Gewalt

BASLER POLITIKER SCHIMPFT ÜBER «BETTLERSEUCHE»: «Solche Aussagen verletzen die Rassismus-Strafnorm»

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Der Basler LDP-Grossrat André Auderset äusserte sich auf Facebook abwertend zur aktuellen Bettelverbots-Diskussion. Der Post löste einen kleinen Shitstorm aus und seine Partei distanziert sich von ihm. Der LDP-Grossrat André Auberset äusserte sich auf Facebook abwertend über die Roma-Bettelnden in Basel. Sogar die LDP, Audersets eigene Partei, distanzierte sich von dessen Aussagen. Die Diskussion über das geplante Bettelverbot beschäftigt die Basler Politik und spaltet die Gemüter. Christoph Wiedmer, Co-Geschäftsleiter der Gesellschaft für bedrohte Völker, findet Audersets Aussagen schockierend und menschenverachtend. Der Basler LDP-Grossrat André Auderset äusserte sich auf Facebook abwertend über die Roma-Bettelnden. Der Beitrag löste einen kleinen Shitstorm aus, diverse Politikerinnen und Politiker äusserten sich. Sogar seine eigene Partei, die LDP, distanzierte sich von Audersets Aussagen. Die Diskussion rund ums Bettelverbot in Basel beschäftigt die Gemüter der Politikerinnen und Politiker. So auch den Basler LDP-Grossrat André Auderset, welcher auf Facebook einen abwertenden Beitrag über bettelnde Roma veröffentlichte, wie «Prime News» am Donnerstag berichtete. Der Grossrat äusserte sich zum diskutierten Basler Bettelverbot und bezeichnete die Lage als «Bettlerseuche». Ebenfalls bezeichnete er die Roma-Bettelnden in seinem Post als «Subjekte». Der Post löste Aufregung in den sozialen Medien aus und empörte diverse Politikerinnen und Politiker, besonders von der SP. Co-Präsidentin und Grossrätin der SP Basel-Stadt Lisa Mathys schrieb etwa auf Twitter, ob das jetzt der Stil der LDP sei. «Ist eine Fusion mit der SVP Basel schon geplant?», fragte sie weiter. Sogar Audersets eigene Partei, die LDP, äusserte sich zu dessen Facebook-Post und distanzierte sich von den Aussagen. «Diese Äusserungen entsprechen nicht unserem Stil», schrieb die Partei auf Twitter. Sie seien zwar einerseits für ein möglichst weitreichendes Bettelverbot, andererseits aber auch für eine sachliche Diskussion dieser Thematik, so die Partei.

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Rechtsextremismus

#Reichsbürger vor Burg #Hohenzollern

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Das Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet die als rechtsextremistisch eingestufte Szene in Baden-Württemberg. 80 von ihnen marschierten jetzt vor dem Stammsitz der Hohenzollern auf. Balingen – Etwa 100 Frauen und Männer sind am gestrigen Donnerstag vor die Burg Hohenzollern (Zollernalbkreis) gezogen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen ordnete die Gruppe der Reichsbürgerszene zu. Die Gruppe hätte vor der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Burg Fahnen geschwungen und ihre Sympathie für das Haus Hohenzollern und das Königreich Preußen bekundet. An Nachmittag hätte sich die Gruppe dann nach und nach aufgelöst und habe das Gelände um die Burg verlassen. Das derzeitige Oberhaupt des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen, feierte gestern seinen 46. Geburtstag. Reichsbürger und Monarchisten sehen in ihm den Anwärter auf einen möglichen preußischen Königs- oder gar deutschen Kaiserthron. Der Prinz selbst hat immer zurückgewiesen, dass er ein politisches Amt anstrebt. Er ist Geschäftsführer der Königlich Preußischen Biermanufaktur in Berlin. Nach den Vorstellungen der Reichsbürger existiert die Bundesrepublik Deutschland nicht als legitimer Staat. Dabei beziehen sie sich teilweise auf verschwörungstheoretische Argumente. Stattdessen bestehe das Deutsche Kaiserreich noch fort, weil die Weimarer Reichsverfassung von 1919 nie abgeschafft worden sei. Deshalb bestehe das Deutsche Reich fort, das Grundgesetz sei lediglich ein von den Besatzungsmächten nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführtes „Besatzungsrecht“. Deshalb lehnen sie die Bundesrepublik und ihre Gesetze ab. Teilweise argumentieren Reichsbürger stark verschwörungstheoretisch. Das führt auch dazu, dass Reichsbürger Straftaten und Ordnungswidrigkeiten begehen, weil sie weder Gesetze noch Sicherheits-, Ermittlungsbehörden, Gerichte oder Finanzämter in Frage stellen.

via StN: Reichsbürger vor Burg Hohenzollern

siehe auch: Ansammlung vor Burg Hohenzollern – Reichsbürger wollen mit ihrem “Kaiser” Geburtstag feiern. Georg Friedrich Prinz von Preußen ist 45 Jahre alt geworden. Zahlreiche Reichsbürger waren aus ganz Deutschland gekommen, um ihrem vermeintlichen Oberhaupt zu huldigen und belagerten die Burg Hohenzollern. Georg Friedrich Prinz von Preußen, Oberhaupt des Hauses Hohenzollern, ist am Donnerstag 45 Jahre alt geworden. Gefeiert hat er das wohl im Kreise seiner Familie – einige andere wären aber auch gerne dabei gewesen. So kam es zu einer kuriosen Ansammlung am Fuß der Burg: Zahlreiche Reichsbürger waren aus ganz Deutschland gekommen, um ihrem vermeintlichen Oberhaupt zu huldigen. (…) Am Donnerstag, dem Geburtstag des Prinzen, trudelten im Lauf des Vormittags immer mehr Personen an der Burg ein. Diese ist Wahrzeichen der Zollernalb und Stammburg des Fürstengeschlechts und ehemals regierenden preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses der Hohenzollern. In Online-Diensten wie Telegram war seit mehreren Wochen dafür geworben worden, sich zur Burg zu begeben. Die Reichsbürger schwenkten dort am Donnerstag Fahnen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, auch ein Hubschrauber war im Einsatz

siehe auch: Versammlung vor Burg Hohenzollern – Bundesweit bekannter Reichsbürger wohl Initiator. Manche kuriose Gestalt – so dieser Herr mit Preußen-Flagge und farblich passendem Ganzkörperanzug – war am Donnerstag an der Burg Hohenzollern. Die Polizei ermittelt nun gegen einen “Reichsbürger”, der zu der nicht genehmigten Versammlung aufgerufen haben soll. Nach der Zusammenkunft von rund 100 Personen am Donnerstag an der Burg Hohenzollern ermittelt die Polizei gegen den mutmaßlich Verantwortlichen. Der Vorwurf: Durchführung einer nicht angemeldeten Versammlung. (…) Tatsächlich soll nach Informationen unserer Zeitung ein Vertreter dieser Szene für den Aufmarsch verantwortlich sein: Er soll über Online-Kanäle dafür geworben haben, sich am 10. Juni, dem Geburtstag des Prinzen, zur Burg Hohenzollern zu begeben. Der Mann ist als “Reichsbürger” bundesweit bekannt: Er soll unter anderem beim “Sturm auf den Reichstag” in Berlin im vergangenen Sommer sowie bei mehreren großen “Querdenker”-Kundgebungen in ganz Deutschland dabei gewesen sein.

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AfD im Bundestag – Auch Nummer sechs verliert

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Wieder durchgefallen: Auch Harald Weyel, der sechste Kandidat, den die AfD für die Wahl zu einem der Bundestagsvizepräsidenten nominiert hatte, erhielt keine Mehrheit.Die AfD scheitert erneut mit ihrem Versuch, einen der Bundestags-Vizepräsidenten zu stellen. Warum die Rechtspopulisten ein ums andere Mal aussichtslose Kandidaten ins Rennen schicken. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) ließ sich die Brisanz des Themas nicht anmerken, als er am Donnerstag zum Start in die Parlamentssitzung “Top 11” aufrief: “3. Wahlgang – Stellvertreter des Präsidenten”. Denn als Schäubles Vize wollte an diesem Morgen der Abgeordnete Harald Weyel von der AfD gewählt werden. Viel zu tun hätte Weyel zwar nicht mehr. Das Parlament hat vor der Sommerpause nur noch eine Sitzungswoche vor sich. Dann wird ein neuer Bundestag gewählt. Doch um solche Fragen geht es bei dieser Wahl schon lange nicht mehr. Der Machtkampf um den Spitzenposten im Parlament ist fast schon Routine. Zum 18. Mal mussten die Parlamentarier in der Sache seit Beginn der Legislaturperiode 2017 an die Urne. Vor Weyel waren schon fünf andere Kandidatinnen und Kandidaten der AfD in jeweils drei Wahlgängen angetreten – und gescheitert. Auch Weyel bereits in zwei. Und auch der letzte Wahlgang ging an diesem Donnerstag ziemlich klar verloren. 101 Abgeordnete stimmten für, 531 gegen ihn. Und 17 enthielten sich. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommt die Rechtsaußenpartei nur auf Platz zwei. Aber ist sie damit wirklich besiegt? Eine genaue Analyse der Ergebnisse offenbart Beängstigendes.   Damit ist endgültig klar: Das Ringen der AfD um den Prestigeposten im Parlament ist gescheitert. Das sechste Amt des Stellvertreters bleibt in dieser Legislaturperiode unbesetzt. Dem Präsidium des Bundestags gehören neben Schäuble seine Stellvertreterinnen und Stellvertreter Hans-Peter Friedrich (CSU), Dagmar Ziegler (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Petra Pau (Linke) und Claudia Roth (Grüne) an. Laut Geschäftsordnung des Bundestags steht eigentlich jeder Fraktion ein Sitz im Parlamentspräsidium zu. Doch diese Regel ist kein Gesetz. Sie steht in der Geschäftsordnung des Bundestags. Die Abgeordneten sind bei ihrer Wahlentscheidung letztlich frei.

via sz: AfD im Bundestag – Auch Nummer sechs verliert

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“Nein” – Bundestag verweigert AfD zum 19. Mal Einzug in Hirschfeld-Stiftung – #klareKante

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Erneut scheitert die Rechtsaußen-Partei damit, ins Kuratorium der Bundesstiftung einzuziehen, die LGBTI-Diskriminierung abbauen soll. Der Deutsche Bundestag hat am späten Donnerstagnachmittag erneut mit großer Mehrheit den Wahlvorschlag der AfD-Fraktion auf Entsendung eines Mitglieds in das Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld abgelehnt. Die rechtspopulistische Partei wollte ihren Abgeordneten Uwe Witt aus Nordrhein-Westfalen sowie die Parlamentarierin Joana Cotar aus Hessen als Stellvertreterin ins Gremium entsenden (PDF). Dafür stimmte per Handzeichen lediglich die AfD-Fraktion; SPD, FDP, Linke und Grüne sowie fast alle Unionsabgeordnete stimmten mit Nein. Nur ein Politiker der CDU/CSU-Fraktion enthielt sich. Es gab keine Aussprache zu dieser Personalie. Damit ist die AfD in dieser Legislaturperiode bereits zum 19. Mal damit gescheitert, ins Kuratorium einzuziehen. Zuletzt verwehrte der Bundestag dem das Duo Witt/Coatar am 15. April den Einzug (queer.de berichtete). Mit den stets aussichtslosen Wahlgängen verfolgt die AfD offenbar das Ziel, das deutsche Parlament zu zermürben. Die Rechtsaußenpartei kann sich damit auch in sozialen Medien als Opfer der “Systemparteien” darstellen. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die gerade einen neuen Vorsitzenden oder eine neue Vorsitzende sucht, hat die Aufgabe, Bildungs- und Forschungsprojekte zu fördern und zu initiieren sowie gesellschaftlicher Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten entgegenzuwirken. Die Ablehnung der AfD-Anträge wird damit begründet, dass die Partei in den letzten Jahren offen gegen die Einrichtung polemisierte – so sei sie nur eine Stiftung, “die sich mit irgendwelchen Sexgebaren beschäftigt und dritten und weiteren Geschlechtern Vorschub leisten will”, hatte der AfD-Abgeordnete Stefan Brandner bei einer Bundestagsrede gesagt (queer.de berichtete).

via queer: “Nein” – Bundestag verweigert AfD zum 19. Mal Einzug in Hirschfeld-Stiftung

unrecognizable african american guy with pride flag during parade
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Wegen rechtsextremer #Chats: Hessens #Innenminister löst #SEK #Frankfurt auf – #polizeiproblem

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Das SEK des Frankfurter Polizeipräsidiums wird aufgelöst. Das teilte das hessische Innenministerium am Donnerstag mit. Hintergrund sind rechtsextreme Äußerungen von Polizisten in Chatgruppen. Angesichts der Ermittlungen wegen rechtsextremer Äußerungen von Polizisten in Chatgruppen wird das Spezialeinsatzkommando (SEK) des Frankfurter Polizeipräsidiums aufgelöst. Das teilte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden mit. Ermittelt wird gegen insgesamt 19 Beamte im aktiven Dienst und einen ehemaligen Polizisten des SEK. 17 von ihnen sollen untereinander Beiträge mit volksverhetzenden Inhalten beziehungsweise Abbildungen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation geteilt haben. Drei der Beschuldigten sind Vorgesetzte, die nicht eingeschritten sein sollen. (…) Die Chats stammen nach Angaben des Innenministers überwiegend aus den Jahren 2016 und 2017. Einige Text- oder Bildnachrichten in den Chats legten den Verdacht einer rechtsextremen Gesinnung einiger Mitglieder des SEK Frankfurt nahe.

via rnd: Wegen rechtsextremer Chats: Hessens Innenminister löst SEK Frankfurt auf

siehe auch: Polizeiskandal beim SEK in Hessen: Weitaus größere Probleme als nur rechtsradikale Chats. Der SEK-Skandal bestätigt erneut, dass die Polizei in Hessen ein Problem mit Rechtsextremismus hat. Die ganze Institution muss jetzt umgekrempelt werden. Ein Kommentar. Hessens Innenminister hat das ganz große Besteck gewählt. Nicht Reformen hat Peter Beuth nach dem Auffliegen rechtsextremer Chatgruppen im SEK Frankfurt angekündigt, nicht neues Führungspersonal, nein: Er löst die ganze Einheit auf, eine von nur zwei in ganz Hessen. Angesichts der Schwere der erhobenen Vorwürfe scheint diese Entscheidung zunächst einmal sinnvoll zu sein. Gleichzeitig ist sie aber zutiefst beunruhigend: Wenn der Minister zu der Überzeugung kommt, dass eine hochgerüstete Elitetruppe wie das SEK Frankfurt nicht mehr reformierbar ist, dann spricht das dafür, dass es dort weitaus mehr Probleme gibt als rechtsradikale Chats und einen Beamten, den offenbar Fotos oder Videos von Gewalt gegen Kinder erregen. Es ist denkbar, dass die öffentlich gewordenen Missstände nicht alles sind, was im SEK schiefläuft – und vielleicht länger schieflief. Beunruhigend ist auch, dass die Probleme in diesem Fall wieder nur zufällig ans Licht gekommen sind. Nicht kritische Polizist:innen haben die Chatgruppen zutage gefördert, nicht aufmerksame Vorgesetzte, sondern Ermittlungen wegen ganz anderer Straftaten, diesmal wegen sogenannter Kinderpornografie. Es reicht einfach nicht aus, dass ernsthafte Probleme in der hessischen Polizei immer wieder nur als Beifang entdeckt werden und Konsequenzen haben

Polizeilogo mit Polizeistern
Von Original: Land Hessen – Stern aus <a href=”//de.wikipedia.org/wiki/Datei:Polizeistern_Hessen.JPG” title=”Datei:Polizeistern Hessen.JPG”>Datei:Polizeistern Hessen.JPG</a> vektorisiert und mit <a href=”//de.wikipedia.org/wiki/Datei:Coat_of_arms_of_Hesse.svg” title=”Datei:Coat of arms of Hesse.svg”>Datei:Coat of arms of Hesse.svg</a> ergänzt., PD-Amtliches Werk, Link

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Antisemitismus, Rassismus, Hass – Geheime AfD-Chats legen Extremismus offen

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Monatelang konnte ZDFzoom Diskussionen in geschlossenen AfD-Chatgruppen verfolgen. Sie zeigen das rechtsextremistische Weltbild eines Teils der AfD – auch von hohen Funktionären. “Das Land wird Islamrepublik, auch wenn Viele dies noch nicht wahrhaben wollen.” AfD-Chatgruppe. “80 Prozent Schlafschafe in der Bunten Republik, aber bei den 20 Prozent wächst der Widerstand.” AfD-Chatgruppe; “Deutschland wach auf und mach diesem Irrsinn ein Ende.” AfD-Chatgruppe. Auszüge aus den geschlossenen Diskussionsräumen von Anhängern und Sympathisanten des rechten AfD-Parteiflügels: Über einen Informanten hat ZDFzoom vor Monaten Zugang zu den Gruppen auf Whatsapp und Telegram bekommen. Der Beginn einer Auswertungsarbeit aus dem Innenleben der AfD: Welche Themen beschäftigen den rechtsextremen Flügel? Welche andere AfD-Mitglieder? Und was ist dran am Vorwurf der Verfassungsfeindschaft? Interne Chats zeigen extremistisches Weltbild Ein Team von ZDFzoom hat die Chats analysiert: Die Nachrichten der Anhänger des rechtsextremistischen AfD-Flügels lassen sich nur schwer von den Positionen verfassungsfeindlicher Parteien wie der NPD unterscheiden. Das belegen zahllose Auszüge: “Das Land wird Islamrepublik.”; “Muslimische NoGo-Areas”; “Kopftuchgeschwader mit Kinderwagen”; “Invasoren in Europa”; “Dreck, Müll, keine Weißen, keine Deutsche” (…) Es ist eine Mischung aus Klischeebildern, Ängsten und offenem Rassismus, der die Flügel-Anhänger in der AfD umtreibt. Die Politologin Ursula Münch beobachtet bei der Diskurskultur der rechtsextremen Chatgruppen eine “ständige Radikalisierung”: Das Erregungs-Niveau, das rassistische Niveau, das frauenfeindliche Niveau, das demokratiefeindliche Niveau, das wird ständig nach oben gepeitscht: Das ist dramatisch. (…) Die Analyse der Chats offenbart: In den geschlossenen Gruppen chattet nicht nur radikalisiertes Fußvolk. Immer wieder äußern sich auch prominente AfD-Funktionäre wie Landtagsabgeordnete, Vorstandsmitglieder und AfD-Kandidaten für öffentliche Ämter. Mäßigende Worte sind selten. Selbst dann, wenn unumwunden systemfeindliche Positionen verbreitet werden – oder wenn AfD-Mitglieder der Kanzlerin den Tod wünschen (…) Ein weiterer Schwerpunkt in den Chaträumen sind Verschwörungstheorien. Die Weltbilder reichen tief in antisemitische Denkmuster des historischen Rechtsextremismus. So sehen die AfD-Diskutanten “die dämonischen Globalisten” am Werk, schimpfen auf “linkes, internationalistisches und selbstgefälliges Pack” oder “Eierlose Rothschild-Bänker”. Ein Autor fasst in einem Post vom November 2020 das eigene Weltbild so zusammen:  “Egal ob, Great Reset, Große Transformation, Fridays for future, Klimawahn oder UNO Migrations Pakt. Es hat immer die gleichen Hintermänner, die gleiche Zielsetzung, die Vernichtung der souveränen Völker, die Zerstörung des freien Bürgertums zugunsten einer Weltelite!”

via zdf: Antisemitismus, Rassismus, Hass – Geheime AfD-Chats legen Extremismus offen

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„Die #Polizei soll sich mal integrieren“ – #Warnschuss bei #Corona-Kontrolle in #Shisha-Bar – #polizeiproblem

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Rassismus in der sächsischen Polizei ist nicht erst seit der Black Lives Matter Bewegung in aller Munde. Immer wieder werden Kontrollen von Menschen mit wahrgenommenem Migrationshintergrund oder Polizeigewalt gegen Migrantinnen öffentlich, wie zuletzt im Januar 2021 in Chemnitz, als ein Paar von Beamtinnen wegen vermeintlicher Ruhestörung verletzt wurde. Auch Trefforte und Gewerbeeinrichtungen von Migrantinnen sind Zielscheibe nicht nur gesellschaftlicher Vorurteile, sondern auch polizeilicher Stigmatisierung. In Leipzig steht dafür exemplarisch die Eisenbahnstraße, wo sich in Gemüse- und Lebensmittelläden, Restaurants und Shisha-Bars ein reges Treiben migrantischen Lebens beobachten lässt. Nicht zufällig hat das Sächsische Innenministerium dort eine „Waffenverbotszone“ einrichten lassen, die Straße ist negative Projektionsfläche für Rechte aller Couleur. Insbesondere Shisha-Bars gelten im öffentlichen Diskurs als Orte „krimineller ausländischer“ Netzwerke und „dubioser Geschäftemacherinnen“.  Seit 2017 sind Shisha-Bars insbesondere in Berlin, in Frankfurt am Main und im Ruhrgebiet verstärkt Ziel polizeilicher Maßnahmen. Von martialischen Kontrollen ohne ausreichende Gefahrenprognose und ohne nennenswerte Ergebnisse können dort viele Barbetreiber*innen ein Lied singen. In einem Beitrag in der TAZ schätzt der Rechtsanwalt Erkan Zünbül ein, dass Razzien in diesen Lokalen „von der Präsenz her eher militaristisch als gewerberechtlich“ seien. Auch ein aktuelles Beispiel einer Polizeimaßnahme in der Leipziger Shisha-Bar Majestic weist auf ein mögliches rassistisches Agieren der Polizei hin. (…) „Drei Beamte wurden von Barbesuchern attackiert und verletzt. Erst nach einem Warnschuss suchten die Angreifer das Weite“ titelte bundesweit die Presse. Nach Darstellung mehrerer Zeug*innen spielte sich der Sachverhalt jedoch anders ab als von der Polizei beschrieben.  Was war geschehen? „Wir saßen mit einer größeren Gruppe vor der Shisha-Bar. Als ein Platzregen nieder ging, suchten wir Schutz in der Bar – auch in den benachbarten Gastro-Betrieben taten die Gäste das Gleiche“ meint Anna gegenüber la-presse.org.  
„Nach gut einer halben Stunde strömten Beamte wortlos in die Bar. Das metallene Klacken von Teleskopschlagstöcken war zu hören. Es war gespenstisch. Die Tür wurde von den Beamten von innen blockiert“ ergänzt Lisa. Vor der Bar suchen Mitarbeiter des Lokals die Kommunikation mit Beamten. Im Dialog mit einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes stellt sich heraus, dass es um Verstöße gegen die Corona-Schutz–Verordnung gehen soll – es wird darüber gesprochen, dass die Gäste abkassiert werden, das Lokal verlassen und draußen ihre Personalien abgeben sollen. Währenddessen spitzt sich die Lage in der Bar zu. Mehrfach soll von verschiedenen Beamten „Kanackenpack, Dreckskanacken und Drogendealer“ zu hören gewesen sein. Eine Information über den Grund des Polizeieinsatzes und das was jetzt geschehen wird, bleibt seitens der Polizei aus. Als ein Gast die Beamten bittet den Sachverhalt in Ruhe mit dem Personal zu klären, da die „Gäste langsam Angst bekommen“, wird der von einem Polizisten unvermittelt geschlagen. (…) Bis zu diesem Moment wirkte die Szenerie entspannt. Ca. 15 junge Frauen und Männer einer Gruppe, berufsbedingt durchgeimpft, sitzen in den flauschigen Sofas. Im entstehenden Gerangel gehen Shishas zu Bruch. Glühende Kohle landet auf einem Sofa. Es entsteht Rauch und Panik. Als eine junge Frau auf einen Polizisten einredet, droht er ihr einen Schlag auf ihren Kopf an. Ein Mitarbeiter weist ihn auf die Überwachungskameras hin, erst dann hält der Beamte inne. Ein Gast verlässt den blockierten Raum durch ein Fenster. Die Gäste im unteren Raum, mehrheitlich junge Frauen, verlassen die Bar durch die Eingangstür. Draußen liegt eine Person am Boden und wird geschlagen. Es ist keine Polizistin wie in der Pressemeldung der Polizei beschrieben. Es fällt ein Warnschuss. Der Warnschuss, der in Verbindung mit einer Shisha-Bar am darauffolgenden Tag bundesweit durch die Presse gehen wird. Die Bar wird vom Betreiber verschlossen und er verlässt das Geschehen. Nach einer Weile klingelt sein Handy. Die Polizei ist am Apparat. Er wundert sich, woher sie seine Nummer haben, teilt jedoch die Bedenken hinsichtlich der umgefallenen Shishas und eines möglichen Brandes. Er fährt zurück, sein Auto wird umstellt, durchsucht und er wird festgenommen. Auf dem Revier wird er erkennungsdienstlich behandelt, seine DNA entnommen das Mobiltelefon beschlagnahmt. Die Protokolle liegen uns vor.

via la-presse: „Die Polizei soll sich mal integrieren“ – Warnschuss bei Corona-Kontrolle in Shisha-Bar