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No human race is superior; no religious faith is inferior. All collective judgments are wrong. Only racists make them
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Davidstern auf Schaufenster – Antisemitische Schmiererei auf der Leipziger Eisenbahnstraße

Unbekannte haben auf mehrere Schaufenster eines Gebäudes in der Leipziger Eisenbahnstraße unter anderem das Wort “Jude” und einen Davidstern gesprüht. An einer Häuserzeile im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf haben Unbekannte ein offenbar antisemitisches Graffito hinterlassen. Die Schmiererei auf dem westlichen Teil der Eisenbahnstraße erstreckt sich über mehrere Schaufenster eines sanierungsbedürftigen Gebäudes hinweg und beinhaltet unter anderem die Worte „Jude“, „Rolex“, „Schindlers Liste“ und einen angedeuteten Davidstern. Bisher ist unklar, wann das Graffito entstanden ist. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Die Schmiererei erinnert an den antisemitischen Boykott und die Attacken auf jüdische Händler nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

via leipziger volkszeitung: Davidstern auf Schaufenster Antisemitische Schmiererei auf der Leipziger Eisenbahnstraße

German neo-Nazi, 88, is convicted again for Holocaust denial after claiming there were no gas chambers at Auschwitz

Ursula Haverbeck, 88, was sentenced to six months in jail for Holocaust denial. Although she has been convicted on several occasions of the offence, she has not served any jail time, as the cases are still under appeal. In Germany anyone who publicly denies Holocaust can face 5 years in jail. A German court on Monday sentenced an 88-year-old ‘Nazi grandma’ to six months in jail, the fifth in a string of similar convictions for the repeat Holocaust denier.
Ursula Haverbeck has often denied the mass murder of millions of Jews by the Nazis, which constitutes incitement of racial hatred under German law. And although she has been convicted on several occasions, she has not served any jail time, as the cases are all still under appeal. During a public event at the end of January, Haverbeck repeated her claims, saying it was ‘not true’ that there were gas chambers at the Auschwitz death camp. She also disputed the fact that 1.1 million people were killed at the concentration camp in Nazi-occupied Poland. (…) A court spokeswoman said that Haverbeck would only be imprisoned if an appeal fails and if she is deemed fit to serve time in prison.  Haverbeck was most recently convicted of Holocaust denial in September 2016, when she was sentenced to eight months in prison for Holocaust Denial. However, she has appealed the decision.

via daily mail: German neo-Nazi, 88, is convicted again for Holocaust denial after claiming there were no gas chambers at Auschwitz

siehe auch: German neo-Nazi convicted of Holocaust denial — again. Ursula Haverbeck, 88, a well-known historical revisionist, given six month jail term, says trial against her is incomprehensible. A well-known German neo-Nazi has been convicted again of Holocaust denial and sentenced to six months in prison. Ursula Haverbeck was sentenced at a Berlin district court Monday for saying at a January 2016 event in the German capital that the Holocaust did not take place and that there were no gas chambers at the infamous Auschwitz death camp; Haft für Holocaust-Leugnerin. Rechtsextremistin Ursula Haverbeck muss erneut ins Gefängnis – diesmal für sechs Monate. Die bereits wegen Holocaustleugnung vorbestrafte Rechtsextremistin Ursula Haverbeck ist am Montag am Amtsgericht Tiergarten zu sechs Monaten Haft wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Richterin Anke Phoner sah es als erwiesen an, dass die 88-Jährige während einer Buchpräsentation Ende Januar 2016 den Holocaust in Abrede gestellt hatte. Bei der vom rechtsextremen Verein »Hoffmann-von-Fallersleben-Kreis« organisierten öffentlichen Veranstaltung in dem Lokal »Marienstübchen« in Lichtenrade habe die aus Nordrhein-Westfalen stammende Haverbeck davon gesprochen, dass es den Holocaust nicht gegeben habe und »nichts echt« sei an den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz. Dort seien »keine Millionen und auch keine Hunderttausenden umgebracht« worden. »Die Leugnung des Holocausts ist für die Opfer unerträglich. Es geht dabei nicht um die Äußerung einer Meinung, sondern schlichtweg um die Negierung von historischen Tatsachen«, sagte Staatsanwalt Nicolas Behrend. Prozesse wie der gegen Haverbeck hätten zum Ziel, zu verhindern, dass sich bewusst geschichtsverfälschende Ansichten in Deutschland verbreiten. (…) Mit dem Prozess in Berlin musste sich Haverbeck insgesamt zum 32. Mal vor einem deutschen Gericht wegen Volksverhetzung verantworten. Erst im August war die notorische Holocaustleugnerin von einem Gericht im niedersächsischen Verden zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Haverbeck hatte in der in Verden erscheinenden rechtsextremen Zeitschrift »Stimme des Reiches« die Verbrechen des NS-Regimes in Abrede gestellt.

Nationalisten und Rechtsextreme marschieren durch Kiew

“Tod den Feinden”: Rechtsextreme Gruppen zeigen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Stärke. Anlass ist der Gründungstag der Ukrainischen Aufstandsarmee vor 75 Jahren – die zwischenzeitlich mit den Nazis kooperierte. Nationalisten und Rechtsradikale haben in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit einem Marsch an die Gründung der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) vor 75 Jahren erinnert. Tausende teils vermummte Menschen marschierten am Samstag mit Fackeln durch das Zentrum. Die Organisatoren des Marsches gehen von bis zu 20.000 Teilnehmern aus, die auch Feuerwerkskörper zündeten. Etwa 5000 Polizisten sicherten den Marsch. Die rechtsradikalen Parteien Swoboda (Freiheit), Prawy Sektor (Rechter Sektor) und Nazionalny Korpus (Nationalkorps) hatten zu landesweiten Märschen aufgerufen. (…) Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko lobte vor Militärs die Kämpfer der UPA als “beste Söhne und Töchter des ukrainischen Volkes, die zwei totalitären Regimen Widerstand leisteten”. Verbrechen und Gräueltaten erwähnte der Staatschef nicht. (…) Poroschenko selbst steht unter Druck. Seine Umfragewerte sind im Keller. Anhänger rechter Bewegungen sehen ihn als Verräter, weil er nicht härter gegen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine vorgehe. Andrej Bilezkij, einer der Anführer des Kiewer Marsches, hatte Poroschenko zuvor offen mit einem “Kampf um die Macht” gedroht und eine Amtsenthebung gefordert. Bilezkij sitzt als Abgeordneter im ukrainischen Parlament. Vor seiner politischen Karriere war der Rechtsextreme Kommandeur des berüchtigten Freiwilligenregiments “Asow”. Das Wappen der Truppe zierten Sonnenrad und Wolfsangel, beide Symbole sind auch bei deutschen Neonazis beliebt.

via spon: Nationalisten und Rechtsextreme marschieren durch Kiew

siehe auch: Tausende Rechtsextreme und Nationalisten gehen in Kiew auf die Straße. In Kiew sind Tausende Rechtsextreme und Nationalisten durch die Straßen gezogen. Sie erinnerten an die Gründung der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) vor 75 Jahren. 5000 Polizisten sicherten die Demonstration. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Tausende Rechtsextreme und Nationalisten auf die Straße gegangen. Sie gedachten dabei der Gründung der umstrittenen Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) vor 75 Jahren. Die UPA hatte für eine Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion gekämpft und im Zweiten Weltkrieg zeitweise mit Hitler-Deutschland kollaboriert, bevor sie gegen deutsche Truppen kämpfte. Sie ist verantwortlich für ethnische Säuberungen und den Tod zehntausender Polen. Die Organisatoren des Marsches gehen von bis zu 20 000 Teilnehmern aus, die auch Feuerwerkskörper zündeten. Vereinzelt wurde der Hitlergruß gezeigt. Etwa 5000 Polizisten sicherten den Marsch. Die rechtsradikalen Parteien Swoboda (Freiheit), Prawy Sektor (Rechter Sektor) und Nazionalny Korpus (Nationalkorps) hatten zu landesweiten Märschen aufgerufen.

Croatia Is Brazenly Attempting to Rewrite its Holocaust Crimes Out of History

An alarming and expanding wave of revisionism in Eastern Europe. The leadership of the small Jewish community in Croatia, along with representatives of the country’s Serb minority, has boycotted the last two government-sponsored Holocaust commemorations in 2016 and 2017. Demonstrating impressive moral courage and integrity, they refuse to condone a historical revisionism with echoes of Holocaust denial that aims to rehabilitate the Ustasha, a Croatian fascist movement led by the nationalist dictator Ante Pavelić that aggressively and ardently murdered hundreds of thousands of Serbs and tens of thousands of Jews during World War II. The present stand-off between the Croatian Jewish community and the Croatian government (celebrating Croatian independence yesterday) over the manner in which the Holocaust is commemorated—or not commemorated—and the effective rehabilitation and glorification of the Ustasha came to a head after a March 2016 Israel-Croatia soccer match, where Croatian spectators shouted the notorious Ustasha slogan “Za dom spremni,” or “Ready for the Homeland,” in the presence of the Croatian prime minister, who apparently sat by without reacting.
Prime Minister Tihomir Oreskovic subsequently issued a statement in which he said “the Croatian government, and I personally, condemn the crimes of the Ustasha regime.” However, “revitalization of the Ustasha regime is only exceptionally condemned,” Dr. Ognjen Kraus, president of the Coordinating Committee of the Jewish Communities of Croatia, said at that time. “It is an avalanche that reminds us of what was happening in the so-called independent state of Croatia.” It is true that Croatian President Kolinda Grabar-Kitarovic had similarly condemned the Ustasha’s role during the Holocaust during a 2015 visit to Israel. “I express my deepest regrets to all the victims of the Holocaust in Croatia, killed at the hands of the collaborationist Ustasha regime during World War II,” she said at Yad Vashem in Jerusalem. On a subsequent trip to Canada, however, President Grabar-Kitarovic sent a far different message when she posed with a group of Croatian émigrés holding a flag bearing the Ustasha symbol. She also raised eyebrows when she said in a radio interview that “I adore listening to” a popular Croatian singer-songwriter who regularly glorifies the Ustasha.

via tabletmag: Croatia Is Brazenly Attempting to Rewrite its Holocaust Crimes Out of History

Empörung über rechtsradikale Texte – Freunde des Bayerischen Armeemuseums schalten nach Kritik Homepage ab

Dem Ingolstädter Neuen Schloss droht ein Eklat: Ansgar Reiß, der Leiter des dort residierenden Bayerischen Armeemuseums, empört sich über Texte, die der Förderverein des Museums in großem Stil auf dessen Homepage verbreitet hat. Viele sind eindeutig revisionistischer Natur, das bedeutet, die Autoren bestreiten offensiv historische Tatsachen, die von der Wissenschaft anerkannt sind, und legen eigene Darstellungen vor; diese führen oft auf rechtsradikales Terrain. So hat ein Redner 2015 auf der Mitgliederversammlung der Freunde des Armeemuseums behauptet, Deutschland treffe nur eine “Teilschuld” am Zweiten Weltkrieg. Auch diesen Vortrag hat der Förderverein auf seiner Homepage verbreitet. “Der Freundeskreis ist damit dem Museum und dessen Bildungsauftrag in den Rücken gefallen!”, sagt Reiß. Der Vorstand um den Vorsitzenden Ernst Aichner “missbraucht den Verein wie eine Kamarilla für Ideologisierung”. Aichner betonte gegenüber dem DK, die revisionistischen Texte nie gelesen und sofort deren Löschung veranlasst zu haben, als er darüber informiert worden sei, “dass etwas schiefläuft”. Besagte Inhalte waren allerdings noch bis Freitagvormittag online, dann schaltete der Verein die Seite komplett ab.

via donaukurier: Empörung über rechtsradikale Texte

Polish institute rebuffs historian who said Nazi invasion not that bad for Jews

The Polish Institute of National Remembrance has distanced itself from one of its historians who wrote in an op-ed that the situation of the Jews “did not look very bad” after the Nazis entered Poland. The piece by Tomasz Panfil, the historian responsible for education at the Polish Institute of National Remembrance, or IPN, appeared Monday in the Gazeta Polska, a weekly newspaper. “After the aggression of Germany into Poland, the situation of the Jews did not look very bad,” Panfil wrote. “Although the [Nazi] occupation authorities took over, they ordered the wearing of armbands with the star of David, charged them heavy taxes, began to designate Jews-only zones only for the Jews, but at the same time permitted the creation of Judenrat, that is, organs of self-government. ”

via histrynewsnetork: Polish institute rebuffs historian who said Nazi invasion not that bad for Jews

Innenleben eines Hetzportals – #altermedia

Angeklagte im Altermedia-Prozess »hinterfragte« den Holocaust. Mitarbeiter sollten bereit sein, in den Knast zu gehen Unbedarft wollte sich Jutta V. zunächst geben – als erste Angeklagte im Prozess gegen die mutmaßlichen Betreiber der Neonaziplattform »Altermedia Deutschland« hat sie vergangene Woche vor dem Oberlandesgericht Stuttgart umfassend ausgesagt und den Betrieb des Onlineportals eingeräumt. Für sie sei »Altermedia« zunächst ein Portal für Meinungsfreiheit gewesen, sagte die 48jährige Callcentermitarbeiterin am Donnerstag zu Beginn ihrer Vernehmung durch das Gericht. »Ich hätte nicht gedacht, dass so viel geschrieben wird, was ins Verbotene geht«, fügte sie hinzu. Doch der Vorsitzende Richter hielt ihr stundenlang Ermittlungsergebnisse vor, die dazu im Widerspruch stehen. Etwa habe sie Tausende von Beiträgen selbst geprüft und veröffentlicht. Schließlich lenkte sie ein. Ihr war klar, dass es um illegale Äußerungen ging. Man habe sogar neue Mitarbeiter gewarnt, dass sie bereit sein müssten, für »Altermedia« in den Knast zu gehen.
Der Großvater, ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier, habe ihr Denken beeinflusst, sagte die Westfälin. Mitte der Nullerjahre sei sie mit Meinolf Schönborn eine Beziehung eingegangen, die wenige Jahre gehalten habe. Der langjährige Neonazikader hörte sich die Aussage seiner ehemaligen Lebenspartnerin an, bis er von den Verteidigern der Neonazis aufgefordert wurde, den Saal zu verlassen. Er käme als Zeuge in Betracht. Der radikalen Rechten habe Jutta V. sich zugewandt, als sie an Veranstaltungen des »Collegium Humanum« teilgenommen habe. Das 2008 verbotene »Collegium« galt als Zentrum für völkischen Nationalismus, Antisemitismus und Holocaustleugnung. »Man hat einfach Sachen hinterfragt«, meinte die Angeklagte am Donnerstag. »Altermedia« war seit 2002 online, damals aber noch in der Hand von Axel Möller. Als das Landgericht Rostock ihn im Oktober 2011 zu einer Haftstrafe verurteilte, hätte dies das Aus für »Altermedia« bedeuten können. Doch die Angeklagte übernahm das Portal gemeinsam mit Jörg Lange. Erst nach dem Tod Langes 2012 kam nach Schilderung der heute 48jährigen ihr Mitangeklagter Ralph-Thomas K. hinzu. Er gilt als Anhänger der »Freien Kräfte Schwarzwald-Baar-Heuberg« (FKSBH). Von da an beteiligte sich eine weitere Person, die aber nicht ermittelt werden konnte. Die Angeklagte sagt, sie wisse nicht, wer diese Person sei, die mit einer E-Mail-Adresse der FKSBH auftrat. Die Neonazigruppe stellte zeitgleich zum Verbot von »Altermedia« ihre Onlineaktivitäten ein. Auch Irmgard T. und Talmara Sch., die mit auf der Anklagebank sitzen, sowie Uwe P. hatten sich im weiteren Verlauf an der Verwaltung der im Internet verbreiteten Inhalte beteiligt. Das Verfahren gegen Uwe P. wurde abgetrennt. Nach Angaben seines Verteidiger ist er zu krank, um am Prozess teilzunehmen. Er soll sich zudem in Spanien aufhalten.

via jw: Innenleben eines Hetzportals

Offener Brief – Leiter von KZ-Gedenkstätten warnen vor AfD

Die Leiter mehrerer KZ-Gedenkstätten befürchten einen “schweren Schaden für die Erinnerungskultur”, wie es in einer gemeinsamen Presseerklärung heißt. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die parlamentarische Stimme bundesdeutscher Kulturpolitik in den Händen jener liegt, die eine “erinnerungspolitische Wende um 180 Grad” gefordert haben. Der Aufstieg der rechtsextremen AfD zur drittstärksten Kraft im Bundestag lässt erschreckende Folgen für die Erinnerungspolitik in Deutschland befürchten. Daran lassen Aussagen einzelner AfD-Vertreter vor der Wahl kaum Zweifel. So hatte etwa der thüringische Landeschef Björn Höcke das Berliner Holocaust-Mahnmal als “Denkmal der Schande” bezeichnet, oder der Spitzenkandidat Alexander Gauland, der forderte, dass man auf die deutschen Soldaten beider Weltkriege “stolz” sein solle. Für die KZ-Gedenkstätte Dachau, die sonst kaum politische Stellungnahmen abgibt, ist das Maß voll. Sie warnt vor einer möglichen Übernahme des Vorsitzes im Kulturausschuss durch einen AfD-Politiker. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte, steht nicht allein: Auch die anderen vom Bund institutionell geförderten Gedenkstätten, Bergen-Belsen, Buchenwald, Flossenbürg, Mittelbau-Dora, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen befürchten “schweren Schaden für die Erinnerungskultur”, wie es in einer gemeinsamen Presseerklärung heißt.
Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die parlamentarische Stimme bundesdeutscher Kulturpolitik in den Händen jener liegt, die eine “erinnerungspolitische Wende um 180 Grad” gefordert haben. Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten unterstützt deshalb eine überparteiliche Initiative von Kulturschaffenden in Deutschland. Sie hat sich mit einem “Offenen Brief – Für Freiheit und Vielfalt in Kunst und Kultur” an den Ältestenrat des Bundestages gewandt. Die Historikerin Hammermann und ihre Kollegen teilten, so die Presseerklärung, die Sorge, dass bei Übernahme des Vorsitzes im Ausschuss für Kultur und Medien durch einen Vertreter der AfD-Fraktion im In- und Ausland beträchtlicher Schaden drohe. Die Erklärung wurde von zehn Gedenkstättenleitern unterzeichnet, unter anderem von Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen, von Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Bayern. Auch Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Buchenwald-Dora, der das Dachauer Symposium für Zeitgeschichte mitgestaltet, warnt eindringlich: In einem langen Prozess der gesellschaftlichen Verständigung habe sich eine bundesdeutsche Erinnerungskultur entwickelt. “Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen ist ein unverzichtbarer Bestandteil des demokratischen Selbstverständnisses der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird von maßgeblichen Funktionsträgern der AfD infrage gestellt.” Gauland und andere wollen offenbar einen Schlussstrich ziehen: Man müsse den Deutschen “diese zwölf Jahre nicht mehr vorhalten”. Die KZ-Gedenkstätten fordern die Bundestagsfraktionen, die sich der Freiheit der Kultur und dem Gedenken an die Opfer des NS-Regimes verpflichtet wissen, dazu auf, eine Übernahme des Ausschussvorsitzes durch die AfD-Fraktion zu verhindern. Das verlangen neben Politikern aller zuletzt im Bundestag vertretenen Parteien Kulturschaffende wie die Schauspielerin Iris Berben, Shermin Langoff, Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin, Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, und Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins.

via sz: Offener Brief – Leiter von KZ-Gedenkstätten warnen vor AfD

 

Frauke Petry geißelt „Hexenjagd“ in der AfD

In der Partei werde „sehr gründlich entsorgt“, kritisiert die Ex-Vorsitzende Petry. Ihr künftiges Programm skizziert sie als pro-westlich und pro-israelisch. Außerdem könnten religiöse Muslime Deutschland durchaus „zu ihrer Heimat machen“. Die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat nach ihrem Austritt aus der Partei ihr künftiges politisches Programm skizziert und eine „differenzierte Diskussion über den Islam“ gefordert. (…) Die AfD-internen Vorgänge rund um ihren am Freitag vollzogenen Austritt bezeichnete Frauke Petry als „Hexenjagd“. Wer als ihr Anhänger gelte, werde derzeit in der Partei „wie ein Verräter behandelt und in den Sozialen Netzwerken regelrecht verfolgt“. Wegen der Angriffe auf ihre eigene Person sei es ihr auch nicht möglich gewesen, nach der Wahl noch in der AfD-Bundestagsfraktion mitzuarbeiten und sich erst später gegebenenfalls abzuwenden. „Man hätte, wenn ich dabeigeblieben wäre, nicht aufgehört mich zu demontieren.“ Die AfD gebe sich „anders als andere Parteien nicht damit zufrieden, Leute auf bestimmten Posten zu verhindern und dann anderswo zu parken“. Vielmehr werde „in der AfD sehr gründlich entsorgt“. Bezüglich ihrer politischen Pläne sagte Petry, dass sie nicht versuchen werde, massenhaft AfD-Mitglieder abzuwerben. Die Klientel für ihre Ideen sei „außerhalb der AfD deutlich größer“. Das Projekt werde im Übrigen nicht „Die Blauen“ heißen. (…) Eine klare Absage erteilte Petry den Äußerungen zahlreicher AfD-Politiker zum Umgang mit der deutschen Geschichte. Zwar sei sie „sehr dafür, Fragen an die Form deutscher Geschichtsbetrachtung zu stellen“, sagte Petry. „Aber wenn Alexander Gauland oder Björn Höcke permanent am Parteiprogramm vorbei geschichtspolitische Aussagen machen, die ich mittragen soll, obwohl ich sie überhaupt nicht teile, und die das Programm überdecken – dann kann ich da nicht mittun.“ Ihren Parteiaustritt begründete Petry auch damit, dass sie wegen solcher Positionen anderer AfD-Politiker „nicht länger sozial geächtet werden“ wolle.

via welt: Frauke Petry geißelt „Hexenjagd“ in der AfD

AfD-Fraktionschef sorgt mit Nazi-Vergleich für Empörung

AfD-Fraktionschef Georg Pazderski hat mit einem Nazi-Vergleich für Empörung im Berliner Abgeordnetenhaus gesorgt. AfD-Fraktionschef Georg Pazderski hat mit einem Nazi-Vergleich für Empörung im Berliner Abgeordnetenhaus gesorgt. In einer Debatte über die Zukunft des Flughafens Tegel warf er dem Senat am Donnerstag Gefälligkeitsgutachten und eine Angstkampagne im Wahlkampf zum Volksentscheid vor. Die Senatskampagne nannte er “die verzweifelte Mobilisierung des Volkssturms der Argumente”.
Abgeordnete anderer Fraktionen reagierten mit lautem Protest und Kopfschütteln. Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek sagte: “Sie, Herr Pazderski, haben gerade einen Vergleich zwischen dem Volksentscheid und dem Volkssturm gezogen. (…) Das zeigt, wessen Geisteskind Sie sind.” Parlamentspräsident Ralf Wieland kündigte eine Sitzung des Ältestenrats des Parlaments an, um den Vorfall und andere Äußerungen in der emotionsgeladenen Debatte auszuwerten.

via morgenpost: AfD-Fraktionschef sorgt mit Nazi-Vergleich für Empörung

2016-12-08 Georg Pazderski by Sandro Halank–2.jpg
Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, Link