Antiziganismus-Vorwürfe – Jugendverwaltung in Erklärungsnot

Beim Notdienst Kinderschutz wurden über Jahre regelwidrig Daten zu Sinti und Roma erfasst. Der Berliner Notdienst Kinderschutz hatte im Zuge der Datenerfassung bei Kinder- und Jugendschutzfällen über Jahre eine Unterkategorie »Sinti/Roma« etabliert. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie auf eine Schriftliche Anfrage des Berliner Grünen-Abgeordneten Sebastian Walter hervor. »Ich möchte hier nichts falsch skandalisieren«, sagt Walter zu »nd«. »Aber eine solche Datenerhebung ist eine sehr sensible Angelegenheit, nicht zuletzt aufgrund der deutschen Geschichte«, so der antidiskriminierungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus mit Blick auf die Verfolgung der Sinti und Roma während der NS-Zeit. Nicht ohne Grund dürfe seither die Zugehörigkeit zu nationalen Minderheiten, zu denen auch Sinti und Roma gehören, staatlicherseits nicht mehr erfasst werden.

via nd: Antiziganismus-Vorwürfe – Jugendverwaltung in Erklärungsnot

„Das lass ich mir von einem Zigeunerbengel nicht gefallen!“ – #antiziganismus

Verletzende Beleidigungen wie diese sind in deutschen Klassenzimmern noch immer üblich. Warum Antiziganismus in der Schule thematisiert werden muss. „‚Du dreckige Z! Deine Eltern arbeiten doch als Autoscheibenputzer auf der Straße!‘ – solche Beleidigungen habe ich in der Schule oft gehört“, sagt Estera, 18 Jahre, 12. Klasse. „Selbst Lehrer:innen benutzen das Z-Wort. Das macht mich unglaublich wütend!“ Die aufgeweckte Romni, die nach ihrem Abitur selber Lehrerin werden will, kam mit ihrer Familie vor rund zehn Jahren aus Rumänien nach Berlin, wie auch David, 22, Student der Sozialen Arbeit: „Mich hat ein Mitschüler mit dem Z*-Wort ein Jahr lang regelrecht gemobbt und als Dieb bezeichnet.“ Der Klassenlehrer sei nicht eingeschritten. „Im Lockdown“, erzählt er weiter, „bekam mein Bruder als einziger seiner Klasse kein Tablet für den Online-Unterricht.“ Die Begründung: „Ihr Roma* macht sowieso alles kaputt!“ Solche Berichte höre ich oft, wenn ich mit dem 2012 von mir gegründeten Verein RomaTrial Bildungsprojekte mit jungen Roma* in Berlin durchführe. Dass sie keine Einzelfälle sind, belegt die Anfang 2021 erschienene Bildungsstudie von RomnoKher e.V., für die über 600 Sinti* und Roma* in Deutschland interviewt wurden: 60 Prozent der Befragten berichten über Diskriminierungen an der Schule. Ein Viertel gibt sogar an, von Lehrkräften im Unterricht diskriminiert worden zu sein. Und 42 Prozent der Befragten verschweigen aus Angst vor Diskriminierung in der Schule oder bei der Arbeit ihre Identität. (…) Die RomnoKher-Studie zeigt auch, dass die alltägliche Diskriminierung an der Schule drastische Folgen hat. Zwar hat sich die Bildungssituation der Sinti* und Roma* im Laufe der Jahre deutlich gebessert: Während mehr als die Hälfte der über 50-Jährigen unter den Befragten die Schule ohne Abschluss verlassen hat, sind es bei den unter 30-Jährigen nur noch rund 15 Prozent – dieser Wert ist aber doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung. Besonders besorgniserregend ist, dass die Zahl der Sinti* und Roma* ohne abgeschlossene Berufsausbildung auf hohem Niveau stagniert: Sie liegt seit Jahren bei rund 50 Prozent. Zum Vergleich: Nur 10 Prozent der Gesamtbevölkerung ist ohne Ausbildung. (…) Eine weitere Studie des Georg-Eckert-Instituts hat deutsche Curricula und Schulbücher genauer unter die Lupe genommen. Demnach wird das rassistische „Z-Wort“ in 31 Schulbüchern zwar in Anführungszeichen gesetzt, aber nicht weiter kommentiert. In 23 weiteren Fällen werden weder Anführungszeichen noch Erklärungen verwendet. Zur Erinnerung: Das „Z“ wurde Sinti* und Roma* in den Konzentrationslagern der Nazis auf die Haut tätowiert! Außerdem wird „Antiziganismus in keinem der 197 untersuchten Lehrpläne aus 16 Bundesländern explizit als Unterrichtsthema benannt.“ Die Folge: Dass Sinti* und Roma* in Deutschland und Europa seit Jahrhunderten ausgegrenzt und verfolgt werden, fällt in deutschen Schulbüchern weitgehend unter den Tisch – und damit auch im Unterricht. Hinzu kommt, dass Lehrer:innen selber häufig nur wenig über die Geschichte und Kultur der Minderheit wissen, nicht zuletzt weil die Themen auch in ihrer Ausbildung kaum eine Rolle spielen. Zudem kommen Sinti* und Roma* – wenn sie überhaupt im Unterricht erwähnt werden – kaum als handelnde Subjekte vor, sondern werden meist auf eine passive Opferrolle im Kontext des NS-Völkermords reduziert. Selbst dabei werden Stereotype übernommen, etwa wenn Fotos verwendet werden, die von Täter:innen stammen und deren rassistischen Blick widerspiegeln. Dabei gäbe es jenseits rassistischer Klischees so viel zu erzählen: Wer weiß, dass es im „Z-Lager“ des KZ Auschwitz einen erfolgreichen Aufstand der Sinti* und Roma* gab? Warum liest man so wenig darüber, wie die Minderheit die Kulturen Europas mitgeprägt hat? Und wo erfährt man etwas über die vielen Sinti* und Roma* mit erfolgreichen Bildungskarrieren?

via berliner zeitung: „Das lass ich mir von einem Zigeunerbengel nicht gefallen!“

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By <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:Stefan-Xp” title=”User:Stefan-Xp”>Stefan-Xp</a> – <span class=”int-own-work” lang=”en”>Own work</span>, CC BY-SA 3.0, Link – symbolbild

#Hassmails an Vorsitzenden des #Zentralrats – #Berliner #Hotelier hetzt gegen #Sinti und #Roma – #kaltland #pack

Seit Monaten attackiert ein Hotelier Romani Rose, den Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, mit exzessiven Beleidigungen. Berlin erlebt einen zweiten Fall Attila Hildmann. Es beginnt in der Nacht zum 21. Oktober 2020. Um 3.43 Uhr geht beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma eine Mail ein mit dem Betreff „Enkeltrick“. Angesprochen wird der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose.„Hallo Oberzigeuner Rose, wie stehen sie denn dazu, dass der üble Enkeltrick nur von ihren Landsleuten begangen wird?“ Es folgt eine Aufzählung von Straftaten wie „Bandendiebstahl, Gruppenvergewaltigung, Raub“, für die der Absender „Zigeuner“ verantwortlich macht. „Ein Freund sagt mir: die Behandlung von Zigeunern zwischen 1933 – 1945 war genau das, was die Zigeuner verdient haben“, schreibt der Mann. Dann schiebt er nach, „ich bin natürlich vollkommen anderer Meinung“. Die Mail endet mit dem zynischen Satz, „Ihr Zigeuner seid eine wunderbare Bereicherung für mein Land. Danke.“ So geht das über Monate. Rose erhält knapp ein Dutzend Mails. Der Absender steigert sich immer mehr in Vernichtungsfantasien hinein. Vor knapp zwei Wochen schreibt er, „ab in die Gaskammer mit diesem Ungeziefer“. Und: „Es wird wieder eine Zeit kommen…“. (…) Wer ist so wahnsinnig, Romani Rose und Sinti und Roma kollektiv derart zu diffamieren und zu bedrohen? Ein Neonazi? Das würde kaum überraschen, die rechtsextreme Szene tickt wie einst die NS-Verbrecher. Aber der Fall der Hassmails ist noch verstörender.  Der Autor ist offenbar ein Berliner Hotelier. Ein Mittelständler, ein wohl erfolgreicher Geschäftsmann. Ein Mensch aus der bürgerlichen Mitte, bislang nur einmal zu einer Geldstrafe verurteilt wegen einer offenbar unpolitischen Beleidigung. Es scheint, dass sich der Fall Attila Hildmann wiederholt. Der einst prominente Veganerkoch ist zum Reichsbürger mutiert, der gegen Juden hetzt und Hitler lobt. Um einer Strafe zu entgehen, hat sich Hildmann Anfang des Jahres in die Türkei abgesetzt. Der Hotelier ist weiterhin in Berlin. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit November wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und Bedrohung. Der Anwalt von Romani Rose, der Berliner Mehmet Daimagüler, hat seit Oktober mehrere Strafanzeigen geschrieben. Darin betont Daimagüler, dass im Strafrecht seit 2014 „ausdrücklich Rassismus als strafverschärfendes Kriterium bei der Strafzumessung“ benannt wird (…) Der Hotelier selbst will sich öffentlich nicht äußern. Er spricht mit dem Tagesspiegel, gibt aber kein Zitat frei. In einer Hassmail an den Zentralrat steht, „und nebenbei Rose: deine Anzeige gegen mich interessiert mich einen Scheißdreck. Ich habe mehr Geld, als du jemals von uns Deutschen bekommen wirst.“

via tagesspiegel: Hassmails an Vorsitzenden des Zentralrats – Berliner Hotelier hetzt gegen Sinti und Roma

Rassismus-Vorwürfe: RTL-Moderatorin Katja Burkard entschuldigt sich bei Sinti und Roma

RTL-Moderatorin Katja Burkard verwendet in der Sendung „Punkt 12“ einen Begriff, der als abwertend gegenüber Roma und Sinti wahrgenommen wird. Das löst Proteste und Empörung aus, auf die die die 56-Jährige jetzt reagiert. Sie „verabscheue“ jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung, schreibt Burkard bei Instagram. RTL-Moderatorin Katja Burkard hat sich für das unbedachte Verwenden des Wortes „Zigeunerleben“ in einer Livesendung ihres Senders öffentlich entschuldigt. Ohne das umstrittene Wort erneut zu nennen, schrieb die 56-Jährige am Freitag zu einem Foto in ihrem Instagram-Kanal: „Ich habe ein Wort benutzt, mit dem ich Roma und Sinti beleidigt habe. Das darf natürlich nicht passieren und ich kann es mir auch nicht erklären. Ich will klarstellen, dass ich jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung verabscheue.“ Im selben Sinne wandte sich Burkard am Freitag auch ans RTL-Publikum. (…) Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, äußerte sich in einem offenen Brief an RTL-Chefredakteur Michael Wulf empört: „Wir werden das ignorante und beleidigende Verhalten der Medien gegenüber den Angehörigen unserer Minderheit nicht länger dulden.“ Burkard schrieb bei Instagram, sie wolle das Thema in ihrer Sendung aufgreifen und könne sich „nur entschuldigen“. RTL hat für den kommenden Montag den Gründer der Roma- und Sinti-Initiative „RomAnity“, Radoslav Ganev, in die Sendung eingeladen, um das Thema Alltagsrassismus aufzuarbeiten, wie eine RTL-Sprecherin auf Anfrage sagte.

via rnd: Rassismus-Vorwürfe: RTL-Moderatorin Katja Burkard entschuldigt sich bei Sinti und Roma

“Justice for #StanislavTomas” – Offener Brief an die EU – #menschenrechte #antiziganismus #polizeigewalt #JusticeForStanislavTomas

Als Reaktion auf den Tod des tschechischen Rom Stanislav Tomas nach einem umstrittenen Polizeieinsatz in Teplice ruft die transnationale Roma-Community die EU-Kommission dazu auf, die Grundrechte der Roma zu garantieren. Nach dem gewaltsamen Polizeieinsatz gegen einen Angehörigen der Roma-Minderheit in der tschechischen Stadt Teplice fordern immer mehr Stimmen die Aufklärung des Falls. Der Mann war während seiner Festnahme gestorben, nachdem ein Polizist sechs Minuten lang mit dem Knie auf sein Genick gedrückt hatte. Die Video-Aufnahmen des Vorfalls gingen um die Welt. Es sei “nur einer von vielen Fällen von Polizeigewalt gegen Roma in Europa” – und meistens käme es zu keinen weiteren Untersuchungen, heißt es in einem offenen Brief der Roma-Communities an die Chefin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen. Dies werde auch im Bericht der Europäischen Grundrechteagentur (FRA) aus dem Jahr 2017 belegt. Die Reaktionen der EU waren bisher verhalten. Ein Kommissions-Sprecher antwortete auf DW-Anfrage: “Wir wissen, dass dieser Vorfall Gegenstand einer nationalen Untersuchung ist, zu der sich die Kommission nicht äußern kann.” Es sei bekannt, dass die tschechische Ombudsstelle am 30. Juni ihre unabhängige Untersuchung zu diesem Fall bekannt gegeben habe. Die Kommission erwarte eine unabhängige und gründliche Untersuchung durch die zuständigen tschechischen Behörden, so der Sprecher. 
Das Schweigen der EU-Institutionen wird in dem Brief vor allem im Kontext des Lobes der tschechischen Behörden für die “gute Arbeit der Polizei” in Teplice kritisiert: “Der Mord an George Floyd in den USA führte zu weltweiten Bekundungen der Solidarität durch die Menschen und durch die Politik. Bei Stanislav Tomas blieb die EU bisher allerdings stumm.” Appell an EU und Medien Im Brief an die EU-Kommission wird eine unabhängige und vollständige Untersuchung der Umstände gefordert, die zum Tod von Stanislav Tomas geführt haben, sowie der garantierte Schutz von Augenzeugen. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass sich die tschechischen Behörden ihrer Verantwortung entzögen. Zudem wird eine klare Haltung der EU zu diesem Fall von Polizeigewalt verlangt. An die Medien wird appelliert, objektiv über den Fall zu berichten und nicht ohne jede Recherche die Informationen der tschechischen Behörden zu übernehmen. In einem Appell in den Sozialen Medien verurteilte Romeo Franz, der für die Grünen im Europaparlament sitzt und selbst deutscher Sinto ist, die Tat und forderte eine lückenlose Aufklärung.

via dw: “Justice for Stanislav Tomas” – Offener Brief an die EU

siehe auch: from letter to EU: Stanislav Tomáš, a 46-year-old Roma man, died on 19th June 2021 in Teplice, Czech Republic during a police intervention. A video shared via Romea.cz shows that the police officer kneeled on Stanislav Tomáš’s neck for almost 6 minutes. According to initial reports, Stanislav died in the ambulance called to the scene while the Czech government’s officials have already hurried up to defend and praise the police officers for the well-performed job.
This is yet another case of police brutality and disproportionate use of force against European Roma citizens. Last year three Roma men in North Macedonia were brutally beaten by police officers. In the same year in Romania the police assaulted a group of Roma men. Police brutality and assaults against Roma have been systematic and existent for a very long time. In 2020, ECRI criticized the Czech government for the continuous rampant discrimination against Roma. Roma have lost trust in the authorities such as the police and often underreport police misconduct against them. The FRA has already acknowledged these facts in 2017 in its report. Countries in the EU and abroad have systematically failed to investigate cases of police brutality against Roma. In fact, just last week the European Court of Human Rights (ECHR) ruled in favor of a Romani man who was physically assaulted by police officers in a racist attack during a violent raid in Skopje, North Macedonia.
The controversial circumstances of the police intervention in Teplice, and the excessive use of force which led to Stanislav Tomáš’s death, have shocked Roma communities around Europe who stood up in solidarity to demand justice. The circumstances of his death are reminiscent of the murder of George Floyd, which sparked the Black Lives Matter movement, galvanizing global
solidarity and a wave of outcry on behalf of public officials, including those in the EU. Yet, in the case of its own citizen dying in similar circumstances, the EU has remained silent.

Sinti und Roma – Zentralratschef Rose gibt ungarischen Orden aus Protest gegen homophobes Gesetz zurück – #klareKante

Aus Protest gegen ein Gesetz zur Einschränkung von Informationen über Homosexualität und Transgender in Ungarn will der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Rose, einen ungarischen Verdienstorden zurückgeben. Mit dem Gesetz sei eine rote Linie überschritten worden, sagte er der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Er werde den Orden diese Woche der ungarischen Botschaft in Berlin übergeben. Er habe sich geschämt, den Orden einer Regierung zu tragen, die so mit Menschen umgehe. Rose hatte die Auszeichnung nach eigenen Angaben 2012 von Ministerpräsident Orban persönlich erhalten.

via dlf: Sinti und Roma – Zentralratschef Rose gibt ungarischen Orden aus Protest gegen homophobes Gesetz zurück

OPFER AUS #ROMA-COMMUNITY – #Tschechien: Mann stirbt nach #Polizeieinsatz – #SayTheirNames #StanislavTomáš #RomaniLivesMatter

In der tschechischen Stadt Teplice ist ein Mann nach der Intervention von drei Polizisten gestorben. Mehrere NGO sehen Parallelen zum Fall George Floyd in den USA. Die Polizei bestreitet jegliches Fehlverhalten. Tschechien. Teplice. Ein Zeugenvideo dokumentiert den Vorgang, bei dem ein Mann während der Intervention von drei Polizisten auf offener Straße stirbt. Zeitweise sitzen die Polizisten zu dritt auf dem Mann. Einer der Polizisten kniet insgesamt sechs Minuten lang auf dem Genick und Hals des kurz darauf verstorbenen Mannes. Auch als der Mann nach 4 Minuten keinen Ton mehr von sich gibt, fährt jener Polizist mit seiner “Intervention” auf dem mittlerweile regungslosen Mann fort. Die Szenen des Vorgangs erinnern schmerzlich an jene aus dem amerikanischen Video, in dem George Floyd von einem Polizisten getötet wurde, der acht Minuten lang auf dem Hals des Mannes kniete. Auch die erste Reaktion der Polizei ist ähnlich: Der Tod des Mannes sei wegen einer Drogenüberdosis und eines Herzfehlers erfolgt, heißt es. Eine weitere Parallele ist, dass der Verstorbene einer diskriminierten Minderheit im Land angehört: der Community der Roma. (…) Das Video, dass den Fall trotzdem publik machte, wurde von einer Zeugin mit dem Mobiltelefon gefilmt – aus einer Wohnung, die direkt über dem Ort des Vorfalls liegt. Sie teilte das Video in den sozialen Medien. Daraufhin wurden das Online-Portal Romea.cz und auch einige Mainstream-Medien darauf aufmerksam. intergrundinformationen zum Opfer selbst wurden von der Polizei unter Verschluss gehalten. Es stand lediglich fest, dass der Mann zur Roma-Community gehörte und relativ jung gewesen sein dürfte. Inzwischen wurde die Identität des Mannes von dessen Familie publik gemacht. Der Fall hat nicht nur Ähnlichkeiten mit jenem von George Floyd, sondern auch mit einem Fall von Polizeigewalt in Tschechien im Jahr 2016, bei dem alle Ermittlungen eingestellt wurden und es keinerlei Konsequenzen für die Polizisten gab. Die Community sowie mehrere NGO in Tschechien befürchten, dass dies sich jetzt wiederholen könnte, wie die Journalistin und Aktivistin Jarmila Balazova erklärt:

via dw: OPFER AUS ROMA-COMMUNITY – Tschechien: Mann stirbt nach Polizeieinsatz

siehe auch: “Tschechischer Floyd”: Video zeigt Polizeieinsatz, der später tödlich endete. Der Mann war Angehöriger der Roma-Minderheit. Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe von Rassismus und Antiziganismus.Der Polizist drückt sein Knie in den Nacken. Mehrere Minuten lang liegt ein nicht-weißer Mann auf dem Boden, erst zappelt er noch, Minuten später liegt er regungslos auf dem Pflaster. Es ist diese Szene in einem am Dienstag viral gegangenen Facebook-Video aus Tschechien, das sofort an den Tod von George Floyd vor etwas mehr als einem Jahr in Minneapolis erinnert. Auch in Tschechien starb der junge Mann kurz nach dem Einsatz. Der aktuelle Clip ist laut Zeitstempel am 19.6.2021 aufgenommen worden. Laut Medienberichten zeigt er einen Polizeieinsatz in Teplice, kurz hinter der deutschen Grenze und nur eine Stunde Autobahnfahrt von Dresden entfernt. In den 5,55 Minuten des Videos ist zu sehen, wie drei Polizeibeamte den jungen Mann auf dem Boden fixieren. Der Mann wehrt sich. Einer von ihnen kniet offenbar minutenlang im Nacken des Mannes. Der junge Mann in dem Video ist Rom, also Teil der Roma-Minderheit. Also wie George Floyd, ein Mann of Color. Die tschechische Polizei muss sich seitdem gegen Vorwürfe von Rassismus, Antiziganismus und illegaler Polizeigewalt wehren. Laut dem Portal parlamentnilisty.cz war der Name des getöteten Stanislav Tomáš. In einem Beitrag wird die Schwester des Toten zitiert, die der Polizei die Schuld am Tod ihres Bruders gebe. “Sie sollten ihm Handschellen anlegen, ihn zum Revier bringen, wenn er etwas tat, oder ihn sogar ins Gefängnis stecken, aber warum haben sie ihn getötet?”, schreibt das Portal. Auch Roma-Organisationen äußerten sich in Medienberichten: Der Vorfall zeige, wie rassistisch tschechische Behörden die Minderheit behandelten; Romani man dies after Czech Police kneel on his neck, they say drugs caused his death. Romani activists see parallels to George Floyd. Video footage from Teplice, Czech Republic is being massively shared through social media of a police intervention against a young Romani man who later died in the ambulance called to the scene. Romani community members are comparing his death to the death of George Floyd, the Black man who was murdered by police in the USA last year. One of the intervening police officers kneeled for several minutes on the Romani man’s neck. The young man later died in the ambulance called to the scene by police. Police say their intervention was not the cause of death, but that the drugs the Romani man is said to have used were the cause of death. Michal Miko, director of the Romanonet organization, has posted online that what the video shows is “The height of brutality.”  Michal Mižigár, a Romani student of history and Romani Studies who won the Aspen Central Europe Leadership Award in 2019 from the Aspen Institute Central Europe, commented that the footage shows “The Romani Floyd today in Teplice!” Recalling the attack on Romani children at a summer camp run by the Romani musician Ida Kelarová and the death of a Romani man in police custody inside a pizzeria in Žatec, he added: “I feel genuinely powerless and sad. This is not the first case.”; #SayTheirNames: Stanislav Tomáš: Ein Rom stirbt durch rassistische Polizeigewalt. Der 46 Jährige Rom Stanislav Tomáš wurde am 19. Juni im tschechischen Teplice, unweit der deutschen Grenze umgebracht. Mehr als sechs Minuten kniete ein Polizist auf seinem Hals, danach war er tot. Im Vergleich zu den symbolpolitischen Regenbogenfarben der Fußball-Europameisterschaft macht sich Schweigen und Sprachlosigkeit breit. Zurückzuführen ist das auch auf den allgegenwärtigen Antiziganismus in Europa, dabei hätten gerade Deutschland und die Deutschen eine besondere historische Verantwortung. Der Tod des Rom Stanislav Tomáš am 19. Juni wirft sicher viele Fragen auf, eindeutig sind aber die Aussagen von Zeug:innen und die nun veröffentlichten Bilder: Stanislav Tomáš könnte noch am Leben sein, hätte ein Polizist nicht minutenlang auf seinem Hals gekniet. Vieles erinnert an den Mord an George Floyd vor einem Jahr, und die Videos der Anwohner:innen, die den brutalen Einsatz festhielten und erst öffentlich machten, ebenfalls. Eines ist aber vollkommen anders: Die große Stille. Das Schweigen einer ganzen Gesellschaft, die es den Angehörigen der Roma:Romnja-Communities und ihren Selbstorganisationen überlässt, den Fall zu skandalisieren, die tschechischen Stellen zur vollständigen Aufklärung aufzufordern und über die Hintergründe des europäischen Rassismus gegen Roma:Romnja und die rassistische Diffamierung des Opfers in tschechischen Medien zu informieren; ‘Roma lives matter’: candles, flowers appear on Teplice street where man died. Activists say the death of a Romani man resembles the George Floyd case in the U.S.; protests are planned for Saturday. Candles have appeared on a street in Teplice, North Bohemia, where a Romani man died in an ambulance on June 19 after police restrained him by kneeling on his neck. The incident has been compared by Romani activists to the death of George Floyd in the United States. (…) A black ribbon with the phrase “Romani Lives Matter” (“Na romských životech záleží”), attached to some flowers, has been left with the candles. A protest will be held in Teplice this Saturday at 2 pm, according to Romani advocate website Romea.cz.

Flag of the Romani people.svg
Von <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:AdiJapan” title=”User:AdiJapan”>AdiJapan</a> – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span>, Gemeinfrei, Link