„Kinderschläger, Neger, Pornodarstellerinnen“ – NPD-Generalsekretär Marx weiß, wie man feiert

Der Skandal-Landesverband der NPD hat wieder zugeschlagen. Bei einer privaten Geburtstagsfeier einer NPD-Kreisvorsitzenden in Saarbrücken soll es hoch hergegangen sein. Eine Stripperin sorgte für gute Stimmung, dazu eine illustre Gästeschar: Ein Landesvorstandsmitglied, das sich gerade vor Gericht wegen Misshandlung seiner Stieftöchter verantworten muss sowie eine sich nun als Kommunalpolitikerin versuchende (ehemalige) Pornodarstellerin. Und mittendrin: der Generalsekretär der Bundespartei, Peter Marx. Ja, NPD-Anhänger wissen zu feiern. Das jedenfalls belegen Bilder, die derzeit nicht nur in den Sozialen Netzwerken, sondern auch auf dem Neonazi-Hetzportal „Altermedia“ die Runde machen. (…) Was hat die braunen Gemüter so erregt? Stein des Anstoßes ist eine private Geburtstagsfeier; zu den „Geburtstagskindern“ gehörte laut „Altermedia“ die Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Saar-Pfalz, Janine W.. Aufgrund ihrer „wechselnden Partnerschaften“ sei die junge Frau, so der anonyme Verfasser weiter, „umstritten“. Dazu präsentiert er eine Reihe von kompromittierenden Fotos, die während der Party in einem Saarbrücker Szenelokal geschossen worden sein sollen. Die Schnappschüsse finden sich auch auf dem Facebook-Profil von Jacky S., einer Parteisympathisantin, die sich auch gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden Peter Marx und dem früheren rheinland-pfälzischen NPD-Funktionär Sascha Wagner hinter den Infostand stellt und Propagandamaterialien verteilt. Im „City Train“ hatte sich eine illustre Gästeschar eingefunden. Neben dem saarländischen Parteiurgestein Harry Kirsch, der im NPD-Sprachrohr Deutschen Stimme schon einmal für sein Versicherungsbüro warb, war der erwähnte Sascha Wagner zugegen. Wahrscheinlich eine willkommene Ablenkung für den 41-Jährigen, der sich derzeit vor dem Pirmasenser Amtsgericht verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beisitzer im Landesvorstand der Saar-NPD vierfache Körperverletzung vor – begangen an seinen heute 15 und 17 Jahre alten Stieftöchtern. Dabei blickt das ältere der beiden Mädchen auf eine schwere Kindheit zurück. Bereits im Alter von 13 Jahren zeugte sie mit einem NPD-Wahlkampfhelfer ein Kind, der dafür 32 Monate hinter Schloss und Riegel wanderte. Für Stimmung sorgten ein den Jubilaren überreichter „Peniskuchen“ und eine Stripperin, die sich lasziv auf dem Schoß von Kirsch räkelte. Dabei mag sich der 68-Jährige, der als Organisationsleiter der Kleinstgruppierung „Freie Bürger Union“ (FBU) versucht, kommunalpolitisch in Völklingen Fuß zu fassen, an seine Jugend erinnert haben. In den sechziger Jahren stand er Eigenangaben zufolge als Gitarrist der Band „The Black Boys“ (!) auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Auch die ebenfalls anwesende (ehemalige) Pornodarstellerin Ina Groll, die im Dezember noch als Weihnachtsfrau verkleidet im Ruhrgebiet für die NPD getrommelt hatte [siehe dazu: Ex-Porno-Star „Kitty Blair“ als NPD-Weihnachtsfrau unterwegs], scheint in der Kommunalpolitik ihre neue Passion gefunden zu haben.

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