ND- Weiterhin verbotene Bücher bei Amazon

Unternehmen: Halten uns stets an geltendes Recht/Hunderte rechtsextremer Titel
Wer im Internet nach verbotenen und indizierten Büchern sucht, wird auch weiterhin beim Buchkaufhaus Amazon.de fündig.
Auch zwei Wochen, nachdem ND darüber berichtet hat, dass beim Internet-Buchkaufhaus Amazon.de mit verbotenen und indizierten Büchern gehandelt wird, war das beschlagnahmte Buch »Vorlesungen über Zeitgeschichte« des Holocaust-Leugners Rudolf Germar alias Ernst Gauss bei einem so genannten zShop von Amazon.de gelistet.
Gleiches gilt für den von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indizierten Titel »Hinter den Kulissen der Neuen Weltordnung« des Rechtsextremisten Hans Werner Woltersdorf. Das Werk wird über den Marketplace, ein weiteres Verkaufsmodul des Internethändlers, angeboten. Mit den gebührenpflichtigen zShops und dem Marketplace eröffnet Amazon.de Versandhändlern, Antiquariaten und Privatpersonen die Möglichkeit, Artikel über die Plattform des Buchkaufhauses anzubieten.
Christine Höger, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit bei Amazon.de, sicherte gegenüber ND zu, auch diese Titel umgehend aus dem Angebot zu entfernen. »Amazon.de hält sich stets an geltendes Recht«, so die PR-Chefin.
Anbieter nutzen große Reichweite
Warum die Titel noch zwei Wochen nach den Veröffentlichungen im Angebot gewesen seien, könne sie nicht sagen. Auch eine grundsätzliche Haltung des Unternehmens zum Verkauf rechtsextremer Publikationen wollte die Pressesprecherin nicht beziehen. Entscheidend für den Ausschluss von Titeln sei die Einschätzung der Bundesprüfstelle.
Damit wird deutlich, wie schnell das dieser Tage allseits geforderte breite gesellschaftliche Engagement gegen Rechts an seine Grenzen stößt, sobald es um ökonomische Interessen geht. Denn von den indizierten und beschlagnahmten Büchern abgesehen, sind bei Amazon.de Hunderte Titel von Autoren und Verlagen gelistet, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden. Darunter auch der NPD-Verlag »Deutsche Stimme«. Dazu kommen Anbieter in den zShops und auf dem Marketplace, die eindeutig der neonazistischen Szene zuzurechnen sind und die große Reichweite von Amazon.de für ihre Geschäfte zu nutzen wissen.

ND- Weiterhin verbotene Bücher bei Amazon

Unternehmen: Halten uns stets an geltendes Recht/Hunderte rechtsextremer Titel
Wer im Internet nach verbotenen und indizierten Büchern sucht, wird auch weiterhin beim Buchkaufhaus Amazon.de fündig.
Auch zwei Wochen, nachdem ND darüber berichtet hat, dass beim Internet-Buchkaufhaus Amazon.de mit verbotenen und indizierten Büchern gehandelt wird, war das beschlagnahmte Buch »Vorlesungen über Zeitgeschichte« des Holocaust-Leugners Rudolf Germar alias Ernst Gauss bei einem so genannten zShop von Amazon.de gelistet.
Gleiches gilt für den von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indizierten Titel »Hinter den Kulissen der Neuen Weltordnung« des Rechtsextremisten Hans Werner Woltersdorf. Das Werk wird über den Marketplace, ein weiteres Verkaufsmodul des Internethändlers, angeboten. Mit den gebührenpflichtigen zShops und dem Marketplace eröffnet Amazon.de Versandhändlern, Antiquariaten und Privatpersonen die Möglichkeit, Artikel über die Plattform des Buchkaufhauses anzubieten.
Christine Höger, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit bei Amazon.de, sicherte gegenüber ND zu, auch diese Titel umgehend aus dem Angebot zu entfernen. »Amazon.de hält sich stets an geltendes Recht«, so die PR-Chefin.
Anbieter nutzen große Reichweite
Warum die Titel noch zwei Wochen nach den Veröffentlichungen im Angebot gewesen seien, könne sie nicht sagen. Auch eine grundsätzliche Haltung des Unternehmens zum Verkauf rechtsextremer Publikationen wollte die Pressesprecherin nicht beziehen. Entscheidend für den Ausschluss von Titeln sei die Einschätzung der Bundesprüfstelle.
Damit wird deutlich, wie schnell das dieser Tage allseits geforderte breite gesellschaftliche Engagement gegen Rechts an seine Grenzen stößt, sobald es um ökonomische Interessen geht. Denn von den indizierten und beschlagnahmten Büchern abgesehen, sind bei Amazon.de Hunderte Titel von Autoren und Verlagen gelistet, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden. Darunter auch der NPD-Verlag »Deutsche Stimme«. Dazu kommen Anbieter in den zShops und auf dem Marketplace, die eindeutig der neonazistischen Szene zuzurechnen sind und die große Reichweite von Amazon.de für ihre Geschäfte zu nutzen wissen.

Kieler Nachrichten: Verfassungsschutz warnt vor Neonazis: “Die NPD will letztlich die Diktatur”

Nach der Organisationsstärke hat die NPD bei der Landtagswahl keine Chance. Ein rechtsextremistisches Weltbild haben aber bis zu 17 Prozent der Bevölkerung.
Sie sind das Potenzial, das sie mobilisieren will. “Die NPD will letztlich die Diktatur”, warnt Michael Wolf, Chef des Verfassungsschutzes im Land. “Politische Gewalt gehört mit in ihr Programm.”
Wolf liefert so kurz vor den Wahlen eine ausführliche Analyse des rechtextremistischen Potenzials in Schleswig-Holstein. Anlass war ein Seminar von Landtag, Landeszentrale für Politische Bildung und Institut für Qualitätsentwicklung der Schule gestern in Kiel. (…) Mit der Kandidatur der NPD und deren Unterstützung im Norden zielen offenbar alle faschistisch orientierten Kräfte in der Bundesrepublik gemeinsam darauf ab, Politikverdrossene, Unzufriedene, Arbeitslose und vor allem junge Wähler auch in einem der alten Bundesländer für ihre Zwecke zu mobilisieren. “Dabei bemüht sich die NPD, sich als Protestpartei zu positionieren und als Stimme der Benachteiligten darzustellen”, führt Wolf aus. Was sie dagegen selten klar formuliere: das Ziel der Verschmelzung eines elitären Volksgemeinschafts-Nationalismus mit den sozialen Ansprüchen der modernen Gesellschaft in einem “nationalen Sozialismus”. “Dies ist die Ideologie des historischen Faschismus, in Deutschland des Nationalsozialismus.”

Kieler Nachrichten: Verfassungsschutz warnt vor Neonazis: “Die NPD will letztlich die Diktatur”

Nach der Organisationsstärke hat die NPD bei der Landtagswahl keine Chance. Ein rechtsextremistisches Weltbild haben aber bis zu 17 Prozent der Bevölkerung.
Sie sind das Potenzial, das sie mobilisieren will. “Die NPD will letztlich die Diktatur”, warnt Michael Wolf, Chef des Verfassungsschutzes im Land. “Politische Gewalt gehört mit in ihr Programm.”
Wolf liefert so kurz vor den Wahlen eine ausführliche Analyse des rechtextremistischen Potenzials in Schleswig-Holstein. Anlass war ein Seminar von Landtag, Landeszentrale für Politische Bildung und Institut für Qualitätsentwicklung der Schule gestern in Kiel. (…) Mit der Kandidatur der NPD und deren Unterstützung im Norden zielen offenbar alle faschistisch orientierten Kräfte in der Bundesrepublik gemeinsam darauf ab, Politikverdrossene, Unzufriedene, Arbeitslose und vor allem junge Wähler auch in einem der alten Bundesländer für ihre Zwecke zu mobilisieren. “Dabei bemüht sich die NPD, sich als Protestpartei zu positionieren und als Stimme der Benachteiligten darzustellen”, führt Wolf aus. Was sie dagegen selten klar formuliere: das Ziel der Verschmelzung eines elitären Volksgemeinschafts-Nationalismus mit den sozialen Ansprüchen der modernen Gesellschaft in einem “nationalen Sozialismus”. “Dies ist die Ideologie des historischen Faschismus, in Deutschland des Nationalsozialismus.”

Neuer Anwalt von Martin Wiese beriet dessen Neonazi-Gruppe – Yahoo! Nachrichten

Der neue Anwalt des Münchner Neonazis Martin Wiese hat dessen rechtsextremistisches «Aktionsbüro Süd» juristisch beraten. Er habe für die Gruppe eine Rechtsschulung gegeben, räumte Günther Herzogenrath-Amelung am Donnerstag vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht ein, vor dem sich Wiese wegen eines geplanten Bombenanschlags auf das Münchner Jüdische Zentrum verantworten muss. Eine Zeugin berichtete, Wiese habe den Rechtsanwalt im Frühjahr 2003 als Gastredner eingeladen.
Herzogenrath-Amelung sagte zu seinem Auftritt bei der Neonazi-Gruppe: «Dafür sollte mir eigentlich der Freistaat Bayern ein Honorar zahlen.» Denn er habe den jungen Leuten Möglichkeiten für politisches Engagement aufgezeigt und ihnen nahe gelegt, «die Finger wegzulassen von Waffen und Sprengstoff». Er habe ihnen gesagt: «Haltet Euch an die Gesetze.» Die Neonazi-Gruppe habe sich aber nicht daran gehalten.

siehe auch: Neonazis werfen Ermittlern Manipulation vor

Neuer Anwalt von Martin Wiese beriet dessen Neonazi-Gruppe – Yahoo! Nachrichten

Der neue Anwalt des Münchner Neonazis Martin Wiese hat dessen rechtsextremistisches «Aktionsbüro Süd» juristisch beraten. Er habe für die Gruppe eine Rechtsschulung gegeben, räumte Günther Herzogenrath-Amelung am Donnerstag vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht ein, vor dem sich Wiese wegen eines geplanten Bombenanschlags auf das Münchner Jüdische Zentrum verantworten muss. Eine Zeugin berichtete, Wiese habe den Rechtsanwalt im Frühjahr 2003 als Gastredner eingeladen.
Herzogenrath-Amelung sagte zu seinem Auftritt bei der Neonazi-Gruppe: «Dafür sollte mir eigentlich der Freistaat Bayern ein Honorar zahlen.» Denn er habe den jungen Leuten Möglichkeiten für politisches Engagement aufgezeigt und ihnen nahe gelegt, «die Finger wegzulassen von Waffen und Sprengstoff». Er habe ihnen gesagt: «Haltet Euch an die Gesetze.» Die Neonazi-Gruppe habe sich aber nicht daran gehalten.

siehe auch: Neonazis werfen Ermittlern Manipulation vor

Scotsman.com News – Plans for University Debate with BNP Chief Condemned

Anti-racist groups today condemned plans for the leader of the British National Party to speak at Prince William’s university. Nick Griffin has been invited by students at St Andrews University in Fife to take part in a debate on the shortcomings of multiculturalism.
Mr Griffin, whose party has been probed by police over claims of inciting racial hatred, is due to speak at the university’s debating society next week. He will discuss the motion that “This house believes that the multicultural experiment has failed”.
The BNP leader was invited to speak by debating society president Peter Blair, 21, who is in his final year at the university. The motion was approved by the student association board. However, the move has been attacked by anti-racist groups, some of whom have refused to participate in the debate as opposition.

Scotsman.com News – Plans for University Debate with BNP Chief Condemned

Anti-racist groups today condemned plans for the leader of the British National Party to speak at Prince William’s university. Nick Griffin has been invited by students at St Andrews University in Fife to take part in a debate on the shortcomings of multiculturalism.
Mr Griffin, whose party has been probed by police over claims of inciting racial hatred, is due to speak at the university’s debating society next week. He will discuss the motion that “This house believes that the multicultural experiment has failed”.
The BNP leader was invited to speak by debating society president Peter Blair, 21, who is in his final year at the university. The motion was approved by the student association board. However, the move has been attacked by anti-racist groups, some of whom have refused to participate in the debate as opposition.

junge welt vom 02.02.2005 – Aufmucken gegen rechts

Landtagswahl in Schleswig-Holstein: NPD will mit rechtsextremer Musik Schülerinnen und Schüler ködern. Die setzen sich gemeinsam mit ihren Lehrern zur Wehr
Die NPD in Schleswig-Holstein will die heiße Phase des Landtagswahlkampfes nutzen, um vor allem an Jung- und Erstwähler heranzutreten. Das teilte die neonazistische Partei in der vergangenen Woche in Kiel mit. Geplant sei es unter anderem, 5 000 CDs mit rechtsextremer Musik kostenlos vor Schulen und Bildungseinrichtungen zu verteilen. Für den NPD-Spitzenkandidaten Uwe Schäfer ist »volkstreue Musik« ein entscheidendes Element »für die Vermittlung politischer Botschaften vor allem für Jugendliche«.
Erfolgsrezept aus Sachsen
Für die CD-Aktion ist, wie schon im sächsischen NPD-Wahlkampf, der Neofaschist Jens Pühse verantwortlich. Der ehemalige Funktionär der verbotenen Nationalistischen Front ist seit Jahren im Bereich Rechtsrock und rechtsextreme Medien tätig. Auch der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Liedermacher Frank Rennicke ist bereits auf mehreren Wahlkampfveranstaltungen aufgetreten.
Eine erste CD-Verteilaktion fand nach Angaben der NPD am vergangenen Donnerstag vor der »Geschwister-Scholl-Schule in der Travemünder Allee« in Lübeck statt. (…) An der morgendlichen Verteilaktion in Lübeck, die am Busbahnhof begonnen hatte, war neben Mitgliedern neonazistischer Kameradschaften auch der NPD-Landtagsabgeordnete Klaus Menzel aus Sachsen beteiligt. Die NPD hatte im sächsischen Landtagswahlkampf erstmals mit kostenlosen Musik-CDs um Jungwähler geworben. Rund 25 000 Tonträger mit Titeln von Bands wie Sturmwehr, Schlachthaus oder Faustrecht sollen in Umlauf gebracht worden sein. Am 19. September 2004 gab in Sachsen jeder vierte männliche Wähler zwischen 18 und 21 Jahren der neonazistischen Partei seine Stimme.

junge welt vom 02.02.2005 – Aufmucken gegen rechts

Landtagswahl in Schleswig-Holstein: NPD will mit rechtsextremer Musik Schülerinnen und Schüler ködern. Die setzen sich gemeinsam mit ihren Lehrern zur Wehr
Die NPD in Schleswig-Holstein will die heiße Phase des Landtagswahlkampfes nutzen, um vor allem an Jung- und Erstwähler heranzutreten. Das teilte die neonazistische Partei in der vergangenen Woche in Kiel mit. Geplant sei es unter anderem, 5 000 CDs mit rechtsextremer Musik kostenlos vor Schulen und Bildungseinrichtungen zu verteilen. Für den NPD-Spitzenkandidaten Uwe Schäfer ist »volkstreue Musik« ein entscheidendes Element »für die Vermittlung politischer Botschaften vor allem für Jugendliche«.
Erfolgsrezept aus Sachsen
Für die CD-Aktion ist, wie schon im sächsischen NPD-Wahlkampf, der Neofaschist Jens Pühse verantwortlich. Der ehemalige Funktionär der verbotenen Nationalistischen Front ist seit Jahren im Bereich Rechtsrock und rechtsextreme Medien tätig. Auch der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Liedermacher Frank Rennicke ist bereits auf mehreren Wahlkampfveranstaltungen aufgetreten.
Eine erste CD-Verteilaktion fand nach Angaben der NPD am vergangenen Donnerstag vor der »Geschwister-Scholl-Schule in der Travemünder Allee« in Lübeck statt. (…) An der morgendlichen Verteilaktion in Lübeck, die am Busbahnhof begonnen hatte, war neben Mitgliedern neonazistischer Kameradschaften auch der NPD-Landtagsabgeordnete Klaus Menzel aus Sachsen beteiligt. Die NPD hatte im sächsischen Landtagswahlkampf erstmals mit kostenlosen Musik-CDs um Jungwähler geworben. Rund 25 000 Tonträger mit Titeln von Bands wie Sturmwehr, Schlachthaus oder Faustrecht sollen in Umlauf gebracht worden sein. Am 19. September 2004 gab in Sachsen jeder vierte männliche Wähler zwischen 18 und 21 Jahren der neonazistischen Partei seine Stimme.