derStandard.at: Italien macht US-Soldaten für Tod von Calipari mitverantwortlich

Roms Bericht zeigt viele Differenzen mit US-Version – Zensuriertes US-Dokument lesbar gemacht – Probleme der US-Armee geschwärzt
Die Regierung in Rom macht US-Soldaten für den Tod des italienischen Geheimdienstagenten Nicola Calipari in Bagdad im März mitverantwortlich. In einem am Montag veröffentlichten Untersuchungsbericht kommt sie teilweise zu ganz anderen Schlüssen als die US-Armee, die am Samstag in ihrem Bericht jede Verantwortung von US-Soldaten für den Tod Caliparis ausgeschlossen hatte. In der inzwischen versehentlich veröffentlichten, unzensurierten Version des Dossiers wird jedoch eingeräumt, dass es kurz vor dem Zwischenfall Kommunikationsprobleme zwischen den US-Einsatzkräften gegeben habe.

siehe dazu auch: Vgl. “Schwärzung / Original

derStandard.at: Deutscher Historiker Wolffsohn: Müntefering hetzt wie einst die Nazis

SPD-Chef benutze “Worte aus dem Wörterbuch des Unmenschen”
Der Historiker Michael Wolffsohn hat dem deutschen SPD-Chef Franz Müntefering vorgeworfen, mit seiner Kapitalismus-Kritik gegen Unternehmer so zu hetzen wie einst Nationalsozialisten gegen Juden. Wolffsohn schrieb am Dienstag laut einer Vorausmeldung in der “Rheinischen Post”, Müntefering benutze “Worte aus dem Wörterbuch des Unmenschen”, weil “Menschen das Menschsein” abgesprochen werde.
Menschen mit Tieren gleichgesetzt
“60 Jahre ‘danach’ werden heute wieder Menschen mit Tieren gleichgesetzt, die – das schwingt unausgesprochen mit – als ‘Plage’ vernichtet, ‘ausgerottet’ werden müssen”, heißt es in dem Beitrag. “Heute nennt man diese ‘Plage’ oder ‘Heuschrecken’, damals ‘Ratten’ oder ‘Judenschweine'”, meinte Wolffsohn, der als Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München lehrt.

Reuters: NPD in Sachsen verweigert Teilnahme an Gedenkfeier zu Kriegsende

Die rechtsextreme NPD wird am 8. Mai nicht an einer Gedenkfeier im sächsischen Landtag anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren teilnehmen.
Man werde stattdessen an einer Demonstration der Nachwuchsorganisation Junge Nationaldemokraten in Berlin teilnehmen, erklärte die NPD-Fraktion am Montag in Dresden. Der stellvertretende NPD-Fraktionschef Uwe Leichsenring begründete die Verweigerung mit einer “einseitigen Akzentverschiebung” der geplanten Veranstaltung auf die jüdischen Opfer. Zugleich bezeichnete er das Kriegsende als Niederlage Deutschlands. Es sei unangebracht, dies zu feiern.

siehe auch: NPD in Sachsen verweigert Teilnahme an Gedenkfeier zu Kriegsende. Vize-Fraktionschef Leichsenring kritisiert “einseitige Akzentverschiebung” der geplanten Veranstaltung auf jüdischen Opfer, “Unangebracht, dies zu feiern”. Das Gedenken an die jüdischen Opfer des Zweiten Weltkriegs ist für die NPD eine “einseitige Akzentverschiebung” – deshalb verweigert sie die Teilnahme an einer Feierstunde im Dresdner Parlament

[inforiot] Erinnerung an die Hölle von Halbe

In Todesangst rennt Heinz Keim mit Kameraden seines Nachrichtenregiments durch den Geschützdonner von Halbe. Granatsplitter fliegen ihm um die Ohren. Überall liegen Leichen. Als der damals 18-Jährige nicht mehr kann, buddelt er sich in einem Erdloch ein. Ein Rotarmist entdeckt ihn am 29. April. Keim kommt in Gefangenschaft. “Wir waren keine Helden, sondern Menschen, die überleben wollten.”
Die Schilderungen des ehemaligen Wehrmachtsangehörigen gingen den rund 1500 Besuchern der Gedenkveranstaltung auf Deutschlands größtem Soldatenfriedhof am Sonnabend in Halbe (Dahme-Spreewald) sichtlich nahe.

taz 3.5.05 Und Ramona sah zu

(…) Es geht hier nicht um geklaute Lippenstifte oder eine Prügelei unter Halbstarken. Es geht um eine Gewaltorgie – ein Neonazi-Verbrechen, sagt die Staatsanwaltschaft. Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre im Gefängnis. Acht Wochen ist es inzwischen her, dass die fünf jungen Leute im Landgericht Frankfurt an der Oder ihre Versionen der Tat zu Protokoll geben sollten. Trotzig klang Ramona P., 25, damals. “An den ganzen Scheiß kann ich mich so genau nicht mehr erinnern! Sorry – so was hab ich auch noch nicht erlebt. Das war wie im schlechten Horrorfilm.” (…) Am Anfang, da sei die Stimmung “eigentlich super” gewesen, berichtete Ramona P.: “Es waren halt nur alle besoffen.” Am Ende pulste dem Opfer das Blut aus Kopfwunden, es rann aus seinem After vermischt mit Kot, Gunnar S. trug Brandmale eines Bügeleisens an Brust und Gesäß, Rippen waren gebrochen, der Darm war gerissen. Der 23-Jährige hatte Taubenkot gegessen, sein Erbrochenes aufgeleckt, Urin und Reinigungsmittel getrunken. Er war dem Tod nahe. Er musste sich wieder anziehen, er durfte gehen. Auch Ramona P. ging mit ihrer Freundin und deren Verlobtem Daniel K., 21, nach Hause. Niemand rief die Polizei, niemand den Arzt. Dass das Opfer nicht verblutete, war Zufall.

Leipziger Volkszeitung – Neonazi-Demo hat juristisches Vorspiel

Das juristische Tauziehen um die Neonazi-Demonstration am Sonntag in Delitzsch hat begonnen. Vermutlich heute, spätestens jedoch morgen werde das Leipziger Verwaltungsgericht über das Verbot des Aufmarsches entscheiden, verlautete gestern aus dem Gericht. Das Delitzscher Landratsamt hatte den Aufzug quer durch die Stadt, zu dem bis zu 400 Rechtsextremisten aus der gesamten Bundesrepublik erwartet werden, vor knapp zwei Wochen untersagt. Die Behörde sieht in der Kundgebung am 60. Jahrestag des Kriegsendes einen “Angriff auf die öffentliche Ordnung” und eine “Provokation gegen die Bundesrepublik”. (…) Möglicherweise wird der Streit aber wie schon bei der Demo am 1. Mai in Leipzig erst in letzter Minute vom Oberverwaltungsgericht Bautzen entschieden.
Juristisch vertreten wird der Anmelder der Delitzscher Demo durch den Hamburger Neonazi Christian Worch. Dieser hatte auch den Aufzug in Leipzig organisiert, in Delitzsch ist er als Redner angekündigt.

Neonazi-Prozess: Plädoyers der Verteidigung

Im so genannten Wiese-Prozess vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht in München haben heute die Verteidiger das Wort. Die Bundesanwaltschaft hatte gestern Haftstrafen von acht Jahren für den mutmaßlichen Anführer der ‘Kameradschaft Süd’, den Neo-Nazi Martin Wiese und zwischen sechs Jahren und zweieinhalb Jahren Haft für die drei Mitangeklagten gefordert.

siehe auch: Acht Jahre Haft für Neonazi Wiese gefordert, Anklage sieht Anschlagsplan von Neonazis als erwiesen an, Acht Jahre Haft für Martin Wiese gefordert. Auch die Mitangeklagten des Anführers der rechtsradikalen „Kameradschaft Süd“ müssen nach Auffassung der Bundesanwaltschaft mit hohen Freiheitsstrafen rechnen

Kansas City Star | Nazis bunked in Overland Park hotel

Web site shows meeting at KC restaurant
More details have emerged about a national convention that a neo-Nazi organization held in the area last month.
The National Socialist Movement, which calls itself “America’s Nazi Party,” booked rooms at an Overland Park hotel under an assumed name, said Eric Strand, vice president of marketing for Drury Hotels. He said he couldn’t remember the exact name the group used. Strand said the group gave employees at the company’s Pear Tree Inn at Interstate 435 and Metcalf Avenue a name that led them to believe it was an organization interested in military issues.

derStandard.at: Mölzer sagt Heldenplatz-Rede ab

EU-Abgeordneter will nicht auf “Totengedenken im kleinen Rahmen mit privatem Charakter” sprechen
Der “Heldenehrung” der deutschnationalen Burschenschaften am 8. Mai ist der prominente Festredner abhanden gekommen. Der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer hat seine Teilnahme am Montag abgesagt. Als Begründung nennt Mölzer in einer Aussendung, dass die Veranstaltung am Wiener Heldenplatz “heuer nur mehr ein Totengedenken im kleinen Rahmen mit privatem Chrarakter” sein werde.