Anti-Globalisierung: Attacke auf Attac – SPIEGEL ONLINE

Der globalisierungskritischen Bewegung Attac wurde übel mitgespielt. Unbekannte haben im Internet eine gefälschte Seite erstellt, die eine Zusammenarbeit zwischen Attac und der rechtsradikalen NPD suggeriert. Die NPD und Attac bestreiten jede Verbindung vehement. Ob Rechts- oder Linksradikale hinter der Kampagne stehen, ist unklar.
Die Logos von Attac und der NPD prangen auf der von Unbekannten erstellten Internetseite direkt nebeneinander. Dort heißt es: “Unser Ziel ist es, die Leute in der Attac in die richtige Richtung zu stoßen. Mit dieser Seite wollen wir deshalb erst einmal aufklären darüber, dass NPD und Attac bestens zusammenpassen, bevor wir unsere Identität innerhalb der Attac-Ortsgruppen preisgeben können.” Auf der morgen stattfindenden Attac-Versammlung in Dresden “planen Nationaldemokraten öffentlichkeitswirksame Aktionen”. So steht es in einer am Morgen bei SPIEGEL ONLINE eingegangenen Pressemitteilung, in der ein angebliches NPD-Mitglied unter dem Namen Horst Fischer von der Formierung von NPD-Mitgliedern in Attac berichtet.

“Fremdenfeindliche Grundhaltung”

Ein Jugendschöffengericht in Tiergarten hat gestern den 17-jährigen Markus L. wegen Beleidigung, versuchter Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren verurteilt. Sie ist auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Dem Oberschüler wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. L. steht nach Auskunft der Justizpressestelle bereits wegen einer früheren Tat unter der Aufsicht der Jugendgerichtshilfe.
L. hatte eingeräumt, am 5. April den vietnamesischen Besitzer eines Imbisses in Köpenick mit einem Kantholz niedergeschlagen zu haben. Zuvor hatte sich sein Opfer geweigert, dem Schüler Getränke “anzuschreiben”.

taz 31.7.04 Subkulturelle Hegemonie

Die Strategie der extremen Rechten geht auf. Sie unterwandern die verschiedenen Jugendkulturen und Szenen. Sie arbeiten im Kampf um politische und subkulturelle Hegemonie mit versteckten Symbolen und verzichten auf offensichtliche Nazi-Rhetorik. Sie sind nicht erkennbar und dadurch auch kaum angreifbar. Welcher “Normalbürger” würde hinter dem so genannten “Mitternachtsberg-Festival” eine Veranstaltung vermuten, auf der Verbindungen zwischen der Darkwave-Szene und der Neuen Rechten hergestellt werden sollen? (…) Die rechten Ableger machen in der Darkwave-Szene nur einen kleinen Teil aus. Die auf Individualismus, Antimodernismus und Elitedenken ausgerichtete Szene bietet allerdings eine gute Angriffsfläche für rechtsextremes Gedankengut. Vor allem wenn sie mit nordischer Symbolik gepaart wird.

Sunday Times: Police not ready to talk to van Tongeren

WEST Australian police say they are not actively searching for neo-Nazi group leader Jack van Tongeren, who allegedly threatened state Attorney-General Jim McGinty.
However, police said today they were still investigating Mr van Tongeren’s group, the Australian Nationalist Movement (ANM) over graffiti attacks and alleged threats made against a number of people.
Mr McGinty last week abandoned an interstate meeting and flew home to Perth, telling reporters he was afraid for his family’s safety after police informed him they had exposed a plot by the ANM to harm him.

taz 31.7.04 Rechtes Burgfest im Dunkeln

Ein rechter Verleger veranstaltet heute in Oberhausen ein Neofolk-Festival. Das Ruhrgebiet wird wiederholt zum Treffpunkt der Szene. Für ein Verbot gibt es keine rechtliche Handhabe
Oberhausen wird am Wochenende zum Treffpunkt rechtsextremer Mitglieder der Darkwave und Gothic-Szene. Der rechte “Forsite-Verlag” lädt morgen zum so genannten “Mitternachtsberg-Fest” auf die mittelalterliche Burg Vondern. Bemühungen der Stadt, das Festival zu verhindern, scheiterten. “Wir haben leider keine Handhabe”, sagt Rainer Suhr, Sprecher der Stadt Oberhausen. Die Genehmigung für Ausschank und Musik sei wie üblich ohne strafrechtliche Überprüfung des Mieters vonstatten gegangen, da keine Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund vorgelegen hätten. “Staatsschutz und Polizei werden die Veranstaltung aber beobachten”, so Suhr. Reinhard Lörch, Vorsitzender des Förderkreises Burg Vondern, will versuchen, das Festival doch noch zu verhindern, da der Vertrag unter falschen Voraussetzungen abgeschlossen worden sei.
Der Forsite-Verlag vertreibt auf seiner Homepage Bücher zur völkischen Rassenkunde Nordeuropas. Darunter einschlägige Werke wie “Der Untergang der großen Rasse”, “Rassenkunde des deutschen Volkes” oder “Die symbolhistorische Methode” des Gründers der SS-Forschungsorganisation “Ahnenerbe”, Herman Wirth. In der Rubrik “Zeit-Schriften” wird unter anderem auch die Folge 2/1997 des Heftes “Sol Invictus” angeboten. Das Heft zum Thema “Mitternacht” umfasst nach Angaben des Verlages “Texte zum Mythenkomplex: Mitternachtsberg – Schwarze Sonne – Lichtbringer – Thule unter anderem Auszüge des Mussolini-Beraters Julius Evola, des SS-Dichters Kurt Eggers und der SS-Mystiker Otto Rahn und Rudolf Mund. Der Brückenschlag zwischen nordisch-völkischer Rassenlehre und neurechter Symbolik.
Verlagsinhaber und Veranstalter Dennis Henry Krüger ist nach Angaben des Antifaschistischen Bündnisses Oberhausen seit vielen Jahren in der Neonazi-Szene des Ruhrgebiets aktiv, außerdem wird er dem Umfeld der vom Verfassungsschutz NRW als neonazistisch bezeichneten Zeitschrift “Der Förderturm” zugerechnet. Die Zeitschrift erscheint seit vielen Jahren unter wechselnden Adressen im Revier. Abgerundet wird das rechte Bild durch die auftretenden Bands. “Cawatana” und “Lux Interna” werden vom Dresdner Label “Eis und Licht” vertrieben. “Das Label versucht die Neofolk- und Darkwave-Szene für rechte Gedanken zu öffnen”, sagt Christian Dornbusch von der Arbeitsstelle Neonazismus an der Fachhochschule Düsseldorf.

Rechtes Konzert in Oberhausen

FBI Guard Accused of Aiding Neo-Nazi Gang

A former prison guard who allegedly held racist views was arrested Thursday after being indicted on charges of aiding a violent inmate gang known as the Nazi Low Riders. Shayne Allyn Ziska, who was placed on paid administrative leave from the prison in 2000, was an associate of the gang who instructed inmates on racist ideology and had a tattoo on his arm with Nazi imagery, federal prosecutor Adam D. Kamenstein said.
Ziska, 42, was indicted Wednesday on charges of participating in a corrupt organization, conspiracy, violent crime in the aid of racketeering and deprivation of rights under color of law. Authorities allege that he helped the Nazi Low Riders distribute methamphetamine, heroin and other drugs and allowed the gang to assault two inmates with deadly weapons.

ic Birmingham – Come and be a Muslim, Nick

A satanic neo-Nazi who claims to have converted to Islam has written to British National Party chairman Nick Griffin – urging him to become a Muslim.
In the letter David Myatt, a political idol of violent race-hate group Combat 18, challenges Mr Griffin to “accept Islam, to learn about it, to experience it.” The 53 year-old former monk, from Leigh Sinton, Worcestershire, then slams Griffin for abusing his position to fulfil his own personal racist agenda.
But last night anti-Nazi campaigners labelled Myatt a “self-publicist” and said that his letter was an elaborate bluff to further the right-wing cause. They claim he is continuing to post messages on fascist websites while posing as a devout Muslim on Islamic sites where he praises the 9/11 attacks and Osama bin Laden. Mr Myatt is acknowledged as one of Britain’s leading right-wing ideologues who urged neo-Nazis to attack ethnic minorities in an effort to spark a race war.

TIME Europe Magazine: From Russia With Hate — Aug. 09, 2004

Inspired by the example of al-Qaeda, Russian neo-Nazis say they are organizing themselves into a network of autonomous terror cells — and that the time of their jihad has come (…)
A squat, powerfully built man bristling with barely contained aggression, Alexei is part of a new wave of nationalism that’s sweeping through Russian society. As democratic reforms have foundered and living standards plummeted since the collapse of communism in 1991, the country’s latent xenophobia has morphed into a more radical, virulent form — and more and more young people like Alexei are coming under the sway of neo-Nazi ideology as a way to reassert lost national pride.

NEWS.com.au | Racist may be hiding in underground bunker (August 2, 2004)

WHITE supremacist Jack van Tongeren may be hiding in an underground bunker as police hunt him over an alleged plot to harm leading public figures.
Police intensified the hunt for van Tongeren following a raid last week on a house believed to be occasionally occupied by the Australian Nationalist Movement leader in Gingin, 90km northeast of Perth.
It is understood police now believe van Tongeren, a Vietnam veteran, could be hiding in a bunker.
Police say the search for van Tongeren remains a priority, although one of the alleged targets of the plot says he has been told that the likelihood of any threat being carried through has diminished.

NZZ: Überschätzte Provokateure

Die rechtsextreme Partei National Orientierter Schweizer (PNOS)
Die rechtsextreme Partei National Orientierter Schweizer ist nach dem Skinhead-Aufmarsch auf dem Rütli vom 1. August 2000 gegründet worden. Ihr grösster Erfolg ist, dass es sie immer noch gibt
Es hätte eine jener beschaulichen Podiumsdiskussionen zum Thema Rechtsextremismus werden sollen, wie sie nach dem 1. August 2000 in der Schweiz zuhauf organisiert wurden. Doch an diesem 30. Januar 2001 lag an der Sektionsversammlung der SP Gelterkinden (BL) auf einmal Spannung in der Luft. 13 kahl rasierte Männer und zwei Frauen in Springerstiefeln waren unerwartet ins Gelterkinder «Rössli» marschiert und hatten sich inmitten der Sozialdemokraten niedergelassen. «Erst habe ich gedacht, die seien zum Provozieren da», sagt der Basler Historiker Ruedi Brassel, der an jenem Abend über das Parteiprogramm der neu in der Region aufgetauchten Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) referierte. «Doch sie waren anständig und diskutierten mit.» Brassel erinnert sich, wie der Wortführer, der damals 19-jährige PNOS-Vizepräsident Jonas Gysin, die Nähe zu Nazi- Deutschland von sich wies, sich aber derselben Argumentationsmuster bediente, und wie er sich selbst als Opfer der Diskriminierung und Kriminalisierung darstellte. «Zum Abschied drückten mir einige der Jugendlichen die Hand», sagt Brassel. «Sie hatten massiv Kreide gefressen.»