Polizei fasst Verdächtige von Hakenkreuz-Skandal in Burg Stargard

Im April hissten Unbekannte in Burg Stargard eine Hakenkreuz-Flagge vor dem Rathaus. Jetzt hat die Polizei mehrere Tatverdächtige ermittelt. Sie waren bereits zuvor auf dem Woblitzsee bei Wesenberg aufgefallen. Es war eine Nachricht, die bundesweit Schlagzeilen machte. „Unbekannte hissen Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz“, vermeldete neben dem Nordkurier beispielsweise auch der Online-Auftritt der Süddeutschen Zeitung. Dass Rechtsextreme am Osterwochenende, das in diesem Jahr auch den 20. April – Hitlers Geburtstag abdeckte – eine Deutschlandfahne stehlen und vor dem Rathaus ihr eigene Flagge hissen, brachte Burg Stargard in der gesamten Republik zweifelhaften Ruhm. Erst vier Monate später konnte die Polizei ihre Ermittlungen abschließen. „Wir mussten noch auf eine Zeugenaussage aus Brandenburg warten“, erklärte der Dienststellenleiter der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg, Hanno Lüders. Erst danach konnte die Polizei ihre Ermittlungen abschließen und den Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben. Dass es so lange gedauert hat, sei sicherlich nicht glücklich, aber der Landesgrenzen übergreifenden Zusammenarbeit geschuldet, musste der Kriminaldirektor zugestehen.
Tatverdächtige aus Strelitzer Raum und Burg Stargard Die Tatverdächtigen, so Lüders weiter, würden aus dem Personenkreis der Rechtsextremen stammen, die bereits vor dem Hissen der Flagge am Rathaus auffällig wurden. Am Ostersonnabend hatte die Polizei 16 Männer und drei Frauen im Hafen der Marina von Neustrelitz gestellt. Diese sind zuvor auf dem Woblitzsee bei Wesenberg auffällig geworden, da sie auf einem Floß schippernd die Hakenkreuzflagge gehisst und vorbeifahrenden Booten „Sieg Heil“ zugerufen hätten. Mehrere Zeugen hatten daraufhin die Polizei verständigt. Die beiden Fälle am Osterwochenende hatte unter anderem die Linkspartei in Schwerin dazu veranlasst, vor weiteren Aktivitäten aus der rechtsextremen Ecke zu warnen.

via nordkurier: Polizei fasst Verdächtige von Hakenkreuz-Skandal in Burg Stargard

AfDlerin Doris von #Sayn-#Wittgenstein – Einsatz für #Rechtsextreme – #schauhin #gedächtnisst#tte

Bei einer Konferenz offenbarte Schleswig-Holsteins AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein ihre Nähe zu einem rechtsextremen Verein. Ein Auftritt könnte Doris von Say-Wittgenstein jetzt doch die AfD-Mitgliedschaft kosten. Auf der vom rechtsextremen Magazin Compact organisierten Konferenz „Unsere Geschichte, unser Erbe, unser Stolz“ offenbarte die Landesvorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein ihre Nähe zum Verein „Gedächtnisstätte“. Der Verein wird vom Verfassungsschutz in Niedersachsen und Thüringen als rechtsextrem eingestuft und steht auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD. Seit im Jahr 2018 Kritik an Sayn-Wittgensteins Verhältnis zu dem Verein aufkam, hatte sie immer wieder behauptet, dessen Hintergründe seien ihr unbekannt. In einem Video von der Konferenz erzählte die AfD-Politikerin, die auch im Kieler Landtag sitzt, nun aber von der Entstehung des Vereins im thüringischen Guthmannshausen. Locker am Rednerpult stehend sagte sie auf Nachfrage des Compact-Chefredakteurs Jürgen Elsässer, dass ihre Familie „immer widerständig“ gewesen sei und sich „für die Interessen von Volk und Vaterland engagiert“ habe. Vor allem ihre Mutter erwähnt sie, die sich aus Enttäuschung darüber, dass der Bund der Vertriebenen (BdV) in Berlin kein Zentrum für Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten mehr anstrebe, „mit Menschen zusammengetan“ habe, „die dann auf private Initiative in Guthmannshausen diese Anlage gestaltet haben“. Das sei „auch der Hintergrund, warum ich mich für diese Form des Gedenkens eingesetzt habe“, sagte Sayn-Wittgenstein. Das Video dokumentiert ihre Radikalität. Sie beklagt etwa, dass der BdV seine Position aufgeweicht habe und aus „Recht auf Heimat“ „Recht auf Erinnern“ geworden sei. Dass bei den EU-Beitrittsverhandlungen der osteuropäischen Staaten die Oder-Neiße-Grenze nicht zur Debatte stand, nennt sie „mehr als enttäuschend“. Diese Aussagen spiegeln auch E-Mails von ihr wider, die der taz vorliegen. Ihre Kontakte reichen von Freunden der Waffen-SS, Holocaust-Leugnern, Verfechtern einer Reichsideologie bis zum internationalen Rechtsextremismus.

via taz: AfDlerin Doris von Sayn-Wittgenstein – Einsatz für Rechtsextreme

#Nazi-Kontakte des #AfD-Politikers Andreas #Kalbitz und sein enger Draht zu #HDJ und Horst #Mahler – #schauhin #antisemitismus #holocuatsleugner

Auf einem Lager der rechtsextremen HDJ war Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz schon. Jetzt tauchen E-Mails an ihn auf – vom HDJ-Chef und von Horst Mahler. Der Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz war noch tiefer in die rechtsextremistische Szene verstrickt, als bislang bekannt. Sechs Wochen nach dem Verbot der rechtsextremistischen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) im Jahr 2009 hat Kalbitz eine E-Mail vom damaligen HDJ-Bundesführer Sebastian Räbiger erhalten. Dem Tagesspiegel liegen die E-Mails vor, zuerst hatte der „Spiegel“ berichtet. Räbiger hatte die E-Mail am 12. Mai 2009 an sechs Empfänger verschickt, darunter waren weiter Führungskräfte der HDJ, eine Frau von der rechtsextremistischen Gemeinschaft Deutscher Frauen und ein NPD-Mitglied. Räbiger schrieb in der E-Mail: „moin, für die, die es interessiert. mittwoch 19-21 Uhr www.netzradio-germania.de noch ein paar Dinge zur hdj und zum drum herum. ich hoffe, es nichts wichtiges geschnitten wurde, gruß s”. In dem Radiobeitrag erklärte Räbiger laut „Spiegel“, dass alle Mitglieder „aus dem nationalen Lager“ nicht an Schulen geworben hätten. Kalbitz sagte dem Spiegel: „Mir ist eine entsprechende Mail von vor zehn Jahren nicht bekannt.“ Dem Tagesspiegel sagte Kalbitz in dieser Woche auf die Frage, ob er Kontakt zu hochrangigen Führungskräften der HDJ und der Neonazi-Szene gehabt habe, daran könne er sich nicht erinnern. Erst im Frühjahr 2018 war bekannt geworden, dass Kalbitz im Jahr 2007 bei einem Pfingstlager der HDJ dabei war. Auf Fotos von dem Lager ist Kalbitz mit Lederhose und militär-grünem T-Shirt in dem Lager zu sehen. (…) Die HDJ war eine verschworene Gemeinschaft, zahlreiche Führungskader waren in Brandenburg aktiv. Und das Pfingstlager galt als Höhepunkt des Jahres für die HDJ. 200 Teilnehmer, teilweise ganze Familien mit Kindern waren es damals in Eschede auf dem Hof eines NPD-Mannes. Die HDJ-Mitglieder verstanden sich als paramilitärische Elite, als „politische Soldaten“, die Drill und ideologische Schulung für die Jüngsten anboten: Rassenkunde, Hitler-Verehrung, Antisemitismus, Blut- und Boden-Ideologie und NS-Brauchtum. Das Bundesinnenministerium hatte die HDJ 2009 wegen ihrer „dem Nationalsozialismus wesensverwandten Ideologie“ und einer „aktiv-kämpferischen, aggressiven Grundhaltung“ gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung verboten – auch weil sie Jugendliche zu „fanatischen nationalistischen Freiheitskämpfern“ erziehen wollte. Aber Kalbitz bringt nicht nur die jetzt aufgetauchte HDJ-E-Mail in Bedrängnis. Außerdem erhielt Kalbitz am 10. August 2008 eine E-Mail von Horst Mahler. Diese liegt dem Tagesspiegel ebenfalls vor. Der Rechtsextremist hatte die NPD als Anwalt im Verbotsverfahren vertreten. In der E-Mail berichtete Mahler vom ersten Verhandlungstag am Landgericht Potsdam, dort wurde er ein halbes Jahr später wegen Volksverhetzung zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Mahler hatte den Holocaust geleugnet. Aufgrund des Urteils sitzt er weiter Haft. Die Mail nach dem Prozessauftakt ging an einen Verteiler von 276 E-Mail-Adressen – darunter die von Andreas Kalbitz.

via tagesspiegel: Nazi-Kontakte des AfD-Politikers Andreas Kalbitz und sein enger Draht zu HDJ und Horst Mahler

Knüll wird die Neonazis nicht los: Rechtsextremer zieht nach Wallenstein

Zwar ist die international bekannte Holocaust-Leugnerin Michèle Renouf keine Einwohnerin Schwarzenborns mehr, dafür wohnt in der Gemeinde Knüllwald nun ein bekannter Neonazi. Der Knüll wird den braunen Makel nicht los: Ein mehrfach verurteilter Rechtsextremist ist als Neubürger gemeldet. Der Neonazi Meinolf Schönborn ist nach Wallenstein gezogen. Im Knüll ist er kein Unbekannter. Vor zwei Jahren hatte Schönborn bei der Michèle Renouf in deren Haus Richberg auf dem Knüllköpfchen – dem einstigen Roeder-Anwesen – den Hausherrn gemimt und zu rechten Seminaren eingeladen. Von Wallenstein aus gibt Schönborn die Zeitung „Recht und Wahrheit“ heraus. Sie richtet sich laut Nordrhein-Westfälischem Verfassungsschutz vornehmlich an die Neonaziszene, aber auch an Reichsbürger. Anwohner berichten der HNA, dass dieses rechte Blättchen kürzlich in Briefkästen in Knüllwälder Ortsteilen aufgetaucht ist. Schönborn betreibt von Wallenstein aus auch einen Online-Handel. Die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis hat ein besonderes Augenmerk auf Schönborn gerichtet. Ferner befasst sich die BAO (Besondere Aufbauorganisation) Herkules derzeit intensiv mit rechtsaffinen Personen, zu denen auch Schönborn gerechnet wird. Auch auf kommunalpolitischer Ebene formiert sich Widerstand. Knüllwalds Bürgermeister Jürgen Roth arbeitet über das Projekt „Gewalt geht nicht“ eng mit dem Landkreis zusammen. Dabei gehe es zunächst darum, zu informieren und zu sensibilisieren. Schönborns Internetseite ist zu entnehmen, dass er erst kürzlich zu Sonnenwendfeier in den Knüll eingeladen hatte, auch lädt er zu monatlichen „Recht und Wahrheit-Leserkreisen“ ein.

via hna: Knüll wird die Neonazis nicht los: Rechtsextremer zieht nach Wallenstein

Denkmal für verfolgte Homosexuelle beschmiert

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten ist erneut beschädigt worden. Unbekannte sollen das Sichtfenster in der Nacht zu Montag mit Farbe beschmiert haben, wie die Polizei mitteilte. Durch das Schaufenster ist im Inneren des Denkmals ein Film zu sehen. Die Farbschmiererei sei in den frühen Morgenstunden vom Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes bemerkt worden, hieß es. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. Das Denkmal ist innerhalb weniger Wochen mehrfach beschädigt worden

via rbb24: Denkmal für verfolgte Homosexuelle beschmiert

siehe auch: Berlin memorial to gay victims of Nazis vandalized. Nazi Germany declared homosexuality an aberration that threatened the German race and sent thousands of gays to concentration camps. Berlin police say a central memorial to the gay victims of the Nazis has been vandalized. The concrete memorial in Berlin’s Tiergarten park, near the memorial to the Jewish victims of the Holocaust, features a window into which visitors can look and view a video of a same-sex couple kissing. Police said Monday that security guards reported that overnight the window had been painted over.

Video: California High-School Students Sang Nazi Song and Gave Hitler Salute

Athletes performed an homage to the Third Reich before an awards ceremony. Their school won’t say how they were disciplined. A group of high-school students in Southern California gave a Nazi salute and sang a Nazi song during an awards ceremony last year, according to video reivewed by The Daily Beast. The video shows about 10 members of the boys’ water polo team at Pacifica High School in Garden Grove, California, throwing the salute once used to greet Adolf Hitler while singing a Nazi marching song played for German troops during World War II. It’s the second such incident in the region in the year. The video was uploaded to Instagram by one of the athletes, who also posted lyrics to the song in his Instagram bio. After the video expired, the athlete removed the reference. He did not respond to requests for comment. A spokesperson for the Garden Grove Unified School district where Pacifica High School resides said the school administrators first became aware of the incident and video four months later in March, but did not say if they disciplined anyone. (…)
Rabbi Peter Levi, director of the Anti Defamation League’s Orange County chapter, criticized the school for apparently failing to address the incident with the community. “Generally speaking, especially when something like this involves a group, we would think a more meaningful approach would be to use this as a learning opportunity, as an opportunity community-wide to state what our values are,” continued the rabbi. “This requires investigation and conversation… We’d like to see a more systematic response.” The song the athletes were singing was written by German composer Herms Niel during the rise of Hitler, and was played to inspire Nazi troops serving in Germany’s armed forces forces from 1935 until 1945, when the Third Reich fell. Niel was a member of the Nazi party and conducted bands at the infamous Nuremberg rallies for Hitler’s disciples. Peter Simi, a professor on extremism studies at Chapman University who lives nearby in Orange County, told The Daily Beast the song is so obscure it raises questions about how the athletes learned about it. “It’s not something you’d expect somebody to accidentally know about. There’s some means by which they acquired knowledge about the song and associated Nazi issues,” he said. “Are they on websites or web forums or other social media platforms where they’re engaging with others informed on these issues?”

via daily beast: Video: California High-School Students Sang Nazi Song and Gave Hitler Salute

Rechte und Gegendemonstranten stoßen in Ingelheim aufeinander

Ein Aufmarsch von 34 Rechten ist am Samstag durch Ingelheim gezogen. Sie wurden von zahlreiche Gegendemonstranten empfangen. Wie viele Menschen gegen den Aufmarsch von circa 34 Rechten in Ingelheim am Samstagnachmittag Gesicht zeigten, ist schwer zu schätzen. Auch die Polizei konnte keine genauen Angaben machen. Denn die Gegendemonstranten, darunter auch Antifa-Gruppen, verteilten sich in der Innenstadt. Auf dem Sebastian-Münster-Platz hatten sich schon gegen 13 Uhr rund 600 Männer, Frauen und Kinder versammelt, um gegen die Partei „Die Rechte“, die „Kameradschaft Südwest“ und den „Nationalen Widerstand Zweibrücken“ laut und unmissverständlich Position zu beziehen. Alle auf dem Platz teilten die Meinung des Oberbürgermeisters, dass es immer wieder aufs Neue und jeden Tag geboten sei, „aufzustehen und Zivilcourage zu zeigen“, weil es keinen „Millimeter Raum für diese rechtsextremistische Saat geben darf“. Und Anselm Oehlschlägel rief in die Menge: „Rudolf Hess war ein Täter.“ Zur Erinnerung: Die Rechten nahmen den Todestag des Hitler-Stellvertreters zum Anlass, diesem Kriegsverbrecher ausgerechnet in Ingelheim zu gedenken.Ein Aufmarsch von 34 Rechten ist am Samstag durch Ingelheim gezogen. Sie wurden von zahlreiche Gegendemonstranten empfangen. (…) In der ganzen Innenstadt dokumentierten Plakate, dass Ingelheim für Toleranz, Offenheit, ein friedliches Miteinander, Vielfalt und vor allem Menschlichkeit steht. Auch das war beeindruckend an diesem Samstagnachmittag

via az: Rechte und Gegendemonstranten stoßen in Ingelheim aufeinander

# bitte beachtet auch die Tweets zu ingelheim und die demoberichte dort. sie geben die demo wieder.

siehe auch: „DIE RECHTE“ – Polizei zieht Bilanz zu Neonazi-Demonstration . Am Samstag haben 34 Mitglieder der rechtsextremen Partei „Die Rechte“ in Ingelheim demonstriert. Ihnen gegenüber standen rund 600 Gegendemonstranten. Die Polizei zog nun eine Bilanz zu den Veranstaltungen. Insgesamt verliefen die Demonstrationen demnach weitestgehend friedlich. 380 Polizisten sicherten die Veranstaltungen ab. Während der Versammlungen der Mitgleider von „ Die Rechte“ hatten Gegendemonstranten die Wegstrecke des Demonstrationszugs blockiert. (…) Insgesamt sechs Straftaten registrierten die Beamten. Ein 60-jähriger Teilnehmer des Aufzugs der Partei „Die Rechte“ fiel mit einem verbotenen Schriftzug als Tattoo auf. Es erfüllte den Tatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Ein weiteres Mitglied der Demonstration skandierte volksverhetzende und ausländerfeindliche Parolen. Gegen beide Personen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

screenshot fb. archive is INuqL

#AfD‐Anhänger wegen #Volksverhetzung vor #Gericht – ##schauhin #weidel

Der Besuch einer von der AfD‐Fraktionschefin im Bundestag, Alice Weidel, eingeladenen Gästegruppe in der brandenburgischen KZ‐Gedenkstätte Sachsenhausen hat ein juristisches Nachspiel. Vor dem Amtsgericht Oranienburg muss sich ein 69‐Jähriger aus Baden‐Württemberg wegen Volksverhetzung und Störung der Totenruhe verantworten, wie der in Berlin erscheinende »Tagesspiegel« am Montag berichtete. Der Mann soll die Existenz von Gaskammern in Zweifel gezogen und KZ‐Verbrechen relativiert haben. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin bestätigte den Antrag auf Erlass eines Strafbefehls beim Amtsgericht Oranienburg. VERHANDLUNG Das Gericht habe der Zahlung einer Geldstrafe zugestimmt, dagegen habe der Betroffene jedoch Widerspruch eingelegt, berichtete die Zeitung. Deshalb komme es jetzt zu einer Verhandlung vor Gericht. Der Mann soll bei einem Gruppenbesuch der KZ‐Gedenkstätte Sachsenhausen die Existenz von Gaskammern angezweifelt haben.
Gegen andere Teilnehmer der Besuchergruppe, die von AfD‐Fraktionschefin Weidel aus ihrem Wahlkreis am Bodensee zu einem Berlin‐Ausflug eingeladen worden war, wurden die Ermittlungen eingestellt. Ihnen habe keine konkrete Äußerung und keine Beteiligung nachgewiesen werden können, hieß es. Die Besuchergruppe aus dem Wahlkreis Weidels war im Juli vergangenen Jahres wegen massiver Störungen einer Führung aus der KZ‐Gedenkstätte Sachsenhausen verwiesen worden.

via jüdische allgemeine: AfD‐Anhänger wegen Volksverhetzung vor Gericht

Poland’s shift to the right continues as it honours Nazi collaborators

Polish officials joined war veterans on Sunday to pay tribute to a World War II-era underground force that collaborated with Nazi forces towards the end of the war in their battle against communists who were imposing control on the nation. A Mass in Warsaw opened ceremonies honouring the Holy Cross Mountains Brigade of the National Armed Forces on the 75th anniversary of its formation. The partisans were honoured for their sacrifices to the fatherland. Polish President Andrzej Duda’s official patronage and the presence of ruling party officials underlined the right-wing government’s rehabilitation of a partisan unit that the far-right and nationalist groups celebrate. It is seen as a part of a broader attempt by the ruling Law and Justice party to appeal to right-wing voters ahead of the nation’s parliamentary vote in October. (…) The official rehabilitation of the brigade began when Polish Prime Minister Mateusz Morawiecki honoured its members at a cemetery in Munich in February 2018. Morawiecki asserted at a news conference the same day that there were some “Jewish perpetrators” of the Holocaust.

via smh: Poland’s shift to the right continues as it honours Nazi collaborators

#AfD-Abgeordneter – Wie Herr #Lindemann zum “Helden des #Antifaschismus” wurde – #pinocchiopartei #faschisten

Seltsame Reisen: Ein Berliner AfD-Abgeordneter ließ sich auf der Krim für seinen Kampf gegen den Faschismus auszeichnen. Will sich ein AfD-Mann als Antifaschist feiern lassen, muss er verschlungene Wege gehen. Berlin, St. Petersburg, Simferopol. Gegen 2.30 Uhr in einer Nacht Ende Juli steigt der Berliner Abgeordnete Gunnar Lindemann aus einer Aeroflot-Maschine auf der Krim. Seit die Halbinsel im März 2014 völkerrechtswidrig annektiert wurde, ist sie nur noch von Russland aus zu erreichen. Jetzt warten noch knapp zwei Autostunden auf Lindemann. Erst am nächsten Mittag postet er auf Facebook: Endlich in Sewastopol angekommen, zum „5. Internationalen Kongress der Antifaschisten“. Was folgt sind sechs aufregende Tage für Lindemann. Am Ende wird er sich mit zwei Ehrenurkunden für seinen Kampf gegen den Faschismus brüsten. Er wird seinen Dank für die Organisation „dieses großangelegten und bedeutenden Ereignisses für die Weltgemeinschaft“ verschicken – auf Briefpapier des Berliner Abgeordnetenhauses. Wer verstehen will, wie das zusammenpasst, der muss tief eintauchen in eine Welt mit patriotischen Biker-Shows und russischen Expansionsfantasien. Eine Welt, die für Gunnar Lindemann ein zweites Zuhause geworden ist.

Die Vereinten Nationen haben die Annexion der Krim als völkerrechtswidrig verurteilt. Fast alle Staaten erkennen Luhansk und Donezk nicht an. Diplomatische Beziehungen zu den „Republiken“ unterhalten nur Russland, Nicaragua, Venezuela, Nauru und Syrien – und Politiker wie Gunnar Lindemann. (…) In den vergangenen eineinhalb Jahren reiste der Sprecher für den öffentlichen Personennahverkehr der Berliner AfD fünf Mal auf die Krim. Er flog zu „Wirtschaftsforen“ in Jalta, bei einem „Peace Keeping Forum“ habe er „einen Orden für meine friedensfördernden Maßnahmen bekommen“, sagt er. In Luhansk sei er drei- oder viermal gewesen, in Donezk „bestimmt sieben, acht oder neun Mal“. Die abtrünnigen Gebiete sind für den gebürtigen Wuppertaler zur zweiten Heimat geworden. In Luhansk ist er mit der Stellvertreterin des Außenministers per Du („Das ist die Anna“). In Donezk durfte er den Dienstwagen eines hochrangigen Regierungsmitgliedes nutzen. „Das sind halt schöne Sachen, an die man sich erinnert“, sagt Lindemann. Das Auswärtige Amt schickte ihm nach seinen Reisen eine E-Mail. Die „Staaten“, mit deren Vertretern Lindemann per Du ist, würden von der Weltgemeinschaft nicht anerkannt. Lindemann ficht das nicht an. (…)
Der eigentümliche Faschismus-Begriff wird auch bei einem Blick auf die Finanziers der Veranstaltung deutlich. Auf ihrer Internetseite bedanken sich die Organisatoren bei der „Kampfesbruderschaft“ (Boyevoye bratstvo) für die finanzielle Unterstützung. Eben diese Organisation bezahlte auch für die Unterkunft von Lindemann. Das bestätigten die Veranstalter auf Anfrage. Die Flugtickets, so betont es auch Lindemann, hätten die Gäste selbst bezahlt. Die Kampfesbruderschaft ist eine russische Organisation, die sich auch aus Fördergeldern des Kreml finanziert. Sie unterstützt Kriegsveteranen und betreibt auf der Krim „patriotische Trainingslager für Jugendliche“. Gründer ist ein hoher Funktionär der Putin-Partei „Einiges Russland“. Vize-Vorsitzender ist Dmitry Sablin, laut Medienberichten einer der reichsten Duma-Abgeordneten (Einiges Russland) und Immobilienunternehmer auf der Krim. Sablin taucht auch auf der Liste der Gäste und Geldgeber des Antifaschistischen Kongresses auf. 2015 gründete er die russische Anti-Maidan-Bewegung. Sie versteht sich als Bollwerk gegen oppositionelle Proteste – die wolle sie notfalls mit Gewalt stoppen. Sablins Partner: der Chef der Biker-Gruppe „Nachtwölfe“ Alexander „Der Chirurg“ Saldostanow. Der Putin-Vertraute führte Lindemann und andere Kongress-Teilnehmer durch eine Art patriotisches Fantasialand, das er bei Sewastopol errichtete. In einer Mischung aus pyrotechnischem Musical und Bike-Show erklärt er dem Publikum dort regelmäßig die historische Zugehörigkeit der Krim und der ostukrainischen Gebiete zum russischen Vaterland. Auch ein Belgier namens Kris Roman war beim Kongress der „Antifaschisten“, hat ihn sogar mitorganisiert. Auf Facebook findet man Fotos von Lindemann und Roman beim Picknick in den grünen Bergen Südossetiens, von Umarmungen und gehobenen Daumen. Bei Recherchen zu Romans Vergangenheit stößt man auf das Gegenteil eines Antifaschisten. Roman war Mitglied der rechtsradikalen Partei „Vlaams Blok“, organisierte Treffen mit dem einstigen Anführers des Ku-Klux-Klans David Duke, wurde wegen rassistischer Äußerung auf Bewährung verurteilt. Will man mit Kris Roman über seine wundersame Wandlung zum Antifaschisten sprechen, erreicht man ihn auf seiner Datsche etwa 90 Kilometer südlich von Moskau. „Ja, ich habe geglaubt, dass Hitler ein guter Typ war“, sagt er. Auf seinen Reisen durch Russland und die Separatistengebiete habe er verstanden, welche Gräueltaten im Namen des Faschismus begangen wurden. Lässt man sich darauf ein, dann kann man mit Roman ein verstörend besonnenes Gespräch über seine Sicht auf die Welt führen: Demnach befindet sich Westeuropa seit über 70 Jahren unter amerikanischer Besatzung, werden die Geschicke der Welt durch einen satanistischen Club der „globalen Finanzkaste“ gelenkt. Und Ihre heutige Meinung zum Holocaust, Herr Roman? „Darüber möchte ich nicht sprechen, ich kenne die Gesetze und möchte nicht ins Gefängnis.“

via morgenpost: AfD-Abgeordneter – Wie Herr Lindemann zum “Helden des Antifaschismus” wurde