Aachener Nachrichten online – Gesicht im Gleisbett, Kampfstiefel im Genick

«So, jetzt merkst du mal, wie sich das anfühlt, wenn der Zug gleich über deinen Kopf fährt.» Anderthalb Jahre ist es her, dass Tobias K. diesen Satz hörte. Aus Angst hat er nur mit wenigen Menschen, der Polizei und als Zeuge vor Gericht darüber gesprochen. «Davon weiß eigentlich niemand», sagt der 20-Jährige. Jetzt aber finde er es wichtig, darüber zu sprechen. Denn als er den Satz im Juli 2003 hörte, hatte er Todesangst und lag im Schotter eines Gleisbetts. Er musste auf Geheiß eines Neonazis in einen der Gleisstränge beißen, während dieser ihm die Sohle seines Kampfstiefels ins Genick presste.

Aachener Nachrichten online – Gesicht im Gleisbett, Kampfstiefel im Genick

«So, jetzt merkst du mal, wie sich das anfühlt, wenn der Zug gleich über deinen Kopf fährt.» Anderthalb Jahre ist es her, dass Tobias K. diesen Satz hörte. Aus Angst hat er nur mit wenigen Menschen, der Polizei und als Zeuge vor Gericht darüber gesprochen. «Davon weiß eigentlich niemand», sagt der 20-Jährige. Jetzt aber finde er es wichtig, darüber zu sprechen. Denn als er den Satz im Juli 2003 hörte, hatte er Todesangst und lag im Schotter eines Gleisbetts. Er musste auf Geheiß eines Neonazis in einen der Gleisstränge beißen, während dieser ihm die Sohle seines Kampfstiefels ins Genick presste.

Angefahren: War es der Neonazi?

Polizei ermittelt gegen Rieger-Anhänger
Die Auseinandersetzungen um ein geplantes Neonazi-Zentrum in Dörverden sind eskaliert. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung gegen ein NPD-Mitglied vom Heisenhof in Dörverden. Der Mann soll gestern nachmittag einen Journalisten bewußt angefahren und dabei verletzt haben. Der Vorfall ereignete sich auf dem Gelände einer Berufsschule in Verden, wo der 22jährige NPD-Flugblätter verteilte. Die Polizei griff den Rechtsextremen später beim Verlassen des Heisenhofes auf und beschlagnahmte dessen Auto und den Führerschein.
Der als rechtsextrem eingestufte Hamburger Anwalt Jürgen Rieger hatte im Sommer das 22 000 Quadratmeter große ehemalige Bundeswehrgelände im April im Auftrag der “Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation” (Fruchtbarkeit) erworben. Er will den Heisenhof zum Treffpunkt für die rechtsextremistische Szene ausbauen. Wie die Kreisverwaltung in Verden gestern mitteilte, hat er Bauanträge gestellt, die eine Nutzung für “Tagungen” inklusive Unterbringung und Verpflegung zahlreicher Gäste ermöglichen soll.

Angefahren: War es der Neonazi?

Polizei ermittelt gegen Rieger-Anhänger
Die Auseinandersetzungen um ein geplantes Neonazi-Zentrum in Dörverden sind eskaliert. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung gegen ein NPD-Mitglied vom Heisenhof in Dörverden. Der Mann soll gestern nachmittag einen Journalisten bewußt angefahren und dabei verletzt haben. Der Vorfall ereignete sich auf dem Gelände einer Berufsschule in Verden, wo der 22jährige NPD-Flugblätter verteilte. Die Polizei griff den Rechtsextremen später beim Verlassen des Heisenhofes auf und beschlagnahmte dessen Auto und den Führerschein.
Der als rechtsextrem eingestufte Hamburger Anwalt Jürgen Rieger hatte im Sommer das 22 000 Quadratmeter große ehemalige Bundeswehrgelände im April im Auftrag der “Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation” (Fruchtbarkeit) erworben. Er will den Heisenhof zum Treffpunkt für die rechtsextremistische Szene ausbauen. Wie die Kreisverwaltung in Verden gestern mitteilte, hat er Bauanträge gestellt, die eine Nutzung für “Tagungen” inklusive Unterbringung und Verpflegung zahlreicher Gäste ermöglichen soll.

NETECHO.INFO : Etwas anderes Gedenken in SS-Uniform

Am Rande der Gedenkfeier in Baugnez »feierte« eine Gruppe von etwa 15 Deutschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren ihr eigenes Gedenken. In SS-Uniformen war die Gruppe in der Region unterwegs. (…) Den Polizisten kam die Idee, sich auf die Route des ehemaligen SS-Offiziers Peiper zu begeben und konnte die Gruppe tatsächlich in der Nähe von Stavelot stellen. Der Älteste von ihnen, wahrscheinlich ein Veteran, bereitete sich gerade vor, um eine Rede zu halten.

NETECHO.INFO : Etwas anderes Gedenken in SS-Uniform

Am Rande der Gedenkfeier in Baugnez »feierte« eine Gruppe von etwa 15 Deutschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren ihr eigenes Gedenken. In SS-Uniformen war die Gruppe in der Region unterwegs. (…) Den Polizisten kam die Idee, sich auf die Route des ehemaligen SS-Offiziers Peiper zu begeben und konnte die Gruppe tatsächlich in der Nähe von Stavelot stellen. Der Älteste von ihnen, wahrscheinlich ein Veteran, bereitete sich gerade vor, um eine Rede zu halten.

NN – Nazi-Verbrechen in Frage gestellt

GERICHT / 22-jähriger Korneuburger wurde verurteilt, weil er per E-Mails die Verbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg geleugnet hat.
„Haben Sie irgendwelche Zweifel, dass Millionen Menschen in Konzentrationslagern ermordet wurden?“ – „Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen. Um diese Frage streiten sich die Historiker“, erwiderte der 22-jährige Franz P. (Name geändert) aus Korneuburg auf die Frage von Richter Mag. Klebermaß nach Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg.
Einen Kriegsverbrecher wollte der Kellner, der laut Anklage als Sympathisant von Neonazis bekannt ist, in Folge namentlich nicht nennen können. Dies verwunderte den Vorsitzenden: „Ist das nicht in einem der vielen Geschichtsbücher gestanden, die Sie gelesen haben?“ Dieser aussagekräftige Dialog stand am Anfang eines Schwurgerichtsprozesses am Landesgericht Korneuburg, bei dem es um das Verbotsgesetz ging.
„Sie haben per E-Mails zur Teilnahme an einer Kundgebung gegen die Aberkennung des Ehrengrabes von Major Walter Nowotny (nationalsozialistische Kultfigur) aufgerufen und dabei nationalsozialistische Verbrechen gegen die Menschlichkeit geleugnet und als erfunden bezeichnet“, erläuterte Staatsanwältin Dr. Puchner.
Franz P.: „Es ging mir nur ums Soldatentum“
„Ich wollte nur das Andenken an einen Soldaten bewahren, es ging mir nur ums Soldatentum“, verantwortete sich Franz P. und erklärte zu den von ihm so bezeichneten erfundenen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg: „Das ist keine pauschalierte Leugnung von mir. Ich beziehe mich auf einzelne, singuläre Punkte.“

NN – Nazi-Verbrechen in Frage gestellt

GERICHT / 22-jähriger Korneuburger wurde verurteilt, weil er per E-Mails die Verbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg geleugnet hat.
„Haben Sie irgendwelche Zweifel, dass Millionen Menschen in Konzentrationslagern ermordet wurden?“ – „Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen. Um diese Frage streiten sich die Historiker“, erwiderte der 22-jährige Franz P. (Name geändert) aus Korneuburg auf die Frage von Richter Mag. Klebermaß nach Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg.
Einen Kriegsverbrecher wollte der Kellner, der laut Anklage als Sympathisant von Neonazis bekannt ist, in Folge namentlich nicht nennen können. Dies verwunderte den Vorsitzenden: „Ist das nicht in einem der vielen Geschichtsbücher gestanden, die Sie gelesen haben?“ Dieser aussagekräftige Dialog stand am Anfang eines Schwurgerichtsprozesses am Landesgericht Korneuburg, bei dem es um das Verbotsgesetz ging.
„Sie haben per E-Mails zur Teilnahme an einer Kundgebung gegen die Aberkennung des Ehrengrabes von Major Walter Nowotny (nationalsozialistische Kultfigur) aufgerufen und dabei nationalsozialistische Verbrechen gegen die Menschlichkeit geleugnet und als erfunden bezeichnet“, erläuterte Staatsanwältin Dr. Puchner.
Franz P.: „Es ging mir nur ums Soldatentum“
„Ich wollte nur das Andenken an einen Soldaten bewahren, es ging mir nur ums Soldatentum“, verantwortete sich Franz P. und erklärte zu den von ihm so bezeichneten erfundenen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg: „Das ist keine pauschalierte Leugnung von mir. Ich beziehe mich auf einzelne, singuläre Punkte.“

taz 21.12.04 Warten aufs Adolfhitler

Neonazis wollen an Heiligabend in Recklinghausen aufmarschieren. Anwohner sammeln Unterschriften für ein Verbot der Veranstaltung. Rechte suchen inzwischen nach neuen Strategien
Die Nazis feiern ihre “Deutsche Weihnacht” – am Freitag in Recklinghausen. Rechte Gruppierungen um den “WiderstandDO” und die “Kameradschaft Dortmund” rufen an Heiligabend zu einem Aufmarsch in die Recklinghäuser Innenstadt. Vorwand ist die polizeiliche Auflösung eines Neonazi-Konzerts am 13. November dieses Jahres. Auf dem Konzert sollten einschlägige Bands wie “Berserker”, “Kategorie C” oder “Outlaw” auftreten. Drahtzieher der Veranstaltung war der mehrfach vorbestrafte Chef der “Kameradschaft Dortmund”, “SS-Sigi” Siegfried Borchardt. Gegen die so bezeichnete “Polizeiwillkür” hatten die Rechten bereits an vier voran gegangenen Samstagen demonstriert – mit mäßigem Erfolg. Die Teilnehmerzahl schwankte zwischen 50 und 70. (…)
Spätestens seit den Erfolgen rechter Parteien bei den Landtagswahlen im Saarland und in Sachsen versuchen die Rechten auch im Ruhrgebiet, durch permanente Straßenpräsenz Fuß zu fassen. Dabei wird auch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen “Freien Kameradschaften” und der NPD ins Auge gefasst. Christian Worch, einer der Ideologen der militanten Neonazi-Szene, hat sich kürzlich in einem offenen Brief für eine lose “Zusammenarbeit” mit der NPD ausgesprochen. Alte Abgrenzungsbeschlüsse der NPD gegenüber der militanten Neonazi-Szene seien durch den neu gewählten Vorstand um Altnazi Udo Voigt nicht mehr gültig. Man wolle sehen, ob die “Welle der Euphorie” auf der sich die Nazis sehen, anhalte. “Die haben momentan das Gefühl, als stehe im nächsten Jahr die Machtergreifung bevor”, sagt Martin Dietzsch, Rechtsextremismusexperte des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Ein Grund dafür sei auch das gescheiterte Verbotsverfahren gegen die NPD.

taz 21.12.04 Warten aufs Adolfhitler

Neonazis wollen an Heiligabend in Recklinghausen aufmarschieren. Anwohner sammeln Unterschriften für ein Verbot der Veranstaltung. Rechte suchen inzwischen nach neuen Strategien
Die Nazis feiern ihre “Deutsche Weihnacht” – am Freitag in Recklinghausen. Rechte Gruppierungen um den “WiderstandDO” und die “Kameradschaft Dortmund” rufen an Heiligabend zu einem Aufmarsch in die Recklinghäuser Innenstadt. Vorwand ist die polizeiliche Auflösung eines Neonazi-Konzerts am 13. November dieses Jahres. Auf dem Konzert sollten einschlägige Bands wie “Berserker”, “Kategorie C” oder “Outlaw” auftreten. Drahtzieher der Veranstaltung war der mehrfach vorbestrafte Chef der “Kameradschaft Dortmund”, “SS-Sigi” Siegfried Borchardt. Gegen die so bezeichnete “Polizeiwillkür” hatten die Rechten bereits an vier voran gegangenen Samstagen demonstriert – mit mäßigem Erfolg. Die Teilnehmerzahl schwankte zwischen 50 und 70. (…)
Spätestens seit den Erfolgen rechter Parteien bei den Landtagswahlen im Saarland und in Sachsen versuchen die Rechten auch im Ruhrgebiet, durch permanente Straßenpräsenz Fuß zu fassen. Dabei wird auch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen “Freien Kameradschaften” und der NPD ins Auge gefasst. Christian Worch, einer der Ideologen der militanten Neonazi-Szene, hat sich kürzlich in einem offenen Brief für eine lose “Zusammenarbeit” mit der NPD ausgesprochen. Alte Abgrenzungsbeschlüsse der NPD gegenüber der militanten Neonazi-Szene seien durch den neu gewählten Vorstand um Altnazi Udo Voigt nicht mehr gültig. Man wolle sehen, ob die “Welle der Euphorie” auf der sich die Nazis sehen, anhalte. “Die haben momentan das Gefühl, als stehe im nächsten Jahr die Machtergreifung bevor”, sagt Martin Dietzsch, Rechtsextremismusexperte des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Ein Grund dafür sei auch das gescheiterte Verbotsverfahren gegen die NPD.