Dolchstoßlegende und Märtyrermythen – Der Selbstopferkult der »Querdenker«

Anhänger der »Querdenken«-Bewegung radikalisieren sich, indem sie sich in allen erdenklichen Lagen zum Opfer erklären. Auch der Tod eines »Querdenken«-Demonstranten wird auf diese Weise instrumentalisiert. Jede Bewegung braucht eine große und attraktive, aber simple Erzählung, der man sich anschließen kann. Das kann ein ideologischer Kern sein, eine emotionale Weltsicht oder eine historische Verkürzung. Die Funktion dieser Idee muss man sich auch als eine Art Filter oder Brille vorstellen, mit der alles Geschehen betrachtet und bewertet wird. Die Bewegung, zu der »Querdenken« geronnen ist, hat die Essenz ihrer Erzählung inzwischen gefunden: Wir sind die Opfer! Es geht dabei nicht mehr nur um die klassische Opferpose, die viele radikale Bewegungen als Instrument verwenden. Sondern um einen umfassenden Kult des Opferseins. Mit allen dazugehörenden Kultelementen wie Märtyrern (»Er hat sich für uns geopfert!«), Dolchstoßlegenden (»Wir wurden von denen verraten, die uns beschützen sollten!«), Endzeit-Verschwörungen (»Die Pandemie ist nur der Anfang!«) und Erlösungsfantasien hinsichtlich des Opferdaseins (»Bald stürzen wir das Merkel-Regime und werden endlich frei und glücklich sein!«).
»Querdenken« ist zum Selbstopferkult geworden. Der ständige Tanz um das eigene Opferdasein ist das wichtigste Ritual dieses Kults. Deshalb dürfen dem Kult auch niemals die Möglichkeiten zur Selbstviktimisierung ausgehen, die Teilnehmenden müssen stets die Möglichkeit haben, das starke, verbindende, antreibende Opfergefühl zu entwickeln. Das funktioniert hauptsächlich über drei verschiedene Mechanismen: Die ständige Suche nach übernehmbaren Opfersituationen: Dieser Ansatz dient der Selbstvergewisserung des Opferdaseins und umfasst die absurde Konstruktion von vermeintlichen historischen Parallelen oder die merkwürdigen Aktionen von »Querdenken« zur Flutkatastrophe. Die absichtliche Herstellung, Provokation und Dokumentation von Situationen, in denen der Kult tatsächlich Opfer ist oder sich so inszenieren kann: Dieser Mechanismus lässt sich auf den Demonstrationen gut beobachten, wo unter dem Deckmantel der Berichterstattung massenaktivierende Bilder hergestellt werden sollen. »Querdenken« als Opfer der Medien, der Politik, der Polizei. Die Umdeutung sämtlichen Geschehens als Angriff auf den Kult, seine Ziele und Werte

via spiegel: Dolchstoßlegende und Märtyrermythen – Der Selbstopferkult der »Querdenker«

#Propaganda aus der #Schweiz – WIE IGNAZ #BEARTH ZUM ANHEIZER FÜR DEUTSCHE #QUERDENKER WURDE

„Teilen, teilen, teilen“ schreit Ignaz Bearth regelmäßig in die Kamera während seiner Livestreams, ein hyperaktiver Zusammenschnitt aus fragwürdigen Quellen, Fake News und Propaganda. In einem improvisierten Studio blendet Bearth Videos, Beiträge oder Interviews ein, während er meist mit Sonnenbrille und ausgestattete von „Peripetie“, einem neurechten Modelabel, im Vordergrund sitzt. Nach Stationen in rechtsextremen Parteien und Skandalen ist der Schweizer mittlerweile angekommen: Mit seinem Telegramkanal ist er zum gefragten Gesprächspartner und Multiplikator für die rechtsoffene deutsche Verschwörungsszene geworden. Bearth hat eine Parteikarriere hinter sich, die ihn durch das Spektrum der Schweizer Rechtsaußen-Parteien geführt hat. Zwischen 2008 und 2012 war er Mitglied der Schweizer Volkspartei (SVP): Rechtspopulist:innen, die in der Schweizer Bundesversammlung seit Jahren die größte Fraktion bilden. 2012 gründete er die Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS) und wurde zu ihrem ersten Präsidenten. Besonders erfolgreich war die Kleinstpartei allerdings nicht. Bei den Nationalratswahlen 2015 erhielt sie lediglich 0,04 Prozent der Stimmen. Die DPS fusionierte 2017 mit der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS), gegründet wurde sie im Jahr 2000, 2001 wurde die Gruppierung vom Schweizer Bundesamt für Polizei als rechtsextrem eingestuft. Die PNOS war vor allem zu ihrer Gründungszeit eine Neonazi-Partei, die sich stark auf die Frontenbewegung und deren Partei Nationale Front beruft, das Schweizer Pendant zum Nationalsozialismus. Die PNOS benutzt weiterhin Symbolik und Slogans der Schweizer Nazis. Das Parteiprogramm wurde unter anderem von Bernhard Schaub geschrieben, Holocaustleugner und Gründer der mittlerweile angeblich aufgelösten „Europäischen Aktion“. Die Gruppierung sollte europäische Rechtsextreme vernetzen. Seit Schaubs Austritt aus der PNOS versucht die Partei sich als gemäßigter darzustellen, das scheint aber eher Fassade zu sein, das zeigt sich an der Debatte um die Umbenennung 2020, zur Diskussion gestellt wurden unter anderem die Namen „Völkisches Erwachen“, „Sozailnationale Aktion“ oder ganz direkt „Partei Nationaler Sozialisten“. Internationale Vernetzung bleibt dabei Teil der Strategie, dokumentiert ist in diesem Artikel des Tagesanzeigers zum Beispiel ein Besuch des deutschen rechtsextremen Aktivisten und Holocaustleugners Nikolai Nerling, der als „Volkslehrer“ Videos veröffentlicht und einen Telegramkanal betreibt. (…) Mehrere Punkte die sich in seiner Biographie angedeutet haben, sind heute noch viel sichtbarer geworden: internationale Vernetzung, der Hang zur Selbstdarstellung in den sozialen Medien und eine merkwürdige Obsession mit deutscher Politik. Aktiv ist Bearth aktuell vor allem auf den alternativen Plattformen, aber auch auf YouTube betreibt er weiterhin einen Kanal mit über 60.000 Abonnent:innen. Auf Telegram folgen ihm fast 35.000 Subscriber:innen. Dazu ist der Schweizer auf der russischen Facebook-Alternative VK und anderen kleineren Netzwerken zu finden. Sein Account auf Dlive, einem Streaming-Anbieter, wurde offenbar kürzlich gelöscht. Abrufbar sind in der Regel nur kurze Videos, die er auf anderen Kanälen geteilt hat. Mit der Wahrheit nimmt es Bearth dabei nicht so genau. Immer wieder teilt er aus dem Zusammenhang gerissene Videos. Kürzlich etwa eines auf dem französische Polizist:innen zu sehen sind, die sich angeblich mit Protesten gegen die Impfpflicht solidarisieren. Nur ein Klick reicht aus, um zu erkennen, dass es sich dabei um alte Aufnahmen handelt, die nichts mit den aktuellen Demonstrationen zu tun hat. Seine Fans interessiert das allerdings nicht. Bearths Hauptgeschäft sind Livestreams, die nach der Ausstrahlung praktisch nicht mehr auffindbar sind. Fast täglich gibt es zwei davon, die Themen sind dabei divers, meist geht es um deutsche Politik und die Corona-Pandemie. Dabei begleitet er vor allem auch Demos aus dem Querdenken-Umfeld und präsentiert in seiner Sendung unterschiedliche Livestreams von Teilnehmenden: Immer extrem aufgeregt und mit viel Effekthascherei. Auch hier gibt es keine Einordnung oder gar einen Faktencheck. Bearth teilt alles, was ihm unter die Finger kommt, egal ob echt oder Desinformation. Wichtig ist einzig und allein Stimmungsmache gegen Regierung, demokratische Politiker:innen und die Corona-Politik. Aktuell geht es passend zum vorherrschenden Diskurs in der „Querdenken“-Szene vor allem gegen angebliche Polizeibrutalität gegen Querdenker:innen. Im Livestream zur Demo vom 1. August 2021 beschimpfte er Polizist:innen als „feige kleine Ratten“ und „brutale Psychopathen“ und droht „Wir werden keine vergessen“. Damit hat offenbar nicht einmal die Führungsriege der Querdenker:innen Probleme, Michael Ballweg war bereits zu Gast bei dem Schweizer Rechtsextremen, genauso wie „Schwindelarzt“ Bodo Schiffmann, neben anderem Personal der Verschwörungsfreunde.

Offenbar wird Bearth, der, wenn es nicht gerade um die Pandemie geht, auch immer wieder gegen Geflüchtete hetzt, bald selbst zum Exilanten. Im Juli 2021 hatte er angekündigt, die Schweiz in Richtung Ungarn zu verlassen. Mit Ungarn verbindet Bearth nicht nur die Bewunderung für den autoritären Machthaber Viktor Orban, schon 2013 hatte er im Wahlkampf des osteuropäischen Landes für die rechtsextreme Partei Jobbik geworben und war danach von einem Vertreter nach Ungarn eingeladen worden

via belltower: Propaganda aus der Schweiz – WIE IGNAZ BEARTH ZUM ANHEIZER FÜR DEUTSCHE QUERDENKER WURDE

“Ich glaube leider, dass wir #Gewalt erleben werden”: #Antisemitismusbeauftragter Blume warnt vor #Terrorgefahr durch “#Querdenken”

Am Sonntag sind Tausende Menschen durch Berlin marschiert, um gegen die Pandemie-Politik der Regierenden in Bund und Ländern zu demonstrieren – obwohl mehrere Demonstrationen verboten worden waren. Die Teilnehmerzahlen lagen deutlich unter denen ähnlicher Demos vor einem Jahr. Doch unter denjenigen, die auf die Straße gingen, waren auch Gewaltbereite: Einige Teilnehmer durchbrachen Polizeiketten, griffen Polizisten an. Der Landesgeschäftsführer der Journalisten-Gewerkschaft dju, Jörg Reichel, wurde von seinem Fahrrad gezerrt, geschlagen und getreten. Was sagen die Demonstrationen über den Zustand von Bündnissen wie “Querdenken” aus? Wie geht es weiter mit der Bewegung rund um die Corona-Demos? watson hat darüber mit Michael Blume gesprochen, Beauftragter gegen Antisemitismus des Landes Baden-Württemberg, der seit Beginn der Pandemie vor dem Gewaltpotenzial durch Verschwörungsgläubige warnt. Herr Blume, Sie haben im vergangenen November gegenüber watson erklärt, die “Querdenken”-Bewegung sei im “Stadium des Verfalls”. Sie haben damals andererseits vermutet, dass Teile weiter “eskalieren” und zu einer “Gefahr für die Sicherheit” werden würden. Am Sonntag sind in Berlin 5000 Menschen mit den “Querdenkern” auf die Straße gegangen – also deutlich weniger als vor einem Jahr. Zum anderen haben wir massive Gewalt gegenüber Polizisten erlebt, ein Gewerkschaftler wurde brutal attackiert. Fühlen Sie sich bestätigt in Ihrer Prognose?
Ja, leider. Die Zahlen schrumpfen – aber die Leute, die dabeibleiben, werden immer radikaler. Ich sehe mit Sorge, dass Leute wie der Finanzwissenschaftler Stefan Homburg in Berlin waren. Homburg verbreitet inzwischen antisemitische Verschwörungsmythen, spricht von einer “Weltverschwörung”, hinter der Finanzinvestor und Philanthrop George Soros und die Grünen steckten. Wie geht es jetzt weiter mit der Bewegung hinter den Corona-Demos? Ich glaube leider, dass in den nächsten Jahren die Radikalisierung weitergeht. Dass wir Gewalt und möglicherweise auch Terror erleben werden.

via welt: “Ich glaube leider, dass wir Gewalt erleben werden”: Antisemitismusbeauftragter Blume warnt vor Terrorgefahr durch “Querdenken”

#Rechtsterrorismus – #Richter korrigieren #Staatsanwälte – #GruppeS #terror

In einem rechtlichen Hinweis kommen die fünf Richter im Verfahren um die mutmaßliche Rechtsterrorgruppe S. zu anderen Ergebnissen als der Generalbundesanwalt: Vier der zwölf Angeklagten könnten nur Unterstützer der Gruppe sein, der Spitzel der Polizei hingegen einer der Mitbegründer. Im Prozess um die mutmaßliche Rechtsterrorgruppe S. vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht sind die Richter des 5. Senats überraschend zu einer von der Anklageschrift des Generalbundesanwalts abweichenden Einschätzung gekommen. Für sie sind drei der bislang elf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung beschuldigten Angeklagten nur der Unterstützung der möglichen Terrorgruppe verdächtig. Dieser bislang nur für Thorsten W. geltende Vorwurf umfasst jetzt auch Stefan K., Markus K. und Marcel W.. Den aus Kirchheim unter Teck stammenden Michael B. verdächtigen die Richter hingegen, Beihilfe zur Rädelsführerschaft in einer Terrorgruppe geleistet zu haben. Die Anklage sieht in dem 49-jährigen bislang lediglich ein Mitglied der Gruppe. Dem umstrittenen Informanten des baden-württembergischen Landeskriminalamtes, Paul-Ludwig U., werfen die Richter außer seiner Mitgliedschaft in der nach dem Hauptangeklagten Werner S. benannten Organisation jetzt auch vor, diese mitbegründet zu haben.
Kinderpornografisches Material gefunden. U. befindet sich im Gegensatz zu seinen Mitangeklagten auf freiem Fuß. Die Verteidiger Jörg Becker und Heiko Hofstätter regten an, auch den Spitzel in Haft zu nehmen. Ihrem Vorschlag schlossen sich mit Ausnahme von U.s Anwälten alle anderen Verteidiger an. U.s Rolle in der Gruppe ist bislang unklar: Obwohl er im Verfahren als Beschuldigter gilt, erhielt er offenbar Informationen über die Strategie der Ermittler. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung im Februar 2020 wurde kinderpornografisches Material gefunden, das Verfahren dazu inzwischen eingestellt. Aus den Vernehmungen U.s geht hervor, dass er wöchentlich 100 Euro vom LKA für seinen Lebensunterhalt erhielt. Nicht geklärt ist bislang, seit wann ihm das Geld ausgezahlt wurde und ob er es immer noch bekommt. Einem Vermerk seiner früheren Bewährungshelferin zufolge berichtete er ihr bereits im Mai 2019, dass er eine rechte Terrorgruppe unterwandert habe, von geplanten Anschlägen auf Moscheen und dass er für die Ermittlungsbehörden arbeite. Zu diesem Zeitpunkt kannten sich allerdings viele der Beschuldigten noch gar nicht. Gegenüber den Ermittlern sprach er von „einer Rolle“, die er spiele. Die Verteidiger sehen in U. einen Provokateur, der maßgeblich das Handeln der Gruppe beeinflusste.

via StN: Rechtsterrorismus – Richter korrigieren Staatsanwälte

Sie traten in Collarhemden und mit Scheitelkäppchen auf – Wer waren die betenden Teilnehmer bei der “#Querdenken”-Demonstration? – #sekte #cek

Ihr Auftreten sorgte im Internet für Irritationen: Männer und Frauen, die bei der verbotenen “Querdenken”-Demonstration am Sonntag in Berlin in priester- und ordensähnlicher Kleidung auftraten und beteten. Jetzt scheint klar zu sein, um wen es sich bei der Gruppe handelte. Bei der Gruppe, die bekleidet mit Collarhemden, weißen Umhängen mit roten Kreuzen und kardinalsähnlichen Scheitelkäppchen an der verbotenen „Querdenken“-Demonstration am Sonntag in Berlin teilgenommen hat, handelt es sich nach Recherchen von katholisch.de um Mitglieder der “Christlich Essenischen Kirche” (CEK). Das legen Informationen auf der Internetseite der Vereinigung nahe. Dort war für Sonntag die Teilnahme an einer “bundesweiten Demonstration” in Berlin angekündigt worden. Auch die priester- und ordensähnliche Bekleidung der Männer und Frauen, die vor allem bei Twitter für Aufsehen gesorgt hatte, spricht für Mitglieder der CEK. Das bestätigte auf Anfrage von katholisch.de am Montagnachmittag auch der Referent für Religions-, Weltanschauungs- und Sektenfragen des Bistums Trier, Matthias Neff: “Meines Erachtens handelt es sich hier tatsächlich um Angehörige der ‘Christlich Essenischen Kirche’ sowie um Angehörige von zwei Gruppen, die eng mit der CEK verbunden sind – dem sogenannten ‘Marienorden’ und dem sogenannten Templeroden ‘Ordo Templi Christi Esseniorum’.” Die CEK selbst reagierte bislang nicht auf Fragen von katholisch.de.
Kirche sieht CEK als “esoterische Vereinigung”. Die CEK sei aus Sicht der katholischen Kirche eine “esoterische Vereinigung”, die keiner christlichen Kirche oder Konfession gleichzusetzen oder zuzuordnen sei, so Neff weiter. Obwohl die Vereinigung Amtsbezeichnungen, Amtskleidung und liturgische Gewänder verwende, die an die katholische Kirche angelehnt seien, gebe es seitens der Kirche keine Anerkennung und keine Zusammenarbeit mit der Gruppe. Auf der Internetseite des Bistums Trier ist darüber hinaus zu lesen, dass es sich bei der CEK wohl im Wesentlichen um Anhänger und Mitarbeiter eines Mannes handele, der zuvor als Anbieter esoterischer Lebenshilfe in Erscheinung getreten sei und sich dabei “auf sehr spekulative Erkenntnisse” berufen habe.

via katholisch.de: Sie traten in Collarhemden und mit Scheitelkäppchen auf – Wer waren die betenden Teilnehmer bei der “Querdenken”-Demonstration?

Verbotene Veranstaltungen – Kriminalbeamte kritisieren Mitnahme von Kindern zu »#Querdenker«-Demos – #kindswohlgefährdung

Wer seine Kinder auf verbotenen Demonstrationen mitlaufen lässt, handelt »im Höchstmaß verantwortungslos«. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter zeigt sich entsetzt über Eltern, die ihre Kinder in Gefahr bringen. Am Sonntag demonstrierten mehrere Tausend Menschen in Berlin gegen die Coronamaßnahmen. Auf mehreren Videos von der Veranstaltung war zu sehen, wie Kinder bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei zwischen die Fronten gerieten. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat Eltern kritisiert, die ihre Kinder zu »Querdenker«-Protesten wie am Wochenende mitnehmen. »Verbotene Demonstrationen sind weder Kinderspielplatz noch sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Jugendliche«, sagte der BDK-Vorsitzende Sebastian Fiedler den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eltern, die ihre Kinder zu solchen Veranstaltungen mitnehmen, handeln demnach »im Höchstmaß verantwortungslos«. »Sie nehmen nicht nur Ansteckungen in Kauf. Sie riskieren auch, dass ihr Nachwuchs bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zu Schaden kommt«, kritisierte Fiedler (…) Ein solches Verhalten könne auch strafrechtliche Konsequenzen haben, warnte der BDK-Vorsitzende. »Diese Eltern sollten sich bewusst machen, dass ihnen ein Strafverfahren, mindestens wegen fahrlässiger Körperverletzung, drohen kann, sollte ihren Kindern etwas passieren.«

via spiegel: Verbotene Veranstaltungen – Kriminalbeamte kritisieren Mitnahme von Kindern zu »Querdenker«-Demos

siehe auch: BDK kritisiert Mitnahme von Kindern zu Querdenker-Demos – Eltern handeln „im Höchstmaß verantwortungslos“. Trotz des Verbots demonstrierten am Wochenende tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen. Viele von ihnen brachten auch ihre Kinder mit. (…) Am Sonntag hatten mehrere tausend Menschen in Berlin trotz gerichtlichen Verbots gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen demonstriert. Dabei gab es auch Angriffe auf Einsatzkräfte und den Funktionär einer Journalistengewerkschaft. Auf mehreren Videos war den Zeitungen zufolge zu sehen, wie Kinder bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei zwischen die Fronten gerieten

screenshot twitter; archive is KlQNp

#Schauspieler auf #Querdenker-Demo – Die fragwürdigen Allianzen des #VolkerBruch – #allesdichtmachen #DieBasis #Compact

Schauspieler Volker Bruch beschwert sich darüber, in die rechte Ecke gedrängt zu werden. Gleichzeitig zeigt er sich mit Verschwörungsideologen. Eines muss man Volker Bruch lassen. Er duckt sich nicht weg. Und das, obwohl der „Babylon Berlin“-Schauspieler in den vergangenen Monaten viel Kritik für seine Position zur Pandemie-Politik einstecken musste. Da war zunächst seine Beteiligung an der Aktion #allesdichtmachen, bei der Schauspieler:innen die Corona-Maßnahmen verspotteten. Dann kam heraus, dass Bruch zum Unmut von Kolleg:innen am Filmset keine Maske trägt. Kurz darauf wurde bekannt, dass er einen Antrag auf Mitgliedschaft in der rechtsoffenen Partei Die Basis gestellt hatte. Die heftigen Reaktionen hätte er einfach aussitzen können – spätestens mit Beginn der vierten Staffel von „Babylon Berlin“ werden ohnehin alle wieder seiner Figur des Kommissars Gereon Rath zu Füßen liegen. Aber Volker Bruch hat eine Mission. Und so sitzt er am vergangenen Sonntagabend in einem schlecht ausgeleuchteten Studio des Arztes Paul Brandenburg. Die Sendung trägt den grotesken Titel „Cancel Culture, Framing und Videos“. Der Zeitpunkt der Ausstrahlung ist nicht zufällig gewählt. Am Wochenende zogen Corona-Skeptiker trotz Demoverboten durch Berlin. Laut offiziellen Angaben 5000 Personen, Bruch aber geht von „Zehntausenden“ aus. Auch er war einer der Teilnehmer. Demonstranten durchbrachen wiederholt Polizeiketten, es gab 600 Festnahmen und der Berliner Landesgeschäftsführer der Deutschen Journalisten- und Journalistinnenunion wurde von Querdenkern vom Fahrrad gezerrt, geschlagen und getreten. Volker Bruch und Paul Brandenburg beobachteten hingegen eine friedliche, „volksfestartige Stimmung“. Es habe zwar auch Gewalt gegeben, aber vor allem von Seiten der Polizei. Ihre größte Sorge ist die mediale Rahmung des Coronaprotests – das berechtigte Engagement würde in die rechte Ecke gestellt. (…) „Unser Ziel war, die Kritik an den Corona-Maßnahmen aus dieser als extremistisch gebrandmarkten Ecke zu holen“, sagte Bruch in einem Interview mit der „Welt“ über die Reaktionen auf #allesdichtmachen. „Aber zugleich versucht man, uns zu kriminalisieren und in eine undemokratische Ecke zu schieben.“ Vielleicht würde es dabei helfen, nicht mehr öffentlich für Akteure zu werben, die vom Sturz einer „faschistoiden Regierung“ fantasieren. Schließlich ist es nicht nur der Rahmen, der über das Bild bestimmt, das man abgibt.

via tagesspiegel: Schauspieler auf Querdenker-Demo – Die fragwürdigen Allianzen des Volker Bruch

siehe auch: “Babylon Berlin”-Star lief mit – Volker Bruch verteidigt “Querdenker”-Demo. Als im Frühjahr Filmschaffende unter #allesdichtmachen fragwürdige Videos zum Thema Corona veröffentlichen, sorgt das für heftige Kritik. Einige der Beteiligten distanzieren sich von der Aktion, nicht so Volker Bruch. Er ist am Wochenende sogar selbst bei der verbotenen Demo in Berlin unterwegs. (…) Volker Bruch hingegen steht bis heute zu der Aktion. Und nicht nur das. In der Folge macht er mit weiteren, dem Milieu der sogenannten “Querdenker” nicht fernen Aussagen von sich reden. Unter anderem wurde bekannt, dass er am Set der erfolgreichen Serie “Babylon Berlin”, in der er die Hauptrolle des Gereon Rath spielt, grundsätzlich auf das Tragen einer Maske verzichtet – angeblich mit ärztlichem Attest und sehr zum Unmut seiner Kollegen. Wenig später wurde zudem öffentlich, dass er sich für eine Mitgliedschaft bei der rechtsoffenen “Querdenker”-Partei Die Basis interessiert hatte. Nun ist er wohl noch einen Schritt weitergegangen, wie zunächst der “Tagesspiegel” berichtete. Am vergangenen Sonntagabend saß der 41-Jährige im Studio des Arztes Paul Brandenburg, aus dem die Sendung “Cancel Culture, Framing und Videos” via Youtube gesendet wurde. Am selben Wochenende zogen Tausende Corona-Skeptiker und Impfgegner trotz Demo-Verbots durch Berlin. Und auch Bruch selbst war offenbar einer von ihnen. “Tolle Stimmung” in Berlin? In dem Gespräch mit Brandenburg beklagte Bruch das Verbot der Demos durch das Oberverwaltungsgericht. Schließlich hatte der Christopher Street Day eine Woche zuvor auch stattfinden dürfen. In einer Demokratie müsse jeder die Gelegenheit haben, “zu sagen, was man denkt” Im Rahmen der Proteste kam es immer wieder zu Ausschreitungen, weil Demonstranten versuchten, Straßensperren zu durchbrechen. Die Polizei nahm mehr als 600 Teilnehmer fest. Bruch aber beobachtete offenbar etwas anderes und nannte es eine “tolle Stimmung”. Die Gewalt sei ausschließlich von der Polizei ausgegangen, bei den Demonstranten habe es sich unter anderem um “links geprägte Hippies” gehandelt

Volker Bruch, Hin und weg Kinotour (cropped).JPG
Von <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:9EkieraM1″ title=”User:9EkieraM1″>9EkieraM1</a> – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link