Die Zeit – Die braunen Gaukler

Das Zusammenspiel zwischen Rechten und gesellschaftlichen Verlierern funktioniert erschreckend reibungslos. In Köthen, Sachsen-Anhalt, lässt sich das beobachten
Ein kleiner Mann steht auf dem Marktplatz von Köthen, Sachsen-Anhalt, und freut sich über seinen Erfolg: dass die Leute vorbeischlendern und nichts passiert. Obwohl jeder weiß, wer er ist. Er breitet die Arme zu einer Geste aus, die irgendwie zu feierlich wirkt für einen, der die Haare als Zopf trägt, unter dessen Jackenärmeln Tattoos hervorschauen. Wenn Wind und Regen jetzt nicht wären und er die Jacke auszöge, könnte man an der Aufschrift seines T-Shirts sehen, dass er durchaus einen Hang zum Pathos hat. Dort steht: »Wenn die Deutschen zusammenhalten, so schlagen sie den Teufel aus der Hölle«. Bismarck.
Mirko Theodor ist 33 Jahre alt, Kreisvorsitzender der Republikaner und noch nicht lange in Köthen. Kurzvita: geboren im Ostharz, in Bremen in die Partei eingetreten. Er hat in Köthen die Anti-Hartz-Demonstrationen ins Leben gerufen, oder besser: Er hat seinem arbeitslosen und in Demonstrationsdingen unerfahrenen Nachbarn Gunnar Pollin dabei unter die Arme gegriffen. Von hinten klopft ihm jetzt ein Mann auf die Schulter und sagt: »Der Theo, für mich ist der einfach ein Freund.«
Köthen ist keine rechte Hochburg, die Republikaner haben bei der Kommunalwahl im Juni vier Prozent der Stimmen bekommen. Köthen ist der Normalfall. Eine Kleinstadt im Osten, hübsch renoviert, hoffnungslos. Der Ort war mal wohlhabend. Bach war hier Hofkapellmeister, die Stadt hat ein Schloss mit Spiegelsaal, aber die ganze schöne Kulisse hilft nichts. 30.000 Einwohner, 23 Prozent Arbeitslose. Selbst wenn sich hier morgen eine High-Tech-Firma niederließe – für sie, die schlecht Qualifizierten, wären die neuen Jobs nichts. An einem Ort wie Köthen lässt sich das Zusammenspiel der einfachen Sympathisanten, der Verbündeten wider Willen und der neonazistischen Ideologen im deutschen Osten exemplarisch zeigen. Ausgangspunkt ist der Marktplatz an einem Montagabend im Herbst; alle sind versammelt.
Der Sympathisant. Er heißt Oliver Trenka, 26 Jahre alt, die Freundin und der zweijährige Sohn sitzen zu Hause, ein weiteres Kind soll im März auf die Welt kommen. Nach der Lehre als Gas- und Wasserinstallateur bekam Trenka erst Arbeitslosen-, dann Sozialhilfe, zwischendurch hatte er immer mal wieder kleine Jobs. Seit Anfang September arbeitet er für einen Euro die Stunde bei der Sozialen Sachen- und Möbelbörse, fährt Sofas und Schränke, die andere abgegeben haben, an Bedürftige aus: »Dabei bin ich ja selbst bedürftig.« Trenka trägt einen korrekt rasierten Kinn- und Oberlippenbart, eine Cordhose, Basecap und Sweatshirtjacke, alles wollweiß, fleckenlos. Kleidung ist ihm wichtig. »Die meisten sagen: Du siehst gar nicht aus wie ein Sozialhilfeempfänger.« Er bestellt bei Sport Scheck, jeden Monat zahlt er eine 13-Euro-Rate.

Jerusalem Post | Breaking News from Israel, the Middle East and the Jewish World

Meretz MK Yossi Sarid has demanded that an appearance by a Neo-Nazi sympathizing rock group in Israel be cancelled.
Sarid called upon Tel Aviv Mayor Ron Huldai, the Justice Ministry and the Israel Police to prevent a concert by the Austrian group Der Blutharsch at the Kosmonaut Club in Tel Aviv on October 9, claiming the group is associated with Neo Nazi groups in Europe and employs distinctive Nazi symbols in both its lyrics and album covers.
The group has been banned in Germany and Switzerland, and an active public struggle against the group is underway in the Netherlands.

The Budapest Sun Online – Story page

AT least 3,000 signatures were collected against the planned neo-Nazi demonstration due on October 15, following the public call to Hungarians by daily newspaper Népszava, which also called participants to each lay a single flower at the Terror House Museum (the site of the planned demonstration) in a moment of silent protest.

Tirol Online – Junger Steirer will mit Homepage ‘Altnazis’ ausnehmen

Drei Monate bedingt für rechtsextreme Website und versuchte Gründung einer “NPÖ”
Auf eine bedenkliche Idee, seinen Schuldenberg abzutragen, ist ein junger Steirer gekommen: Der 26-Jährige gestaltete eine rechtsextreme Homepage, wobei er ihren Inhalt ausschließlich von einschlägigen Websites übernahm. Auf seiner eigenen rief er schließlich die “NPÖ” ins Leben, die ans Parteiprogramm der NSDAP angelehnt war. Dem Mann ging es jedoch weniger darum, politische Ziele zu verfolgen, wie er heute, Mittwoch, im Wiener Landesgericht darlegte. Nach eigenen Angaben war es vielmehr seine Absicht, finanzielle Zuwendungen von “reichen Altnazis” zu erhalten.
“Es hat ja schon alles gegeben in Österreich. Nur keine rechte Partei. Ich hab’ mir versprochen, durch Mitgliedsbeiträge eine finanzielle Hilfe zu bekommen”, erklärte er dem Schwurgericht (Vorsitz: Wolfrid Kirschner). “Viel haben Sie aber nicht gekriegt. Ein Einziger hat 20 Euro gezahlt”, sagte der Richter.

siehe auch: Steirer wollte mit Geld von Altnazis Schulden tilgen. 26-Jähriger wegen rechtsextremer Website und versuchter Parteigründung verurteilt. Mit Spenden von “reichen Altnazis” wollte er seine Schulden abbauen; Steirer wollte “Altnazis” ausnehmen

Schulterschluss der Rechtsextremen in Kiel

Alleinige Kandidatur der NPD bei schleswig-holsteinischen Landtagswahlen bahnt sich an – Druck auf DVU nimmt zu
In Schleswig-Holstein bahnt sich eine Allianz zwischen NPD und DVU an. Es gilt als wahrscheinlich, dass die DVU auf eine Kandidatur bei den Landtagswahlen am 20. Februar kommenden Jahres zu Gunsten der NPD verzichtet. Damit wollen die rechtsextremen Parteien ihre Wahlchancen bündeln.
“Ich gehe davon aus, dass die DVU in Schleswig-Holstein nicht kandidieren wird”, sagte NPD-Generalsekretär Ulrich Eigenfeld der WELT und erhöhte damit den Druck auf die DVU, sich aus dem Nordland zurückzuziehen. Zurückhaltender äußerte sich Bernd Dröse, Pressesprecher der DVU. “Es gibt noch keinen Beschluss”, sagte Dröse, bestätigte zugleich aber Vorgespräche mit der NPD. Allerdings, sagte er, sei noch völlig offen, welche der beiden Parteien kandidieren werde. “Ausgeschlossen ist, dass beide antreten werden.” Ende nächster Woche wird mit einer Einigung gerechnet. Eine Kandidatenliste hat die NPD beim Landeswahlleiter in Kiel schon eingereicht, die DVU dagegen nicht.

Tirol Online – Treffen von Rechtsextremen in Kärnten geplant

In der Kärntner Bezirksstadt Feldkirchen ist von 15. bis 17. Oktober ein Treffen von Rechtsextremisten geplant. Es handelt sich dabei um die 39. politische Akademie der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik, die vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als “rechtsextrem” klassifiziert wird. SPÖ und Grüne haben für die Landtagssitzung am Donnerstag Initiativen angekündigt.

siehe auch: Aufregung um Rechtsextremen-Treffen in Feldkirchen

NPD-Mann Gansel – Hetzer mit NSDAP-Jargon – FOCUS

Nach ihrem Triumph vor dem Verfassungsgericht und ihrem Wahlerfolg in Sachsen präsentiert sich die NPD so extrem wie schon lange nicht mehr – und schmiedet langfristige Allianzen.
Als der Partei das Verbot durch das Verfassungsgericht drohte, gab sich ihr Chef Udo Voigt betont friedlich: natürlich sei die NPD „eine demokratische Partei“. Der „Kampf um die Straße“ mit martialischen Aufmärschen wurde vorübergehend eingestellt, offene Bewunderung des Nationalsozialismus gedrosselt. Schließlich ging es darum, erst einmal das Verfahren in Karlsruhe abzuwehren.
Mit der taktischen Zurückhaltung ist längst Schluss, die NPD präsentiert sich so extrem wie schon seit langem nicht mehr. Und ihre Parolen kann sie nach der Landtagswahl in Sachsen zum ersten Mal seit 1968 wieder auf einer parlamentarischen Bühne verbreiten.
Antisemitische Pamphlete
Wenn sich der neue sächsische Landtag im Oktober konstituiert, rückt auch der profilierteste antisemitische Agitator der NPD in den Plenarsaal ein: Jürgen W. Gansel, 30, ehemaliger korporierter Student aus Marburg, heute Redakteur des NPD-Blattes „Deutsche Stimme“ im sächsischen Riesa.
Gansels antisemitische Pamphlete lesen sich wie Zitate aus dem „Völkischen Beobachter“. So schrieb er im August 2004 in der „Deutschen Stimme“ über denn jüdischen Philosophen Theodor W. Adorno, dessen „Kritische Theorie“ sei „ein Giftfraß“ gewesen, „der die inneren Organe und das Gehirn des deutschen Volkskörpers angreifen sollte“. Aus den Werken Adornos, ereifert sich der frischgebackene sächsische Landtagsabgeordnete Gansel, spreche der „Gemeinschaftshass des entwurzelten jüdischen Intellektuellen“.
Die Machtergreifung Hitlers 1933 nennt das Mitglied im NPD-Bundesvorstand ganz im einstigen NSDAP-Jargon, „nationale Erhebung“. In einem anderen Beitrag wettert der Israel-Hasser Gansel gegen die „Idiotentreue der Regierungseuropäer“ zu dem „Völkchen der Auserwählten“.
Gerade die tiefbraunen Töne der NPD-Kader wirken als Bindemittel zwischen der Partei und den „Freien Kameradschaften“ meist jugendlicher Neonazis, die nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes die unentbehrliche Fußtruppe der Partei bilden.

TP: Braunes Merchandising

Die TV-Sendung zur DVD zum Buch zur Nazi-Demo
Die Verbreitung von NS-Geschichtslegenden als ideologischem Unterfutter rechtsextremer Bewegungen ist weitgehend auf die einschlägige Szene beschränkt. Dennoch gelang es umtriebigen Rechten, ein bräunliches Video über den “Friedensflieger” Rudolf Heß in einem deutschen Fernsehkanal zu senden und einen honorigen Hochschullehrer vor ihren Karren zu spannen. Eine Fallstudie über ein multimediales Projekt auf der Suche nach der “kulturellen Hegemonie”.
Seit Jahren wird das fränkische Wunsiedel, das sich gerne als “Festspielstadt” präsentiert, im August von einer Invasion geplagt, die mittlerweile bei Alt- und Neonazis in ganz Europa als Pilgerfahrt ganz besonderer Art gilt. Der Ort im Fichtelgebirge ist nämlich mit einem Grabmal geplagt, das für die braune Internationale zur Kultstätte geworden ist: Hier liegt seit 1988 Rudolf Heß begraben. Der Führer-Stellvertreter wird von NS-Touristen als “Friedensflieger” verehrt, der im Auftrage Hitlers im Mai 1941 nach Schottland geflogen sei, um mit dem – ansonsten gerne auch als “perfides Albion” geschmähten – Vereinigten Königreich ein Ende des Krieges auszuhandeln.
Die braune Legende vom “Führer”, der nur durch den halsstarrigen und kriegslüsternen Winston Churchill zum Überfall auf die Sowjetunion und schlussendlich auch zum Holocaust gezwungen wurde, erfuhr kürzlich eine besondere Weihe. Der finanzklamme Nachrichtenkanal n-tv adelte diese völkische Verschwörungstheorie durch die Ausstrahlung eines einschlägigen Beitrags (Titel: “Churchills Friedensfalle”) im Rahmen seiner Reihe “Technik & Trends”, die vor allem zu nächtlichen Zeiten dabei hilft, den Sender rund um die Uhr auch oberhalb des computergenerierten Newsticker-Laufbandes mit Bild und Ton zu versorgen.

MDR.DE: Nazi-Aufmarsch unter strengen Auflagen

Die vom Hamburger Neonazi Christian Worch angemeldete Demonstration am “Tag der Einheit” ist von der Stadt Leipzig mit strengen Auflagen belegt worden. Kernpunkt ist nach Angaben der Stadtverwaltung eine veränderte Marschroute. So dürfen die Extremisten nicht mehr durch den alternativ geprägten Stadtteil Connewitz laufen. Die Ausweichstrecke wurde nicht genannt. Weitere Auflagen betreffen die Kleidung.

“Die Sterne Adolf Hitlers” im Presseklub Concordia

Adolf Hitler ist wieder en vogue, ein Film schildert seine letzten Tage als Katastrophe und es wird mit der Erklärung geworben, dass die menschliche Seite von Hitler gezeigt wird. Wirklich keine große Neuigkeit, wir haben doch alle gesehen, wie er seinen deutschen Schäferhund streichelte und wie er – mit Wiener Charme – den Damen die Hände küsste. Kurz bevor er sich durch Selbstmord seiner Verantwortung entzogen hatte, schickte er noch 14- und 15-jährige an die Front in Berlin.
Und was den Kinos recht ist, war auch dem angesehenen Wiener Presseclub Concordia billig, als der nationalfreiheitliche Akademiker Heinz Fidelsberger am 14. September sein Buch “Die Sterne Adolf Hitlers” in diesem Club vorstellen durfte.
Obermedizinalrat (OMR) Dr. Heinz Fidelsberger war jahrelang der Chefastrologe des Wiener Kuriers, über seine Karriere als Rechtsextremist berichtet das Handbuch des Österreichischen Rechtsextremismus und www.doew.at, so dass ich mir die Schilderung erspare.
Weniger bekannt in Österreich ist der Verlag, der Fidelsbergers Werk herausgab. Der vom ehemals hochrangigen Nazifunktionär Helmut Sündermann 1952 gegründete Druffel Verlag, der heute zur Verlagsgemeinschaft Berg mbH gehört, die sich im Besitz von Dr. Gert Sudholt befindet, gilt als einer der größten und wichtigsten rechtsextremistischen Verlage in Deutschland, in deren Buch- und Zeitschriftenprogramm Publikationen mit revisionistischen Einschlag einen breiten Raum einnehmen. Zu den bekanntesten Autoren zählen Franz Schönhuber und der Antisemit und Holocaustleugner David Irving.