Rechtsextremismus

Strippenzieher und Mäzen

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Der Verleger Herbert Fleissner zeigt wenig Scheu gegenüber rechtsextremen Kreisen. In der neuen Monatszeitschrift „ZUERST! aus dem Hause des Kieler Verlegers Dietmar Munier wirbt auf der Rückseite ganzseitig die Verlags GmbH Signum und Amalthea (Sitz: Wien). Geschäftsführer ist laut Domainabfrage der Münchner Verleger Herbert Fleissner (Jg. 1928). Der gebürtige Egerländer unterhält seit Jahrzehnten Beziehungen zur extrem rechten Szene im deutsch-sprachigen Raum. Szene-Kenner vermuten in dem Angehörigen der Innsbrucker Burschenschaft Suevia einen Mäzen und Strippenzieher der rechten Sache; sei es als Unterstützer der „Jungen Freiheit“ (JF), Mitglied (seit 1957) und Spender des „Witikobundes“, Gründungsmitglied von „Stimme der Mehrheit“, angeblich zeitweiligen Sponsors der „Deutschland-Bewegung“ sowie Ideengeber des im Jahr 2000 erschienenen Machwerkes „Der Verfassungsschutz“ (Universitas) von Hans-Helmuth Knütter und Stefan Winckler. Anzeigen von Fleissners Verlagsimperium erschienen über Jahrzehnte hinweg in mehreren rechtsextremen Zeitschriften, darunter auch in „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ (DGG) aus dem Grabert-Verlag.

via Strippenzieher und Mäzen | Bnr.de – Blick nach Rechts.

holocaust

Leitartikel: Steinbachs letztes Gefecht

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Es gibt in Deutschland Millionen Vertriebene und Nachkommen von Vertriebenen. Es gibt darunter eine erkleckliche Zahl, die sich von Erika Steinbach vertreten fühlen. Was aber ist mit denjenigen – nach neuesten Recherchen der Mehrheit -, für die das eigene (Familien-)Schicksal zu geschichtspolitischen und ideologischen Schaukämpfen nicht taugt? Mit denjenigen also, die sich von Erika Steinbach und ihrem “Bund der Vertriebenen” keineswegs vertreten fühlen? Sie haben es nicht verdient, von Politikern wie der BdV-Vorsitzenden zu Geiseln genommen zu werden. Die gute Nachricht: Es wird damit in absehbarer Zeit vorbei sein. Frau Steinbach liefert – unter Ausnutzung millionenfachen Leids – die wahrscheinlich letzten Nachhutgefechte um die Deutungshoheit über die deutsche Geschichte. Sie ist insofern die vielleicht letzte Politikerin der “Nachkriegszeit”. Die vielleicht letzte Vertriebenen-Funktionärin mit einigem politischem Gewicht, die für die Gleichsetzung “der Vertriebenen” mit relaitivierenden, wenn nicht revisionistischen Geschichtsbildern steht.

via Leitartikel: Steinbachs letztes Gefecht | Frankfurter Rundschau – Meinung.

Kameradschaft

Deutscher Jugendbund Sturmvogel: Rechte Brutpflege

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Die rechte “Heimattreue Deutsche Jugend” und die “Wiking-Jugend” sind verboten. Doch im Verborgenen etabliert sich schon eine Alternative: der schwarze Sturmvogel. (…) Ihre antidemokratischen Erziehungsideale wirken nachhaltig. “Viele Kader der NPD wurden in Gruppen, wie der ,Wiking-Jugend’ (WJ) politisiert und sozialisiert”, hebt Botsch hervor. Der NPD-Fraktionschef Udo Pastörs aus Mecklenburg-Vorpommern, aber auch der NPD-Bundesordnerchef Manfred Börm kommen aus der WJ, die wie der “Sturmvogel” sich um die rechte Gesinnung bei Kindern und Jugendlichen bemühte. Edda Schmidt, die nachweislich beim “Sturmvogel” agierte, ist heute Vorsitzende der NPD-Frauenorganisation “Ring Nationaler Frauen”. Auch der “Sturmvogel”, sagt Botsch, liefere eine “umfassende Schulung, die eine ideologische Festigung nach sich zieht”. Der “Sturmvogel” selbst hat seine Wurzel in der WJ. “Er ist eine radikale Abspaltung”, betont Botsch, der zur bündischen Jugend forscht. 1987 entstand sie aus einem internen Streit. Der ehemalige WJ-Bundesfahrtenführer Rudi Wittig wurde erster Bundesführer des “Sturmvogel”. Nur wenige Jahre später verbot das Bundesinnenministerium die WJ – der “Sturmvogel” blieb davon unberührt. In einem der Gründungsflugblätter stellten sie ihre Intention allerdings eindeutig dar: Sie seien “volkstreu eingestellte Deutsche”. In einem ihrer Jahreskalender 2006 offenbaren sie, wo die Grenzen Deutschlands verlaufen: “Auf unseren Wanderungen lernen wir Deutschland kennen”, von “Schleswig-Holstein bis nach Tirol, von Elsass bis ins Memelland”.

via Deutscher Jugendbund Sturmvogel: Rechte Brutpflege – taz.de.

siehe auch: Völkische Erziehung. In den Reihen des „Sturmvogels − Deutscher Jugendbund“ finden sich bekannte Familiennamen der Szene – der Nachwuchs trifft sich in regionalen „Lagern“, man ist um gemäßigte Außenwirkung bemüht. Es ist Mittagszeit in der Jugendfreizeitstätte Recknitzberg im Landkreis Bad Doberan. Ein bellender Schäferhund bewacht das an einer Sackgasse gelegene Gebäudeensemble inmitten von Wald und Feldern. Rund 40 Jugendliche und Kinder aus dem Raum Hamburg, Winsen/Luhe, Plön und Nordwestmecklenburg sind kurz nach Weihnachten Ende Dezember 2009 angereist, um für einige Tage ihr „Winterlager“ in Mecklenburg-Vorpommern zu verbringen. Sie gehören dem „Sturmvogel − Deutscher Jugendbund“ an und tragen lange Röcke, Zimmermannshosen und Jungenschaftsjacken, dazu grüne Fahrtenhemden mit dem schwarzen Vogelsymbol vor schwarz-weiß-rotem Hintergrund auf dem Ärmel. Wenige Jugendliche sind für die Kleinen zuständig. Sie fühlen sich ungestört, scheinen aber, wie andere kleine Jugendbünde aus dem völkisch-nationalen Lager, seit dem Verbot der neonazistischen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) aufgeschreckt und argwöhnisch. Im Visier der Behörden sind sie bundesweit nicht. Doch Journalisten gelten als feindlich, Fragen werden nicht beantwortet, in szeneüblicher „Notfall“-Manier wird stattdessen sofort versucht, die Kamera zu entreißen. Ganz so harmlos und unpolitisch wie der „Sturmvogel“ sich nach außen darzustellen versucht, mag er nicht sein.

Musik

Hommage an Rio Reiser mit Ton Steine Scherben

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Der Filmemacher Werner Schroeter (64) wird bei der Berlinale mit dem Teddy Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Damit ehrt die Teddy-Gala am 19. Februar einen “radikalen Experimentierer und großen Außenseiter des Neuen Deutschen Films”, wie es in der Mitteilung vom Donnerstag heißt. Schroeters Werk umfasst 20 Langfilme sowie 70 Opern- und Theaterinszenierungen. Mit “Palermo oder Wolfsburg” gewann er 1980 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin den Goldenen Bären. (…) Eine besondere Hommage widmet der Teddy dem 1996 verstorbenen Sänger Rio Reiser, der am 9. Januar 60 Jahre alt geworden wäre. Bei der Gala soll – erstmals seit dem Tod ihres Frontmanns – die Band Ton Steine Scherben (“Mein Name ist Mensch”) in ihrer alten Besetzung auf der Bühne stehen. Der Sänger trat auch als Schauspieler auf: Für “Johnny West” gewann Reiser 1977 den Bundesfilmpreis in Gold.

via Hommage an Rio Reiser mit Ton Steine Scherben – Film – derStandard.at › Kultur.

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holocaust

Die Spur der Skelette

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NS-Verbrechen. Seziertisch im KZ Natzweiler: Im November 1942 begann der NS-Mediziner August Hirt im KZ Natzweiler-Struthof bei Straßburg mit Menschenversuchen. Bereits Ende 1941 hatte ein Referent von SS-Chef Heinrich Himmler angewiesen, dass man Hirt “die Möglichkeit geben möge, mit Gefangenen und mit Berufsverbrechern, die sowieso nicht mehr in Freiheit kommen und mit den für eine Hinrichtung vorgesehenen Personen Versuche jeder Art anzustellen”. Nazi-Ärzte im Rassenwahn: Für eine Skelettsammlung ließ der Medizinprofessor August Hirt 1943 einfach 86 Menschen töten. Die Alliierten fanden Anfang 1945 die Leichen, aber die Identität der Opfer blieb ein Rätsel – bis eine aufwendige Spurensuche ihnen 60 Jahren später ihre Namen zurückgab.

via Die Spur der Skelette – einestages.

holocaust

War unter Adolf alles schlecht?

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Professor Wolfgang Wippermann ist Historiker an der Freien Universität Berlin – wir fragten ihn, wo das Beschönigen des Nationalsozialismus beginnt. Oma und Opa erzählen manchmal, das Dritte Reich habe auch gute Seiten gehabt – und da sind sie sich mit Neonazis einig. Eine breite Debatte zum Thema kam 2007 in Gang, als eine mehrdeutige Äußerung der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin Eva Herman von einigen als Bejahung der NS-Familienpolitik gedeutet wurde. Frau Herman bestreitet, dies so gemeint zu haben. Prof. Wolfgang Wippermann ist Historiker an der Freien Universität Berlin – wir fragten ihn, wo das Beschönigen des Nationalsozialismus beginnt. (…) Welche Legenden zum Nationalsozialismus halten sich bis heute am hartnäckigsten? Schöngeredet wird vor allem Hitlers Familien- und Sozialpolitik. Völlig vergessen wird dabei, dass diese eindeutig rassistisch motiviert war, dass nur “rassisch reine” und “erbgesunde” Familien in den Genuss von Sozialleistungen kamen. Außerdem wird ausgeblendet,dass die Wirtschafts- und Sozialpolitik im Nationalsozialismus untrennbar mit Kriegsvorbereitung unde Vernichtungspolitik verbunden war. Was ist, wenn Leute sagen, Frauen seien damals wenigstens noch gewürdigt worden? Das Gegenteil ist richtig. Frauen wurden im Dritten Reich erniedrigt und auf ihre biologische Funktion als “Muttertier” reduziert. Gezielt wurden sie aus höher qualifizierten Berufen verdrängt, später mussten sie in Rüstungsbetrieben für den “Endsieg” schuften. Und nach Kriegsende haben sie beispielsweise als Trümmerfrauen die Zeche gezahlt.

via War unter Adolf alles schlecht? | Netz gegen Nazis.

Gewalt

Österreich: FPÖ-Landtagsabgeordneter Königshofer beleidigt schwulen Kollegen

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Wenn Rechtsaußenpolitiker wie der FPÖ-Mann Werner Königshofer mal kein Blatt vor den Mund nehmen, dann tun sich schnell Abgründe auf. So auch in neuesten Fall, über den die Tiroler Tageszeitung auf ihrem Online-Portal TT.com am 07.01.2010 unter anderem berichtet: In Internetforen kennt man Werner Königshofer und seine Gesinnung. Immer wieder erregt das ehemalige Mitglied der 1988 verbotenen rechtsextremen NDP mit seinen Postings die Gemüter. Gestern leistete sich Königshofer einmal mehr einen politischen Eklat. Mit einer ungeheuerlichen Entgleisung reagierte er im Internet auf die Kritik des grünen Abgeordneten Gebi Mair an FP-Parteiobmann Gerald Hauser. Mit „Diese Landtagsschwuchtel soll sich lieber um die wahren Probleme im Land kümmern (Überfremdung und Islamisierung durch ungezügelte Masseneinwanderung und dadurch entstehende Wohnungsnot)“ attackierte der Freiheitliche Mair, der homosexuell ist.

via Österreich: FPÖ-Landtagsabgeordneter Königshofer beleidigt schwulen Kollegen « EUROREX Watchblog.