#Strafbefehle akzeptiert #Kind in #Handschellen abgeführt: #Polizisten ziehen Einsprüche zurück – #polizeigewalt #polizeiproblem

Einen elfjährigen Sinto sollen zwei Polizisten im Februar 2021 in Handschellen auf die Polizeiwache gebracht haben, gegen Strafbefehle hatten die Beamten Einspruch eingelegt. Zu dem in dieser Woche geplanten Prozess kommt es jetzt aber doch nicht. Zwei Polizisten, die einen Elfjährigen in Handschellen abgeführt haben sollen, haben ihre Einsprüche gegen Strafbefehle des Amtsgerichts Singen in Baden-Württemberg zurückgezogen – einen Tag vor dem geplanten Prozessbeginn in dem Fall. Damit sind die Strafbefehle von je 3600 Euro wegen Freiheitsberaubung und Nötigung gegen die Beamten rechtskräftig, die öffentliche Verhandlung wurde abgesagt. Gegen zwei weitere beteiligte Polizisten hatte die Staatsanwaltschaft das Verfahren schon zuvor gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt. Ob der Vorfall zudem dienstrechtliche Folgen für die Polizisten hatte, konnte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Konstanz am Mittwoch nicht sagen. Ohne Grund Handschellen angelegt? Der Landesverband der Sinti und Roma Baden-Württemberg hatte den Beamten vorgeworfen, das elf Jahre alte Kind im Februar 2021 in Singen (Landkreis Konstanz) ohne Grund kontrolliert und in Handschellen abgeführt zu haben. Dem Verband zufolge soll der Junge nach seinen Personalien befragt und durchsucht worden sein.

via rnd: Strafbefehle akzeptiert Kind in Handschellen abgeführt: Polizisten ziehen Einsprüche zurück

#Diskriminierung durch #DeutscheBahn: #Flüchtende aus der ##Ukraine in #Kassel „aussortiert“ – #roma #strukturellerRassismus #schauhin #kaltland

Diskriminierung gegen Roma aus der Ukraine scheint bei der Deutschen Bahn kein Einzelfall zu sein. Rassismus-Skandal weitet sich aus – Neuer Fall aus Kassel. Erneut ist es bei der Deutschen Bahn zu Diskriminierung gegenüber Roma gekommen. Dies berichtet Marius Moniak, ein freiwilliger Helfer des Project Nadiya, der an der slowakisch-ukrainischen Grenze in der humanitären Hilfe aktiv war. Auf seiner Rückreise nach Deutschland begleitete er Geflüchtete aus Kiew und Luhansk in der Bahn, ebenfalls im Zug befand sich eine Gruppe von etwa 20 ukrainischen Roma, davon seien etwa die Hälfte Kinder gewesen. Im ICE 618 von München nach Kiel soll es gegenüber den geflüchteten Roma um circa 4 Uhr nachts zu „erschütternden Vorkommnissen“ gekommen sein. Die Roma hätten trotz ihrer Notsituation den Zug verlassen müssen, weil sie den Mund-Nasen-Schutz nicht ordnungsgemäß trugen. Sie sollten am Bahnhof von der Polizei abgeholt werden. „Es war erschütternd, falsch und grausam, die wichtige Maskenpflicht dazu zu nutzen, Kriegsflüchtlinge mit Kindern nachts nach ihrem langen Fluchtweg aus der Bahn zu werfen.“ Es ist nicht bekannt, wie lange die Menschen bereits unterwegs waren. Die anderen Geflüchteten waren bereits seit drei Tagen unterwegs. Es ist davon auszugehen, dass die Roma-Geflüchteten ebenso erschöpft und traumatisiert waren. Der bis Mannheim zuständige Zugbegleiter habe nicht mit sich diskutieren lassen. Vielmehr habe er betont, bereits viel „Kulanz“ gezeigt zu haben, aber Regeln seien Regeln. Einwände, es seien junge Kinder dabei, ließ er nicht gelten

via werra-kurier: Diskriminierung durch Deutsche Bahn: Flüchtende aus der Ukraine in Kassel „aussortiert“

Rassismus gegen Ukraine-Geflüchtete – Kein Zugang für Rom*­nja

In Mannheim verwehrt Bahn-Personal drei ukrainischen Romafamilien Hilfe. Geflüchtete berichten auch andernorts über Antiziganismus. Dass eine aus der Ukraine geflüchtete Familie am Mannheimer Bahnhof ankommt, ist mittlerweile Alltag. In einem Raum der Deutschen Bahn können sie sich ausruhen, eine Kleinigkeit essen, Tee trinken oder sogar eine Nacht verbringen – normalerweise. Drei ukrainischen Roma Familien wurde dies am Mittwoch, 23.03.2022 vom Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn verwehrt. Natice Orhan-Daibel ist freiwillige Helferin am Mannheimer Bahnhof und immer noch fassungslos über den Vorfall, den sie in der letzten Woche miterlebt hat. Wie alle anderen Geflüchteten habe sie auch die 22-köpfige Gruppe gegen 22 Uhr in den Rückzugsraum geleitet, weil ihre Kontaktperson in Mannheim nicht erreichbar war. Schnell seien das Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn, Beamte der Bundespolizei und eine Frau mit Dobermann erschien und hätten darauf bestanden, dass die Familien den Raum verlassen. „Solche Menschen kommen hier nicht rein“, habe Orhan-Daibel an dem Abend mehrmals gehört. Dabei seien unter den Schutzsuchenden überwiegend müde Kinder und eine schwangere Frau gewesen. Als Begründung hieß es, dass sich keine Männer in den Räumen aufhalten dürfen – während zeitgleich andere geflüchtete Männer anwesend waren. Außerdem hätte in der Woche zuvor eine Gruppe Roma den Raum chaotisch zurückgelassen und geklaut. „Das ist, wie wenn man allen Schwaben Hausverbot geben würde, weil einer geklaut hat“, sagt Chana Dischereit über die verallgemeinernde Erklärung. Sie arbeitet für den Verband Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg und ist oft mit solchen Vorurteilen konfrontiert. „Es wird nicht davon ausgegangen, dass Roma auch Flüchtlinge sein können. Stattdessen existiert das Stereotyp von Roma, die jetzt nur kommen, weil es etwas umsonst gibt.“

via taz: Rassismus gegen Ukraine-Geflüchtete – Kein Zugang für Rom*­nja

“Nazis raped and killed my family in #Roma #Holocaust but #JimmyCarr thinks it’s funny”

Daniela Abraham, 41, from London, has called on Jimmy Carr to publicly apologise and is offering to take him to Auschwitz concentration camp so he can pay his respects to victims of the Roma Holocaust. A Roma woman who lost eight of her relatives in the Holocaust was ‘heartbroken’ when she heard Jimmy Carr’s joke about the genocide. Daniela Abraham, 41, from London, said her great-grandmother Helena was raped by the Nazis when they stormed into her town in Slovakia. Helena’s siblings were dragged away to labour camps and the rest of the family never heard from them again. The ordeal still haunts Daniela and she could not believe it when Carr decided to joke about the atrocity in his latest Netflix special. She is now calling on the comedian to publicly apologise and wants him to travel with her to Auschwitz concentration camp so he can ‘pay his respects’. However, Carr appears unrepentant and refused to say sorry for his joke over the weekend, telling a stand-up audience ‘I am going down swinging’. Daniela, who burst into tears as she spoke to The Mirror, said: “When I heard Jimmy Carr’s joke it broke my heart. On my mother’s side eight relatives were killed in the Holocaust. “I want him to publicly apologise. If he has any human feelings or compassion I want to tell him to contact me and I will take him to Auschwitz so he can see what happened to our people.

via mirror: “Nazis raped and killed my family in Roma Holocaust but Jimmy Carr thinks it’s funny”

Schul-Beauftragter über Antiziganismus – „Viele outen sich nicht“

Als Roma- und Sinti-Beauftragter der Hamburger Schulbehörde kämpft Marko Knudsen gegen Antiziganismus. Er hat noch viel zu tun. taz: Herr Knudsen, Sie sind im Hamburg der 1980er-Jahre aufgewachsen. Haben Sie in Ihrer Jugend Antiziganismus erlebt? Marko Knudsen: Ich habe dazu zwei Erfahrungen im Gepäck. Die eine ist: Die meisten hat es nicht interessiert, dass ich Rom bin. Das Gefühl hatte ich auch bei meinen Lehrern. Und die andere Erfahrung? An meiner Schule gab es zwei junge Skinheads, wie man sie sich vorstellt: rasierte Köpfe, Bomberjacken, Springerstiefel. Ich war zwölf oder 13 Jahre alt, als ich an denen vorbei gegangen bin und gesagt habe: „Scheiß Nazis!“ Als Resultat habe ich dann auf die Fresse gekriegt und habe mich anderthalb Jahre über den Zaun in die Schule geschlichen. Irgendwann hat meine Mutter herausgefunden, dass da irgendetwas nicht stimmt. Dann habe ich es ihr gebeichtet. Sie besprach es mit dem Schulleiter und das Ergebnis war, dass ich mich bei den Skinheads entschuldigen musste.
Und danach? Welche Vorurteile begegnen Ihnen immer wieder? Die beiden größten Vorurteile, die uns auferlegt werden, sind zum einen, dass wir asozial und kriminell seien. Das andere böse Vorurteil ist, dass wir Nomaden sind und dass man uns deshalb auch nirgendwo tolerieren braucht und uns weiter vertreiben kann. Was entgegnen Sie darauf? Wir sind keine Nomaden. Wir leben da, wo wir leben können. Das Problem ist, dass ganz viele nicht den Mut haben zu sagen, sie gehören dazu. Sie haben Angst vor den Diskriminierungen und outen sich nicht, weil sie sonst nicht erfolgreich sein können. Das zeigt sich zum Beispiel auch an Marianne Rosenberg oder Sido: Die haben sich zwar auch geoutet, aber eben als sie Stars waren und nichts mehr zu verlieren und keine Existenzängste mehr hatten. (…) Sie lernen in der Schule nichts über Roma? In der Schule lernt man nichts über Roma. Höchstens noch einen Satz zum Holocaust, dass die Vernichtungsmaschine auch gegen uns gefahren worden ist. Die Roma- und Sinti-Kinder, die in der Schule sind, finden sich nirgends wieder in der Schule. Deshalb habe ich eine Ausstellung erarbeitet, eine Wanderausstellung durch Hamburger Schulen, in der im Komplettpaket Informationen ausgestellt werden. Diese Kinder erkennen: „Da ist etwas über mich, über meine Menschen, mein Volk. Ich finde plötzlich statt in der Schule.“ Und auf der anderen Seite ist es ein Öffnungsmechanismus bei den Lehrkräften: „Guck mal, wir wissen so wenig darüber.“ Die Stereotype muss man aufbrechen. Das geht vor allem über persönliche Begegnungen. Wenn die Menschen mich dann erleben, bricht ein „Zigeunerbild“ zusammen.

via taz: Schul-Beauftragter über Antiziganismus – „Viele outen sich nicht“

»Buchenwald war überall«

Eine neue Webseite informiert über die Außenlager des Konzentrationslagers bei Weimar. Eine neue Webseite informiert über die Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Unter dem Leitthema »Buchenwald war überall« werde über das weitverzweigte Lagersystem informiert, erklärte die Geschäftsführerin des Fördervereins Buchenwald, Anke Klüßendorf, am Mittwoch in der Klassikerstadt. Damit solle das dezentralisierte Gedenken gefördert und unterstützt werden. Die Existenz des Lagersystems widerspreche dem verbreiteten Bild, die Verbrechen und Grausamkeiten hätten stets nur anderswo stattgefunden. Dazu sind laut Klüßendorf auf der Webseite die Standorte aller 140 Außenlager verzeichnet. Über eine Karte könnten per Klick Informationen zu Zahl und Herkunft der dorthin verschleppten Häftlinge sowie zu den Firmen, die KZ-Insassen bei der SS angefordert hätten, abgerufen werden.

via jüdische allgemeine: »Buchenwald war überall«

website Buchenwald war überall. Projekt “Netzwerk der Außenlager”. Das Konzentrationslager Buchenwald war umgeben von einem System von Außenlagern. An über 140 Orten wurden insgesamt etwa 280.000 männliche und weibliche Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt. Zehntausende wurden ermordet, starben an Hunger, Erschöpfung, Kälte, Krankheiten oder Misshandlungen. (…) Die Häftlinge, ab Herbst 1944 auch Frauen, wurden aus den besetzten Gebieten nach Buchenwald verschleppt und von dort auf die Außenlager weiterverteilt. Unter ihnen waren Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, politische Gefangene, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Arbeits- und Obdachlose sowie angebliche „Berufsverbrecher“. Die Existenz des dichten und weitreichenden Außenlagersystems widerspricht dem verbreiteten Bild, die Verbrechen und Grausamkeiten hätten stets anderswo stattgefundenen. Buchenwald war überall dort, wo die Buchenwaldhäftlinge waren.

Slovakia issues apology for forced sterilizations of Roma women

Thousands of Roma women were forcibly sterilized in Slovakia for decades, a practice that continued until 2004. Now the government has made a formal apology. The government of Slovakia has made a formal apology to the thousands of Roma women who were forcibly sterilized over several decades, the Slovakian news agency TASR reported on Wednesday. The governing coalition condemned the years of mistreatment of the ethnic minority. The government’s official for the Roma community, Andrea Buckova, said in a statement that the practice began in 1966 under communist rule, but also continued to some extent after 1991 despite the country’s adoption of protections for the Roma people. It was only in 2004 that laws were passed to ensure the validity of consent as many women had been unlawfully pressured or convinced to agree to sterilization without fully understanding the consequences. Although the true number of victims is not known, it is likely many thousands, Buckova said. Calls for reparations The human rights commissioner for the Council of Europe, Dunja Mijatovic, welcomed the “apology to victims of forced sterilisation as a first important step,” in a message on Twitter. “I now look forward to quick progress on an accessible and effective compensation mechanism,” she added.

via dw: Slovakia issues apology for forced sterilizations of Roma women