vermerk eines LKA-Beamten, nach dem einer aus dem Trio, vermutlich die Frau, Kontakte zum Verfassungsschutz habe. Die Behörde ließ damals dienstlich erklären, das träfe nicht zu. Wer hat Recht?

via fr online: Ein viel zu klares Bild

siehe auch: Verdächtiger Verfassungsschützer. 2006 wurde Halit Yozgat in seinem Internetcafé in Kassel erschossen. Zur Tatzeit befand sich nach Informationen der F.A.Z. möglicherweise auch ein damaliger Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes am Tatort; Commando néonazi: l’Allemagne face à ses démons xénophobes. Trois membres d’un commando néonazis sont accusées d’avoir tué une policière et neufs étrangers, dans des restaurants kebab. Les autorités démentent, sans convaincre, les avoir recruté comme informateurs. L’Allemagne découvre avec stupeur l’existence d’une “fraction armée brune” au moment où les actes antisémites et anti-musulmans se multiplient. (…) Ces découvertes ont réveillé en république fédérale la crainte de l’existence d’une “Fraction Armée brune”, en référence aux terroristes d’extrême gauche de la “Fraction Armée rouge” qui ont assassiné plus de 30 personnes en Allemagne entre les années 70 et 90. Les réactions à ce scandale sont nombreuses et outrées; Das sind die Terroristen und so wurden sie zu Nazis. Über Jahre konnte die Zelle von Rechtsextremen mordend durch Deutschland ziehen. Hatten sie Helfer? Die wichtigsten Fragen, die ersten Erklärungen. Zur Mordserie der rechtsextremistischen Terroristen aus Jena gibt es viele Fragen, bisher aber kaum zufriedenstellende Antworten. Nach wie vor stehen Sicherheitsdienste und Öffentlichkeit fassungslos vor der Tatsache, dass ein Neonazi-Trio zwischen 2000 und 2006 zehn Menschen in Deutschland am hellichten Tag mit Kopfschüssen exekutieren konnte. Neun Einwanderer wurden auf diese Weise hingerichtet. Die Täter dokumentierten ihre Gräueltaten durch Aufnahmen der Getöteten.

anm dokmz: Die Wahrheit stell ich mir vor wie ein gut riechendes Kind – weil sie so oft baden geht!

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Verdächtiger Verfassungsschützer

2006 wurde Halit Yozgat in seinem Internetcafé in Kassel erschossen. Zur Tatzeit befand sich nach Informationen der F.A.Z. möglicherweise auch ein damaliger Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes am Tatort. Am 6. April 2006 wurde Halit Yozgat in seinem Internetcafé in der Kasseler Nordstadt erschossen. Der Einundzwanzigjährige saß hinter der kleinen Theke, die nicht viel mehr als ein Schreibtisch war. Im vorderen Raum waren Telefonzellen aufgestellt, beklebt mit bunter Reklame. In einem hinteren Raum befanden sich die Computerplätze. Das Café war an diesem Tag spärlich besucht. Doch mehrere Zeugen konnten sich später an einen hageren Mann mittleren Alters erinnern, der eine Tüte bei sich trug. Der Mann wurde später, nachdem Halit Yozgat erschossen worden war, vom Zeugen zum Verdächtigen – und zwar, weil er sich als einziger Anwesender auf einen Zeugenaufruf der Polizei nicht meldete. Die Ermittler gingen der Spur des anonymen Besuchers nach, sicherten die Festplatte des Computers, an dem der Unbekannte im Internet gesurft hatte, und DNA-Spuren. Als diese ausgewertet waren, hatten die Ermittler einen Namen zu ihrem Verdächtigen. Und nicht nur das, sie kannten auch seinen Beruf: Der Mann war Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. (…) Am Montagmorgen kamen dann nach mehr als fünf Jahren plötzlich neue Erkenntnisse ans Licht. So hatte der frühere Verfassungsschützer nicht, wie bisher behauptet, das Internetcafé kurz vor der Tat verlassen, sondern er hatte sich entgegen bisheriger Annahmen offenbar doch zum Zeitpunkt der Tat in dem Laden aufgehalten. Er soll sogar noch Geld auf die Theke gelegt haben, die Gebühr für die Computernutzung. Auch dass in der Wohnung des Mannes neben einem Buch über Serienmorde, herausgegeben von einem Polizeiverlag, Schusswaffen gefunden worden sind, war bislang nicht bekannt.

via faz: Verdächtiger Verfassungsschützer

siehe auch: 24 Aktenordner – und dennoch fiel nichts auf. Es ist ein Desaster für die deutschen Sicherheitsbehörden: 13 Jahre lang konnte offenbar eine kleine Gruppe von Rechtsterroristen in Deutschland Einwanderer ermorden, Bomben bauen und Banken überfallen, ohne dass die Polizei ihnen auf die Spur kam. Besonders kritische Fragen muss sich nun der Thüringer Verfassungsschutz gefallen lassen: Wie konnte unter seinen Augen eine rechte Terrorzelle entstehen; Un agente del espionaje alemán, vinculado con una trama de terrorismo neonazi. Un grupo de extrema derecha cometió asesinatos, atracos y atentados sin que la policía los detuviera durante más de 13 años. Un agente de los servicios secretos alemanes estaba al tanto de la trama de terrorismo neonazi que conmociona Alemania desde el viernes. El agente secreto alemán se encontraba en el cibercafé de Kassel (a unos 380 kilómetros al oeste de Berlín), donde fue asesinado en 2006 Halit Yozgat, de 21 años, la última víctima conocida de los nueve asesinatos racistas cometidos desde 2000 por un grupo terrorista nazi denominado Resistencia Nacionalsocialista (NSU). El diario Frankfurter Allgemeine informa de que el funcionario ha sido suspendido de servicio. Yozgat, un alemán de ascendencia turca, murió tiroteado con la misma pistola utilizada por la banda para asesinar a otros ocho hombres de origen extranjero. En 2007, los terroristas neonazis asesinaron a una agente de policía. La policía investiga su relación con otros crímenes; Verfassungsschützer soll Zeuge eines Döner-Mordes sein. Mit jeder neuen Erkenntnis über die Attentate des Nazi-Trios wachsen die Probleme für den Verfassungschutz. Ein Kasseler Schlapphute hat laut einem Medienbericht einen Mord aus nächster Nähe erlebt. Auch die Debatte über ein NPD-Verbot flammt neu auf. Die Rolle des hessischen Verfassungsschutzes in einem Fall der rechtsextremen Mordserie muss laut einem Zeitungsbericht womöglich neu beleuchtet werden. Nach bisheriger offizieller Darstellung hatte ein Verfassungsschützer eine Minute vor dem Mord in Kassel am 6. April 2006 den Tatort, ein Internetcafé, verlassen. Diese Annahme könne nicht mehr aufrechterhalten werden, berichtete die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” unter Berufung auf Sicherheitskreise in Wiesbaden. Nach ihren Informationen soll sich der Beamte zum Zeitpunkt des Mordes doch dort aufgehalten haben. Der Verfassungsschützer sei inzwischen vom Dienst suspendiert. Die Kasseler Staatsanwaltschaft hatte damals gegen ihn ermittelt, die Ermittlungen jedoch eingestellt, weil sie dem Verdächtigen keinen Zusammenhang mit der Tat nachweisen konnte; „Nationalsozialistischer Untergrund“ Verfassungsschützer womöglich in „Döner-Mord“ involviert. F.A.Z.-Informationen zufolge war in einen der Anschläge auf ausländische Kleinunternehmer möglicherweise ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes involviert. Die Anschläge werden der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zugerechnet. In einen der Anschläge auf türkische und einen griechischen Kleinunternehmer, die der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zugerechnet werden, war möglicherweise ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes stärker involviert als bisher bekannt. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstagsausgabe) mit Berufung auf Sicherheitskreise in Wiesbaden. Nach Informationen der Zeitung soll sich der Verfassungsschützer entgegen bisheriger Annahmen zum Zeitpunkt des Mordes an einem Internetcafébetreiber aus Kassel am 6. April 2006 am Tatort aufgehalten haben. Das Opfer des Anschlags war der 21 Jahre alte Halit Yozgat. Der Verfassungsschützer ist inzwischen vom Dienst suspendiert; Verfassungsschützer möglicherweise in Neonazi-Mord verwickelt. Die Neonazi-Mordserie droht, für die deutschen Sicherheitsbehörden zum Desaster zu werden. Ein hessischer Verfassungsschützer soll sich nach einem Zeitungsbericht bei einem der Morde am Tatort aufgehalten haben. (…) Die Kasseler Staatsanwaltschaft hatte dem Bericht zufolge damals gegen den Verfassungsschützer ermittelt. In der Wohnung des Beamten seien damals mehrere Waffen gefunden worden. Sie habe das Verfahren jedoch eingestellt, weil sie dem Verdächtigen keinen Zusammenhang mit der Tat habe nachweisen können. Bisher sei die offizielle Darstellung gewesen, dass der Mann aus rein privaten Gründen im dem Internet-Café des Opfers war und dieses etwa eine Minute vor der Tat verlassen habe. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gehen die Ermittler  gegenwärtig weiter von dieser Version aus.

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24 Aktenordner – und dennoch fiel nichts auf

Es ist ein Desaster für die deutschen Sicherheitsbehörden: 13 Jahre lang konnte offenbar eine kleine Gruppe von Rechtsterroristen in Deutschland Einwanderer ermorden, Bomben bauen und Banken überfallen, ohne dass die Polizei ihnen auf die Spur kam. Besonders kritische Fragen muss sich nun der Thüringer Verfassungsschutz gefallen lassen: Wie konnte unter seinen Augen eine rechte Terrorzelle entstehen? Der Antrag war knapp gehalten, doch was er forderte, klang ziemlich radikal. Der Landesverfassungsschutz in Thüringen solle umgehend aufgelöst werden, verlangte der Landtagsabgeordnete Heiko Gentzel (SPD). Denn, so begründete der Politiker sein Verlangen: “Ein Amt, das weder den Geheimschutz sicherstellen, noch die von ihm geführten Quellen schützen kann, ist arbeitsunfähig.” Das war im Sommer 2001, als eine Serie von Pannen den Dienst erschütterte und der Chef des Landesamts seinen Stuhl hatte räumen müssen. Selbstverständlich wurde das Amt nicht aufgelöst – doch die Forderung könnte nun wieder aktuell werden. “Die Situation ist heute noch weit kritischer”, sagt Gentzel. Wie seine Kollegen im Bund fragt sich auch der Thüringer Innenpolitiker, warum es möglich war, dass praktisch unter den Augen der Verfassungsschützer eine so gefährliche rechte Terrorgruppe wie der “Nationalsozialistische Untergrund” (NDU) entstehen konnte, ohne dass ein Geheimdienstler Alarm schlug. Gentzel: “Ging denn bei niemandem die rote Lampe an?” Das war im Sommer 2001, als eine Serie von Pannen den Dienst erschütterte und der Chef des Landesamts seinen Stuhl hatte räumen müssen. Selbstverständlich wurde das Amt nicht aufgelöst – doch die Forderung könnte nun wieder aktuell werden. “Die Situation ist heute noch weit kritischer”, sagt Gentzel. Wie seine Kollegen im Bund fragt sich auch der Thüringer Innenpolitiker, warum es möglich war, dass praktisch unter den Augen der Verfassungsschützer eine so gefährliche rechte Terrorgruppe wie der “Nationalsozialistische Untergrund” (NDU) entstehen konnte, ohne dass ein Geheimdienstler Alarm schlug. Gentzel: “Ging denn bei niemandem die rote Lampe an?” Fest steht: Die mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Holger G. waren dem Geheimdienst bestens bekannt. Allein 24 Aktenordner wurden im Landesamt mit Beobachtungen über die Terror-Truppe und ihr Umfeld gefüllt. Die sollen nun gründlich in der Parlamentarischen Kontrollkommission in Erfurt durchgearbeitet werden. Denn es ist immer dieselbe Frage, die keiner versteht: Wie konnten Menschen, die Ende der neunziger Jahre bereits explizit mittels V-Männern observiert wurden, so spurlos verschwinden, obgleich sie nicht viel Geld hatten – und zudem mit internationalem Haftbefehl gesucht wurden.Fest steht: Die mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Holger G. waren dem Geheimdienst bestens bekannt. Allein 24 Aktenordner wurden im Landesamt mit Beobachtungen über die Terror-Truppe und ihr Umfeld gefüllt. Die sollen nun gründlich in der Parlamentarischen Kontrollkommission in Erfurt durchgearbeitet werden. Denn es ist immer dieselbe Frage, die keiner versteht: Wie konnten Menschen, die Ende der neunziger Jahre bereits explizit mittels V-Männern observiert wurden, so spurlos verschwinden, obgleich sie nicht viel Geld hatten – und zudem mit internationalem Haftbefehl gesucht wurden.

via zeit.de: 24 Aktenordner – und dennoch fiel nichts auf

siehe auch: 15 Minuten Sadismus (Video, spon). Es ist ein zynisches Dokument des Triumphes: In einem 15 Minuten langen Film feierten die rechtsextremistischen Terroristen aus Zwickau ihre Verbrechen, verhöhnten ihre Opfer, spotteten über machtlose Ermittler. Die Aufnahmen, die SPIEGEL ONLINE zum ersten Mal im Netz zeigt, belegen: Die Neonazis fühlten sich unangreifbar. Es gibt diese Szene, 10 Minuten und 38 Sekunden Wahnsinn sind schon vorbei, da zündet Paulchen Panther eine Rakete, die er auf dem Rücken trägt, die Musik im Hintergrund ist heiter und beschwingt, und auf dem Geschoss, das Paulchen mit einer Zündschnur in die Luft jagt, steht: „Bombenstimmung in der Keupstraße“. In der Kölner Keupstraße, auch das legt das Bekennervideo der Zwickauer Zelle nahe, zündeten die Neonazis im Juni 2004 offenbar eine Nagelbombe.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU –
http://bit.ly/ths-nsu

Rechtsextreme mordeten mit Pistole aus der Schweiz

Die Rechtsterroristen aus Thüringen haben mit einer in der Schweiz gekauften Pistole gemordet. Die dortigen Waffen-Gesetze gelten als locker. Das nutzte schon die RAF. Die Waffe, mit der Rechtsextreme in Deutschland vermutlich mindestens zehn Menschen getötet haben, stammt offenbar aus der Schweiz. Einen entsprechenden Bericht des „Tages-Anzeigers“ aus Zürich bestätigte Danièle Bersier, Pressesprecher des Bundesamts für Polizei in Bern. Es handele sich um eine Pistole des Typs Ceska 83, Kaliber 7,65 Millimeter, die der tschechische Hersteller ausschließlich in den Kanton Solothurn geliefert habe, berichtet die Zeitung. Von der speziellen Serie existierten nur 24 Stück [sic!]. (…) Es sei zumindest denkbar, dass die Neonazis auch Unterstützung von Gleichgesinnten aus der Schweiz erhalten haben. Schweizerische Rechtsextreme pflegten seit Jahren Kontakte nach Ostdeutschland, berichtet die Zeitung weiter.

via welt: Rechtsextreme mordeten mit Pistole aus der Schweiz

siehe auch: Sie wollten möglichst viele Ausländer töten. Die deutsche Neonazi-Gruppe, der zehn Morde vorgeworfen werden, hatte sich einst zusammengeschlossen, um ausländische Mitbürger zu töten. Die Mordwaffe stammt aus der Schweiz. Die Neonazi-Gruppe «Nationalsozialistischer Untergrund» ist für die so genannten Döner-Morde verantwortlich. Offenbar verübte sie ihre Taten mit einer Schweizer Waffe. Bei der Pistole mit der die Morde ausgeführt wurden, handelt es sich um eine Ceska 83, Kaliber 7,65 Millimeter. Der tschechische Hersteller produzierte bloss 24 Stück der speziellen Serie und lieferte sie gemäss dem «Tages-Anzeiger» ausschliesslich in den Kanton Solothurn; Deutsche Rechtsextreme mordeten mit Pistole aus der Schweiz. Die Gruppierung «Nationalsozialistischer Untergrund» verübte ihre Taten in Deutschland mit einer Waffe aus dem Kanton Solothurn. Jetzt wird nach Helfern gefahndet. Zudem ist ein Bekennervideo gefunden worden. (…) Die Pistolen des Typs Ceska 83, Kaliber 7,65 Millimeter, lieferte der tschechische Hersteller einst ausschliesslich in den Kanton Solothurn. Von der speziellen Serie existieren nur 24 Stück. Eine der Waffen wurde bei den sogenannten Döner-Morden eingesetzt. Dies hatten die Ermittler des deutschen Bundeskriminalamts bereits vor über eineinhalb Jahren herausgefunden. Sie ersuchten die Schweizer Behörden um Hilfe. Schweizweit versuchten Bundes- und Kantonspolizisten daraufhin abzuklären, wohin die 24 Ceska-Pistolen gelangt waren. «Es wurden Abklärungen über den Verbleib bei allen Waffengeschäften in der Schweiz angestellt», bestätigt Danièle Bersier vom Mediendienst des Bundesamts für Polizei in Bern. Doch die Suche brachte laut Bersier keine verwertbaren Ergebnisse. (…) Zumindest denkbar ist, dass die Neonazis auch Support von Gleichgesinnten aus der Schweiz erhalten haben. Schweizerische Rechtsextreme pflegen seit Jahren Kontakte nach Ostdeutschland.

Verfassungsschutz im Zwielicht

Je mehr Details zu der rechtsextremen Terrorgruppe bekannt werden, desto dringlicher wird die Frage, was der Verfassungsschutz tatsächlich von dem mörderischen Trio wusste. Besonders brisant ist, dass in den Trümmern der Wohnung der Gruppe angeblich sogenannte “legale illegale Papiere” entdeckt wurden. Der Fund bringt den Verfassungsschutz gehörig in Erklärungsnot. “Legale illegale Papiere” sind Scheinpapiere mit echtem Foto und falschen Namen, die aber offiziell ausgestellt wurden. Der Nachrichtendienst stellt solche falschen Ausweise für seine Mitarbeiter her. Auch Menschen in einem Zeugenschutzprogramm erhalten von den Behörden die Papiere für ihre neue Identität. (…) Bisher bestreiten die Sicherheitsbehörden von Ländern und Bund vehement jeden Kontakt mit den drei Rechtsterroristen. Dabei war beispielsweise der Anführer des “Thüringer Heimatschutzes”, Tino Brandt, nachweislich ein Verbindungsmann des Verfassungsschutzes. Andere Mitglieder der Gruppierung sind ebenfalls angesprochen worden. Ob die Verfassungsschützer Beate Z., Uwe M. und Uwe B. auch ein Angebot machten, ist unklar. Sie gehörten jedenfalls zum “Thüringer Heimatschutz”, bevor sie in den Untergrund gingen. Möglicherweise hat V-Mann Brandt die Gruppe gewarnt. Im Januar 1998 durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen in Jena nach Bomben und Sprengstoff. Sie entdeckte jede Menge Nazipropaganda und vier Rohrbomben in einer Garage. Doch aus unerklärlichen Gründen konnten die drei Rechtsextremisten trotz Überwachung und Haftbefehlen unbemerkt fliehen. “Wie kann es sein, dass der Verfassungsschutz die drei kennt und sie trotzdem abtauchen?”, fragt Grünen-Politiker Cem Özdemir. Nach jedem militanten Linksradikalen sei zu dieser Zeit sofort bundesweit mit Fahndungsplakaten gesucht worden, aber nicht nach drei gefährlichen Bombenbauern aus der Neonazi-Szene? Durch die vielen offenen Fragen gerät das heikle V-Mann-Programm der Behörden erneut in die Kritik. (…) Dass der Verfassungsschutz über all die Jahre Kontakt zu einer rechtsextremen Mörderbande gehalten hat, gilt als nahezu undenkbar. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass die Gruppe professionelle Hilfe hatte. “Als Kriminalist glauben ich nicht an die Geschichte, dass diese Leute 13 Jahre lang unbemerkt agieren konnten”, sagt der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz. “So schlampig kann man gar nicht ermitteln.”

via störungsmelder: Verfassungsschutz im Zwielicht

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siehe auch: Neonazi-Terror beunruhigt Deutschland. Nach der deutschlandweiten Mordserie an neun Ausländern und einer Polizistin hat der Bundesgerichtshof (BGH) gestern am späten Abend Haftbefehl gegen eine verdächtige Frau erlassen. Beate Z. gehört nach Einschätzung der Ermittler zu dem rechtsextremen Trio aus Jena (Thüringen), das hinter den zehn Morden stehen soll. Es bestehe ein dringender Verdacht «der Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung», teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Darüber hinaus gebe es weiterhin einen Anfangsverdacht, dass Z. selbst unmittelbar an der Mordserie beteiligt war. 1998 soll sie mit ihren Komplizen Uwe B. und Uwe M. die rechtsextreme Gruppierung «Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)» gegründet haben; Verfassungsschutz nach Neonazi-Terror in der Kritik. Der Bundesverfassungsschutz weist Spekulationen zurück, er habe Kontakte zu dem Neonazi-Trio aus Thüringen unterhalten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) habe in der Vergangenheit keine Kontakte zu Beate Zschäpe und ihren mutmaßlichen Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos unterhalten, sagte ein Sprecher am Montag auf dpa-Anfrage in Köln. Die Bundesanwaltschaft wirft den drei Rechtsextremen eine deutschlandweite Mordserie an neun Ausländern und einer Polizistin zwischen 2000 und 2007 vor. Das BfV erklärte, die Behörde habe keine Kenntnis über den Verbleib der drei Personen nach 1998. In den 90er Jahren war das Trio wegen Verbindungen zum rechtsextremen «Thüringen Heimatschutz» aufgefallen. Politiker aller Parteien fragen nun, warum die Rechtsextremen, die unter Beobachtung standen und 1998 in Jena sogar als Bombenbauer aufgefallen waren, danach aus dem Blickfeld verschwinden konnten. «Das BfV in Verbund mit den übrigen Verfassungsschutzbehörden unternimmt intensive Schritte zur Unterstützung der zuständigen Ermittlungsbehörden», sagte der Behördensprecher in Köln. Darüber hinaus werde geprüft, «welche weiteren Konsequenzen hinsichtlich der Bearbeitung der Neonazi-Szene und gegebenenfalls auch im Hinblick auf organisatorische Veränderungen zu ziehen sind», Verfassungsschutz und Polizei müssen sich an diesem Dienstag im Kontrollgremium des Bundestages für die Geheimdienste wohl auch kritische Fragen gefallen lassen. Dabei wird auch erörtert, ob die Sicherheitsbehörden den Gefahrenbereich Rechtsextremismus in den letzten Jahren – zugunsten der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus – vernachlässigt haben; Mordende Rechtsterroristen – Friedrich fordert Aufklärung vom Thüringer Verfassungsschutz. Jahrelang haben sie geraubt, gemordet, gebombt. Und all die Jahre kam ihnen niemand auf die Spur. Die Taten des Neonazi-Trios aus Thüringen werfen viele Fragen auf – vor allem an den Verfassungsschutz. (…) Die SPD warf der Bundesregierung Versäumnisse und dem Verfassungsschutz Versagen beim Kampf gegen Rechtsextreme vor. Dass das Jenaer Neonazi-Trio 13 Jahre lang unbemerkt bleiben konnte, sei in keiner Weise nachvollziehbar, sagte der parlamentarische Geschäftsführer Thomas Oppermann, der auch Vorsitzender des PKG ist, im ZDF. Dieser Sachverhalt müsse schnell aufgeklärt werden. Der Hamburger Innensenator Michael Neumann (SPD) hielt der Bundesregierung Zögerlichkeit im Kampf gegen Rechts vor. «Die Zwickauer Gruppe ist die größte Terrorzelle seit der Rote-Armee-Fraktion» (RAF), sagte er der «Welt». SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sprach in der «Mitteldeutschen Zeitung» vom spektakulärsten Verbrechenskomplex seit Jahrzehnten in Deutschland; Was wusste der Verfassungsschutz? Der thüringische Verfassungsschutz muss sich angesichts neuer Informationen über die Zwickauer Terrorzelle bohrenden Fragen über seine Kontakte zu der Gruppe stellen. Nach Informationen der “Bild”-Zeitung hat die inhaftierte Beate Z. nach ihrem Untertauchen 1998 immer wieder Kontakt zu V-Leuten des Verfassungsschutzes gehabt. Im Magazin “Focus” wurde gemeldet, dass möglicherweise ein Hintermann aus dem Dienst das Trio immer wieder vor einem bevorstehenden Zugriff der Polizei gewarnt habe. Dies werde in Ermittlerkreisen gemutmaßt; Unerkannte Neonazi-Bande – Verfassungsschützer sollen reden. Hinter der Mordserie an neun Ausländern und einer Polizistin stecken laut Bundesanwaltschaft rechtsextreme Terroristen. Die Politik ist alarmiert. Offenbar hatten deutsche Nachrichtendienste keine Ahnung, was das Jenaer Neonazi-Trio über Jahre trieb. Vor allem der thüringische Verfassungsschutz ist in Erklärungsnot. (…) Die Rolle des Verfassungsschutzes in dem Fall ist noch unklar. Etliche Politiker fragten, warum die Rechtsextremen, die unter Beobachtung standen und schon 1998 in Jena als Bombenbauer auffielen, danach aus dem Blickfeld verschwanden und so lange unbehelligt Morde, Banküberfälle und andere Straftaten verüben konnten. Das sei “sehr ungewöhnlich”, sagte Friedrich. In Sicherheitskreisen wird spekuliert, die drei mutmaßlichen Täter könnten vom Verfassungsschutz eine neue Identität erhalten und dann als Verbindungsleute in der rechten Szene geführt worden sein.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu