Rassismus in Schweden – Wenn Kinder einen Rom töten und keiner hinsieht – #schauhin

In Schwedens Wahlkampf interessiert nicht, dass Jugendliche einen Roma erschlagen haben sollen. Rechte Hetze und rassistische Ausfälle gegen Roma haben rasant zugenommen. Kinder quälen einen kranken Bettler, brüsten sich damit im Internet und schlagen ihn am Ende tot. Die Gesellschaft nimmt es stumm zur Kenntnis, weil ihr die viele Bettelei auf die Nerven geht. Mitten im schwedischen Wahlkampf scheint dies Wirklichkeit zu werden, seit die Polizei eine Festnahme bekanntgegeben hat: Ein 16-Jähriger und ein noch nicht strafmündiger 14-Jähriger gelten als Hauptverdächtige nach der Ermordung des Rumänen Gheorge Hortolomei-Lupu im Stadtpark von Huskvarna. Zusammen mit zwei ebenfalls 14-Jährigen sollen sie den Rom monatelang drangsaliert, Aufnahmen davon in sozialen Medien ausgelegt und ihr Opfer dort „Ratte“ genannt haben. (…) Zwei der drei größten Parteien, als erste die rechtspopulistischen Schwedendemokraten und ihrem Gefolge die Konservativen, verlangen ein „nationales Bettelverbot“. Nach Umfragen haben sie 60 Prozent der Wählerschaft dabei hinter sich. Das weiß auch der sozialdemokratische Regierungschef Stefan Löfven, der als einziger Spitzenkandidat Stellung bezog. Der Mord sei „außerordentlich bedrückend“, sagte der Ex-Gewerkschaftschef.
Aber dann wollte er wohl um keinen Preis potenzielle Wähler vergrätzen: „Wir müssen diskutieren, wie man die Bettelei stoppt, denn die bietet niemandem eine Zukunft.“ Das müsse man diskutieren können, aber „ohne extreme Wendungen“. Das war’s. Tatmotiv Rassismus? Kein Wort mochte Löfven bei diesem Fall zum Thema Hassverbrechen verlieren, obwohl die rechte Hetze und rassistische Ausfälle gegen Roma und Sinti in Wort und Tat rasant zugenommen haben. Auch Staatsanwältin Linda Schön sah keinen Anlass, sich zum Tatmotiv zu äußern: Das sei derzeit unerheblich, man kümmere sich vor allem um das „Wo, Wann und Wie“ dieses Mordfalls.
Mit einem anderen Opfer und beim geringsten Hinweis auf irgendwie als „radikalislamistisch“ auszulegende Äußerungen hätte das wohl anders ausgesehen. Auch die Medien bissen nicht an. „Wie können wir über anderes sprechen als den Bettlermord in Huskvarna?“ schrieb eine fassungslose Kommentatorin in „Expressen“, weil sie diese Geschichte erst „ganz weit unten bei den News“ fand.

via fr: Rassismus in Schweden – Wenn Kinder einen Rom töten und keiner hinsieht

Fremdenfeindlicher Übergriff in Ungarn – Unbekannte verprügeln Schriftsteller auf Sziget-Festival – #schauhin

Der syrisch-stämmige Schriftsteller Danny Ramadan ist auf dem Sziget-Festival in Budapest angegriffen worden. Unbekannte sollen ihn verprügelt haben, weil sie ihn für einen Rom hielten. Der in Kanada lebende syrische Schriftsteller Danny Ramadan ist in Budapest von unbekannten weißen Männern verprügelt worden, weil diese ihn für einen Angehörigen der Roma hielten. Das berichteten Ungarns Medien am späten Donnerstagabend unter Berufung auf die kanadische Botschafterin in Budapest, Isabelle Poupart. “2018. In Europa. Das ist inakzeptabel. Lasst uns gemeinsam gegen Rassismus und Vorurteile kämpfen”, twitterte die Diplomatin. Zu dem Zwischenfall war es am vergangenen Freitag bei dem traditionellen “Sziget”-Musikfestival gekommen, das auf einer Budapester Donauinsel stattfindet. Ramadan, der auch für die Rechte Homosexueller eintritt, hatte dort gerade sein neues Buch vorgestellt, als er von den Männern angegriffen wurde.

via spon: Fremdenfeindlicher Übergriff in Ungarn – Unbekannte verprügeln Schriftsteller auf Sziget-Festival – #schauhin

#Sinti wurden in #Zetel rassistisch angefeindet – #schauhin #kaltland

Die Nachfahren der Auschwitz-Überlebenden Margot Schwarz hatten in Zetel ihre Zelte aufgeschlagen. Sie erlebten nicht nur dumme Sprüche, sondern auch Bedrohungen und Beleidigungen. Gegen zwei Uhr in der Nacht zu Sonntag hört Patrick Schwarz grölende junge Leute vor seinem Wohnwagen. Sie bölken rassistische Beleidigungen durch die Nacht, immer wieder fällt das Wort „Hitler“. „Sie haben in die Luft geschossen, mit Schreckschusspistolen“, sagt Patrick Schwarz. „Zetel sieht mich so schnell nicht wieder. Ich möchte nicht mehr herkommen. Nicht, weil ich Angst habe, sondern weil ich mich dort nicht mehr wohlfühle.“ Was Patrick Schwarz da erzählt, verschlägt einem den Atem. Vor 75 Jahren haben seine Großmutter und deren Familie in einem Wohnwagen in Zetel gelebt. Sie wurden von den Nazis ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, und bis auf seine Großmutter Margot Schwarz und den Großonkel Anton Franz kam die ganze Familie im Konzentrationslager ums Leben. In Bohlenberge hatte die Sinti-Familie damals in einem Wohnwagen gelebt. Und jetzt, 75 Jahre später, schläft der Enkel von Margot Schwarz in einem Wohnwagen im gleichen Dorf und wird von rassistischer Hetze geweckt. Patrick Schwarz, sein Vater Christel Schwarz und viele weitere Mitglieder des Freundeskreises der Sinti und Roma und des Christlichen Missionswerks in Oldenburg waren knapp zehn Tage mit ihrer Zeltmission in Zetel zu Gast. Die Freien Christen hatten, wie viele Jahre zuvor schon, ihre Wohnwagen auf den Markthamm gestellt, um dort Gottesdienste zu halten und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Nur ein paar Hundert Meter Luftlinie von dem Ort entfernt, an dem ihre Vorfahren von den Nazis verschleppt wurden.

via nwz online: Sinti wurden in Zetel rassistisch angefeindet

Geschichte am Straßenrand – Das in Bronze gegossene Leid der Sinti und Roma

Jedem Zentimeter Metall, jeder Körperpartie der Gestalten ist es anzusehen – das in Bronze gegossene Leid. Da gibt es keine effektvolle Oberflächenmodellierung, keine harmonisierende Glätte, nur asketische Formenstrenge.
Der ostdeutsche Bildhauer Werner Stötzer (1931−2010), der seine Arbeiten immer als „Wegzeichen des Lebens“ verstanden hat, hinterließ das ähnliche Motiv auch mehrfach als versteinertes Leid.  Mit Hammer und Meißel schlug er es heraus aus einem großen Brocken sächsischen oder auch bulgarischen Sandsteins. Der Akademie-Meister arbeitete sich über Jahre seines Schaffens an einer ungeheuerlichen Geschichte ab, die in der Nazizeit am Stadtrand von Berlin-Marzahn passiert war, aber über die man ungern sprach. Eine ganze Gedenkserie von Plastiken und Skulpturen entstand so. Und mit Absicht, gerade wegen der Schwere der Schuld rassistischer Menschenverachtung, benutzte der Künstler im Titel den politisch völlig unkorrekten Begriff vergangener Zeiten „Zigeuner von Marzahn“ Denn die Nationalsozialisten nannten diese Leute, die meisten waren korrekt gemeldete Bürger von Berlin und teils protestantischer oder katholischer Konfession, nicht Sinti und Roma. Stattdessen machten sie Hetz-Propaganda mit dem Begriff „Zigeunerunwesen“.
Zwangslager in Marzahn – Es waren nur noch wenige Wochen bis zum Start der Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Hitler und seine Spießgesellen wollten einerseits den Eindruck von Weltoffenheit und Toleranz vorspiegeln. Aber gleichzeitig bekam die Berliner Polizei den Befehl, am sogenannten Landfahndungstag die „Zigeuner“ – in der Stadt, vor allem nahe dem Alexanderplatz, im Scheunenviertel, in Prenzlauer Berg und Wedding lebende Sinti und Roma – aus ihren Wohnungen zu holen oder sie mit ihren Wohnwagen abzuschleppen. Sie wurden weitab, nach Marzahn, gleich neben den Rieselfeldern, zwischen Bahngleisen und einem Friedhof, ins Zwangslager gepfercht und später, im Krieg, in Vernichtungslager deportiert.

via berliner zeitung: Geschichte am Straßenrand Das in Bronze gegossene Leid der Sinti und Roma

Flugblätter mit schweren Vorwürfen – Badeverbot für Familie in Teichwolframsdorf und Greiz

Die Tochter der Familie verteilt Flugblätter mit schweren Vorwürfen gegen den Greizer Badchef. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung. Mehrere Polizeieinsätze und Hausverbote in den Freibädern in Teichwolframsdorf und nun auch in Greiz: Eine in Greiz vor allem durch ihre Erfolge im Ringen bekannte, aus Bayern stammende Familie hat es damit zum Stadtgespräch gebracht. Und sie sorgt dafür, dass das so bleibt. In den letzten Tagen verteilte eine Tochter Flugblätter, mit denen sie den Greizer Badchef Jan Fleischer beschuldigt, „ohne sich anzumelden, überraschend, einfach so“ die Frauenduschen zu betreten. „Was uns hier vorgeworfen wird, ist eine riesengroße Schweinerei. Das ist alles erstunken und erlogen“, so Fleischer auf Nachfrage. Näher will er sich zu der Sache nicht äußern, bevor er es nicht rechtlich abgeklärt hat. Er bestätigt aber, dass die gesamte Familie Sommerbadverbot in Greiz hat. Zu dem Vorwurf, er würde unangekündigt Damenduschen betreten, erklärt er: „Es gehört zu unserem Job, auch dort sauber zu machen. Unser Personal ist nun mal überwiegend männlich. Aber wir kündigen uns an, rufen. Wenn jemand in der Dusche ist, dann kommen wir eben später wieder. Das sind ganz normale Abläufe in Bädern.“ Die Großfamilie aus Bayern hat im sächsischen Trünzig ein Anwesen gekauft. Von dort, vor allem aus Langenbernsdorf, berichtet der Vater von Stimmung gegen die „Zigeunerfamilie“, spricht von Hetze und Fremdenfeindlichkeit. Bis nach Seelingstädt würde sich das ziehen. Als „Zigeunerpack“ und „asoziales Gesindel“ habe man sie beschimpft. Die Polizei ermittelt tatsächlich wegen Beleidigung und Verleumdung – gegen Mitglieder der Großfamilie. Mehrere Anzeigen liegen vor, sagt Polizeisprecherin Katja Ridder auf Nachfrage. Sie bestätigt zudem, dass es in letzter Zeit mehrere Polizeieinsätze in Freibädern gegeben habe, bei denen Mitglieder der Familie involviert gewesen waren. Sie sollen andere Badegäste beleidigt haben, so Ridder. Mehr ins Detail will die Polizei nicht gehen, die Ermittlungen laufen.

via otz: Flugblätter mit schweren Vorwürfen – Badeverbot für Familie in Teichwolframsdorf und Greiz

The Porrajmos – #RomaGenocideRemembranceDay

Europe’s Roma and Sinti people (often labelled as ‘Gypsies’ historically) were targeted by the Nazis for total destruction. The Porrajmos, or Porajmos, which translates to ‘the Devouring’, is the term used to describe the Nazi genocide of Europe’s Roma and Sinti population. More than 200,000 Roma and Sinti were murdered or died as a result of starvation or disease; around 25% of the pre-war population. Many more were imprisoned, used as forced labour or subject to forced sterilisation and medical experimentation. Roma and Sinti men, women and children were targeted for persecution and imprisonment, with a specific focus on clearing Berlin before the city hosted the Olympic Games in 1936. As World War Two began, the persecution of Roma and Sinti people intensified. Roma and Sinti people were deported to ghettos including Łódź and to concentration camps including Dachau, Mauthausen and Auschwitz-Birkenau; which had a specific ‘Gypsy Camp’. On 26 February 1943, the first transport of Roma and Sinti men, women and children arrived in Auschwitz-Birkenau. Of the 23,000 Gypsies imprisoned within the camp, it is estimated that around 20,000 were murdered. On 2 August 1944 the Zigeunerlager (Gypsy Camp) at Auschwitz was liquidated: 2,897 Roma and Sinti people were murdered in the gas chambers and the remaining prisoners were deported to Buchenwald and Ravensbrück concentration camps for forced labour. The experience of Europe’s Roma and Sinti population has parallels with that of the Jewish people. Both populations were targeted on the grounds of their race and had previously suffered centuries of discrimination. The Nuremberg Laws which prohibited marriage between Jews and Aryans and enshrined the loss of citizenship rights were also applied to Roma and Sinti. As with Jewish children, Roma and Sinti children were banned from public schools and adults found it increasingly difficult to maintain or secure employment.

via hmd:The Porrajmos

siehe auch: Statement by First Vice-President Timmermans and Commissioner Jourová ahead of Roma Holocaust Memorial Day on 2 August. “Ahead of the Roma Holocaust Memorial Day, we honour the memory of the hundreds of thousands of Roma victims of the Holocaust. Around 500,000 Roma from all over Europe were killed by the Nazis and their collaborators, representing at least a quarter of their total population at that time. The dehumanisation of the Roma and other minorities was the first step in facilitating these heinous crimes. We must remember this today and defend forcefully and passionately our shared European values of equality and non-discrimination. The Roma are forgotten victims of the Holocaust for many Europeans. Remembering their historical persecution reminds us of the need to tackle the challenges which they still face today and which are too often overlooked. Seven decades on, Sinti and Roma still face hatred, violence, discrimination and racism on a daily basis. And many still do not have access to basic necessities such as decent housing, education and healthcare. It is the duty of all EU Member States to ensure effective policies for the remembrance of historical atrocities, to safeguard and preserve historic sites, and to promote education and research in this field. And it is the duty of each and every one of us in the EU to treat our fellow citizens with dignity and respect, in particular the most vulnerable ones in our society.

Gegen Hass im Internet: Bürgerrechtliche Initiativen seit 2000

Die Dokumentation von Arnold Roßberg beschreibt das Kapitel der Bürgerrechtsarbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zu der ebenso wichtigen wie schwierigen Thematik „Bedrohungen und Hetze im Internet“. Über mehr als 17 Jahre wehrte sich die Selbstorganisation und Vertretung der deutschen Sinti und Roma gegen die – seit den Anfängen des Internets immer stärker und gefährlicher werdende – Hasspropaganda und Drohungen mit Gewalt durch Neonazis, die sich gezielt – unter Benutzung des alten NS-Jargons – auch gegen Sinti und Roma (ebenso wie gegen die Juden) richteten. Wegen der weltweiten Dimension des Internets und der daraus resultierenden, fast unüberwindlichen rechtlichen und technischen Probleme gibt es bis heute keine perfekte Lösung, um diese Hass-Seiten endgültig zurückzudrängen. Beginnend mit der ersten großen internationalen Konferenz unter Beteiligung von Politik, Internetwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Jahrtausendwende in Berlin bis hin zur Schaffung des „Gesetzes zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz – NetzDG)“, das im Oktober 2017 in Kraft trat, hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kontinuierlich politische und bürgerrechtliche Initiativen zur Bekämpfung des Hasses im Internet unternommen. Diese Initiativen bestanden aus politischen Fachgesprächen, öffentlichen Veranstaltungen und Presseerklärungen, Eingaben und Statements bei Internationalen Organisationen, Behörden und Justiz, Fachtagungen mit den Internetunternehmen und den Minderheitenorganisationen u.a.m.

via zentralrat sinti und roma: Gegen Hass im Internet: Bürgerrechtliche Initiativen seit 2000

Ukrainian neo-Nazi C14 activist under house arrest over violent attack on Roma camp

Serhiy Mazur, the far-right C14 activist who boasted on Facebook in veiled terms about an attack on a Roma camp in Kyiv during which young children could be seen fleeing in terror has been placed under 24-hour house arrest for the next two months. Other suspected participants in the attack are currently being questioned and other arrests seem likely. Hromadske Radio was told by Mazur’s lawyer Dmytro Bilovchuk that his client is charged with ‘hooliganism, i.e. flagrant infringement of public order motivated by open disrespect for society, accompanied by particular arrogance or exceptional cynicism and carried out by a group of individuals with the use of an object for causing bodily injury’ (Article 296 § 4). This carries a prison sentence of between three and seven years. Inciting enmity (under Article 161 of Ukraine’s Criminal Code) is part of the case generally, but does not, for the moment, form part of the charges against Mazur. The original report that criminal proceedings had been initiated, as well as the protocol of the hearing, mentioned that this was a criminal investigation into “violation of equality of citizens based on their racial or ethnic origin” (part of the same Article 161). Mazur asserted in court that the police had no grounds to accuse him of having been carrying a knife during the events on Lysa Hora and of having shouted “death to the gypsy race”. He claimed that the case was “politically motivated to show that in Ukraine they fight neo-Nazis, racists and xenophobes” and an attempt to isolate him from public life. His lawyer is planning to lodge an appeal against the house arrest. Both Mazur and C14 leader Yevhen Karas have alleged that their actions were coordinated with the Holosyiv District Administration and the police. Mazur claimed on Facebook, for example, that both the Administration and the police had “asked us several times to help for their own safety.” A search was carried out of Mazur’s home on 10 July.

via khpg: Ukrainian neo-Nazi C14 activist under house arrest over violent attack on Roma camp

Verdrängter Terror

Vor zehn Jahren begingen ungarische Neonazis mehrere Morde an Roma. Bis heute sind die Hintergründe nicht aufgeklärt. Laszlo Bango konnte sich nicht erklären, warum die Männer auf sein Haus geschossen hatten. Warum der Anschlag ausgerechnet seiner Familie galt. »Ich lebe anständig, gehe nicht stehlen«, gab er als Zeuge vor Gericht an, seine Frau und auch er hätten zu jener Zeit beide gearbeitet. Als hätte er das, was in der Nacht zum 21. Juli 2008 geschah, eher verstanden, wenn er damals ohne Arbeit gewesen wäre. Vor zehn Jahren begannen in dieser Nacht in dem Dorf Galgagyörk, 50 Kilometer nördlich von Budapest, ungarische Neonazis eine Anschlagserie auf Roma-Familien. Ihr Ziel war, wie es in der später von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Anklageschrift heißt, »eine Privatarmee aufzustellen und einen Bürgerkrieg zu entfesseln« – und doch wurden sie nicht für Terrorismus verurteilt, sondern für Mord aus niederen Beweggründen. Insgesamt verübten sie über einen Zeitraum von etwas mehr als einem Jahr neun Anschläge auf Roma, sechs Menschen starben, darunter ein fünfjähriges Kind. Sie schossen 78mal, warfen elf Molotowcocktails und gefährdeten das Leben von 55 Menschen. Am 21. August 2009 wurden die Verdächtigen Arpad Kiss, Istvan Kiss, Zsolt Petö und Istvan Csontos verhaftet, am 6. August 2013 drei der vier Angeklagten in erster Instanz zu lebenslanger Haft verurteilt, der vierte erhielt 13 Jahre. Fast acht Jahre nach dem ersten Anschlag wurden die Urteile am 12. Januar 2016 rechtskräftig.
Wie auch im Fall des deutschen »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) sind bis heute viele Fragen offen geblieben. Die Fragen ähneln sich, und kaum jemand stellt sie mehr. Woher hatten die Mörder Geld erhalten? Wie groß war ihr Netzwerk? Wer waren ihre Unterstützer? Was wussten die staatlichen Behörden, der ungarische Verfassungsschutz? Was der Militärgeheimdienst? Wie konnte es zu den unzähligen Fehlern bei den Polizeiermittlungen und im Prozess kommen?

via jw: Verdrängter Terror

4 guilty of race hate in Roma camp fire In Turin in 2011

Four people were found guilty Friday of ethnic and racial hatred in setting fire to a Roma camp in Turin in 2011, judicial sources said. A Turin appeals court found them guilty of starting the fire after a protest rally against the camp in the outlying Vallette district. When the sentence was read out, one of the onlookers outside the courtroom shouted out “it’s a joke”. But the court cut the sentences of those found guilty to 2-4 years, judicial sources said. The protest took place after a girl, to hide from her parents that she had had sex, “fabricated a story that she had been raped by Gypsies”, the sentence said.

via ansa: 4 guilty of race hate in Roma camp fire In Turin in 2011