heute.t-online.de – Hohe Jugendstrafe für Messerstecher von Heidenheim

Gericht erkennt auf dreifachen Totschlag – Keine Notwehr
Wegen dreifachen Totschlags hat das Landgericht Ellwangen den Messerstecher von Heidenheim zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der geständige Leonhard S. habe seine Opfer nicht aus einer Notwehrlage heraus getötet, entschied das Gericht, das nur ein halbes Jahr unter dem von der Anklage geforderten Strafmaß blieb. (…) Das gesamte Tatgeschehen sei nicht ohne den damals bestehenden ausländerfeindlichen Hintergrund des Angeklagten erklärbar. Auch Russlanddeutsche seien vom Angeklagten als einem erklärten Anhänger der Neonazi-Szene verachtet worden.
Eine wesentliche Beeinflussung des Angeklagten durch vorangegangenen Alkoholgenuss wurde nicht angenommen. Allerdings wurde ihm auf Grund seiner Persönlichkeitsstruktur verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt.

www.news.ch – Vorwürfe gegen Schweizer Offizier

Ein Schweizer Offizier soll eine Neonazi-Gruppe in Deutschland militärisch trainiert haben. Diesen Vorwurf erhob der Führer einer rechtsextremen Gruppe vor dem Landgericht in Köln, wie fedpol-Sprecher Guido Balmer einen Bericht der “Sonntags Zeitung” bestätigte.
Das Bundesamt für Polizei (fedpol.ch) stehe mit der deutschen Justiz in Kontakt, man habe ein Informations-Ersuchen an sie gerichtet und warte nun auf weitere Angaben.
Über den Wahrheitsgehalt der Aussage des Angeklagten vor dem Gericht konnte Balmer nichts sagen, er wisse nur, dass er diese in Untersuchungshaft noch nicht gemacht habe.
Nach Angaben von Balmer ist der im Prozess gegen die Gruppe “SS-Division Götterdämmerung” erwähnte Schweizer Staatsangehörige Oberleutnant in der Infanterie. Wie die “Sonntags Zeitung” weiter berichtete, hat er sich vor vier Jahren in einen Auslandsurlaub abgemeldet.

Schweizer Leutnant drillte SS-Kampftruppe, Attentate und Häuserkampf: Schweizer trainiert Neonazis. Im Zusammenhang mit einem Prozess um einen Dreifachmord in Köln ist ein Schweizer Offizier ins Visier der Behörden geraten. Der 25-Jährige soll Neonazis in Deutschland trainiert haben; Schweizer Offizier soll deutsche Neo-Nazis ausgebildet haben. Ex-Söldner gestand drei Morde,

junge welt vom 16.07.2004 – Warnung vor rechter Gratis-CD

Thüringer Neonazi zählt zu Unterstützern der »Aktion Schulhof«
Landesämter für Verfassungsschutz und Innenministerien warnen jetzt vor der »Aktion Schulhof«, die rechte »Kameradschaften« in Kooperation mit der NPD vorbereiten. Zehntausende kostenlose Exemplare einer CD mit dem Titel »Anpassung ist Feigheit – Lieder aus dem Untergrund« sollen demnächst nicht nur vor Schulen verteilt werden (siehe jW vom 14.7., Seite 15). Am Wochenende forderte der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens (SPD) die Lehrer des Landes auf, die Schüler über den Hintergrund der Kampagne zu informieren und davor zu warnen. Die Versuche der rechten Szene, »Jugendliche zu manipulieren«, hätten mit der Aktion »eine neue Dimension erreicht«, sagte Behrens. Zwei Versuche, die CD in NRW pressen zu lassen, sind nach Angaben des Ministers verhindert worden.
Über die Drahtzieher der Kampagne war zunächst wenig bekannt. Von Behörden wurde lediglich bestätigt, daß der Neonazi und CD-Produzent Lutz Willert aus Sachsen-Anhalt für die Herstellung mitverantwortlich sei. Jetzt taucht eine zweite Neonazigröße auf, wie der Blick nach rechts am Donnerstag meldete: Thorsten Heise, Anführer der »Kameradschaft Northeim«. Auf der Internetseite seines Magazins »Max und Moritz« outet er sich als Unterstützer der Aktion: »Unser Record Label und Versand ist stolz, bei dem Projekt teilgenommen zu haben«.

junge welt vom 16.07.2004 – Brauner Rattenfänger

Neonazi Rieger plant »nationale Tagungen« in Hameln
Nach dem Erwerb eines Gutshofes im Landkreis Verden sorgt der Hamburger Rechtsextremist und Anwalt Jürgen Rieger schon wieder für Schlagzeilen in Niedersachsen. In einem ihm schon länger gehörenden ehemaligen Kino in Hameln will er demnächst Konzerte und »nationale Tagungen« organisieren. Bereits im September soll der braune Liedermacher Frank Rennicke auftreten, kündigte Rieger jetzt an. Der Stadt liegt bisher nur ein Antrag auf »Sondernutzung« des Gebäudes vor. Ein Veranstalter aus Hamburg hat dort für den 2. Oktober ein Tanzfest mit rund 200 Teilnehmern angemeldet. (…)
Jürgen Rieger (Jahrgang 1947) gilt seit Jahren als einer der führenden deutschen Neonazis. Schon als Jurastudent schloß er sich der »Aktion Oder-Neiße« und dem »Bund Heimattreuer Jugend« an. Rieger war Funktionär der NPD und der Wiking-Jugend. Seit 1972 ist er Vorsitzender der »Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung«, Leiter der »Völkischen Artengemeinschaft« sowie Herausgeber mehrerer rechtsextremistischer Zeitschriften.

Jungle World 30/2004 – Hitlers Kleinod

Hier wurde Hitler die deutsche Staatsbürgerschaft zuerkannt. Zum Dank wollte er Braunschweig zur Musterstadt ausbauen. Kein schöner Land II.
Vom Nussberg aus hat man eine gute Sicht auf Braunschweig, dessen Silhouette geprägt ist durch zahlreiche Kirchtürme und durch eine Reihe neuerer Gebäude, unter ihnen der Turm der ehemaligen Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung. Ein massiver Aussichtsturm auf dem Berg erweist sich bei näherer Betrachtung als ein ehemaliger Bunker. Rechts daneben befindet sich eine Mauer mit einer Rednerkanzel. Unter ihr fällt der Nussberg flach ab und mündet in ein Sportgelände, das so genannte Franzsche Feld.
Im Dritten Reich wurde dieses Gelände in Erinnerung an einen Aufmarsch von 100 000 SA-Männern und einigen Tausend Hitlerjungen im Jahr 1931 »SA-Feld« genannt. In direkter Nachbarschaft befindet sich eine ehemalige Kaserne, in der das damalige Luftflottenkommando untergebracht war.
Schon vor der Machtübernahme galt der Freistaat Braunschweig als Hochburg der Bewegung. Ab 1930 waren die Nazis an der Landesregierung beteiligt, 1932 wurde Hitler in Braunschweig die deutsche Staatsangehörigkeit zuerkannt, weshalb ihm der Weg zur Kandidatur für das Reichspräsidentenamt offen stand.
Adolf Hitler wollte Braunschweig zu einer nationalsozialistischen Musterstadt ausbauen. Am Nussberg sind die Veränderungen, die die Nazis vornahmen, deutlich zu erkennen. Vom Burgplatz in der Innenstadt zog sich eine Prachtstraße vorbei am Luftflottenkommando bis zum SA-Feld und zum dahinter befindlichen Thingplatz. Dieser wurde im Stile eines antiken Amphitheaters in einer Art Schlucht angelegt, die durch den Abbau des Rogensteines entstanden war. Die »Weihestätte« wurde vom Reichsarbeitsdienst errichtet und im August 1935 mit dem monumentalen Schauspiel »Arbeiter und Bauern« eingeweiht.

HNA.de – Auf den Armen steht “Blut” und “Ehre”

Zum vierten Mal in diesem Jahr wollen Nationalisten am Samstag, 17. Juli, in Gladenbach demonstrieren. Die Stadt hatte die Demonstration verboten. Das Verbot wurde im Eilverfahren vom Verwaltungsgericht Gießen aufgehoben. Der Marktplatz bleibt den Demonstranten jedoch verwehrt, weil dort bereits eine andere Veranstaltung stattfindet. Für den Fall eines Verbots sind Demonstrationen in Biedenkopf und mindestens einer weiteren Stadt angemeldet. Bei der vergangenen Demonstration am 17. April waren an die 500 Nationalisten aus ganz Deutschland durch Marburg und Gladenbach gezogen.
Organisator und Anmelder der Demonstration ist Manuel Mann. Der 25-jährige ehemalige Gladenbacher wohnt in einem Ortsteil von Amöneburg. Er betreibt als „Ein-Mann-Organisation”, so der Verfassungsschutz, das „Volkstreue Komitee für gute Ratschläge”. Im „Aktionsbündnis Mittelhessen” bringt er Skinhead-Kameradschaften und Mitglieder der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) zusammen. Auf seiner Homepage fordert das Bündnis die Freilassung Saddam Husseins, im Gästebuch stehen Schmähungen der Linken.
Manuel Mann hält sich mit politischen Aussagen zurück. Auf seinen rechten Unterarm ist in großen Buchstaben „Blut” tätowiert, auf den linken Arm „Ehre“. Auf einer Pressekonferenz sagte er: „Wenn ich sage, was ich will, und das steht morgen in der Zeitung, komme ich morgen ins Gefängnis.”

Reuters – Police probe BNP documentary

Police in Yorkshire will consider today what action to take against members of the British National Party after a TV documentary showed members of the far-right party calling Islam “wicked” and confessing to assaults on Muslims. The BBC expose brought furious reactions from Muslims and the government, and undercut the BNP’s efforts to cultivate a more moderate image.
It may also lead to criminal prosecutions.
In secretly recorded footage in the northern town of Keighley, BNP leader Nick Griffin — who recently hosted French National Front leader Jean-Marie Le Pen — rails against the Koran and acknowledges his views are legally dangerous.
“That’s the way that this wicked, vicious faith has expanded through a handful of cranky lunatics about 1,300 years ago until it’s now sweeping country after country,” he says at one point. He tells his audience they should stand up for the party or “they (Muslims) will do for someone in your family. “I will get seven years if I said that outside,” he adds.
Other footage in “The Secret Agent” shows one BNP member expressing a wish to blow up mosques with a rocket launcher and to machine-gun worshippers with “about a million bullets.”
Another member tells how he put dog faeces through an Asian shop’s letterbox, while a third describes how he beat up a Muslim man. “I’m kicking away … it was fantastic,” he says.

siehe auch: Father-of-Four Aiming to Reshape BNP Image, BNP Branded ‘Nazi Thugs’, BNP ‘mole’ refuses to be moved by threats

Haaretz – Jewish graves vandalized in New Zealand

Swastikas and Nazi slogans have been gouged around Jewish graves in New Zealand, a day after it imposed diplomatic sanctions on Israel over two Israelis – suspected by New Zealand of being spies – who tried to obtain a passport by fraud.
Sixteen graves were attacked overnight in the Jewish part of a cemetery in Wellington that dates to the 1880s, a city council spokesman said.
“Someone’s used some sort of stick or tool to gouge swastikas into the grass around the graves. Words like ‘Sieg Heil’ have been scratched into the footpath,” he said. Sieg Heil was a common Nazi salutation.

Tirol Online – Vor 30 Jahren: Die türkische Zypern-Invasion

Mit dem Putsch gegen Erzbischof Makarios beging die Athener Junta Selbstmord
Vor dreißig Jahren, in den frühen Morgenstunden des 20. Juli 1974, landeten Einheiten der türkischen Luft- und Seestreitkräfte auf Zypern. Die von dem Sozialdemokraten Bülent Ecevit geleitete Regierung in Ankara reagierte damit auf den von der Athener Junta inszenierten Putsch gegen den zypriotischen Präsidenten Erzbischof Makarios vom 15. Juli, der von blutigen Ausschreitungen gegen die türkisch-zypriotische Volksgruppe begleitet war. Ankaras Militärintervention, die zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung forderte, bewirkte zwar den raschen Zusammenbruch des griechischen Obristen-Regimes, hatte aber auch die dauerhafte Teilung der “Insel der Aphrodite” zur Folge. Türkische Truppen besetzten fast 40 Prozent des Territoriums, nahezu 200.000 griechische Zyprioten wurden aus dem okkupierten Norden vertrieben.
Die Hintergründe des Staatsstreichs der von griechischen Offizieren befehligten zypriotischen Nationalgarde sind bis heute nicht restlos geklärt. Feststehen dürfte, dass die US-Botschaft in Athen Kenntnis von den griechischen Geheimdienst-Plänen für einen Umsturz hatte. Washington, gerade gänzlich im Bann der Watergate-Affäre, unternahm nichts, um die Aktion zu verhindern. Die völlig diskreditierten griechischen Machthaber um General Dimitrios Ioannides wollten es nicht länger hinnehmen, dass der zypriotische Ethnarch und erste Insel-Präsident immer überzeugender als moralische Größe und Wortführer des gesamten “Hellenentums” auftrat. Den Amerikanern war Makarios als führender Exponent der Blockfreien-Bewegung und “kleiner Mittelmeer-Castro” (wie ihn einmal Henry Kissinger genannt haben soll) wiederholt auf die Nerven gegangen.