Frankfurter Rundschau online – “‘Die Neonazi-Szene hat zugenommen'”

Rechtsextreme siedeln sich in Wohngemeinschaften auf dem Land an / Stadt und Bürger halten sich zurück
Neonazis machen sich in Hessen vermehrt auf dem Land breit. Im südhessischen Nidderau-Heldenbergen sorgt eine rechtsextreme Wohngemeinschaft für Unruhe. Im nordhessischen Wethen gründeten die Rechten sogar einen Sportverein, um Sympathien bei der Bevölkerung zu gewinnen.
Mit gerade einmal 46 Teilnehmern wirkte der Neonazi-Aufmarsch am Wochenende in Marburg alles andere als kraftvoll. Dennoch warnen Experten davor, die Rechtsextremen zu unterschätzen. “Die Neonazi-Szene in Hessen hat deutlich zugenommen und ist deutlich selbstbewusster geworden”, sagt Michael Weiss vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum APABIZ in Berlin der Frankfurter Rundschau.
Nazi-Konzerte jahrelang geduldet
Zwar habe der Gegendruck durch Polizei, Gesellschaft und nicht zuletzt Antifaschistische Gruppen dazu geführt, dass sich organisierte Neonazis aus den großen Städten zurückgezogen hätten. Doch dafür machten sie sich nun verstärkt auf dem Land breit – weniger im Sinne einer Strategie zur Schaffung “national befreiter Zonen”, sondern eher, weil sie es dort leichter hätten. In Kirtorf etwa konnten jahrelang Nazi-Skinhead-Konzerte in der Scheune des Landwirts Bertram Köhler stattfinden, ehe der Vogelsbergkreis das vor einigen Wochen unterband. Die rechtsextreme Kameradschaft “Berserker Kirtorf” gibt es nach wie vor.
Besondere Sorge bereitet Weiss ein Wohnprojekt um den einschlägig bekannten Bernd Tödter im nordhessischen Dörfchen Wethen im Kreis Waldeck-Frankenberg. In dem 500 Einwohner zählenden Ortsteil von Diemelstadt hat sich Tödter – Begründer der mittlerweile aufgelösten neofaschistischen Kameradschaft “Sturm 18 Cassel” und vorbestraft wegen Tötung eines Obdachlosen – zusammen mit knapp zehn Freunden in einem ehemaligen Gasthof angesiedelt. Eine kurdische Familie, die im selben Anwesen wohnte, haben die Neudörfler verjagt. Nachbarn berichten von lauter Neonazi-Musik und “Sieg-Heil”-Rufen.
“Das hat auch in Hessen eine neue Qualität, was sich da in Diemelstadt abspielt”, meint Weiss. Denn mit einem eigens gegründeten “Sportverein Wethen” werben Tödter und seine Mitbewohner um Sympathien insbesondere der Jugendlichen. “Für die rechten Jugendcliquen, die es überall auf dem Land gibt, wird sich Wethen zum Anlaufpunkt entwickeln”, prophezeit Weiss.

BerlinOnline: Neonazis setzen auf Radikalisierung der NPD

Zunehmende Bemühungen um Kooperation in der rechtsextremen Szene
Die NPD hat in ihrem Bemühen um eine Kooperation mit parteiunabhängigen militanten Neonazis offenbar zunehmend Erfolg. Der jüngst erfolgte Eintritt des Rechtsextremisten Norman Bordin in die Partei spricht dafür, dass die Front der NPD-Gegner um den Hamburger Neonazi-Führer Christian Worch bröckelt. Der wegen Körperverletzung vorbestrafte Bordin ist als “Gausekretär Süd” ein Führungsmitglied im “Kampfbund Deutscher Sozialisten” (KDS), der sich noch im Mai gemeinsam mit Worch strikt gegen eine Unterstützung der NPD durch so genannte “Freie Nationalisten” ausgesprochen hatte.
Worch – Organisator der meisten Neonazi-Aufmärsche in Deutschland – hatte im Frühjahr davor gewarnt, dass die NPD bei den frei organisierten rechten Kameraden nur “ein paar nützliche Idioten” suche. Der bundesweit organisierte KDS, der sich als Sammelbecken “rechter und linker Nationalsozialisten” versteht, hatte ihn seinerzeit in dessen ablehnender Haltung ausdrücklich unterstützt.
Während Worch auch nach dem Wahlerfolg der NPD in Sachsen bei seiner Anti-Haltung bleibt, gibt es im KDS offenbar einen Meinungsumschwung. Zurückzuführen ist dies nach Meinung von Insidern auf einen Auftritt des Neonazi-Führers Thomas Wulff auf dem letzten “Gautreffen” des KDS am 3. Juli in Leverkusen. Wulff, der vergangenen Monat der NPD beitrat, hatte monatelange Verhandlungen mit der NPD-Führung über die Bildung einer “Volksfront von Rechts” geführt. Auf dem “Gautreffen” in Leverkusen gelang es Wulff offenbar, den KDS von den Vorzügen einer Kooperation mit der NPD für die rechtsextreme Szene zu überzeugen.

BerlinOnline: Neonazis setzen auf Radikalisierung der NPD

Zunehmende Bemühungen um Kooperation in der rechtsextremen Szene
Die NPD hat in ihrem Bemühen um eine Kooperation mit parteiunabhängigen militanten Neonazis offenbar zunehmend Erfolg. Der jüngst erfolgte Eintritt des Rechtsextremisten Norman Bordin in die Partei spricht dafür, dass die Front der NPD-Gegner um den Hamburger Neonazi-Führer Christian Worch bröckelt. Der wegen Körperverletzung vorbestrafte Bordin ist als “Gausekretär Süd” ein Führungsmitglied im “Kampfbund Deutscher Sozialisten” (KDS), der sich noch im Mai gemeinsam mit Worch strikt gegen eine Unterstützung der NPD durch so genannte “Freie Nationalisten” ausgesprochen hatte.
Worch – Organisator der meisten Neonazi-Aufmärsche in Deutschland – hatte im Frühjahr davor gewarnt, dass die NPD bei den frei organisierten rechten Kameraden nur “ein paar nützliche Idioten” suche. Der bundesweit organisierte KDS, der sich als Sammelbecken “rechter und linker Nationalsozialisten” versteht, hatte ihn seinerzeit in dessen ablehnender Haltung ausdrücklich unterstützt.
Während Worch auch nach dem Wahlerfolg der NPD in Sachsen bei seiner Anti-Haltung bleibt, gibt es im KDS offenbar einen Meinungsumschwung. Zurückzuführen ist dies nach Meinung von Insidern auf einen Auftritt des Neonazi-Führers Thomas Wulff auf dem letzten “Gautreffen” des KDS am 3. Juli in Leverkusen. Wulff, der vergangenen Monat der NPD beitrat, hatte monatelange Verhandlungen mit der NPD-Führung über die Bildung einer “Volksfront von Rechts” geführt. Auf dem “Gautreffen” in Leverkusen gelang es Wulff offenbar, den KDS von den Vorzügen einer Kooperation mit der NPD für die rechtsextreme Szene zu überzeugen.

pnp.de – Neonazi Wiese sagt nicht aus

Im Terrorismus-Prozess um den geplanten Neonazi-Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in München hat gestern der Hauptbeschuldigte Martin Wiese als Zeuge keine Angaben gemacht. Der 28 Jahre alte Kopf der rechtsextremen „Kameradschaft Süd“ hat sich vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen.

siehe auch: Hauptverdächtiger im Neonazi-Prozess verweigert Aussage

pnp.de – Neonazi Wiese sagt nicht aus

Im Terrorismus-Prozess um den geplanten Neonazi-Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in München hat gestern der Hauptbeschuldigte Martin Wiese als Zeuge keine Angaben gemacht. Der 28 Jahre alte Kopf der rechtsextremen „Kameradschaft Süd“ hat sich vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen.

siehe auch: Hauptverdächtiger im Neonazi-Prozess verweigert Aussage

Yahoo! Nachrichten – Potsdam trotzt Neonazis – Drei Demonstrationen gegen Aufmarsch am Samstag angekündigt

Der Widerstand in Potsdam gegen einen Aufmarsch von Neonazis am Samstag formiert sich. Das «Linke Bündnis Potsdam», ein Zusammenschluss mehrerer Gruppen, rief am Mittwoch zu einer Gegenkundgebung auf. Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereine und Bürgerinitiativen hatten bereits zuvor zu einer weiteren Gegendemonstration eingeladen. Die vorwiegend studentische «AG Anti-Rassismus» will ebenfalls demonstrieren. Die Polizei reagiert auf die zu erwartenden Proteste mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften, die auch aus anderen Bundesländern angefordert wurden. Kürzlich hatte es in Hannover bei gewaltsamen Protesten gegen eine NPD-Veranstaltung Verletzte gegeben.
Mitarbeiter des Mobilen Beratungsteams Brandenburg (MBT), die sich seit Jahren mit Rechtsextremismus in der Mark beschäftigen, warnten mit Blick auf die Aufmarsch-Redner vor einem «Schulterschluss» von rechtsextremer NPD und Kameradschaften in Brandenburg. Sie verwiesen darauf, dass die NPD ihre Parteispitze auf dem bevorstehenden Bundesparteitag für militante Neonazis öffnen wolle. Die Führung werbe seit kurzem offensiv um Kameradschaften und Neonazis. «Wir wollen nicht, dass die Nazis hier laufen», betonte ein Sprecher des Potsdamer linken Bündnisses. Der Aufmarsch, zu dem Medienberichten zufolge etwa 200 Rechtsextremisten erwartet werden, und für den strenge Auflagen verhängt wurden, soll um 12.00 Uhr vom Hauptbahnhof in die Innenstadt führen.

Yahoo! Nachrichten – Potsdam trotzt Neonazis – Drei Demonstrationen gegen Aufmarsch am Samstag angekündigt

Der Widerstand in Potsdam gegen einen Aufmarsch von Neonazis am Samstag formiert sich. Das «Linke Bündnis Potsdam», ein Zusammenschluss mehrerer Gruppen, rief am Mittwoch zu einer Gegenkundgebung auf. Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereine und Bürgerinitiativen hatten bereits zuvor zu einer weiteren Gegendemonstration eingeladen. Die vorwiegend studentische «AG Anti-Rassismus» will ebenfalls demonstrieren. Die Polizei reagiert auf die zu erwartenden Proteste mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften, die auch aus anderen Bundesländern angefordert wurden. Kürzlich hatte es in Hannover bei gewaltsamen Protesten gegen eine NPD-Veranstaltung Verletzte gegeben.
Mitarbeiter des Mobilen Beratungsteams Brandenburg (MBT), die sich seit Jahren mit Rechtsextremismus in der Mark beschäftigen, warnten mit Blick auf die Aufmarsch-Redner vor einem «Schulterschluss» von rechtsextremer NPD und Kameradschaften in Brandenburg. Sie verwiesen darauf, dass die NPD ihre Parteispitze auf dem bevorstehenden Bundesparteitag für militante Neonazis öffnen wolle. Die Führung werbe seit kurzem offensiv um Kameradschaften und Neonazis. «Wir wollen nicht, dass die Nazis hier laufen», betonte ein Sprecher des Potsdamer linken Bündnisses. Der Aufmarsch, zu dem Medienberichten zufolge etwa 200 Rechtsextremisten erwartet werden, und für den strenge Auflagen verhängt wurden, soll um 12.00 Uhr vom Hauptbahnhof in die Innenstadt führen.

Yahoo! Nachrichten – Rechtsextremismus ändert Strategien und Erscheinungsbilder

Neue Strategien und veränderte Erscheinungsbilder kennzeichnen nach jüngsten Verfassungsschutz-Beobachtungen die rechtsextremistische Szene in Mecklenburg-Vorpommern. Ähnlich der bundesweiten Entwicklung gehe der Einfluss gewaltbereiter Skinheads im Land zurück und Neonazis versuchten sich bei Kampagnen mit aktuellem oder lokalpolitischem Bezug, warnte Schwerins Innenminister Gottfried Timm am Dienstag. Angesichts zunehmender sozialer Akzeptanz der rechtsextremistischen Propaganda forderte Timm erhöhte Wachsamkeit.
«Ziel der Neonazis ist es, auf das kulturelle Umfeld in der jeweiligen Region Einfluss zu nehmen», sagte Timm. Dabei verzichteten sie weitgehend auf martialisches Auftreten und versuchten stärker auf rechtsextremistische Parteien einzuwirken. Zu beobachten sei beispielsweise, dass Neonazis und NPD unter dem Schlagwort «Volksfront von rechts» den Schulterschluss probten. Einige maßgebliche Protagonisten der Neonazi-Szene seien inzwischen NPD-Mitglieder.
Als «besonders gefährlich» bezeichnete Timm das «Nationale und soziale Aktionsbündnis Mitteldeutschland», das Vernetzung, Koordinierung und Informationsverbreitung in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg absichere.