Verschwörungstheorien, Propaganda, Chaos Wie Rechtsextreme in der Corona-Krise zündeln

Die einen behaupten eine jüdische Verschwörung, andere hoffen auf den Umsturz: Rechtsextremisten wollen die Corona-Krise ausnutzen. Und sie haben jetzt viel Zeit. Das Video zeigt eine chaotische Szene in einem französischen Supermarkt: Menschen mit dunklen Kapuzen schlagen mit Stöcken aufeinander ein. Die Aufnahme, entstanden im vergangenen Jahr, zeigt französischen Medien zufolge eine Auseinandersetzung rivalisierender Banden. Doch jetzt ist die kurze Sequenz wieder aufgetaucht: Sie wird unter anderem in rechtsextremen Chatgruppen verbreitet. Und hier tut man so, als wären das Migranten, die in der Corona-Krise in einem Supermarkt randalierten. Auf Youtube, Instagram, in geschlossenen Chatgruppen und Kanälen von Messenger-Diensten wie Telegram oder Whatsapp: Überall im Netz versuchen derzeit Rechtsextreme die Corona-Krise für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie verbreiten Propaganda und treiben die Radikalisierung ihrer Anhänger voran. Einige hoffen sogar, dass die Corona-Krise den von ihnen ersehnten Bürgerkrieg herbeiführt. Experten befürchten, dass in dieser unsicheren Zeit rechtsextreme Verschwörungsmythen bis in die Mitte der Gesellschaft einsickern könnten. „Gerade in Krisensituationen ist es leichter, Menschen von Verschwörungstheorien und extremen Ideologien zu überzeugen“, sagt die Extremismusforscherin Julia Ebner.
Neonazis erwägen, mit Absicht Migranten anzuhusten Sie war für ihr Buch „Radikalisierungsmaschinen“ über Monate undercover in rechtsextremen Internetforen unterwegs. Auch in der Corona-Krise nutzt sie ihre Online-Profile, um Einblick in geschlossene rechtsextreme Gruppen im Netz zu erhalten. „Schon vor Wochen haben Rechtsextremisten von der ,Identitären Bewegung‘ bis hin zu Neonazis in den USA angefangen zu überlegen, wie sie diese Krise ausnutzen können“, sagt Ebner. Sehr häufig sehe sie, dass Migranten als Überträger des Virus und somit als Bedrohung dargestellt werden. In US-amerikanischen Rechtsextremisten-Foren werde aber auch diskutiert, ob positiv auf das Corona-Virus getestete Neonazis mit Absicht Migranten anhusten sollten, um diese anzustecken. Als Einstiegsdroge in den Radikalisierungsprozess in der rechten Szene gelten Verschwörungstheorien – und von ihnen gibt es in Bezug auf Corona mehr als genug. Das beobachtet auch Miro Dittrich, der sich seit Jahren mit rechtsextremen Online-Kulturen beschäftigt und für die staatlich geförderte Amadeu-Antonio-Stiftung arbeitet. „Die rechtsextreme Szene ist divers“, sagt er. „Die einen glauben, das Virus sei eine Biowaffe. Andere behaupten, es existiere gar nicht. Und wieder andere glauben, das sei alles nur Panikmache und es stehe ein anderes Ziel dahinter.“

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Wie die AfD Putins Militär in Italien einschleuste

Italienischer Ex-Offizier zu BILD: „Russland nutzt die Lkw nur, um seine Fahnen zu schwingen“. Italien ist in Europa das Epizentrum der Corona-Krise. Der russische Präsident Wladimir Putin schickte jetzt Soldaten in das Land, um zu helfen. Doch was steckt tatsächlich hinter der Aktion? Es war ein einmaliges Bild, das sich italienischen Autofahrern diese Woche auf der 600 Kilometer langen Autobahn von Rom in das Corona-Epizentrum Lombardei im Norden des Landes bot: zahlreiche KAMAZ-Lkw der russischen Armee, die unter der russischen Flagge „Experten und Medikamente“ nach Bergamo schafften. Zuvor waren neun Transportflugzeuge der russischen Luftwaffe mit mehr als 100 Armeeangehörigen südlich von Rom gelandet, um das Material auszuladen. (…) Doch nach BILD-Recherchen stellen sich sowohl das Zustandekommen als auch Art der „Corona-Hilfe“ nun doch ganz anders dar und offenbaren interessante Einblicke in die Kooperation rechter Parteien in Deutschland, Italien und Russland sowie deren Einfluss auf Russlands Staatschef Wladimir Putin. Am Montag erklärte die AfD im Bundestag zur Überraschung vieler: „Einem Hilfeersuchen des Bundestagsabgeordneten Ulrich Oehme für das vom Coronavirus schwer betroffene Norditalien ist die russische Führung nachgekommen.“ BILD fragte bei Oehme nach, der dem rechtsnationalistischen „Flügel“ um Björn Höcke zugerechnet wird und 2018 als „Wahlbeobachter“ auf die von Russland völkerrechtswidrig annektierten Krim reiste. (…) Oehme habe daraufhin mit einem Bekannten in Moskau eine Strategie entworfen, Italien mittels Russland zu helfen: „Wir beschlossen, zwei Briefe zu verfassen. Einen Brief an den Ausschussvorsitzenden des Außenausschusses und Mitglied des Europarats Leonid Slutzky und einen an den Abgeordneten der Moskauer Duma Roman Babayan.“ Besonders der Brief an Babayan habe „für ein großes Presseecho“ gesorgt. Kein Wunder, denn Babayan sitzt nicht nur für die regierungstreue „Mein Moskau“-Koalition im Moskauer Parlament. Er ist auch Moderator der beliebten Talkshow „Meine Wahrheit“, die regelmäßig auf dem Sender NTW läuft. NTW gehört zu 100 Prozent Gazprom Media, die wiederum dem staatlichen russischen Gaskonzern Gazprom gehört. Doch auch der zweite Angeschriebene hat es in sich. Leonid Slutzky ist Mitglied der scheinoppositionellen rechtsextremen Liberal-Demokratischen Partei Russlands. Seit 2014 steht er auf der Sanktionsliste der Europäischen Union. Der Grund: seine „aktive Unterstützung des Einsatzes russischer Streitkräfte in der Ukraine und bei der Annexion der Krim“. Seit vergangenem Jahr ist er zudem Mitglied der russischen Delegation in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats – ein genialer Trick des Kreml, um sein Einreiseverbot in die EU faktisch zu lockern (BILD berichtete). (…) Doch hält die russische „Hilfe“ auch, was sie verspricht? Die Zweifel daran werden immer lauter. Als erste berichtete gestern die italienische Zeitung „La Stampa“ unter Berufung auf eine hochrangige Regierungsquelle, dass „80 Prozent dieser russischen Lieferungen für Italien völlig nutzlos oder von geringem Nutzen sind“. Zudem erklärte die Zeitung unter Berufung auf ihre Quellen: „Die gesamte Operation gehört dem russischen Verteidigungsministerium, nicht dem des Gesundheitsministeriums. Sie besteht aus Generälen, Obersten, Majoren und Oberstleutnants, die in der Vergangenheit an militärischen Operationen beteiligt waren.“

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Extremist Content Online: White Supremacists Blame Jews, Israel & China For COVID-19

The Counter Extremism Project (CEP) reports weekly on the methods used by extremists to exploit the Internet and social media platforms to recruit followers and incite violence. This week, white supremacists on Telegram channels and chan-style message boards blamed Jews, Israel and China for COVID-19 and shared a meme encouraging those who have the virus to spread it to religious minorities. ISIS released a propaganda video to numerous web platforms titled “Defeated by Their Enemy” from the extremist group’s self-proclaimed Kirkuk province in Iraq. Also, ISIS’s Al Hayat Media Center released an Urdu nasheed seeking to further exacerbate tensions between Hindus and Muslims in India. Additionally, on Telegram and chan-style message boards, white supremacists celebrated the one-year anniversary of the Christchurch terror attack and advocated for further violence. A neo-Nazi Telegram channel urged for attacks on Jews, donors to pro-immigrant organizations and individuals that are “anti-white,” and a neo-Nazi Internet security group released a cyber security manual with instructions on protecting one’s online information and identity. Finally, CEP researchers located seven uploads of a notorious neo-Nazi National Action propaganda video on the BitChute video streaming platform.​ White Supremacists Blame China And Jews For COVID-19, Share Meme Advocating For Spreading Infection In numerous Telegram channels and chats, and on chan imageboards, white supremacists and other right-wing extremists have blamed Jews, Israel, China or Chinese people generally for COVID-19. Numerous posts have falsely accused China of accidentally releasing the virus from a biological weapons research facility. Many posts have also accused Israel of developing the virus, and have accused Jews of deliberately spreading it. Several white supremacist Telegram channels have also accused immigrants of spreading COVID-19. “While a meme shared by white supremacists that encourages spreading COVID-19 to religious minorities and people of color could be viewed as a failed attempt at humor, it’s important to recognize the violent and eliminationist rhetoric behind it,” said CEP researcher Joshua Fisher-Birch. “Telegram should take action against violent communities on their platform.” A meme on Telegram urges the viewer that if they are infected by COVID-19, to intentionally infect Muslims, Jews, people of color, and to spread the disease on public transit. The meme was shared by an anti-Semitic Telegram channel with over 1,200 subscribers and a Telegram channel that claims to be affiliated with the neo-Nazi British Movement, which has over 700 subscribers. While the meme is an attempt at humor, it invokes the genocidal fantasies of white supremacist movements in a time of precarity.

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Banned ‘alt-right’ comedian returns to spread coronavirus misinformation

Alt-right comedian Owen Benjamin has returned to social media, ignoring the numerous permanent suspensions he’s received from the major platforms. And he’s using it to spread coronavirus disinformation. Twitter banned Benjamin in 2018 after he went on a tirade about gun control advocate David Hogg’s genitals. Benjamin was banned by YouTube in December for what the company described as attempts to circumvent its terms of service. Within days of the YouTube ban, he was booted from Facebook and Instagram for anti-Semitic memes. Benjamin, who calls himself Big Bear, has returned in full force on all three. He actually appears to have created some accounts in advance, potentially anticipating he’d get banned. This afternoon, a Twitter spokesperson said they would look into Benjamin’s platform return. A few hours later, they said “the account was permanently suspended for violating our platform manipulation policy.” YouTube’s parent company Google did not respond to request for comment. Facebook, which owns Instagram, didn’t immediately respond.
On all three platforms, Benjamin has lately been urging people not to take coronavirus seriously—”fear is the virus” is his favorite line about the global pandemic—and making homophobic and anti-Semitic jokes. His new thing is referring to Jewish people as “grabblers,” a derogatory term used on the alt-right, a loose collection of conservatives that harbor white supremacists. “I still use my hands,” he recently tweeted about coronavirus. “Only cowards who believe the news don’t use their hands.” On a livestream yesterday, he said, “If the government says close your business, that doesn’t mean anything. That’s just a pedophile in a suit at a news conference.” On a recent video, he said it was statistically less likely that a Catholic priest is screwing kids than “a Jew is stealing money.” “What’s up with the Jews?” he later added. “Because there is something going on with it.”

via dailydot: Banned ‘alt-right’ comedian returns to spread coronavirus misinformation

White Supremacist Online Radio Outlets Call For Race War, Espouse Antisemitic Conspiracy Theories, Recruit For Violent Neo-Nazi Groups

The world of white supremacist and white nationalist broadcasting is vast, covering a wide variety of topics, ideologies, and motivations. White victimhood and Holocaust denial are two of the most common themes, but some organizations on the air push for a violent overthrow of the U.S. government as part of a race war. Furthermore, several of these broadcasts serve as recruitment platforms for neo-Nazi and white supremacist organizations such as the National Socialist Movement (NSM), Combat 18 (Skinheads),[1] and the Ku Klux Klan (KKK). Today, amid the COVID-19 pandemic, some online radio platforms are promoting antisemitic conspiracy theories by accusing Jews of creating and spreading the virus. Some broadcasting outlets have several hundred listeners, but others have hundreds of thousands, and the output and audiences of some are growing fast. One broadcasting platform, which has over 2,700 subscribers, hosts a number of white supremacist groups, including a branch of the KKK, a neo-Nazi organization, and an extreme white supremacist terroristic network. The platform promotes the idea of “White Revolution,” which they call “Boogaloo” and “RaHoWa” (Racial Holy War) with the ultimate aim of establishing a white ethno-state. These radio shows serve as recruitment platforms for these groups. An additional platform, with over 28,000 listeners, comprises several different shows, each focusing on a different topic of concern for the white supremacist cause, such as white supremacist rallies in the country, white power music, and Holocaust denial. The radio’s director, who hosts his own show, plays white power music, denies the Holocaust, promotes white revolution, and discusses solutions to “the Jewish Question.” A website featuring video and audio broadcasts belongs to a white nationalist organization with an audience of well over 100,000. The website’s shows discuss white identity and culture and antisemitic conspiracy theories, and instruct listeners in their view of what it means to be white. One of the most well-known neo-Nazi organizations in the U.S. has its own media network, with over 28,000 listeners.. The network’s broadcast content includes interpretive readings of Mein Kampf, discussions of crimes committed by African-Americans, and Holocaust denial. In recent weeks, the neo-Nazi organization has added a show produced by a branch of the KKK, further suggesting cooperation among various neo-Nazi and white supremacist movements. On each show, the host encourages listeners to join the organizations. Another white supremacist and white nationalist podcast platform covers U.S., European, and global topics, often through the lens of antisemitic conspiracy theories. This platform also owns a separate website for some of its podcasts and articles, and together they have a combined audience of over 13,000.

via memri: White Supremacist Online Radio Outlets Call For Race War, Espouse Antisemitic Conspiracy Theories, Recruit For Violent Neo-Nazi Groups

Fascists Impersonate Climate Group to Say Coronavirus is Good for Earth

The white supremacist group Hundred-Handers is impersonating Extinction Rebellion. A Twitter account claiming to be the regional arm of climate change activist group Extinction Rebellion (XR) tweeted photos of an apparent postering campaign promoting the coronavirus as a natural “cure” to the human “disease,” causing a swift backlash online. The problem: The group says it does not recognize the Twitter account and tweeted “far-right groups have put out stickers with messaging” that is not in line with the group’s beliefs. In an email, Extinction Rebellion spokespeople clarified that they don’t actually know who is behind the account, but social media posts by a neo-Nazi group viewed by Motherboard shows them gloating about flyers and claiming that the group impersonated Extinction Rebellion in the past. “Earth is healing. The air and water is clearing,” reads the post by an account going by @xr_east and claiming to be the East Midlands chapter of XR, which rose to prominence last year when the group organized mass climate change protests that brought London to a standstill. “Corona is the cure. Humans are the disease!” “The Twitter account in question is not recognised by Extinction Rebellion East Midlands or Extinction Rebellion UK and we do not support in any way the positions expressed on that account,” spokespeople said in an email. “In terms of the Twitter account, we aren’t aware who is behind it. XR is a decentralised, autonomous movement, with hundreds of groups worldwide. At first glance it looks legitimate–it uses XR branding, and has retweeted a number of XR tweets. But, we have spoken with our regional coordinators and they [knew] nothing about it before today.”

via vice: Fascists Impersonate Climate Group to Say Coronavirus is Good for Earth

siehe auch: Extinction Rebellion disowns ‘fake’ East Midlands group over Coronavirus tweet. A group claiming to represent Extinction Rebellion in the East Midlands has come under fire for a controversial tweet which states: “Corona is the cure. Humans are the virus”. The message, accompanied by pictures of posters carrying the same sentiment, has been widely condemned by other Extinction Rebellion (XR) groups, including the main XR UK and XR Midlands organisers – who, until today, followed the @XR_east account on social media. A spokeswoman for XR UK told ITV Central the tweet “in no way represents” the group’s position, and said she “absolutely, wholeheartedly condemned” the message. “It looks like the account was dormant for a long period of time – and it’s never tweeted anything like this before,” she said. “We’re trying to make contact with them but they’re not communicating. We don’t know for sure who it is, but it screams of being a fake account.” XR uses a “decentralised” structure, meaning local groups are free to operate by themselves under the banner of Extinction Rebellion. It means there are hundreds of groups across the country, ranging from small to large.

Mutmaßlicher #Lübcke-Attentäter soll Iraker niedergestochen haben Mordfall Lübcke – Hauptverdächtiger Stephan E. – #terror

Die Anklage gegen den mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird erweitert. Die Bundesanwaltschaft ist sich sicher, dass der Rechtsextremist auch für einen Mordversuch an einem irakischen Flüchtling aus dem Jahr 2016 verantwortlich ist. Der Angeklagte muss nicht nur mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen, sondern auch mit der anschließenden Sicherungsverwahrung.

Es ist eine lange Reihe von Gewalttaten, für die der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke bereits verurteilt worden ist: Er hat von hinten einen Imam in den Rücken gestochen, der Mann überlebte knapp. Er hat im Keller eines von Ausändern bewohnten Hauses Feuer gelegt, das aber erlosch. Er hat in einem Asylbewerberheim eine Bombe gelegt, ein Auto in Brand gesetzt – doch die Bewohner konnten es noch löschen. Er war bei einem Überfall von Rechtsradikalen auf eine Demonstration des DGB dabei. Nun kommt eine weitere Straftat hinzu: der Mordversuch an einem 22 Jahre alten irakischen Flüchtling, einem jungen Familienvater. Der Mann war im Jahr 2016 zu Fuß auf einem Gehweg in Kassel-Lohfelden unterwegs, als sich von hinten ein Radfahrer näherte und ihm ein Messer in den Rücken rammte. Das Opfer überlebte schwer verletzt. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ist sich nun sicher: Der Radfahrer war Stephan E. – der gleiche Mann, der auch Walter Lübcke ermordet haben soll. Der Generalbundesanwalt erweitert deshalb die Anklage gegen Stephan E. um den Fall des irakischen Flüchtlings. Der Rechtsextremist E. wird nun nicht nur wegen Mordes an Walter Lübcke angeklagt, sondern auch wegen des Mordversuchs an dem Iraker. Eine weitere Tat, die ihm zugerechnet wird, der Schuss auf einen Lehrer, der in der Flüchtlingsarbeit aktiv ist, wird nach Informationen der SZ nicht in die Anklage mit aufgenommen. Auf den Pädagogen war 2013 geschossen worden, der Schuss verfehlte ihn aber. Dem Rechtsextremisten droht lebenslage Sicherungsverwahrung Auch ohne diese Tat kommt nun so viel zusammen, dass Stephan E. – sollte er vom Oberlandesgericht Frankfurt für schuldig befunden werden – nicht nur mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen muss, sondern auch mit der anschließenden Sicherungsverwahrung. Das bedeutet: Er würde nie wieder in Freiheit kommen. Denn nun steht der Verdacht im Raum, dass der Schuss auf Walter Lübcke nicht die spontane Tat eines innerlich aufgewühlten Mannes war, so wie sich Stephan E. in seinem ersten, umfänglichen Geständnis eingelassen hatte. Sondern dass bei dem Rechtsextremisten ein tief eingeschliffener Hang zu Gewalttaten gegenüber Ausländern und Andersdenkenden besteht – dieser Hang ist die Voraussetzung für eine Sicherungsverwahrung über die Haftdauer hinaus.

via sz: Mutmaßlicher Lübcke-Attentäter soll Iraker niedergestochen haben
Mordfall Lübcke – Hauptverdächtiger Stephan E

Rechtsextremismus – Kühl verkalkuliert – #terror #rechtsblindheit

20 aktive Rechtsextreme hat Hessens Verfassungsschutz über Jahre aus den Augen verloren– auch zwei Verdächtige im Lübcke-Mordfall. Verfassungsschutz verliert mehrere Rechtsextreme aus den Augen. Auch Lübcke-Mörder Stephan E. wurde als „abgekühlt“ eingestuft. Innenminister Beuth lässt „abgekühlte“ Rechte überprüfen. Der hessische Verfassungsschutz hat rund 20 Rechtsextremisten fälschlich als „abgekühlt“ eingestuft, wie das Amt bei einer internen Überprüfung selbst festgestellt hat. Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) bestätigte dies auf eine Anfrage der Linken im Landtag. Bei dieser Zahl muss es nicht bleiben – 150 weitere angeblich „abgekühlte“ Rechtsextremisten werden noch überprüft. „Eine so hohe Trefferquote hat uns sehr überrascht. Dies bedeutet aber, dass seinerzeit nicht richtig entschieden wurde“, urteilte der hessische Linken-Innenpolitiker Hermann Schaus, der erwartet, dass bei der Bearbeitung weiterer Akten noch mehr aktive Rechtsextremisten entdeckt werden, die der Verfassungsschutz aus den Augen verloren hatte. „Der Frage dieser Fehlentscheidungen müssen wir im neuen Untersuchungsausschuss nachgehen“, sagte Schaus der Frankfurter Rundschau am Mittwoch. SPD, FDP und Linke streben einen Ausschuss im Hessischen Landtag an, der sich mit Versäumnissen der Behörden im Zusammenhang mit dem Mordfall Lübcke befassen soll.
Rechtsextreme: Auch Stephan E. unter den „Abgekühlten“ Einer der „Abgekühlten“, Stephan E., wird verdächtigt, im Juni 2019 den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) erschossen zu haben. Der „Abgekühlte“ Markus H. soll ihm dabei Hilfe geleistet haben. Beide gehörten der rechtsextremistischen Szene Nordhessens an und wurden deswegen vom Landes-Verfassungsschutz beobachtet.

via fr: Rechtsextremismus – Kühl verkalkuliert

Corona-Krise in Berlin – Infizierter #AfD-Abgeordneter noch am Dienstag in Sitzung – #schauhin #coronaparty #nichtregierungsfähig #gemeingefährlich #seuchenpartei

Der AfD-Abgeordnete hat noch am Dienstag an einer Sitzung im Berliner Abgeordnetenhaus teilgenommen. Kollegen sind sauer. Der mit dem Coronavirus infizierte AfD-Abgeordnete Martin Trefzer hat noch am Dienstag an einer Sitzung im Abgeordnetenhaus teilgenommen. Er war dabei, als sich der Untersuchungsausschuss zu den Vorgängen um die Gedenkstätte Hohenschönhausen konstituierte. Kurz darauf wurde sein positives Testergebnis bekannt. Kollegen sind jetzt sauer auf den AfD-Mann. „Alle waren anwesend“, sagte der SPD-Abgeordnete Christian Hochgrebe, „die elf Ausschussmitglieder, Referenten, Verwaltungsmitarbeiter.“ (…) Die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Sabine Bangert (Grüne) nannte Trefzers Verhalten „verantwortungslos“. Er gefährde Kollegen und auch die Arbeitsfähigkeit des Parlaments. Man habe aber mit großem Abstand getagt. Sie selber sei dem AfD-Politiker auf zehn Meter ferngeblieben.

via morgenpost: Corona-Krise in Berlin – Infizierter AfD-Abgeordneter noch am Dienstag in Sitzung

#Abstandsregeln nicht eingehalten: #AfD bekommt Ärger im #Bundestag – #schauhin #coronaparty #selbszgefährdung

Die AfD-Bundestagsfraktion trägt die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Krise im Prinzip mit. Dennoch hat es nun Streit gegeben. Der hat vor allem mit dem Verhalten der AfD-Abgeordneten zu tun. (…) Später gab es dann aber doch Ärger. Und das aus zwei Gründen. Erstens störten sich Abgeordnete mehrerer anderer Fraktionen daran, dass sich in den Reihen der AfD während der Sitzung immer wieder Parlamentarier im Stehen zu Kleingruppen zusammenfanden – ohne den in der Krise angemahnten Sicherheitsabstand einzuhalten. Von der Möglichkeit, zur Vergrößerung der Abstände auf einer der Tribünen Platz zu nehmen, machten die AfD-Abgeordneten augenscheinlich keinen Gebrauch. Schließlich platzte der Grünen-Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann der Kragen. “Wir haben klar vereinbart, dass nicht so viele Abgeordnete im Plenarsaal sind”, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Ohnehin sei der Bundestag “kein Stehparlament”. In einer Sitzungspause schimpfte ein Regierungsmitglied: “Die können sich ja gern selbst gefährden – aber nicht uns.” Die AfD gebe ein “schlechtes Beispiel”.

via rnd: Abstandsregeln nicht eingehalten: AfD bekommt Ärger im Bundestag